Krautheim ist eine Stadt im Hohenlohekreis an der Jagst im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.Hohenlohekreis: Krautheim Online auf www.hohenlohekreis.de, abgerufen am 26. Februar 2025 Sie gehört zur Region Heilbronn-Franken (bis 20. Mai 2003 Region Franken). mini|Blick vom Jagsttal auf Krautheim Geographie Geographische Lage Krautheim liegt am nördlichsten Punkt der Jagst auf 210 bis 420 Meter Höhe. Die Jagst hat sich dort 130 bis 150 Meter tief in die Muschelkalklandschaft der Hohenloher Ebene eingegraben. Charakteristisch für Krautheim ist der Blick auf die von weither sichtbare gleichnamige Burg, die mit einer bis zu 17 Meter hohen und bis zu 2,70 Meter dicken Schildmauer einen imposanten Anblick bietet. Der mächtige Bergfried bietet mit seiner Höhe von etwa 30 Metern einen Ausblick in das Jagsttal und die umliegende Landschaft.
Stadtgliederung Die heutige Stadt Krautheim ist Ergebnis der Gebietsreform in Baden-Württemberg von 1972/73. Damals schlossen sich die ehemals selbstständigen badischen Gemeinden Krautheim, Gommersdorf, Horrenbach, Klepsau, Neunstetten, Oberndorf und die württembergischen Gemeinden Altkrautheim, Ober- und Unterginsbach zusammen und gaben sich den Namen Stadt Krautheim. Die Ortschaften haben zwischen rund 60 und 700 Einwohner; in Krautheim selbst als zentralem Ort leben etwa 1500 Einwohner.LEO-BW, Landeskunde entdecken online, KrautheimGrundlage der Liste: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 179–184. 50px|Wappen unbekannt Zu Altkrautheim das Dorf Altkrautheim80px|Altkrautheim von Burg Krautheim gesehen (2020)50px|Wappen Gommersdorf Zu Gommersdorf das Dorf Gommersdorf und die abgegangenen Ortschaften Stein, Windberg und Zimmerbach.80px|Kirche in Gommersdorf50px|Wappen Horrenbach Zu Horrenbach das Dorf Horrenbach und die abgegangene Ortschaft Dacht80px|Historisches Gebäude in Horrenbach 50px|Wappen Klepsau.png Zu Klepsau das Dorf Klepsau.80px|Klepsau von Burg Krautheim gesehen (2020)50px|Wappen Krautheim Zu Krautheim die Stadt Krautheim, der Wohnplatz Wehrmühle,Wohnplatz Wehrmühle im Historischen Ortslexikon bei LEO BWWehrmühle im Stadtplan Krauthei sowie die abgegangenen Ortschaften Nydelingen, Pichintal und Wellendorf.80px|Krautheim (1994)50px|Wappen unbekannt Zu Neunstetten das Dorf Neunstetten, die Wohnplätze Ölmühle und Untere Mühle, sowie die abgegangene Ortschaft Obererlenbach. 80px|Neunstetten (2015)50px|Wappen unbekannt Zu Oberginsbach das Dorf Oberginsbach mit Corpus-Christi-Kirche und die abgegangene Ortschaft Remenweiler. 80px|Oberginsbach Ortseingang (2020)50px|Wappen Oberndorf Zu Oberndorf das Dorf Oberndorf und die Wohnplätze Knock (Kapellenberg) und Stockbrunnenwiesen, sowie abgegangene Ortschaft Mutzenbrunn.80px|Valentinskapelle Oberndorf (2020)50px|Wappen Unterginsbach Zu Unterginsbach das Dorf Unterginsbach.80px|Unterginsbach (2008)
Nachbargemeinden An Krautheim grenzt im Norden die Kleinstadt Boxberg, im Nordosten die Gemeinde Assamstadt, beide im Main-Tauber-Kreis; im Osten die Gemeinde Dörzbach, im Süden die Kleinstadt Ingelfingen, im Südwesten die Gemeinde Schöntal, alle im Hohenlohekreis; und schließlich im Nordwesten die Kleinstadt Ravenstein im Neckar-Odenwald-Kreis.
Flächenaufteilung
Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Krautheim.
Geschichte Mittelalter mini|Blick von Burg Krautheim – Hier ist die Jagst Grenze zwischen Baden und Württemberg. Krautheim (gemeint ist das heutige Altkrautheim) wurde 1096 erstmals urkundlich als Crutheim erwähnt; die Gründung ging auf die Franken zurück. Die Burg (im heutigen Hauptort Krautheim) wurde 1213 von Wolfrad I. von Krautheim auf dem Bergsporn errichtet. Von 1240 bis 1242 waren die staufischen Reichskleinodien (Reichskrone, Zepter und Reichsschwert) vermutlich in der Burg Krautheim in Verwahrung. 1306 erhielt Krautheim zusammen mit Ballenberg die Stadtrechte. 1329 wurde Krautheim erstmals als Stadt erwähnt. Ab 1399 stand Krautheim unter Kurmainzer Vorherrschaft bzw. Herrschaft.
Neuzeit Der Überlieferung zufolge rief Götz von Berlichingen 1516 dem in der Burg Krautheim sitzenden Mainzer Amtmann Max Stumpf den Schwäbischen Gruß („er soldt mich hinden leckhenn“) zu, den Goethe dann in seinem Drama „Götz von Berlichingen“ mit großem Erfolg leicht abgeändert verwendete.Minute 10 bis 13 von ZDF 2014. Terra X. Die Welt der Ritter (3/3). Die letzten ihrer Art. Ein Film von Christian Feyerabend. Eine Produktion der Gruppe 5 Filmproduktion GmbH, Köln, im Auftrag des ZDF. In Zusammenarbeit mit ZDF enterprises und dem ORF.
Als Entschädigung für linksrheinische Gebietsverluste erhielt das Adelshaus Salm-Reifferscheidt-Bedburg mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 das Fürstentum Krautheim, das aus ehemals kurmainzischen und würzburgischen Besitzungen neu gebildet wurde und neben Stadt und Oberamt Krautheim das Kloster Schöntal, das Priorat Gerlachsheim und das Amt Grünsfeld umfasste.Vorwort zum Bestand 121 (Salm-Krautheim) beim Generallandesarchiv Karlsruhe, abgerufen am 26. Juli 2008 Durch die Rheinbundakte wurde das Fürstentum Krautheim nach nur drei Jahren Bestand 1806 mediatisiert. Das Amt Krautheim wurde entlang der Jagst in einen nordwestlichen badischen und einen südöstlichen württembergischen Teil geteilt; Krautheim sowie Gommersdorf, Horrenbach, Klepsau, Neunstetten und Oberndorf kamen an das Großherzogtum Baden, Altkrautheim sowie Ober- und Unterginsbach an das Königreich Württemberg. Am 13. September 1909 besuchte Kaiser Wilhelm II. anlässlich des Kaisermanövers die Neunstetter Höhe bei Krautheim. Von 1811 bis 1938 unterstanden die drei württembergischen Orte dem Oberamt Künzelsau (seit 1934 Kreis Künzelsau), von 1938 bis 1972 dem Landkreis Künzelsau. Die badischen Orte gehörten bis 1972 zum Landkreis Buchen. Da beide Landkreise nach dem Zweiten Weltkrieg Teil der Amerikanischen Besatzungszone geworden waren, lagen somit alle Orte der heutigen Gemarkung Krautheims seit 1945 im neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging.
Mit der baden-württembergischen Kreisreform am 1. Januar 1973 wurde Krautheim mitsamt den eingemeindeten Teilorten dem neu gegründeten Hohenlohekreis zugeordnet, während der Großteil des damaligen Landkreises Buchen dem ebenfalls neu gegründeten Neckar-Odenwald-Kreis zugeordnet wurde. Der Hohenlohekreis umfasst somit als ansonsten württembergischer Landkreis auch ehemals badische Gebiete. Die historische Zugehörigkeit der Stadt zum badischen Landkreis Buchen spiegelt sich bis heute in einigen Bereichen wider, beispielsweise bei der Organisation der Kirchen, Sportvereine und Kreditinstitute.
Eingemeindungen 1. September 1971: Gommersdorf, Horrenbach, Klepsau und Oberndorf 1. Dezember 1972: Neunstetten 1. Januar 1973: Altkrautheim, Oberginsbach und Unterginsbach
Religion Bei der kirchlichen Organisation ist die Stadt entlang der ehemaligen Grenzlinie zwischen Württemberg und Baden zweigeteilt: Die katholischen Kirchen der Kernstadt und der anderen ehemals badischen Teilorte gehören zur Seelsorgeeinheit Krautheim-Ravenstein-Assamstadt im Dekanat Tauberbischofsheim des Erzbistums Freiburg, die der ehemals württembergischen Teilorte zur Seelsorgeeinheit Mittleres Jagsttal im Dekanat Hohenlohe der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Die evangelischen Kirchen gehören je nach Teilort zum Kirchenbezirk Adelsheim-Boxberg der Evangelischen Landeskirche in Baden oder zum Kirchenbezirk Hohenlohe der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Politik Gemeinderat In Krautheim wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Er besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.
Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem EndergebnisWahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart. Die Wahlbeteiligung betrug 64,45 % (2019: 59,9 %).
Freie Wähler Krautheim 71,11 % 12 Sitze (2019: 90,3 %, 16 Sitze) CDU-Bürgerliste* 28,89 % 5 Sitze (2019: 9,7 %, 2 Sitze) * 2019 nur Bürgerliste
Bürgermeister Bürgermeister von Krautheim ist seit dem 1. August 2023 Andreas Insam. Er wurde am 7. Mai 2023 mit 68,6 Prozent der Stimmen gewählt. Er folgte Andreas Köhler (CDU) nach, der von 2002 bis 2023 amtierte.
Wappen und Flagge Die Blasonierung des Krautheimer Wappens lautet: „In elfmal von Schwarz und Silber geteiltem Schild oben rechts eine rote Vierung, darin ein sechsspeichiges silbernes Rad.“ Die Stadtflagge ist Schwarz-Weiß.
Das älteste bekannte Siegel Krautheims von 1473 zeigt nur das Mainzer Rad. Nachdem Krautheim 1806 badisch geworden war, zeigte das Stadtsiegel zunächst ein Kleeblatt, ab 1898 aber erneut das Mainzer Rad. 1950 führte die Stadt das Mainzer Rad in einem von Rot und Grün gespaltenen Schild. Der jetzige elfmal von Schwarz und Silber geteilte Schild geht auf das Wappen des früheren Ortsadels zurück; von ihm sind auch die Flaggenfarben abgeleitet. Das heutige Wappen, das das Mainzer Rad mit dem Wappen des Ortsadels verbindet, wurde der Stadt am 5. November 1955 vom baden-württembergischen Innenministerium verliehen, die Flagge am 14. Oktober 1971.Heinz Bardua: Die Kreis- und Gemeindewappen im Regierungsbezirk Stuttgart (Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg. Band 1). Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0801-8, S. 88.
Gemeindepartnerschaften Partnergemeinde von Krautheim ist die sächsische Gemeinde Ebersbach im ehemaligen Landkreis Großenhain, heute Landkreis Meißen.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Krautheim war bis 1988 durch die Jagsttalbahn von Möckmühl nach Dörzbach an das Schienennetz angebunden. Heute befinden sich die nächsten größeren Bahnhöfe in Osterburken (22 km, Frankenbahn und badische Odenwaldbahn), Bad Mergentheim (19 km, Bahnstrecke Crailsheim–Königshofen) und Waldenburg (29 km, Hohenlohebahn). Die nächste Autobahn ist die A 81 (Ausfahrt Osterburken). Die nächste Bundesstraße ist die B 19, die durch den Nachbarort Dörzbach führt.
Der Kocher-Jagst-Radweg verläuft als touristischer Landes-Radfernweg durch Krautheim. Er ist ein Rundkurs entlang der beiden Flüsse Kocher und Jagst zwischen Bad Friedrichshall und einer Querverbindung zwischen den Tälern bei Aalen (Stadtteil Unterkochen) und Lauchheim. Außerdem verläuft der Württemberger WeinradwegWürttemberger Weinradweg auf einer Internetseite der Projektstelle Weinwege Württemberg, c/o Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg, abgerufen am 6. Mai 2025 durch die Stadt. Vom Kochertal bei Künzelsau kommend führt er über Stachenhausen (Stadt Ingelfingen) und durch Ober- und Unterginsbach nach Altkrautheim. Dort trifft er auf den Kocher-Jagst-Radweg und folgt diesem flussaufwärts. Insgesamt führt er von Rottenburg am Neckar nach Niederstetten.
Ansässige Unternehmen Die im nahen Künzelsau ansässige Würth-Gruppe ist auch für Krautheim von hoher Bedeutung. In Krautheim selbst sind die Firmen Wöhrle (Metallwarenfabrik), Dometic Seitz (Zulieferer für Wohnwagen- und Wohnmobilhersteller) und Rüdinger Spedition (Logistik) sowie die Einrichtungen des Bundesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter die größten Arbeitgeber.
Sport Im Stadtteil Krautheim gibt es unter anderem einen Fußball- (TSV Krautheim), einen Tennis- (TSC Krautheim) und einen Volleyballverein (ASC Krautheim). Im Stadtteil Gommersdorf ist der Fußballverein VfR Gommersdorf (Verbandsliga Nordbaden) ansässig.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Kulturdenkmale
Museen mini|Burg Krautheim
Johanniter-Museum Einen Einblick in die Geschichte des Johanniterordens bietet das auf dem Burgberg direkt neben dem Rathaus der Stadt gelegene Johanniter-Museum.
Burgmuseum