+ Endstand nach der 21. Etappe 20px|Goldenes Trikot Alejandro Valverde GCE 87:22:37 h 2. Samuel Sánchez EUS + 0:55 min 3. Cadel Evans SIL + 1:32 min 4. Ivan Basso LIQ + 2:12 min 5. Ezequiel Mosquera XAC + 4:27 min 6. Robert Gesink RAB + 6:40 min 7. Joaquim Rodríguez GCE + 9:08 min 8. Paolo Tiralongo LAM + 9:11 min 9. Philip Deignan CTT + 11:08 min 10. Juan José Cobo FUJ + 11:27 min 20px|Grünes Trikot André Greipel THR 150 P. 2. Alejandro Valverde GCE 111 P. 3. Daniele Bennati LIQ 101 P. 20px|Bergtrikot David Moncoutié COF 186 P. 2. David de la Fuente FUJ 99 P. 3. Julián Sánchez MCO 73 P. 20px|Weißes Trikot Alejandro Valverde GCE 7 P. 2. Samuel Sánchez EUS 17 P. 3. Ezequiel Mosquera XAC 17 P. Teamwertung Xacobeo Galicia XAC 261:57:19 h 2. Caisse d’Epargne GCE + 23:43 min 3. Team Astana AST + 31:39 min 20px|Rote Rückennummer Serafín Martínez XAC
Die 64. Vuelta a España fand vom 29. August 2009 bis 20. September 2009 statt und war insgesamt 3263,7 Kilometer lang. Sie wurde vom spanischen Radprofi Alejandro Valverde gewonnen.
Das dreiwöchige Rad-Etappenrennen bestand aus 21 Etappen und wurde in den Niederlanden gestartet. Dies war nach 1997 der zweite Auslandsstart der Vuelta. Der Prolog wurde auf der Motorrad-Rennstrecke von Assen gefahren. In der dritten Etappe führte die Rundfahrt in der Nähe von Nijmegen über 26,5 Kilometer durch Deutschland. Die vierte Etappe führte nach Belgien und von dort ging es per Transfer am ersten Ruhetag nach Spanien. Die Rundfahrt beinhaltete u. a. zwei Zeitfahren und acht Bergetappen.
Ausgangslage Teams Von den 29 Radsportteams, die sich um eine Teilnahme am Rennen beworben hatten, wurden schließlich 21 eingeladen. Dabei fehlten von den UCI ProTeams nur Katjuscha und Fuji-Servetto. Das spanische Team Fuji erstritt sich aber vor dem Internationalen Sportgerichtshof das Teilnahmerecht und wurde nachträglich zugelassen.
Somit nahmen an der Vuelta 2009 folgende 17 ProTeams teil:
ag2r La Mondiale Bbox Bouygues Télécom Caisse d’Epargne Équipe Cofidis Euskaltel-Euskadi Française des Jeux Fuji-Servetto Garmin-Slipstream Lampre-N.G.C. Liquigas Quick Step Rabobank Silence-Lotto Team Astana Team Columbia-HTC Team Milram Team Saxo Bank
und folgende 5 Professional Continental Teams:
Andalucía-Cajasur Cervélo TestTeam Contentpolis-AMPO Vacansoleil Xacobeo Galicia
teil.
Favoriten Von den ersten Drei der letztjährigen Vuelta – Alberto Contador, Levi Leipheimer und Carlos Sastre – ist dieses Jahr, nachdem sie alle drei die Tour de France bestritten haben, kein einziger am Start. Dennoch ist das Starterfeld sehr gut besetzt. Am meisten Aufsehen verursachte sicher die Comebackankündigung des Dopingsünders Alexander Winokurow, der seine erste Grand Tour seit der Tour de France 2007 bestreitet. Ein weiterer des Dopings überführter Fahrer unter den Favoriten ist Ivan Basso, der in diesem Jahr bereits den Giro d’Italia bestritten hat. Seine erste Grand Tour dieses Jahres nimmt Alejandro Valverde in Angriff, da er in Italien gesperrt ist und auch die Tour de France 2009 durch Italien führte. Weitere Favoriten sind der Dritte der Vuelta 2007 Samuel Sánchez, der Vierte der Vuelta 2007 und Zweite der Tour de France 2008 Cadel Evans, der Fünfte der Vuelta 2007 und Vierte der Vuelta 2008 Ezequiel Mosquera sowie der Zweite des Giro 2007 und der Tour de France 2009 Andy Schleck. Außenseiterchancen könnten unter anderem Damiano Cunego, Roman Kreuziger, Igor Antón oder Robert Gesink haben.
+ Platzierungen der Favoriten bei den letzten drei Grand Tours Fahrer Team Vuelta 08 Giro 09 Tour 09 A. Schleck SAX DNS DNS 2. Mosquera XAC 4. DNS DNS Basso LIQ DNS 5. DNS Valverde GCE 5. DNS DNS Gesink RAB 7. DNS DNF Kreuziger LIQ DNS DNS 9. Cunego LAM DNF 19. DNS Evans SIL DNS DNS 30. Antón EUS DNF DNS 66. Sánchez EUS DNS DNS DNS Winokurow AST DNS DNS DNS
Rennverlauf Fabian Cancellara gewann wie schon bei der diesjährigen Tour de France die erste Etappe und war erster Träger des goldenen Trikots. Da die darauffolgenden zwei Etappen beide im Massensprint entschieden wurden, konnte der Schweizer sein Trikot verteidigen.
Während der vierten Etappe gab es wegen Regens immer wieder kleine Stürze und kurz vor Ende der Etappe kam es dann zu einem Massensturz an der Spitze des Feldes, bei dem sich zwei Fahrer (Kišerlovski, Horner) Knochenbrüche zuzogen und infolgedessen die Tour beenden mussten. Bereits früher auf dieser Etappe war der Däne Jakob Fuglsang mit einem am Straßenrand geparkten Tankwagen kollidiert und hatte sich schwere Verletzungen am linken Schienbein zugezogen, die später genäht werden mussten, er konnte das Rennen jedoch fortsetzen. Von dem Massensturz konnten sieben Fahrer – allesamt Mitglieder der Teams Columbia und Quick Step – profitieren, von denen letztlich der Deutsche André Greipel den Sprint für sich entschied. Da der Sturz aber kurz nach der 3 km-Grenze passiert war, wurden die Gestürzten mit der Zeit des Etappensiegers gewertet und so behielt der ebenfalls in den Sturz verwickelte Cancellara die Gesamtführung auch am ersten Ruhetag.
Auch die erste Etappe auf spanischem Boden war wieder eine Sache für die Sprinter. Trotz stärkerer Konkurrenz als auf der vorangegangenen Etappe blieb André Greipel siegreich und übernahm damit dank der 20 Sekunden Zeitbonifikation, die er für den Etappensieg erhielt, die Gesamtführung von Cancellara.
Nach einer weiteren Sprintentscheidung auf der 6. Etappe behielt Greipel die Führung, bevor mit der 7. Etappe das zweite Einzelzeitfahren dieser Tour folgte. Dieses dominierte der Schweizer Fabian Cancellara mit über einer halben Minute Vorsprung auf den Zweitplatzierten David Millar und feierte damit seinen zweiten Etappensieg nach der 1. Etappe. Außerdem holte er sich mit diesem Sieg die Führung in der Gesamtwertung von Greipel, der über zwei Minuten verlor, zurück und führte dort nun mit über fünfzig Sekunden Vorsprung vor Tom Boonen und David Herrero.
Die 8. Etappe war die erste richtige Bergetappe, somit war es unwahrscheinlich, dass der Zeitfahrspezialist Cancellara das goldene Trikot verteidigen würde und auch sonst wurden größere Veränderungen im Gesamtklassement erwartet. Schon bald bildete sich eine Ausreißergruppe, der auch der letztjährige Gewinner der Bergwertung der Vuelta, David Moncoutié, angehörte. Diese Gruppe hatte zeitweise einen Vorsprung von über zwölf Minuten und wenige Kilometer vor dem Ziel sah Moncoutie, der nach und nach alle seine Mitstreiter hinter sich gelassen hatte, auch schon wie der sichere Sieger aus, ehe er überraschend noch von Damiano Cunego überholt wurde. Dieser hatte sich aus einer Verfolgergruppe mit Alejandro Valverde, Cadel Evans und Ivan Basso abgesetzt und gewann die Etappe schließlich deutlich vor Moncoutie. Das goldene Trikot des Gesamtführenden übernahm der Australier Evans zwei Sekunden vor Valverde und acht Sekunden vor Samuel Sánchez. Ein Mitfavorit auf den Gesamtsieg, Andy Schleck, musste während dieser Etappe wegen seit dem Vortag andauernden Magenkrämpfen das Rennen vorzeitig beenden.
Auf der 9. Etappe gab es den ersten spanischen Etappensieg dieser Vuelta durch Gustavo César Veloso. Er war bei der Bergankunft der Stärkste aus einer Ausreißergruppe und brachte 40 Sekunden Vorsprung auf die Favoriten ins Ziel. Hinter Marco Marzano sicherte sich Valverde den dritten Platz, indem er kurz vor dem Ziel seinen Landsmann David de la Fuente überholte und so mithilfe der 8 Sekunden Zeitbonifikation die Gesamtführung von Cadel Evans übernahm, der nur eine Sekunde nach ihm ins Ziel gekommen war.
Auch die 10. Etappe wurde von einer Ausreißergruppe entschieden. Von den 19 Fahrern blieben am Ende vier übrig, dieser Gruppe gehörte unter anderem der Mitfavorit Alexander Winokurow an, der jedoch zu diesem Zeitpunkt bereits 18 Minuten Rückstand im Gesamtklassement hatte. Im Sprint setzte sich dann der Australier Simon Gerrans durch, der damit in die erlesene Gruppe jener Fahrer aufstieg, die auf jeder der drei Grand Tours eine Etappe gewinnen konnten. An der Spitze der Gesamtwertung gab es nach dieser Etappe keine Veränderungen.
Auf der 11. Etappe wurde die Ausreißergruppe schon früh eingeholt, auch der anschließende Ausreißversuch von Rémy Di Gregorio war nicht erfolgreich und so wurde die Etappe im Massensprint entschieden. Diesen gewann der US-Amerikaner Tyler Farrar, der damit seinen ersten Etappensieg auf einer Grand Tour feierte, bevor er am nächsten Tag die Vuelta freiwillig verließ. In der Gesamtwertung gab es wieder keine Veränderungen.
Etappe 12 war die erste von drei schweren Bergetappen nach dem zweiten Ruhetag. Hier gewann Ryder Hesjedal aus einer Ausreißergruppe als erster Kanadier überhaupt eine Etappe der Vuelta und sorgte für den zweiten Sieg seines Teams Garmin in Folge. Auch Alexander Winokourow war wie während der 10. Etappe in der Ausreißergruppe, kam aber nicht ins Ziel und musste so sein Comeback vorzeitig beenden. Von den Favoriten machte Robert Gesink den stärksten Eindruck, er brachte wichtige 10 Sekunden Vorsprung auf Valverde ins Ziel und erhielt weitere 8 Sekunden Zeitbonifikation als Etappendritter und festigte somit auch seinen dritten Gesamtrang.
Die 13. Etappe war dominiert von der Soloflucht des Franzosen David Moncoutié, der neben dem Etappensieg auch wichtige Punkte für die Bergwertung sammelte, wodurch er in dieser Wertung nun fast uneinholbar in Führung lag. Valverde erhielt als Etappendritter wieder wichtige Sekunden Zeitbonifikation, von den Favoriten konnte nur Ezequiel Mosquera als Zweiter Zeit auf ihn gutmachen. Der Verlierer des Tages war Cadel Evans, der im Finish einen technischen Defekt hatte, lange auf sein Begleitfahrzeug warten musste und den so entstandenen Rückstand von über einer Minute auf Valverde und Basso nicht mehr aufholen konnte. Somit fiel er in der Gesamtwertung von einem für ihn als guten Zeitfahrer aussichtsreichen 2. Platz auf den 5. Rang zurück. Ein weiterer Verlierer war Tom Danielson, der auf dieser Etappe fast 7 Minuten verlor und somit seine Chancen auf den Gesamtsieg begraben musste. Die 13. Etappe hatte außerdem noch ein Nachspiel für einige FahrerStrafen auf der 13. Etappe.. Evans erhielt 10 Sekunden Zeitstrafe, weil er sich nach Meinung der Kommissäre bei seiner Aufholjagd zu sehr von seinem Begleitfahrzeug helfen hatte lassen. Mosquera und einige weitere Fahrer erhielten 20 Sekunden Zeitstrafe, weil sie sich unerlaubterweise aus dem Teamfahrzeug verpflegen hatten lassen, obwohl dies auf den letzten 20 Kilometern einer Etappe verboten ist. Am schlimmsten traf es aber wohl die Sprinter, diese kamen in einer über 50 Mann starken Gruppe mit über 39 Minuten Rückstand ins Ziel, was über der Karenzzeit für diese Etappe gewesen wäre. Um zu verhindern, dass all diese Fahrer ausscheiden, erhöhte man die Karenzzeit, als Strafe erhielten jedoch alle diese Fahrer 25 Punkte Abzug in der Punktewertung. Dies schadete insbesondere dem in dieser Wertung Führenden André Greipel, da dadurch sein Vorsprung auf Valverde auf 6 Punkte zusammenschmolz. Allerdings verlor er auch einige seiner stärksten Konkurrenten, da unter anderem Tom Boonen und Óscar Freire die Etappe nicht beenden konnten.
Auf der 14. Etappe feierte Damiano Cunego überlegen seinen zweiten Etappensieg während dieser Vuelta, nachdem er schon die erste Bergetappe der Tour gewonnen hatte. Dabei profitierte er davon, dass er auf der 13. Etappe fast eine halbe Stunde verloren hatte und somit für die Favoriten keine Gefahr mehr darstellte. Bei letzteren sah es einige Kilometer vor dem Ziel so aus, als könnte Valverde abgehängt werden, doch dann trat er noch einmal an und überholte Gesink, Evans und Basso wieder. Er verlor schließlich nur einige Sekunden an Sánchez und Mosquera, festigte aber seine Gesamtführung. Mit dem 5. Etappenrang übernahm er jetzt außerdem auch die Führung in der Punktewertung von Greipel.