290px|Agrati Capri 70cc, 1959Agrati Capri 70 1959Agrati Capri 50 1963290px|Garelli Capri290px|Garelli CapriAgrati Garelli Capri 50 Brianza 1967290px|Garelli Capri 1968-03Agrati Garelli Capri 50 Brianza 1968Produktionszeit: Capri 50 (Sachs): 1961 bis 1965 Capri 50 S (Sachs): 1961 bis 1962 Capri 50 (Garelli): 1962 bis 1974 Capri 50 S (Garelli): 1962 bis 1974 Capri 60: 19?? bis 19?? Capri 70: 1958 bis 1963 Capri 80: 1960 bis 19?? Capri 98/100: 1961 bis 19?? Capri Super 125: 1963 bis 1973 Capri Super Sport 150: 1965 bis 19??Hersteller:Agrati (bis 1962) Garelli (ab 1962)Klasse:Kleinroller, MotorrollerMotoren: Capri 50 (Sachs): 47 cm³, 2,0-3,8 PS Capri 50 S (Sachs): 47 cm³, 4,3 PS Capri 50 (Garelli): 49 cm³, 1,9-2,56 PS Capri 50 S (Garelli): 49 cm³, 4,3-4,5 PS Capri 60: 59 cm³, 3,3 PS Capri 70: 70 cm³, 3,9 PS Capri 80: 78 cm³, 4,7 PS Capri 98(100): 94 cm³, 5,2- 6,0 PS Capri Super 125: 123 cm³, 6,5 PS Capri Super Sport 150: 153 cm³, 7,5 PSLänge, Breite, Höhe (mm):(Ab 1965) 1750, 630, 980Gewicht (kg): Capri 50 (Sachs): 68-73 kg Capri 50 S (Sachs): 68 kg Capri 50 (Garelli): 78-79 kg Capri 50 S (Garelli): 69-79 kg Capri 60: 76 kg Capri 70: 70 kg Capri 80: 75 kg Capri 98/100: 80-88 kg Capri Super 125: 90 kg Capri Super Sport 150: 90 kg Der Capri Roller ist ein Motorroller, der von der Firma Agrati, die später von Garelli übernommen wurde, in Monticello bei Como von 1958 bis 1978 gebaut wurde.

Beschreibung Der Agrati Capri Roller debütierte 1958 als Agrati Capri 70. Das Design erinnert in einigen Details an die zeitgenössischen Roller von Piaggio (Vespa) und Innocenti (Lambretta). Die serienmäßige zweifarbige Lackierung war in verschiedenen Farbkombinationen lieferbar. Die Farbkombination gab in den ersten Jahren Auskunft über die Motorleistung.

Ab 1965 erschien ein überarbeitetes Capri-Modell, später mit den Namenszusatz „Brianza“. Die rundliche Form des Vorgängers wurde mit einem eckigeren Fließheck und eckigem vorderen Kotflügel optisch gestreckt und ließen den Roller bei nahezu unverändertem Radstand größer erscheinen. Beide Karosserievarianten wurden, zumindest in Österreich, eine Zeit lang parallel gebaut.

Im Vergleich zu zeitgenössischen Rollern war der Capri recht leicht und gut motorisiert, seine Fahrleistungen fanden immer wieder lobende Erwähnung bei den Zeitschriften-Testern der deutschen und internationalen Presse.

Modellbezeichnungen Die Modell/Typenbezeichnung war bei Agrati recht einfach gehalten. Sie setzte sich aus dem Modellnamen und dem Hubraum zusammen, also z. B. Capri 70. Die Fahrgestellnummer wurde vor den Ziffern um ein Buchstabenpaar ergänzt, das sich am verbauten Motortyp und dessen Version orientierte.

Im Zuge der optischen Überarbeitung der Karosserie taucht auch eine erweiterte Typenbezeichnung auf, die zwischen dem Capri und der Hubraumkennung den Zusatz „Brianza“ setzte. In fast allen Werbungen und Prospekten taucht dieser allerdings nicht auf. Der Zusatz „Brianza“ wird ebenfalls bei einigen anderen Agrati-Garelli-Produkten verwendet.

Motoren Es wurden 1-Zylinder-Zweitaktmotoren der Hersteller Sachs, Garelli und Minarelli verbaut. Die Hubräume variierten von 50 bis 150 cm³. Diese wurden über einen Kickstarter angelassen. In einigen Ländern, z. B. Österreich, wurden auf Grund der lokalen Gesetzeslage zeitweise die Capri 50 auch über Pedale gestartet. Je nach Hersteller und Ausführung verfügten die Motoren über ein 3- bzw. 4-Gang-Getriebe.

Die Motoren von 50 cm³ bis 100 cm³ waren starr mit dem Rahmen verbunden und gaben die Kraft mit einem Kettenantrieb an das Hinterrad weiter. Die späten Motoren mit 100 cm³, 125 cm³ und 150 cm³ waren Triebsatzschwingen und beweglich mit dem Rahmen verbunden.

Konstruktion Die Basis bildet ein Zentralrohrrahmen mit vergleichsweise leichter aufgeschraubter Stahlblech-Karosserie. Da Agrati bis auf die Baugruppen Motor und Elektrik möglichst viel in eigener Produktion fertigte, bemühten sich die Konstrukteure während der gesamten Bauzeit, die verschiedenen Modelle mit möglichst vielen Gleichteilen zu realisieren. So gab es nur ein Grundmodell des Rollers, das bei nahezu gleicher Karosserie mit den verschiedenen Rahmen/Motorkombinationen bestückt wurde.

Die untereinander austauschbaren Räder in der Dimension 3,00 - Zoll, wurden vorne durch eine gezogene Kurzschwinge geführt, die bei den frühen Capri-70-Modellen mit einer ungedämpften Stahlfeder, später einheitlich mit einer Gummifederung kombiniert war. Das Hinterrad wurde bei den fest installierten Motoren von zwei ölgedämpften Stahlfedern mit einer Langschwinge geführt. Bei den Modellen mit Triebsatzschwingen federte ein einzelnes Federbein den Motor zum Rahmen hin ab.

Gebremst wurde mit leichten Bremstrommeln aus Aluminium.

Zulieferer Die elektrische Ausstattung sowie die Tachoeinheit der Roller kamen von der italienischen Firma CEV. Einige Motoren waren mit Dansi-Zündungen ausgestattet. Weiterhin kamen in einigen Modellen Auspuffanlagen der italienischen Firma Lafranconi zum Einsatz.

Capri-Modelle

Capri 50 (Sachs) ab 1961 bis 1962 Sachs-Motor, Motorkürzel 50/3 LKH 47 cm³, 3,8 PS bei 5500/min., 3-Gang-Schaltung, 40 km/h, Leergewicht 68 kg lieferbar in: Deutschland

Capri 50 (Sachs) ab 1961 bis 1962 Sachs-Motor, Motorkürzel 50/3 LKH 47 cm³, 3,8 PS bei 5500/min., 3-Gang-Schaltung, 40 km/h, Leergewicht 73 kg (Mit 12-Zoll-Bereifung und Wechselstromschnarre) lieferbar in: Deutschland

Capri 50 (Sachs) I ab 1962 bis 1965 Sachs-Motor 47 cm³, 2,6 PS bei 5000/min., 3-Gang-Schaltung, 40 km/h, Leergewicht 73 kg (Mit 12-Zoll-Bereifung) lieferbar in: Deutschland

Capri 50 (Sachs) II ab 1962 bis 1965 Sachs-Motor, Motorkürzel 50/3 MIK 47 cm³, 2,0 PS bei 5250/min., 3-Gang-Schaltung, 40 km/h, Leergewicht 68 kg lieferbar in: Deutschland

Capri 50 S (Sachs) ab 1961 bis 1962 Sachs-Motor, Motorkürzel 50/3 LKA 47 cm³, 4,3 PS, 3-Gang-Schaltung, 70 km/h, Leergewicht 68 kg lieferbar in: Deutschland

Der Capri mit Sachs-Triebwerk wurde extra für den deutschen Markt entwickelt und produziert.

Capri 50 (Garelli) ab 1962 Garelli-Motor, Motorkürzel 353 ERKY 49 cm³, 2 DIN-PS, 3-Gang-Schaltung, 40 km/h, Leergewicht 79 kg lieferbar in: Italien, Deutschland

Capri 50 (Garelli) ab 1962 bis 1965 Garelli-Motor, Motorkürzel 353 ERK 48 cm³, 1,9 PS bei 5000/min., 3-Gang-Schaltung, 40 km/h, Leergewicht 78 kg lieferbar in: Italien, Deutschland

Capri 50 S (Garelli) ab 1962 Garelli-Motor, Motorkürzel 354 EZKY 49 cm³, 4,4 DIN-PS, 4-Gang-Schaltung, 75 km/h, Leergewicht 79 kg lieferbar in: Italien, Deutschland

Dieser Roller gehört zur Gruppe der Fahrzeuge der ehemaligen Klasse 4 (später 1B, heute A1). Er ist TÜV- und anmeldepflichtig, ein Versicherungskennzeichen reicht nicht aus.

Capri 50 (Österreich) Garelli-Motor, Motorkürzel 354 ERPY 49 cm³, 2,56 PS, 4-Gang-Schaltung, 40 km/h, Leergewicht 69 kg lieferbar in: Österreich

Anfangs wurde für Österreich der Capri mit Pedalstart ausgeliefert. Dies hatte etwas mit der damaligen Gesetzeslage zu tun, die eine solche Startvorrichtung bei Mopeds vorschrieb. Später wurde dieses Gesetz fallen gelassen und der Capri wurde daraufhin auch hier mit Kickstarter ausgeliefert.

Es waren unter anderem folgende Modellvarianten erhältlich, die sich im Wesentlichen durch ihr mitgeliefertes Zubehör unterschieden: Model Superluxus III. Kickstarter, Lackierung Silber-Metallic / Blau Model Superluxus II, Kickstarter, Lackierung Arabischweiß Model Superluxus, Pedalstarter, Lackierung zweifarbig

Capri 60 Garelli-Motor 3,3 PS, 3-Gang-Schaltung, 45 mph, 76 kg, lieferbar in: USA

Capri 70 ab 1958 Garelli-Motor 70 cm³, 3,3 B.P.H., 3-Gang-Schaltung, 42 mph Vertrieb in: ab 1958 Italien, ab Dezember 1959 UK

Dieses Modell war mit Einzelsitz (Model S) und Einzelsitz mit Sattelkissen (Model P) lieferbar. Bei seiner Premiere fuhr der Roller noch auf 12-Zoll-Speichenrädern. Im Verlauf der Produktion wurden diese durch Pressstahlfelgen und Gummifederung der Schwestermodelle ersetzt.

Capri 80 ab 1960 Minarelli-Motor 77,93 cm³, 4 B.P.H. bei 4.000/min. lieferbar in: UK, Italien

Dieses Modell wurde im Mai 1960 in der englischen Zeitschrift Motor Cycle angekündigt. Auf ganzseitigen Anzeige wurde der Capri in drei Modellvarianten, Model S (single seat), Model P (pillion seat), Model D (dual seat) beschrieben und ist mit reichhaltigem Chromanbauteilen abgebildet. Eine ähnlich aufgemachte Anzeige ist aus einer italienischen Zeitschrift bekannt. Der Motor wurde von Franco Morini von der italienischen Firma Minarelli entwickelt, die das Triebwerk später auch für Agrati produzierte.

Capri 98 (in Deutschland auch Capri 100) ab 1961 Garelli-Motor 94,25 cm³, 5,2 PS bei 6.500/min., 4-Gang-Schaltung, 75 km/h, 80 kg

Die Bezeichnung variiert je nach Vertriebsmarkt. Es sind auch Verkaufsanzeigen in den USA bekannt. lieferbar in: UK, Italien, Deutschland, USA

Super Capri 125 ab 1963/1964 Garelli-Motor, Motorkürzel 354 KR 123 cm³, 6,5 PS bei 5750/min., 4-Gang-Schaltung, 58 mph, 90 kg lieferbar in: Italien, UK

Der Motor basierte auf einer gekapselten Triebsatzschwinge und war eigens für den Capri entwickelt worden. Er wurde mit kleineren Änderungen später in die Capri-Brianza-Modelle übernommen und dort mit Zylindern mit 100, 125 und 150 cm³ verbaut.

Capri-Brianza-Modelle

Capri 50 S ab 1962 Garelli-Motor, Motorkürzel 354 RZKY 48 cm³, 4,5 DIN-PS, 3-Gang-Schaltung, 70 km/h, Leergewicht 80 kg (Mit 12-Zoll-Bereifung und Wechselstromschnarre) lieferbar in: Deutschland

Capri 50 S Garelli-Motor, Motorkürzel 354 EZKY 49 cm³, 4,3 PS bei 6500/min., 4-Gang-Schaltung, 70 km/h, Leergewicht 80 kg

Capri 50 Garelli-Motor, Motorkürzel 354 ERKY 48 cm³, 1,9 PS bei 4500/min., 3-Gang-Schaltung, 40 km/h, Leergewicht 80 kg, zul. Gesamtgewicht 230 kg, Höchstgeschwindigkeit 40 km/h, Standgeräusch 72 dB, Fahrgeräusch 73 dB. Vergaser Dell’Orto Typ SHA 14/12, Düse 52 Übersetzung 11/33 Beide lieferbar in: Deutschland

Beide Modelle wurde in Deutschland auch unter der Bezeichnung Superluxus vertrieben. Beim 50S war eine Blinkanlage mit Hella Blinkern montiert.

Capri 100 ab 1966 (UK-Premiere: Brighton Show November 1965) Garelli-Motor, Motorkürzel 354 KR 100 cm³, 6 PS, 4-Gang-Schaltung, 55 mph, 88 kg Erhältlich in UK, Italien

Capri Super 125 Garelli-Motor, Motorkürzel 354 KR 123 cm³, 6,5 PS bei 5.750/min., 4-Gang-Schaltung, 58 mph, 90 kg Erhältlich in: UK, Deutschland, Italien

Capri Super Sport 150 ab 1965/1966 Garelli-Motor, Motorkürzel 354 KR 153 cm³, 7,5 PS bei 5.750/min., 4-Gang-Schaltung, 90 km/h, 90 kg Erhältlich in: UK, Italien

Händlernetz Werks-Filialen und General-Importeure (laut Prospekt der Firma Helmig; Stand 1968)

Deutschland ca. 1.000 Vertragshändler

Österreich: Wien Belgien: Lüttich Zypern: Nicosia Dänemark: Kopenhagen Frankreich: Paris Finnland: Helsinki Griechenland; Athen und Il Pireo England: Nottingham Irland: Dublin Malta: Valetta Niederlande: Amsterdam und Rotterdam Portugal: Porto und Lissabon Spanien: Barcelona Schweden: Vaberg und Stockholm Schweiz: Zürich und Murten Türkei: Istanbul Jugoslawien: Zagreb und Ljubljana Afrika: in 22 Ländern Amerika: in 13 Ländern Asien: in 19 Ländern Ozeanien: in 2 Ländern

Vertriebspartner Der Capri-Roller wurde ab 1961 in Deutschland von der Firma Helmig in Köln vertrieben. Diese gründete später die Capri Agrati Verkaufs GmbH. Ab 1968 übernahm die Firma Neckermann exklusiv den Vertrieb, Finanzierung und Service in Deutschland. Für England war die Firma Agrati Sales (U.K.) LTD mit Sitz in der St. Marks Street in Nottingham zuständig. Generalvertrieb in Österreich war die Firma Hinterberger & Co.

Lizenzbauten ASE-Capri-Roller Die finnische Firma ASE baute viele Modelle des Capri-Rollers in Lizenz und vertrieb diese im heimischen Markt.

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