Kein Mord, kein Totschlag ist ein deutscher Dokumentarfilm von Uwe Schrader aus dem Jahr 1985. Der Film wurde in Berlin-Wedding gedreht, meist nachts, auf höchstempfindlichen Filmmaterial und aus der Hand. Er verzichtet bewusst auf Kommentar und Interview und enthält keine Wertungen, die Kamera fungiert lediglich als Beobachter.

Handlung Nachts, zwei Streifenwagen vor einer hell erleuchteten Bar. Ein Mann wird verhaftet und ins Gefängnis gebracht. Wenige Straßen weiter, eine junge Frau hat sich in der Wohnung ihres Freundes aus Liebeskummer die Pulsadern aufgeschnitten. Dinge, wie sie tagtäglich überall passieren, und von denen doch normalerweise niemand Notiz nimmt.

Hintergrund Wie Schrader 1985 der Fachzeitschrift Film & TV Kameramann verrät, habe er bewusst auf Kommentar und die üblichen Interviews verzichtet, alles sollte sich aus den Szenen selbst erklären. Außerdem versuchte der Regisseur einen Dokumentarfilm quasi spielfilmhaft zu drehen, also eine spielfilmartige Auflösung zu erreichen, ohne jedoch in den Ablauf einzugreifen. Schrader im Interview: „Bei einem solchen Film muss man sich extrem auf die Leute einstellen. Diese Art von Dreh soll ja für sie auch eher etwas Beiläufiges haben. Ich will ja nicht manipulierend in das Geschehen eingreifen, sondern vor allem eine Atmosphäre herstellen, in der die Menschen sich so verhalten, wie sie es normalerweise auch tun würden. Mein vorrangiges Interesse war schon immer, den Szenen ihr ‚Leben‘ zu erhalten. Dem muss sich auch die Technik unterordnen.“

Kritiken

Auszeichnungen Internationale Hofer Filmtage 1985 International Film Festival Rotterdam 1986 Internationales Film Festival Haifa 1987

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Kategorie:Filmtitel 1985 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Dokumentarfilm