mini|Ein Helm von Pérez aus dem Jahr 2015 im Museo Fernando Alonso mini|klasse=skin-invert-image|Signatur von Sergio Pérez

Sergio Michel „Checo“ Pérez Mendoza, kurz Sergio Pérez (Aussprache: ; * 26. Januar 1990 in Guadalajara, Jalisco), ist ein mexikanischer Automobilrennfahrer, der 2026 für Cadillac an der Formel-1-Weltmeisterschaft teilnimmt.

Von 2009 bis 2010 startete er in der GP2-Serie und wurde dort 2010 Vizemeister. Im Jahr 2011 debütierte er für Sauber in der Formel 1 und gehörte nach einem Interimsjahr bei McLaren Racing von 2014 bis 2020 zum Fahrerkader von Force India bzw. dem Nachfolgerennstall Racing Point. Zwischen 2021 und 2024 fuhr er als Teamkollege von Max Verstappen bei Red Bull Racing und wurde 2023 Vizeweltmeister. Nach einem Jahr Auszeit kehrte er zur Saison 2026 für den Neueinsteiger Cadillac in die Formel 1 zurück und bildet dort eine Fahrerpaarung mit Valtteri Bottas.

Pérez ist mit sechs Siegen, drei Pole-Positions und zahlreichen Podestplätzen der erfolgreichste mexikanische Formel-1-Fahrer.

Herkunft und Persönliches

Sergio Michel Pérez Mendoza, genannt „Checo“, wurde am 26. Januar 1990 in der Hauptstadt des Bundesstaates Jalisco, Guadalajara, im Nordwesten Mexikos geboren. Sein Vater war ebenfalls als Automobilrennfahrer aktiv und verantwortlich für die Laufbahn des Rennsportlers Adrián Fernández. Auch sein um fast vier Jahre älterer Bruder Antonio Pérez trat als Rennfahrer unter anderem in verschiedenen Serien der NASCAR an. Die Familie ist römisch-katholischen Glaubens.

Im Alter von sechs Jahren begleitete Sergio Pérez seinen Vater und seinen Bruder erstmals zu einer Kartbahn. Später sagte er einmal, dass er sich möglicherweise als Fußballspieler versucht hätte, wäre er nicht Rennfahrer geworden. Auch eine Laufbahn als Anwalt hätte er sich vorstellen können. Pérez ist Anhänger des mexikanischen Fußballvereins Club América, und gibt neben dem Fußball auch den Kartsport, das Golfspiel und Yoga als Hobbys an. Während seines zweijährigen Engagements in der Formel BMW lebte der damals zunächst 15-jährige Pérez für einige Zeit in der bayerischen Stadt Vilsbiburg und später in Berlin.

Pérez ist mit Carola Martinez verheiratet und hat mit ihr vier Kinder: zwei Söhne und zwei Töchter.

Nachwuchsrennsport

Anfänge im Motorsport (2004–2008)

Pérez nahm 2004 an der Skip Barber National Championship teil.

In der Saison 2005 trat er für 4speed Media in der deutschen Formel BMW an. Bereits am ersten Rennwochenende, das im Rahmenprogramm der DTM auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg stattfand, gelang ihm mit einem zweiten Platz die erste Podiumsplatzierung. Im weiteren Saisonverlauf klassifizierte er sich fünf weitere Male in den Punkterängen und wurde mit 37 Punkten 14. der Gesamtwertung. Auch in der Saison 2006 nahm er an der deutschen Formel BMW teil. Mit zwei dritten Plätzen und 112 Punkten wurde er für das Team ADAC Berlin-Brandenburg Sechster der Gesamtwertung.

Im Winterhalbjahr 2006/07 bestritt er für das von DAMS gestellte Team Mexiko zwei Rennen in der A1GP. Seine Teamkollegen waren Salvador Durán und Juan Pablo Garcia. Zur Saison 2007 wechselte Pérez zu T-Sport in die britische Formel-3-Meisterschaft und wurde mit 14 Siegen in 22 Rennen Meister der nationalen Klasse. In der Saison 2008 stieg er in die internationale Klasse der britischen Formel-3-Meisterschaft auf und erreichte, erneut für T-Sport antretend, zum Saisonende mit vier Siegen aus 22 Rennen den vierten Platz der Gesamtwertung.

GP2-Asia-Serie (2008–2010)

Von Oktober 2008 bis April 2009 bestritt Pérez an der Seite von Witali Petrow die GP2-Asia-Serie-Saison 2008/09 für Campos Grand Prix.

Bei der zweiten Veranstaltung der Saison auf dem Dubai Autodrome erzielte er mit dem sechsten Platz im Hauptrennen seine ersten Wertungspunkte in der GP2-Asia-Serie. Bei der dritten Veranstaltung auf dem Bahrain International Circuit erreichte er im Sprintrennen seinen ersten Sieg, was er auf dem Losail International Circuit wiederholen konnte: Nach Platz zwei im Hauptrennen gewann Pérez das Sprintrennen vor seinem Teamkollegen Petrow. Am Saisonende belegte Pérez den siebten Platz in der Gesamtwertung. Mit 26 zu 28 Punkten unterlag er Petrow teamintern knapp.

In der GP2-Asia-Serie-Saison 2009/10 nahm Pérez für Barwa Addax an zwei von vier Veranstaltungen auf dem Yas Marina Circuit und dem Bahrain International Circuit teil. In zwei von vier Rennen konnte er Punkteplatzierungen erzielen. Mit fünf Punkten wurde er 15. der Gesamtwertung.

GP2-Serie (2009–2010)

In der Saison 2009 nahm Pérez auch an der GP2-Hauptserie teil. Zusammen mit Edoardo Mortara ging er für Arden International an den Start. Auf dem Valencia Street Circuit fuhr er als Dritter im Haupt- und als Zweiter im Sprintrennen zweimal und erstmals in der GP2-Serie auf das Podest. In vier weiteren Saisonrennen erreichte er die Punkteränge und fuhr im Sprintrennen auf dem Circuit de Spa-Francorchamps die schnellste Rennrunde. Am Saisonende belegte er mit 22 Punkten den zwölften Gesamtrang. Teamintern setzte er sich mit 22 zu 19 Punkten gegen Mortara durch.

Für die GP2-Serie 2010 kehrte Pérez zum Barwa Addax, dem Nachfolgeteam von Campos Grand Prix, zurück. Sein Teamkollege war der Niederländer Giedo van der Garde. Pérez gewann in Monaco sein erstes Rennen in der GP2-Serie. Mit weiteren Siegen in Silverstone, Hockenheim, Spa-Francorchamps und auf der Yas-Insel entschied er insgesamt fünf Rennen für sich. Am Saisonende wurde er hinter Pastor Maldonado Vizemeister und war zudem der Pilot mit den zweitmeisten Siegen.

Im November 2010 absolvierte Pérez auf dem Yas Marina Circuit dann seinen ersten Formel-1-Test für Sauber Motorsport. Sein Aufstieg in die Formel 1 für das folgende Jahr als erster Mexikaner seit Héctor Rebaque stand zu diesem Zeitpunkt bereits fest.

Formel-1-Weltmeisterschaft

Sauber (2011–2012)

2011: Debütsaison mit schwerem Rennunfall

mini|Sergio Pérez im Sauber C30 beim Großen Preis von Malaysia 2011 Für die Saison 2011 erhielt Sergio Pérez einen Vertrag bei Sauber Motorsport für die Formel 1. Zudem wurde er in das Nachwuchsfahrerprogramm der Scuderia Ferrari aufgenommen. Bei Sauber folgte er Nick Heidfeld nach, sein Teamkollege war Kamui Kobayashi. In seinem ersten Rennen, dem Großen Preis von Australien, kam Pérez auf dem siebten Platz ins Ziel und hätte damit auf Anhieb seine ersten Weltmeisterschaftspunkte erzielt. Dabei war er der einzige Pilot, der eine Strategie mit nur einem Boxenstopp anwendete und 35 Runden mit einem weichen Reifensatz fuhr. Da bei der technischen Inspektion nach dem Rennen an beiden Fahrzeugen des Teams illegale Heckflügel festgestellt wurden, wurden sowohl Pérez als auch der achtplatzierte Kobayashi disqualifiziert. Nachdem er beim Großen Preis von Malaysia wegen einer Kollision mit einem Trümmerteil gar nicht und bei den darauffolgenden beiden Rennen jeweils außerhalb der Punkteränge ins Ziel gekommen war, erzielte er beim fünften Rennen, dem Großen Preis von Spanien, als Neunter seine ersten beiden Formel-1-Punkte.

Im Qualifying zum Großen Preis von Monaco verunglückte Pérez schwer. Ausgangs der Tunnelpassage Tunel verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug, drehte sich zunächst in die Leitplanke und schlug anschließend seitwärts in die Streckenbegrenzung der Nouvelle Chicane ein. Pérez blieb bei Bewusstsein und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Er zog sich eine Gehirnerschütterung sowie eine Stauchung am Oberschenkel zu. Den Start zum Grand Prix musste er absagen. Bereits am Vormittag hatte Nico Rosberg im Freien Training einen ähnlichen Unfall an derselben Stelle gehabt, war jedoch unverletzt geblieben. Beim darauffolgenden Großen Preis von Kanada klagte Pérez nach dem ersten Freien Training über Übelkeit und wurde für das restliche Rennwochenende kurzfristig durch Pedro de la Rosa ersetzt.

Nachdem er beim Großen Preis von Europa mit einem elften Platz ins Renngeschehen zurückgekehrt war, erzielte er beim Großen Preis von Großbritannien als Siebter seine beste Saisonplatzierung. Es folgten vier Rennen, in denen Pérez ohne Punkte blieb. Nach einem zehnten Platz beim Großen Preis von Singapur konnte er beim Großen Preis von Japan einige Plätze gutmachen und verbesserte sich vom 17. Startplatz auf den achten Rang im Rennen. In den letzten vier Rennen seiner ersten Formel-1-Saison konnte er mit dem zehnten Platz beim Großen Preis von Indien noch ein weiteres Punkteresultat erreichen. Am Saisonende belegte er den 16. Rang in der Fahrerwertung. Teamintern unterlag er Kobayashi mit 14 zu 30 Punkten.

2012: Erste Podestplätze

Pérez absolvierte in der Saison 2012 sein zweites Jahr in der Formel 1 für Sauber an der Seite von Kamui Kobayashi. Teamchef Peter Sauber sagte zur Weiterbeschäftigung von Pérez: „Er hat schon vom allerersten Rennen an bewiesen, dass er nicht nur schnell, sondern auch konstant fahren kann. Und er hat nach dem Unfall in Monaco auch gezeigt, dass er mit schwierigen Situationen umgehen kann. Mit Sergio hatten wir von vornherein einen Vertrag über das Jahr 2011 hinaus abgeschlossen. Das war bei einem Rookie natürlich ein gewisses Risiko, aber es hat sich eindeutig ausgezahlt.“

Beim Saisonauftakt, dem Großen Preis von Australien, erreichte er als Achter das Ziel. Wie im Vorjahr kam er dabei mit nur einem Reifenwechsel aus. Beim zweiten Rennen, dem Großen Preis von Malaysia, hatte Pérez in einem durch wechselnde Wetterbedingungen geprägten Rennen Siegchancen und kam schließlich hinter Fernando Alonso im Ferrari auf dem zweiten Platz ins Ziel. Es war seine erste Podiumsplatzierung und die erste Podiumsplatzierung eines Mexikaners in einem Grand-Prix-Rennen seit dem zweiten Platz von Pedro Rodríguez beim Großen Preis der Niederlande 1971. Pérez und Rodríguez sind die bislang einzigen Mexikaner, die Podiumsplatzierungen in Grand-Prix-Rennen erreichen konnten. Ferner war es das beste Resultat für Sauber Motorsport in Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft, das bis heute nur Pérez selbst noch einmal im weiteren Saisonverlauf einstellen konnte.

Bei den folgenden drei Rennen konnte Pérez keine Punkte gewinnen. Beim Großen Preis von Monaco fuhr er zwar erstmals die schnellste Rennrunde, blieb als Elftplatzierter aber erneut ohne Punkte. Beim nächsten Rennen, dem Großen Preis von Kanada, erzielte er mit dem dritten Platz eine weitere Podestplatzierung. Beim Großen Preis von Europa als Neunter und beim Großen Preis von Deutschland als Sechster gewann er weitere Punkte und als Zweiter beim Großen Preis von Italien seine bereits dritte Podiumsplatzierung der Saison. Beim Großen Preis von Singapur wurde er wie im Vorjahr Zehnter. In den verbliebenen sechs Rennen gewann er keine weiteren Punkte mehr. Mit 66 zu 60 Punkten setzte er sich teamintern dieses Mal gegen Kobayashi, der als Dritter beim Großen Preis von Japan ebenfalls einmal auf dem Podest gestanden hatte, durch und wurde Zehnter der Fahrerwertung.

McLaren (2013)

mini|Pérez im McLaren MP4-28 beim Großen Preis von Malaysia 2013 Für die Formel-1-Weltmeisterschaft 2013 wechselte Sergio Pérez zu McLaren Racing. Er ersetzte dort den Weltmeister von 2008, Lewis Hamilton, der seinerseits zu Mercedes gewechselt war, und wurde Teamkollege des Weltmeisters von 2009, Jenson Button.

Beim Großen Preis von Australien verpasste er zum Saisonauftakt als Elfter die Punkteränge. Eine Woche später erzielte er beim Großen Preis von Malaysia als Neunter erstmals für McLaren Punkte und fuhr zudem die schnellste Rennrunde. Nach einem weiteren punktlosen elften Platz beim Großen Preis von China wurde er beim Großen Preis von Bahrain Sechster und beim Großen Preis von Spanien Neunter. Bis einschließlich zum Großen Preis von Japan konnte er in zehn Rennen vier Mal Punktgewinne erzielen.