Rückersdorf (fränkisch Riggaschdorf;E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 161. Dort folgendermaßen transkribiert: „rigəschdorf“. früher auch Rückersdorff) ist ein Gemeindeteil des Marktes Lichtenau im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Rückersdorf liegt in der Gemarkung Fischbach.
Geografie Der Weiler liegt am Zandtbach. 0,5 km südlich liegt das Waldgebiet Fuchsloch mit dem Roßberg, 0,5 km westlich die Flur Bergäcker. Der Ort liegt an der Kreisstraße AN 14, die nach Fischbach (0,8 km südwestlich) bzw. an der Hammerschmiede vorbei zur Staatsstraße 2223 bei Schlauersbach führt (1 km nordöstlich).
Geschichte 1317 wurde der Ort im Würzburger Lehenbuch als „Ruckersdorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname „Rücker“ (= Rüdiger). Eine Person dieses Namens ist als Gründer der Siedlung anzunehmen.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 161.
Das Kloster Heilsbronn erwarb dort zwei Höfe, davon einen im Jahr 1503 durch Kauf von Martin von Eyb für 160 Gulden.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 280.
Im Salbuch des nürnbergischen Pflegamtes Lichtenau von 1515 wurden für Rückersdorf 5 Untertansfamilien angegeben, die 5 unterschiedliche Grundherren hatten (Reichsstadt Nürnberg, Kloster Heilsbronn, Pfarrei Großhaslach, Gumbertusstift und die Freiherren von Eyb). Außerdem gab es ein Gemeindehirtenhaus.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 744.
Im 16-Punkte-Bericht des Klosteramts Heilsbronn aus dem Jahr 1608 wurden für Rückersdorf 1 Bauer angegeben, der dem Klosterverwalteramt Heilsbronn unterstand. 1 Heilinggut unterstand der Pfarrei Großhaslach. Die anderen Grundherren wurden nicht aufgeführt.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 14. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 739. Im Dreißigjährigen Krieg brannte der Weiler ab.
Laut der Amtsbeschreibung des Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 zählte der Ort zur Hauptmannschaft Immeldorf. Es gab 6 Untertansfamilien, von denen 2 nürnbergisch waren.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 746.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Rückersdorf 6 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht über 1 Anwesen übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus, über den Rest das Pflegamt Lichtenau. Einen Gemeindeherrn hatte das Dorf nicht. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Stiftsamt Ansbach: 1 Dreiviertelhof, Klosterverwalteramt Heilsbronn: 1 Dreiviertelhof, 1 Gut), der Nürnberger Eigenherr von Zeltner (1 Viertelhof, 1 Gut) und das Rittergut Frohnhof der Herren von Eyb (1 Gut).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 904.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Rückersdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Sauernheim und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Sauernheim zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Rückersdorf in die neu gebildete Ruralgemeinde Fischbach umgemeindet. Diese wurde am 1. April 1971 im Zuge der Gebietsreform in den Markt Lichtenau eingegliedert.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 988.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 48 54 47 46 46 40 41 44 42 39 36HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 7 8 9 9 10 7 7 8Quelle
Religion Rückersdorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Georg (Immeldorf) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Johannes (Lichtenau) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Lichtenau (Mittelfranken) Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1317