Oberrammersdorf (fränkisch: Rammasch-dorf bzw. Ejba-rammaschdorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 150. Dort folgendermaßen transkribiert: „raməschdorf“ bzw. „eibəraməschdorf“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Lichtenau im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Oberrammersdorf liegt in der Gemarkung Ratzenwinden.

Geographie 0,5 km nordwestlich des Dorfes liegt das Waldgebiet Keferloh. Die Kreisstraße AN 1/ANs 1 führt nach Lichtenau (3,7 km nordöstlich) bzw. nach Winterschneidbach (2,4 km westlich). Die Kreisstraße AN 14 führt nach Unterrottmannsdorf (1,4 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt an Steinhof vorbei nach Ratzenwinden (1,7 km nordwestlich).

Geschichte Der Ort wurde im Jahr 1240 als „Rumolsdorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname „Rûmolt“. Eine Person dieses Namens ist als Gründer der Siedlung anzunehmen. Durch willkürliche Angleichung an den Ortsnamen des benachbarten Unterrottmannsdorf kam es 1303 zur Form „Rodmarsdorf“, ab 1504 schließlich zu „Rammerßdorff“. Erst seit 1732 ist die Form „Ober Rammersdorff“ bezeugt.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 150.

1254 verzichteten Ludwig von Wizelsdorf und Rudiger von Hengersbach auf ihr Erbrecht an Gütern zu Oberrammersdorf zugunsten des Gumbertusstiftes in Ansbach. 1403 verkauften Ritter Friedrich von Heideck und sein Sohn Johannes dem Gumbertusstift sieben Güter.G. Rusam: Geschichte der Pfarrei Sachsen und der zugehörigen Orte, S. 30.

Laut der Amtsbeschreibung des nürnbergische Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 gab es in Oberrammersdorf 8 Untertansfamilien, von denen eine zur Hauptmannschaft Sachsen gehörte.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 747.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Oberrammersdorf zwölf Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Stiftsamt Ansbach inne. Grundherren waren das Stiftsamt Ansbach (1 Hof, 7 Halbhöfe, 1 Viertelhof, 1 Gut, 1 Schmiedgut) und der Nürnberger Eigenherr von Stromer (1 Gut).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 897. Es gab zu dieser Zeit elf Untertansfamilien, von denen zehn ansbachisch waren.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 212. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1006.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Oberrammersdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Brodswinden und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Brodswinden zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Am 10. August 1836 wurde Oberrammersdorf in die neu gebildete Gemeinde Ratzenwinden umgemeindet.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 949. Diese wurde am 31. Dezember 1971 im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst: Oberrammersdorf wurde in den Markt Lichtenau eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 80 74 114 85 89 73 79 108 66 57 67 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 16 15 17 17 13 17 14 13Quelle

Religion Oberrammersdorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Alban (Sachsen bei Ansbach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Johannes (Lichtenau) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Lichtenau (Mittelfranken) Kategorie:Ersterwähnung 1240