Fischbach (fränkisch: FieschbaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 74. Dort folgendermaßen transkribiert: „fīschba“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Lichtenau im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) und eine Gemarkung.

Geografie Lage Das Dorf liegt am Zandtbach, einem rechten Zufluss der Fränkischen Rezat und dem Wöltendorfer Graben, der als rechter Zufluss in den Zandtbach mündet. Östlich des Ortes liegt das Waldgebiet Fuchsloch mit dem Roßberg, südöstlich das Höhenholz. Durch Fischbach verläuft die Kreisstraße AN 14, die nach Rückersdorf (0,7 km nordöstlich) bzw. nach Wattenbach (1,5 km westlich) führt. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Sauernheim (2,4 km südöstlich).

Gemarkung Die Gemarkung Fischbach hat eine Fläche von 3,707 km². Sie ist in 493 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7518,75 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hammerschmiede und Rückersdorf.

Geschichte Im Jahr 1096 wurde der Ort als „Uischbach“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom gleichlautenden Gewässernamen ab (heute Zandtbach genannt). Vermutlich wurde der Bach wegen seines großen Fischreichtums so genannt.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 74f.

Im Würzburger Lehenbuch, das zwischen 1303 und 1313 entstanden ist, wurden für den Ort 4 Lehen verzeichnet, über die die Herren von Heideck die Grundherrschaft und Vogtei hatten.Staatsarchiv Würzburg, Würzburger Lehenbücher 1. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 187.

Laut dem Salbuch der Deutschordenskommende Nürnberg aus dem Jahr 1343 gehörten dem Stadtvogteiamt Eschenbach in Fischbach 1 Hube.Staatsarchiv Nürnberg, Reichsstadt Nürnberg, Salbuch 134 (= Gerhard Pfeifer (Bearb.): Die ältesten Urbare der Deutschordenskommende Nürnberg, Neustadt/Aisch 1981, S. 55–78). Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 531.

Im Salbuch des nürnbergischen Pflegamtes Lichtenau von 1515 wurden für Fischbach 7 Untertansfamilien angegeben: 5 Untertanen unterstanden der Reichsstadt Nürnberg, 2 Untertanen dem Stadtvogteiamt Eschenbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 744. In der Amtsbeschreibung des Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 zählte der Ort zur Hauptmannschaft Immeldorf. Es gab 7 Untertansfamilien, von denen 5 nürnbergisch waren.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 745.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Fischbach 8 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Pflegamt Lichtenau aus. Grundherren waren die Reichsstadt Nürnberg (Pflegamt Lichtenau: 1 Gütlein; Spital- und Katharinenklosteramt: 1 Hof, 1 Leerhaus; Landesalmosenamt: 2 Höfe, 1 Halbhof) und das Stadtvogteiamt Eschenbach (2 Höfe).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 854.

1806 kam Fischbach zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Fischbach dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Sauernheim und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Sauernheim zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Fischbach, zu der Rückersdorf gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Von 1862 bis 1879 gehörte Fischbach zum Bezirksamt Heilsbronn, ab 1880 zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt) und zum Rentamt Heilsbronn (1919–1929: Finanzamt Heilsbronn, seit 1929: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Heilsbronn (1879 in Amtsgericht Heilsbronn umbenannt), seit 1956 ist das Amtsgericht Ansbach zuständig.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 988.

Nach 1900 wurde die Hammerschmiede von Schlauersbach nach Fischbach umgemeindet.Im Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern mit alphabetischem Ortsregister von 1900 (Sp. 1160) gehört die Hammerschmiede noch zur Gemeinde Schlauersbach. Im Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 (Sp. 1196) gehört der Ort zur Gemeinde Fischbach. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 3,670 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Fischbach am 1. April 1971 nach Lichtenau eingemeindet.

Bodendenkmäler Auf der Gemarkung von Fischbach gibt es zwei Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Fischbach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 100 122 134 122 118 113 112 118 125 111 117 131 124 128 127 137 129 123 112 144 130 121 105 106HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 17 19 21 20 23 22 24 21 20 Quelle Für die Gemeinde Fischbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Rückersdorf (S. 79).

Ort Fischbach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 52 68 71 66 65 84 82 80 58 61 59Häuser 10 11 11 13 13 13 12 12Quelle

Religion Fischbach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Georg (Immeldorf) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Johannes (Lichtenau) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Lichtenau (Mittelfranken) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1096 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach