Bettingen (baseldeutsch älter Bettike , jünger Bettige Bettingen BS auf ortsnamen.ch, dem Portal der schweizerischen Ortsnamenforschung.) ist eine Einwohnergemeinde und neben Riehen die einzige Landgemeinde des Schweizer Kantons Basel-Stadt.

Geschichte links|mini|Das Dorf auf einer Radierung von Emanuel Büchel aus dem Jahr 1753 Am 2. März 1513 kaufte die Stadt Basel das Dorf Betticken von den Gebrüdern Christoffel und Hanns Truchsässen von Wolhusen. Der Kaufpreis betrug 800 Gulden. Dieser Kaufakt ist letztendlich der Grund, warum Bettingen heute zur Eidgenossenschaft gehört. Bettingen bildete ein eigenes Amt, das 1627 mit dem Amt Riehen vereinigt wurde.Arlette Schnyder: Bettingen. In: Gemeinde Lexikon Riehen.

Bei der Kantonstrennung von 1833 wurde Bettingen zusammen mit den übrigen rechtsrheinischen Gemeinden Riehen und Kleinhüningen dem Kanton Basel-Stadt zugeschlagen.

Im Jahr 1840 liess sich auf St. Chrischona eine pietistisch geprägte «Pilgermission» nieder.

Im Jahr 1894 lancierte der Basler Ingenieur Wilhelm Hetzel die Idee einer Bahnlinie auf die St. Chrischona, die aber trotz 1897 erteilter Baubewilligung nicht realisiert wurde.Nils Widmer: Projekt Chrischonabahn. In: Gemeinde Lexikon Riehen.

Wappen Der rote Trinkbecher im Bettinger Wappen geht auf das Wappen der Ritter Truchsessen von Wolhusen zurück. Sie waren die letzten Lehensherren des Bischofs von Basel vor dem Verkauf des Dorfes. Wann der Farbwechsel – das luzernische Rittergeschlecht führte einen silbernen Becher auf rotem Grund im Wappen – vollzogen wurde, ist nicht bekannt.Wappenbeschreibung im Internetauftritt der Gemeindeverwaltung Bettingen, abgerufen am 20. September 2022.

Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung Jahr 1774 1815 1850 1900 1920 1941 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2008 2010 2015 2023Einwohner 193 233 279 490 505 441 553 765 1062 1161 1069 1151 1175 1165 1205 1294

Ende 2008 waren fast ein Viertel der Einwohner (24,3 %) Ausländer.

Die Religionszugehörigkeit hat sich in den letzten 30 Jahren erheblich verändert. Ende 2008 beziehungsweise 1980 verteilte sich die Religionszugehörigkeit der Bevölkerung wie folgt: Religion 2008 1980 keine Religion 39,1 % 16,2 % protestantisch 35,9 % 67,3 % römisch-katholisch 15,9 % 15,2 % andere Bekenntnisse 9,1 % 1,3 %

Gemeinde mini|links|Kirche St. Chrischona, Bettingen

Bettingens Nachbargemeinden sind das basel-städtische Riehen sowie die baden-württembergischen Orte Grenzach-Wyhlen und Inzlingen.

Die Gemeinde besteht aus zwei verschiedenen Siedlungen: Zum einen aus dem eigentlichen Dorf Bettingen, einer ehemaligen alemannischen Hofsiedlung, was an der typischen Namensendung ‚‑ingen‘ deutlich wird. Das Dorf liegt in einer Mulde zwischen den umliegenden Höhen. Anderseits gibt es die beachtliche Häusergruppe auf der Chrischonahöhe rund um die ehemalige Wallfahrtskirche. Diese Siedlung geht auf die Gründung der Pilgermission im Jahre 1840 durch Christian Friedrich Spittler zurück. Dort befindet sich seit dieser Zeit das Theologische Seminar St. Chrischona.

Bereits 1356 wurde erstmals ein Gotteshaus auf der St. Chrischona erwähnt, das an der Stelle gebaut worden sein soll, wo der Legende nach der Leichnam der heiligen Chrischona begraben ist. 1925 wurde die Siedlung um das Diakonissen-Mutterhaus und ein Pflegeheim erweitert; südlich davon befindet sich die durch die Bürgergemeinde Basel zwischen 1963 und 1965 erbaute Chrischona-Klinik.

Der markanteste Punkt von Bettingen ist der auf der St. Chrischona stehende Fernsehturm der Swisscom, der 1984 in Betrieb ging. Er ist mit 250 m das höchste frei stehende Bauwerk der Schweiz.

Durch die Buslinien 32 und 42 der Basler Verkehrs-Betriebe sind Bettingen und St. Chrischona mit dem Nahverkehrsliniennetz des Tarifverbundes Nordwestschweiz verbunden.

Politik Bei den Nationalratswahlen 2023 betrugen die Wähleranteile in Bettingen: FDP 21,4 %, SVP 18,6 %, LPS 14,7 %, SP 13,9 %, EVP 7,6 %, Mitte 6,8 %, glp 6,5 %, Grüne 6,4 %, EDU 1,4 %.

Sehenswürdigkeiten

mini|Historisches Luftbild von Werner Friedli von 1953

Persönlichkeiten Christian Friedrich Spittler (1782–1867), Gründer der Pilgermission St. Chrischona Carl Heinrich Rappard (1837–1909), Inspektor der Pilgermission St. Chrischona Dora Rappard-Gobat (1842–1923), evangelische Kirchenlieddichterin, Hausmutter der Pilgermission St. Chrischona Markus Hauser (1849–1900), Schweizer Prediger und Seelsorger Julius Ammann (1882–1962), Schweizer Lehrer und Mundartschriftsteller, Hausvater der Anstalt für schwachbegabte Taubstumme in Bettingen, Gemeindeschreiber Gustav Wenk (1884–1956), Schweizer Politiker Erich Schick (1897–1966), evangelischer Theologe und Professor für Ethik Eduard Buess (1913–2003), evangelischer Geistlicher und Hochschullehrer an der Universität Basel Klaus Bockmühl (1931–1989), evangelischer Theologe und Professor für Systematische Theologie

Literatur Peter Bollag: Grenzenlos dörflich. In: Basler Stadtbuch 2013. S. 174–177.

Sibylle Meyrat, Arlette Schnyder: Bettingen feiert – Fragen zu einem Jubiläum. In: Jahrbuch z’Rieche. 2013 (online).

Stephan Mächler: Lukrezia Seiler, Jean-Claude Wacker. Fast täglich kamen Flüchtlinge. Riehen und Bettingen – zwei Grenzdörfer 1933 bis 1948. In: Traverse. Nr. 3, 1999, S. 214–216 (Rezension).

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Bettingen

Website für die Grabsuche von Verstorbenen auf dem Friedhof Bettingen in Stadtgärtnerei Basel-Stadt

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Kanton Basel-Stadt Kategorie:Schweizer Gemeinde