mini|Dorfkirche
Oberorke ist ein kleiner Ortsteil der Gemeinde Vöhl im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg und staatlich anerkannter Luftkurort. Er liegt auf einer Erhebung im Orketal.
Geographie Mitten in einer Berglandschaft mit zwei Burgen, umgeben von weitreichenden Laub- und Nadelwäldern, liegt das erstmals 1016 urkundlich als „Orcana“ erwähnte Dorf. Durch Oberorke, mit knapp 100 Einwohnern der kleinste Ortsteil der Gemeinde Vöhl, führt der Kellerwaldsteig. Im Jahr 1739 wurde auf der Kirche, einen wesentlich älteren Unterbau aus Bruchsteinen, ein Fachwerkgeschoss errichtet.
Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung erfolgte unter dem Namen Orcana im Jahr 1016. Oberorke selbst wurde erst 1577 als Obernorcka erwähnt.
Zu Oberorke gehört der etwa 1,5 km südlich gelegene und im Jahre 1016 erstmals urkundlich erwähnte Hof Treisbach; er ist aus geschichtlichen Gründen ein Kulturdenkmal.Waldeck-Frankenberg, Vöhl, Oberorke: Hof Treisbach 1. Kulturdenkmäler in Hessen In dessen Nähe liegt die Wüstung Schmengeberg, Ort zweier gegen Ende des 16. Jahrhunderts aufgegebenen Meierhöfe.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Am 31. Dezember 1971 fusionierten im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbständigen Gemeinden Oberorke, Buchenberg, Ederbringhausen, Harbshausen, Kirchlotheim, Niederorke und Schmittlotheim freiwillig zur neuen Gemeinde Hessenstein. Am 1. Januar 1974 wurde die Gemeinde Hessenstein kraft Landesgesetz mit Ittertal (bestehend aus den ehemaligen Gemeinden Dorfitter, Herzhausen und Thalitter), Marienhagen, Obernburg und Vöhl zur neuen Großgemeinde Vöhl zusammengeschlossen. Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden von Vöhl wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Oberorke angehört(e):
vor 1577: Heiliges Römisches Reich, Gericht Viermünden ab 1577: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Frankenberg-Wolkersdorf, Gericht Viermünden ab 1585: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Herrschaft Itter 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt (Hessenkrieg)Die Zugehörigkeit der Herrschaft Itter anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und ab 1604: Heiliges Römisches Reich (bis 1806), Landgrafschaft Hessen-Kassel, Herrschaft Itter (später Amt Frankenberg) 1623–1648: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Herrschaft Itter ab 1806 Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Frankenberg 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Frankenau ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Frankenberg ab 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis FrankenbergVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 74.Trennung zwischen Justiz (Justizamt Frankenberg) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Frankenberg ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Frankenberg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg, Gemeinde Hessenstein ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Gemeinde Vöhl
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Oberorke 87 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 6 Einwohner unter 18 Jahren, 36 waren zwischen 18 und 49, 21 zwischen 50 und 84 und 24 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 36 Haushalten. Davon waren 9 Singlehaushalte, 15 Paare ohne Kinder und 12 Paare mit Kindern, sowie keine Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 9 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 21 Haushaltungen leben keine Senioren.
Einwohnerentwicklung 1585: 14 Hausgesesse 1747: 15 Haushaltungen
Historische Religionszugehörigkeit
Im Jahr 1885 gehörten alle 119 Einwohnern der evangelischen Konfession an. 1961 wurden 99 evangelische (92,5 %) und acht katholische (7,5 %) Christen gezählt.
Sehenswürdigkeiten Im Ort Evangelische Kirche, Saalbau mit Dachreiter, barocke Ausmalung, Kanzelaltar, Orgel 1769/70 erbaut von den Gebrüdern Kleine mit 7 Registern.Kirchspiel Viermünden - Kirche in OberorkeSiegfried Hillenbach, Klaus Pampus: Orgeln in oberbergischen Kirchen. 2004, S. 56 Historische Grenzsteine
In der näheren Umgebung Burg Hessenstein (heute Jugendherberge) Keseburg (Burgruine) Burg Lichtenfels (in Privatbesitz, nicht öffentlich zugänglich) Mauerreste des 1802 abgebrochenen Ritterguts Hermannsberg zwischen Oberorke und Viermünden
Weblinks
Ortsteil Oberorke. In: Webauftritt der Gemeinde Vöhl.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Waldeck-Frankenberg Kategorie:Ortsbezirk von Vöhl Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Waldeck-Frankenberg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kurort in Hessen Kategorie:Ersterwähnung 1016