mini|Eingang der HfG (Foto: 2011)
Die Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG) ist eine 1992 gegründete staatliche Kunsthochschule in Karlsruhe. Die Schwerpunkte sind Medienkunst, Kommunikationsdesign, Produktdesign, Ausstellungsdesign und Szenografie, Kunstwissenschaft und Medienphilosophie mit Augenmerk auf Interdisziplinarität zwischen den Fachbereichen. Die Hochschule hat etwa 330 Studierende.
mini|Performance/Vorlesung von Thierry Geoffroy (2011)
Geschichte Die Hochschule wurde am 15. April 1992 als Reformhochschule eröffnet. Sie wurde gemeinsam mit dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe während der Jahre 1989 bis 1992 von Heinrich Klotz gegründet. Diese Verbindung von Lehr-, Forschungs- und Ausstellungsinstitutionen entspricht der selbst gestellten künstlerischen und pädagogischen Aufgabe, die traditionellen Künste auf die Medientechnologie und die elektronischen Herstellungsverfahren zu beziehen.
Klassische Formen wie Malerei waren nur mit einer Professur bis 2004 vertreten. Durch die Verknüpfung von künstlerischen, angewandten und theoretischen Studiengängen sollte interdisziplinäres Arbeiten gefördert werden. Mit der Zusammenführung von Medienkunst, Kunsttheorie und Design wollte Klotz ein „elektronisches Bauhaus“, vom 14. Juli 2014 auf www.hfg-karlsruhe.de. begründen. Seit 1997 ist die HfG Karlsruhe ebenso wie das ZKM in einer denkmalgeschützten ehemaligen Munitionsfabrik untergebracht.
Nach dem Tod von Klotz 1999 übernahm zunächst Gunter Rambow die provisorische Leitung der Hochschule. Anfang 2001 wurde Peter Sloterdijk zum Rektor ernannt, was er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2015 blieb. Nach einer Übergangsphase unter dem stellvertretenden Rektor Volker Albus begann im Februar 2016 die Amtszeit Siegfried Zielinskis. Im Dezember 2017 hat dieser nach eigenen Angaben die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg um die vorzeitige Auflösung seines Vertrages gebeten. Als Grund gab er an, seine Reformvorstellungen seien nicht durchsetzbar gewesen. Ab 1. April 2018 hatte Johan F. Hartle die Position des kommissarischen Rektors an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe inne. Danach löste ihn Matthias Bruhn ebenfalls als kommissarischer Rektor ab, bevor mit Beginn des Wintersemesters 2019/20 dann Jan Boelen als Rektor eingesetzt wurde.. Artikel vom 15. Mai 2019, abgerufen am 15. Mai 2019. Ende März 2022 wurde Boelen auf Antrag der Professorenschaft im Senat abgewählt. Seine Amtszeit wurde vorzeitig zum 31. März 2022 beendet. Die Leitung der Hochschule wurde daraufhin kommissarisch übernommen vom Kanzler Thomas Fröhlich sowie der Prorektorin Constanze Fischbeck.Badisches Tagblatt vom 12. April 2022: Konflikt an Karlsruher Hochschule eskaliert, von Andreas Jüttner, abgerufen am 24. Januar 2023 Am 1. April 2026 trat Andreas Vogel die Nachfolge von Boelen als Rektor an.
Studium Am interdisziplinären Grundgerüst der Anfangsjahre wird mit den vier Praxisstudiengängen
Ausstellungsdesign und Szenografie, Kommunikationsdesign, Medienkunst und Produktdesign sowie dem Theoriestudiengang Kunstwissenschaft und Medienphilosophie
auch heute noch festgehalten. Allen Studiengängen gemeinsam ist die von Beginn an praktizierte Projektarbeit sowie stete Kooperationen mit dem benachbarten ZKM. Für die praxisorientierte Ausbildung der HfG Karlsruhe wurden außerdem gebäudeinterne Werkstätten und Studios eingerichtet.
Für die Studierenden der Theoriefächer ist die Wahl eines Praxisnebenfachs obligatorisch. Die Studierenden der Praxisfächer sind zum Studium eines Theoriefachs wie Kunstwissenschaft oder Medienphilosophie als Nebenfach verpflichtet. Die vier Praxisstudiengänge der HfG Karlsruhe sind durchlässige Studienfelder, die intensive Bezüge zu anderen Fächern zulassen und je nach Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt der beteiligten Hochschullehrer unterschiedliche Akzentuierungen erfahren. Die medientheoretische Analyse durchdringt die Praxisveranstaltungen, andererseits wird die medientheoretische und kunstwissenschaftliche Ausbildung durch einen unmittelbaren Praxisbezug konkretisiert.
Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife sowie die erfolgreiche Ablegung einer Aufnahmeprüfung.
Abschluss An der HfG Karlsruhe werden keine Bachelor-/Master-Studiengänge angeboten, da ab dem ersten Semester das Projektstudium mit Inhalten, die nicht modularisiert werden können, praktiziert wird. Sie vergibt noch den international anerkannten Diplom- bzw. Magisterabschluss. Aufbauend auf dem Magisterabschluss ist zudem die Promotion (Dr. phil.) auf dem Gebiet der Kunstwissenschaft, der Medientheorie und der Philosophie möglich. Die internationale Bologna-Kompatibilität der HfG-Abschlüsse ist gewährleistet. Im Jahr 2008 bescheinigte der Wissenschaftsrat in seinem Evaluationsgutachten der HfG Karlsruhe ein „ausgezeichnetes Ausbildungskonzept“.
Fachbereiche Bezeichnung des Abschlusses in Klammern. Medienkunst (Diplom) mit den Lehrgebieten Digitale Kunst/InfoArt Film Moving Images Fotografie Sound 3D-Labor Game-Lab Produktdesign (Diplom) Kommunikationsdesign (Diplom) Ausstellungsdesign und Szenografie (Diplom) mit den Lehrgebieten Szenografie Ausstellungsdesign Kuratorische Studien und dramaturgische Praxis Kunstwissenschaft und Medienphilosophie (Magister) mit den Lehrgebieten Kunstwissenschaft und Medientheorie Philosophie und Ästhetikhttps://beta.hfg-karlsruhe.de/studium/fachgruppen-und-studiengange/
Professoren Paul Bailey, Kommunikationsdesign Matthias Bruhn (* 1966), Kunstwissenschaft und Medientheorie Céline Condorelli, Ausstellungsgestaltung und -forschung Filipa César (* 1975), Time Based Media und Performance Charlotte Eifler, Medienkunst Constanze Fischbeck (* 1968), Szenografie Line-Gry Hørup, Kommunikationsdesign Marine Hugonnier, Medienkunst Sami Khatib, Politische und soziale Ästhetik Florian Malzacher (* 1970), Dramaturgie und kuratorische Praxis Diana McCarty, Time Based Media und Performance Chris Kabel, Produktdesign Susanne Kriemann, Medienkunst Tereza Rulle (* 1987), Kommunikationsdesign und Digitale Praktiken Isabel Seiffert, Kommunikationsdesign Simon Sheikh, Kritische Theorie und Medienphilosophie Wieki Somers, Produktdesign Nina Zschocke, Kunstwissenschaften mit dem Schwerpunkt Digitale Ästhetik
Ehemalige Professoren Beatrix von Pilgrim (* 1959), Szenografie Werner Aisslinger (* 1964), Produktdesign Volker Albus, Produktdesign Hans Beller (* 1947), Film Hans Belting (1935–2023), Kunstwissenschaft em. Michael Bielicky (* 1954), Info-Art/Digitale Medien Martin Bohus, Medienkunst/Film Michael Clegg (* 1957), künstlerische Fotografie Didi Danquart (* 1955), Medienkunst/Film Anja Dorn (* 1971), Kuratorische Studien und Dramaturgische Praxis Thomas Heise (1955–2024), Medienkunst/Film Louis-Philippe Demers, Mediale Ausstellungsgestaltung Elger Esser (* 1967), Medienkunst/Fotografie Omer Fast (* 1972), Medienkunst Günther Förg (1952–2013), Malerei Chup Friemert (* 1947), Designtheorie und Designgeschichte Ludger Gerdes (1954–2008), Malerei Siegfried Gohr (* 1949), Kunstwissenschaft und Medientheorie Markus Grob (1952–2021), Architektur Götz Großklaus (* 1933), Mediengeschichte Boris Groys (* 1947), Philosophie und Medientheorie Byung-Chul Han (* 1959), Philosophie und Medientheorie Johan Frederik Hartle (* 1976), Kunstwissenschaft und Medientheorie Candida Höfer (* 1944), Medienkunst/Fotografie Anna Jermolaewa (* 1970), Kunst der Neuen Medien Anne Duk Hee Jordan, Kunst Digitaler Medien Isaac Julien (* 1960), Medienkunst Ines Kaag und Désirée Heiss (Designduo Bless), Produktdesign Dietmar Kamper (1936–2001), Medientheorie, Soziologie und Philosophie Dieter Kiessling (* 1957), Medienkunst Stephan Krass (* 1951), Literarische Kunst Mischa Kuball (* 1959), Medienkunst Wilfried Kuehn, Ausstellungsdesign und Kuratorische Praxis Susanne Kriemann (* 1972), Medienkunst/Künstlerische Fotografie Marie-Jo Lafontaine (1950–2026), Plastik und Multimedia James Langdon, Kommunikationsdesign Urs Lehni, Kommunikationsdesign Daniel Libeskind (* 1946), Architektur Armin Linke (* 1966), Fotografie Hansjerg Maier-Aichen, Produktdesign Christian Möller, Ausstellungsdesign Andreas Müller, Ausstellungsdesign Marcel Odenbach (* 1953), Medienkunst Dietrich Oertel, Architektur Jai Young Park (* 1957), Plastik und Multimedia Matteo Pasquinelli, Medientheorie Florian Pfeffer (* 1970), Kommunikationsdesign Tania Prill (* 1969), Kommunikationsdesign Razvan Radulescu, Film Gunter Rambow (* 1938), Visuelle Kommunikation Chris Rehberger, Kommunikationsdesign Manfred Reichert (1940–2010), Musik Edgar Reitz (* 1932), Film Lois Renner (1961–2021), Medienkunst/Fotografie Peter Anselm Riedl (1930–2016), Kunstwissenschaft Wolfgang Rihm (1952–2024), Professor für Komposition Sereina Rothenberger, Kommunikationsdesign Rolf Sachsse (* 1949), Honorarprofessor für Theorien der Gestaltung Michael Saup (* 1961), Medienkunst/Digitale Medien Michael Schirner (* 1941), Kommunikationsdesign Heike Schuppelius. Szenographie Helmut Schuster, Malerei Johannes Schütz (* 1950), Szenografie Michael Simon (* 1958), Szenografie Peter Sloterdijk (* 1947), Philosophie Lothar Spree (1942–2013), Medienkunst/Film Rebecca Stephany (* 1980), Kommunikationsdesign Thomas Struth (* 1954), Medienkunst/Fotografie João Tabarra, Medienkunst Füsun Türetken, Produktdesign Andrei Ujica (* 1951), Film Ulay (1943–2020), Medienkunst Wolfgang Ullrich (* 1967), Kunstwissenschaft und Medienphilosophie Klaus vom Bruch (* 1952), Medienkunst Stephan von Huene (1932–2000), Medienkunst Sven Voelker (* 1974), Kommunikationsdesign Peter Voß (* 1941), Medien Penelope Wehrli, Szenografie Hannes Wettstein (1958–2008), Produktdesign Beat Wyss (* 1947), Kunstwissenschaft und Medientheorie
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Einzelnachweise
Karlsruhe, Staatliche Hochschule fur Gestaltung Karlsruhe, Staatliche Hochschule für Gestaltung Kategorie:Hochschule in Karlsruhe Kategorie:Südweststadt (Karlsruhe) Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1992