Meineringhausen ist nach der Kernstadt der nach Einwohnerzahl größte Stadtteil der Kreisstadt Korbach im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.
Geographische Lage mini|links|Meineringhausen von Westen Meineringhausen liegt auf der Waldecker Tafel rund 5 km ostsüdöstlich des Zentrums der Korbacher Kernstadt. Hindurch fließt die Walme, die nach Osten zur Werbe entwässert, die wiederum nach Südsüdosten zum Edersee fließt. Durch das hoch gelegene Dorf führt die Bundesstraße 251 zwischen Korbach und Sachsenhausen und nördlich vorbei verläuft der Ederseebahn-Radweg (auf der Trasse der einstigen Ederseebahn).
Geschichte
Überblick
Der Ort entstand vermutlich schon im 10./11. Jahrhundert: um 1070 hatte die Abtei Corvey Höfe im Ort.Louis Friedrich Christian Curtze: Geschichte und Beschreibung des Fürstenthums Waldeck. Speyer, Arolsen, 1850, S. 654–655 Der Ort wird danach erst wieder 1240 in einer Urkunde des Klosters Oberwerbe erwähnt, als der Ritter „Volpertus de Menerinchusen“ dem Kloster für 16 Mark den Zehnt aus der heute nicht mehr bestehenden Siedlung „Reinbrahtinhusen“ abtrat. Im gleichen Jahr wird ein Herrenhaus mit hochliegendem Keller erwähnt; als Erbauer wird ein Cesarius de Menerinchusen vermutet.
Von 1722 bis 1788 war die Niedere Gerichtsbarkeit im Dorf von den Grafen von Waldeck an die Herren Gaugrebe vergeben, die Lehnsinhaber des örtlichen Adelshofs mit der Burg Meineringhausen.
Am 1. Juli 1970 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Meineringhausen im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis als Stadtteil in die Kreisstadt Korbach eingegliedert. Die Gemeinde Meineringhausen hatte eine Gemarkungsfläche von 11,63 km².Statistisches Bundesamt: Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland mit Übersichten über die Verwaltungsgliederung und Angaben über die Zugehörigkeit der Gemeinden zu Ortsklassen, Postleitgebieten und einigen wichtigen Verwaltungseinheiten. Ausgabe 1957, S. 275 Für Meineringhausen, wie für alle eingegliederten ehemals eigenständigen Gemeinden von Korbach, wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Verwaltungsgeschichte
Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Meineringhausen angehört(e):
um 1490: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Waldeck, Amt Eisenberg 1537 und später: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Waldeck, Amt Landau ab 1712: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Waldeck, Amt Landau ab 1806: Fürstentum Waldeck, Amt Landau ab 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt der Diemel (Sitz in Arolsen) ab 1815: Fürstentum Waldeck, Oberamt der Werbe (Sitz in Sachsenhausen) ab 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (ab 1848), Kreis des EisenbergsTrennung zwischen Justiz (Kreisgericht Korbach) und Verwaltung. ab 1867: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (Akzessionsvertrag mit Preußen), Kreis des Eisenbergs ab 1871: Deutsches Reich, Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis des Eisenbergs ab 1919: Deutsches Reich, Freistaat Waldeck, Kreis des Eisenbergs ab 1929: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis des Eisenbergs ab 1942: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Waldeck ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1970: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck, Stadt Korbach ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Stadt Korbach
Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1738: 50 Häuser • 1770: 53 Häuser, 337 Einwohner
Religion mini|Kirche Meineringhausen
Um das Jahr 1400 ist in Meineringhausen eine Pfarrei belegt. Die Grafschaft Waldeck führte ab 1526 in ihrem Gebiet die Reformation ein. Der erste nachweisbarer evangelische Pfarrer war Conrad Haucken, der vor 1563 in Meineringhausen wirkte. Seit 1571 ist das Dorf Strothe eine Filiale der Pfarrei Meineringhausen und seit 2018 bilden die Kirchengemeinden Meineringhausen und Strothe gemeinsam mit Höringhausen einen Gesamtverband. Im Jahr 1885 waren alle 446 Einwohnern in Meineringhausen evangelisch und im Jahr 1961 wurden 687 evangelische (90 %) und 68 katholische (8,9 %) Christen gezählt.
Kirche
Eine „ecclesie parochialis“ in Meineringhausen wurde in der Zeit von 1336 bis 1359 erstmals schriftlich erwähnt, aber ein Kirchenbau bestand vermutlich bereits seit dem 10./11. Jahrhundert. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die heutige Kirche unter Verwendung älterer Teile errichtet. Die Grundsteinlegung zu diesem Neubau wird auf den 18. Juni 1745 datiert, und nach einer über der Kirchentür in Stein gehauenen Inschrift wurde die Kirche 1755 (MDCCLV) vollendet.Für diese für eine Dorfkirche ungewöhnlich lange Bauzeit sprechen auch zwei weitere Inschriften über der Kirchentür: links grüßt Pastor Walter Nellen die Eintretenden, rechts verabschiedet Franz Christoph Nellen die Heraustretenden. Walter Nellen war Pastor von 1712 bis 1750, also bei Grundsteinlegung, und sein Sohn Franz Christoph war von 1750 bis 1759 Pastor, also auch im Jahr 1755. Das Kirchenschiff hat das Erscheinungsbild einer barocken Saalkirche. Älter als das Kirchenschiff ist der ins 17. Jahrhundert datierte, 15,5 m hohen Kirchturm. Der Altar wurde von dem Barockbildhauer und Bildschnitzer Josias Wolrat Brützel geschaffen, vermutlich in der Zeit zwischen 1679 und 1690.Charlotte Nieschalk: Der waldeckische Barockbildhauer Josias Wolrat Brützel (= Museumshefte Waldeck-Frankenberg. Heft 1). Bilddokumentation: Jens Kulick. Waldeckischer Geschichtsverein e. V. u. a., Waldeck u. a. 1984, ISBN 3-87077-048-1. Die Orgel wurde 1846 von dem Orgelbaumeister Jacob Vogt aus Korbach gebaut.
Persönlichkeiten Ferdinand Großkurth (1802–1877), deutscher Gutspächter und Politiker, in Meineringhausen geboren. Wilhelm Großkurth (1808–1875), waldeckischer Landtagspräsident, in Meineringhausen geboren.
Literatur Eckhard Schmidt: Meineringhausen. Arolsen: Waldeckischer Geschichtsverein 1981 (= Waldeckische Ortssippenbücher 23); Bearbeiteter Zeitraum 1708–1980, 1994 Familien Gottfried Ganßage, Walter Kramm, Wolfgang Medding (Bearb.): Kreis des Eisenberges. (Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Kassel, Neue Folge, Dritter Band.) Bärenreiter, Kassel, 1939, S. 160: Meineringhausen
Weblinks
Stadtteil Meineringhausen. In: Webauftritt der Stadt Korbach.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Korbach) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Waldeck-Frankenberg) Kategorie:Ort im Landkreis Waldeck-Frankenberg Kategorie:Ersterwähnung 1240 Kategorie:Gemeindeauflösung 1970