Henning Schmidt-Semisch (* 1964) ist ein deutscher Soziologe und Kriminologe.
Biografie Schmidt-Semisch studierte von 1984 bis 1990 Soziologie und evangelische Theologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und der Universität Hamburg und schloss mit dem Magister Artium (Hauptfach Soziologie) ab. Danach absolvierte er das zweijährige Aufbaustudium zum Diplom-Kriminologen an der Universität Hamburg. An der Universität Bremen promovierte er 1994. 2002 habilitierte er. Er ist Professor am Fachbereich Human- und Gesundheitswissenschaften der Universität Bremen.
Seine Forschungsschwerpunkte sind die Soziologie der Gesundheit; Sucht- und Drogenpolitikforschung (Tabak, Alkohol, illegale Drogen); Gesundheitsförderung und Prävention; Gesundheit in Strafvollzug und Kriminalpolitik.
Schmidt-Semisch gehört zu den kritischen Kriminologen, die in den 1980er und 1990er Jahren für die Entkriminalisierung und Legalisierung des Heroinkonsums stritten. Er ist Mitglied im Schildower Kreis, einem Experten-Netzwerk, das gegen die Drogenprohibition argumentiert. 2003 zeichnete ihn die Gesellschaft für interdisziplinäre wissenschaftliche Kriminologie mit dem Fritz-Sack-Preis für Kriminologie aus.Fritz Sack-Preis. In: giwk.de. Abgerufen am 8. April 2024.
Schriften Drogenpolitik. Zur Entkriminalisierung und Legalisierung von Heroin. 1990. Drogen als Genußmittel. Ein Modell zur Freigabe illegaler Drogen. 1992. Die prekäre Grenze der Legalität. DrogenKulturGenuß. 1994. Gewaltwelten. Hg. zs. mit Michael Lindenberg, 1995. Ecstasy – Design für die Seele. Hg. mit Jürgen Neumeyer, 1997. mit Bettina Paul: Drogendealer. Ansichten eines verrufenen Gewerbes. Lambertus, Freiburg 1998, ISBN 3-78411104-1. Drogen. Mit Frank Note, 2000. Kriminalität als Risiko. Schadenmanagement zwischen Strafrecht und Versicherung. 2002. Confronting the Prohibition Model: German Drug Policy in the 21st Century. In: Journal of Drug Issues, Vol. 32. Gastherausgeber zs. mit L. Böllinger, S. Quensel, Heino Stöver, B. Bullington und D. Maier-Katkin, 2002. mit Henner Hess und Birgitta Kolte: Kontrolliertes Rauchen. Tabakkonsum zwischen Verbot und Vergnügen. Lambertus, Freiburg im Breisgau 2004; ISBN 3-7841-1520-9. mit Birgitta Kolte und Heino Stöver (Hrsg.): Was tun, wenn Cannabis zum Problem wird? Leitfaden für KonsumentInnen, Eltern, LehrerInnen und BeraterInnen in der Jugend- und Drogenhilfe. Fachhochschulverlag, Frankfurt am Main 2006, ISBN 978-3-936065-64-0. mit Bernd Dollinger (Hrsg.): Sozialwissenschaftliche Suchtforschung. VS, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-531-15337-7. mit Friedrich Schorb (Hrsg.): Kreuzzug gegen Fette. Sozialwissenschaftliche Aspekte des gesellschaftlichen Umgangs mit Übergewicht und Adipositas. VS, Verlag für Sozialwissenschaft, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-15431-2. mit Bernd Dollinger (Hrsg.): Handbuch Jugendkriminalität. Kriminologie und Sozialpädagogik im Dialog. Springer VS, Wiesbaden 2010. mit Bettina Paul: Risiko Gesundheit. Zu Risiken und Nebenwirkungen der Gesundheitsgesellschaft. VS, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-16544-8. mit Bernd Dollinger (Hrsg.): Gerechte Ausgrenzung? Wohlfahrtsproduktion und die neue Lust am Strafen. VS, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-17808-0. mit Heino Stöver (Hrsg.): Saufen mit Sinn? Harm Reduction beim Alkoholkonsum. Fachhochschulverlag, Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-940087-82-9. mit Henner Hess (Hrsg.); Die Sinnprovinz der Kriminalität. Zur Dynamik eines sozialen Feldes, Springer, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-658-03478-8. mit Bernd Dollinger (Hrsg.): Sicherer Alltag? Politiken und Mechanismen der Sicherheitskonstruktion im Alltag, Springer VS, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-07267-4. mit Nadine Ochmann & Gaby Temme (Hrsg.): Healthy Justice. Überlegungen zu einem gesundheitsförderlichen Rechtswesen, Springer VS, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-11726-9. mit Bernd Dollinger (Hrsg.): Handbuch Jugendkriminalität. Interdisziplinäre Perspektiven, 3., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage, Springer VS, Wiesbaden 2018. mit Simon Egbert, Katja Thane & Monika Urban: Drogentests in Deutschland. Eine qualitative Studie, Springer VS, Wiesbaden 2018 mit Thomas Hehlmann & Friedrich Schorb: Soziologie der Gesundheit (utb). UVK-Lucius München 2018, ISBN 978-3-825247-416 mit Robert Feustel & Ulrich Bröckling (Hrsg.): Handbuch Drogen in sozial- und kulturwissenschaftlicher Perspektive. Springer VS, Wiesbaden 2019 mit Friedrich Schorb (Hrsg.): Public Health. Disziplin – Praxis – Politik. Springer VS, Wiesbaden 2021 mit Katja Thane und Heino Stöver (Hrsg.): Mit Cannabis leben. Ein Leitfaden für Konsument:innen, Eltern, Lehrer:innen und Fachkräfte in der Drogenhilfe. Idstein: Fachhochschulverlag 2024 Drogen und Sucht. Eine Einführung (Basiswissen Kriminologie). Springer VS: Wiesbaden 2024 mit Robert Feustel & Ulrich Bröckling (Hrsg.): Handbuch Drogen in sozial- und kulturwissenschaftlicher Perspektive. 2., erweiterte und ergänzte Auflage. Springer VS, Wiesbaden 2024 mit Solveig Lena Hansen (Hrsg.): Kunst - Kultur - Gesundheit. Perspektiven der Public Health Humanities. transcript, Bielefeld 2026
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