mini|Benediktinerabtei St. Mauritius in Tholey Die Abtei Tholey in Tholey im Saarland ist ein Benediktinerkloster im Bistum Trier und gehört der Beuroner Kongregation an. Die Abtei gilt als eines der ältesten Klöster auf deutschem Boden und wurde 634 n. Chr. erstmals urkundlich erwähnt., tholey.de. Der aktuelle lateinische Wahlspruch der Abtei lautet „fides cum benignitate“ („Glaube mit Menschlichkeit“).abtei-tholey.de, abgerufen am 2. August 2019.Unter Abt Petrus Borne lautete der Wahlspruch der Abtei von 1949 bis 1976 „Fide et Patientia“ (dt. „In Glaube und Geduld“), unter Abt Hrabanus Heddergott lautete der Wahlspruch „Hilaris in misericordia“ (dt. „Heiter in der Barmherzigkeit“) und unter Abt Makarios Hebler lautete er wiederum „Fide et Patientia“.

Die heutige Abteikirche aus dem 13. Jahrhundert zählt zu den ältesten gotischen Kirchen Deutschlands.Tholey: Ist die Abteikirche die älteste gotische Kirche Deutschlands? (wndn.de) Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Mauritius. Patroziniumstag der Kirche ist der 22. September. Bekannt ist die Kirche auch wegen der 2020 im Chor eingebauten drei Fenster des Künstlers Gerhard Richter. Weitere Fenster sind von der deutsch-afghanischen Künstlerin Mahbuba Maqsoodi. { "type": "FeatureCollection", "features": [

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] } Geschichte Die Stiftung Tholeys durch Adalgisel Grimo mini|Testament des Adalgisel Grimo († nach 634), Abschrift aus dem 10. Jh., gilt als ältestes Schriftstück des Rheinlandes (Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 1 a, Nummer 1)

Der fränkische Adelige und Diakon der Verduner Kirche, Adalgisel Grimo, bestimmte am 30. Dezember 634 in seinem Testament unter anderem, dass sein Besitz im Ort Tholey mitsamt der dort von ihm errichteten „loca sanctorum“ an das Bistum Verdun, dem zu dieser Zeit Bischof Paulus vorstand, fallen sollte. Auf Bitten Adalgisel Grimos entsandte der Bischof von Trier, der auch die Tholeyer Kirche weihte, Kleriker nach Tholey.

Die Urkunde des Adalgisel Grimo gilt heute als die älteste erhaltene Urkunde des Rheinlandes., abgerufen am 30. November 2014.Hans-Walter Herrmann: Das Testament des Adalgisel Grimo, in: 22. Bericht der staatlichen Denkmalpflege im Saarland, Abteilung Bodendenkmalpflege, Saarbrücken 1975, S. 67–89.Hans-Walter Herrmann: Das Testament des fränkischen Adeligen Adalgisel Grimo, Ein Zeugnis merowingerzeitlichen Lebens an Saar, Mosel und Maas, in: Tholey 634–1984, hrsg. v. Wolfgang Haubrichs und Gert Hummel, 1985, S. 260–275.Hans-Walter Herrmann: Das Testament des Adalgisel Grimo, in: 22. Bericht der staatlichen Denkmalpflege im Saarland, Abteilung Bodendenkmalpflege, Saarbrücken 1975, S. 67–89.Wilhelm Levison: Das Testament des Diakons Adalgisel-Grimo vom Jahre 634, in: Trierer Zeitschrift VII 1932, Heft 1 und 2, S. 69–85.Ulrich Nonn: Zur Familie des Diakons Adalgisel-Grimo, in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte, 1. Jhg. 1975, S. 11–19.Franz Irsigler: Gesellschaft, Wirtschaft und religiöses Leben im Obermosel-Saar-Raum zur Zeit des Diakons Adalgisel Grimo, in: Hochwälder Geschichtsblätter, Jahrgang 1, Heft 1, März 1989, S. 5–18.Bernhard W. Planz: Adalgisel Grimo (um 580–um 650), in: Saargeschichten, Heft 42, 1, 2016, S. 40–41. Sie ist in einer Abschrift des 10. Jahrhunderts erhalten und wird heute im Landeshauptarchiv Koblenz aufbewahrt.LHAKo Bestand 1 A, Nr. 1, Grimo TestamentUrkundenbuch zur Geschichte der mittelrheinischen Territorien I, Coblenz 1860, Nr. 6, S. 5–8 Adalgisel Grimo verfügte über zahlreiche, weit gestreute Güter im austrasischen Reichsteil, vor allem zwischen der Maas, den Ardennen und dem Hunsrück.

Nach dem Bau seiner Eigenkirche in Tholey hatte sich Adalgisel Grimo an den Trierer Bischof gewandt, Kleriker zu schicken und die Tholeyer Kirche zu weihen. Während Trier die geistlichen Besitzrechte an Tholey zukommen, werden die weltlichen Rechte dem Bischof von Verdun zugesprochen.

Die Verbindung der späteren Abtei Tholey mit dem Bistum Verdun blieb das ganze Mittelalter über bestehen und wurde in den 1680er-Jahren von französischen Gerichten als Rechtsgrund angeführt, in den sogenannten „Reunionen“ das gesamte Schaumberger Land mit dem Königreich Frankreich zu vereinigen.Hans-Walter Herrmann: Das Testament des fränkischen Adeligen Adalgisel Grimo, in: Wolfgang Haubrichs, Gert Hummel (Hrsg.): Tholey 634–1984, Wissenschaftliche Vorträge gehalten aus Anlaß des 1350-jährigen Jubiläums von Ort und Abtei Tholey, Sonderdruck aus: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige, Band 96, St. Ottilien 1985, 260–276.

Mittelalter mini|Baustein mit der lateinischen Inschrift „Captus erat Gallus, coeunt cum rure cohortes“ (Übersetzung: Der Hahn war gefangen, es kämpften Ko­horten mit Bauern), Hinter­grund: Im Jahr 1525 war der franzö­sische König Franz I. von kaiser­lichen Truppen im italienischen Pavia gefangen genom­men worden. Im gleichen Jahr wurden die Bau­ern­heere des Deut­schen Bau­ern­krieges von den fürst­lichen Heeren besiegt. Durch das Auf­halten der Bau­ern­haufen in St. Wendel war die Ge­fahr einer Plünderung der Abtei Tholey weggefallen. Die Jahreszahl ist als Chronogramm im Text versteckt, nicht schul­mäßig, sondern:m = 1000, g + 4 × c = 500, 5 × u = 25. Die heute noch bestehende Klosteranlage befindet sich auf den Trümmern einer römischen Bäderanlage. Vermutlich noch im 7. Jahrhundert bildete sich an dieser Stelle eine Klerikergemeinschaft zunächst columbanischer Prägung.

Auf Weisung von Magnerich, von 566 bis 600 Bischof von Trier, schlossen sich die Eremiten zu klösterlichen Gemeinschaften zusammen. Einer solchen ersten Gemeinschaft am Fuße des Schaumbergs soll der Legende nach der heilige Wendelin als erster Abt von Tholey vorgestanden haben.

Im Zeitraum der Jahre 662 bis 675 verließ der Tholeyer Abt Craudingus das Kloster und gründete westlich von Verdun in den Argonnen das Kloster St. Maurice de Beaulieu (Waslogium / Beaulieu-en-Argonne). In Tholey setzte er als seinen Nachfolger seinen Neffen Croduin/Froduin ein. Beide hatten als Äbte den Rang eines Bischofs inne. Craudingus wurde später in der Diözese Verdun unter dem Namen St. Rouin als Heiliger verehrt.

Im Jahr 781 kam es zwischen dem Tholeyer Abt Anno und Bischof Petrus von Verdun zu einem Gütertausch, bei dem das Haupt des heiligen Bischofs Paulus von Verdun als Reliquie nach Tholey überführt wurde. Im Jahr 853 beschenkte die Witwe des Grafen Nithad, Erkanfrida, zu ihrem Jahrgedächtnis das Kloster Tholey mit hundert Solidi. Kaiser Lothar I. und dessen Sohn Lothar II. entzogen Tholey im Zeitraum der Jahre 843 bis um 865 dem Bischof von Verdun und gaben es an Laienäbte. Um das Jahr 865 erwarb Bischof Hatto von Verdun das Kloster mit Unterstützung des Papstes für das Bistum Verdun zurück. Die Bischöfe von Verdun besetzten von nun an für etwa die nächsten hundert Jahre den Abtsstuhl von Tholey in Personalunion. Bischof Hatto hatte vor dem Jahr 869 Reliquien der heiligen Verduner Bischöfe Maurus, Salvinus und Arator nach Tholey überführen lassen. Am 31. Dezember 879 starb Bischof Bernhard von Verdun in Tholey und wurde im Kloster beigesetzt, wo er noch im 16. Jahrhundert als Heiliger verehrt wurde.Wolfgang Haubrichs, Gert Hummel (Hrsg.): Tholey 634–1984, Wissenschaftliche Vorträge gehalten aus Anlaß des 1350-jährigen Jubiläums von Ort und Abtei Tholey, Sonderdruck aus: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige, Band 96, St. Ottilien 1985, S. 364.

Das benediktinische Leben begann in Tholey vermutlich um die Mitte des 8. Jahrhunderts. Erstmals schriftlich als Benediktinerkloster bezeugt wurde Tholey in den Jahren 916/917 unter dem Verduner Bischof Dabo. Um das Jahr 947 gab Bischof Bernger von Verdun dem Kloster Tholey einen regulären Abt.

Abt Eberwin verfasste nach dem Tod von Simeon am 1. Juni 1035 dessen Vita und betrieb dessen Heiligsprechung; Simeon wurde 1035 durch Papst Benedikt IX. heiliggesprochen. Simeon war nach Ulrich von Augsburg der zweite Heilige, der offiziell kanonisiert wurde.

Im 10. Jahrhundert geriet die Abtei Tholey in zunehmendem Maße unter den Einfluss des Erzstiftes Trier und wurde eines von fünf unter Erzbischof Radbod eingerichteten Archidiakonaten. mini|links|Madonna mit Kind (Florenz Anf. 16. Jh., Meister der Angiolini, Tempera auf Holz) Der am 1. Juni 1066 in Ürzig ermordete Trierer Erzbischof Kuno I. von Pfullingen, der Neffe des Kölner Erzbischofs Anno II., wurde auf Betreiben des Verduner Bischofs Theoderich am 25. Juli 1066 in einer an die Tholeyer Abteikirche angebauten Grabkapelle bestattet und wurde ab diesem Zeitpunkt als Mitpatron neben dem heiligen Mauritius verehrt. Autor der Vita Kunos war der Tholeyer Mönch Theoderich. Sein zwischen 1056/1080 verfasstes Werk schildert zahlreiche Wunder des Ermordeten. In der Folgezeit entwickelte sich eine blühende Wallfahrt zum Grabe des Kuno. Noch im 18. Jahrhundert wurde Pilgern in Tholey die von Schwertstößen durchbohrte Tunika des Heiligen gezeigt.Franz-Josef Reichert: St. Cuno – ein vergessener Heiliger unserer Region, Verein für Heimatkunde im Landkreis Birkenfeld, Mitteilungen, 75. Jahrgang, S. 41–70, 2001.Alfred Heit: Kuno (Konrad) I., in: Lexikon des Mittelalters, Band 5, München/Zürich 1991, Sp. 1572.

Um das Jahr 1142 schwor Abt Theoderich von Tholey dem Trierer Erzbischof Albero von Montreuil den Oboedienzeid. Im Jahr 1171 wurde der Tholeyer Abt Gregor aus dem Hause der Grafen von Blieskastel zusätzlich Abt des Klosters Prüm.Wolfgang Haubrichs, Gert Hummel (Hrsg.): Tholey 634–1984, Wissenschaftliche Vorträge gehalten aus Anlaß des 1350-jährigen Jubiläums von Ort und Abtei Tholey, Sonderdruck aus: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige, Band 96, St. Ottilien 1985, S. 365.

Abt Hugo (1264–1280) begann mit dem Bau der heute noch bestehenden frühgotischen Abteikirche. Im Jahr 1332 brannte die Tholeyer Abteikirche aus, wobei Reliquien auf als Wunder gedeutete Weise gerettet werden konnten.

Abt Thomas II. aus dem Geschlecht der Herren von Sötern leitete im Jahr 1422 eine benediktinische Reformsynode in Trier. Die Phase des Niedergangs in Tholey endete aber erst unter Abt Damian von Lommersweiler: Im Jahr 1483 trat die Abtei der Bursfelder Kongregation bei, und 1485 die Reform des Klosters wurde 1585 durchgeführt. Sieben Reformmönche aus der Abtei Maria Laach und einer aus St. Pantaleon in Köln sorgten unter dem aus den Niederlanden stammenden Abt Gerhard von Hasselt (1489–1517) für einen neuen Aufschwung der Abtei. Abt Gerhard von Hasselt war zuvor Mönch in Maria Laach gewesen und gilt als eine der führenden Persönlichkeiten der Bursfelder Reformkongregation. Sein Werk wurde von Abt Balthasar aus Utrecht fortgeführt.

17. Jahrhundert mini|Landesaufnahme Pfalz-Zwei­brü­cken Ende 18. Jh.,Aufgenommen vom pfalz-zweibrückischen Landbaudirektor Friedrich Gerhard Wahl, gezeichnet von Philipp Schaefer links unten die Abtei; Nr. 18 Pfarrkirche St. Johannes (1804 abgerissen) mit Dorffriedhof Unter Abt Antonius von Trier kam es in den Jahren 1613–1616 zu einem Konflikt zwischen der Abtei Tholey und dem lothringischen Herzog Heinrich II., der Tholey seinem unehelich geborenen Sohn Heinrich als Eigentum übergeben wollte. In den Jahren 1617–1638 führte der Tholeyer Abt Martinus Nennich eine erneute innere Reform des Konventes durch, die jedoch durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges unterbrochen wurden. Der Abt musste mehrere Male nach Trier flüchten und am Weihnachtsabend des Jahres 1631 plünderten schwedische Truppen das Kloster.