Schenefeld (niederdeutsch: Scheenfeld) ist eine Stadt im Kreis Pinneberg im südlichen Teil von Schleswig-Holstein und ein Teil der Metropolregion Hamburg.

Geographie und Verkehr Die Stadt Schenefeld grenzt im Süden, Südwesten und Südosten an die Freie und Hansestadt Hamburg, genauer an die Stadtteile Rissen, Sülldorf, Iserbrook, Osdorf und Lurup; im Nordwesten an die Stadt Pinneberg und im Norden und Nordosten an die Gemeinde Halstenbek.

Die Düpenau fließt quer durch die Stadt und ist symbolisch auf dem Schenefelder Stadtwappen eingezeichnet.

In der Liste der 100 am dichtesten besiedelten Gemeinden Deutschlands liegt Schenefeld an 53. Stelle.

In der Liste der größten Städte und Gemeinden in Schleswig-Holstein liegt Schenefeld an der 23. Stelle nach Einwohnerzahl.

Obwohl Schenefeld zu Schleswig-Holstein gehört, gab und gibt es wegen der geografischen Nähe infrastrukturelle Anbindungen an Hamburg. Bis zum 1. Juli 1993 gab es eine gemeinsame Postleitzahl (2000), die Zugehörigkeit zum telefonischen Ortsnetz Hamburgs besteht bis heute. Im ÖPNV gibt es direkte Buslinien zur Kreisstadt Pinneberg sowie nach Hamburg und Halstenbek durch die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) innerhalb des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV).

Von 1955 bis 1973 war Schenefeld mit der Linie 1 an das Hamburger Straßenbahnnetz angeschlossen.

Mit der Landstraße Schenefeld-Elmshorn (LSE) verfügt es über eine gut ausgebaute Straßenverbindung nach Norden zur A23.

Geschichte Das heutige Stadtgebiet liegt in einem uralten Siedlungsraum. Der Schenefelder Heimatforscher Martin Mulsow berichtet in seiner Abhandlung über die frühzeitliche Entwicklung von Schenefeld von Funden wie Pfeilspitzen, Schabern und Äxten, Resten von Hünengräbern und Urnengrabfunden, die eine Besiedlung schon in der Steinzeit nachweisen. Schenefeld gehört mit großer Wahrscheinlichkeit in den Kranz der ganz alten Orte im heutigen Kreis Pinneberg.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes datiert aus dem Jahr 1256. Darin überweist der Dekan der Hamburger Kirche seine Besitzungen in Schenefeld und Sülldorf einem Priester zur Nutzung.

Die Einrichtung des Kirchspiels Nienstedten, zu dem auch Schenefeld gehörte, muss im 12. Jahrhundert erfolgt sein, obwohl die gegenwärtig erste bekannte Nennung Nienstedtens erst von 1297 stammt. Dieses Kirchspiel gehörte zur Grafschaft Holstein-Pinneberg – genauer zur Kirchspielvogtei Hatzburg – und war damit Teil der Schauenburger Lande, wodurch die Reformation im Gegensatz zu Hamburg (1529) und dem übrigen Schleswig-Holstein (1542) offiziell erst 1561 eingeführt wurde. Im Pinneberger-Hatzburger Einnahme- und Ausgaberegister von 1464/1465 wird mit Haye Hardenbach der erste Bewohner Schenefelds namentlich erwähnt. Nachdem Graf Otto V. von Holstein-Pinneberg 1640 kinderlos gestorben war, wurden seine Besitzungen aufgeteilt und die Grafschaft Holstein-Pinneberg dem Herzogtum Holstein angegliedert. Da der dänische König seit 1474 in Personalunion Herzog von Holstein geworden war, gelangte Schenefeld unmittelbar unter die Verwaltung der dänischen Krone, blieb aber als Bestandteil des Herzogtums Holsteins Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und ab 1815 des Deutschen Bundes. Die so 1640 entstandene Herrschaft Pinneberg ging 1867 im preußischen Kreis Pinneberg auf.

Über die genaue Einwohnerzahl lassen sich bis zur ersten Volkszählung im Jahre 1803, die eine Bewohnerzahl von 391 ergab, keine verlässlichen Aussagen treffen.

Durch die preußische Kreisordnung von 1888 bildete Schenefeld zusammen mit Sülldorf den Amtsbezirk Schenefeld, seit 1897 auch mit Rissen, der zum 1. April 1924 wieder aufgelöst wurde.

Die Entwicklung nach dem Ersten Weltkrieg prägte das heutige Stadtbild entscheidend. Bis dahin erstreckte sich das Hauptsiedlungsgebiet an der Straße von Hamburg nach Pinneberg, der heutigen Hauptstraße. Ehemalige Pulverschuppen einer Munitionsfabrik, die während des Ersten Weltkrieges angelegt wurde, sind nach 1918 zu Wohnhäusern umgebaut worden. Dies war die Keimzelle des Ortsteiles Schenefeld-Siedlung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Bevölkerung durch die Ansiedlung ausgebombter Hamburger und Heimatvertriebener stetig. Den größten Schub in der Entwicklung der Einwohnerzahl erlebte Schenefeld zwischen 1960 und 1970 durch Zuzug vieler Hamburger. In dieser Zeit verdoppelte sich die Bevölkerung knapp von 8.719 (1960) auf 15.161 (1970).

Am 1. Juli 1972 erfolgte die Verleihung der Stadtrechte.

Nachdem das Amtsgericht Pinneberg sein Gebäude in Pinneberg wegen baulicher Mängel abreißen musste, wurde zum 28. Juni 2022 die Außenstelle Schenefeld im Osterbrooksweg 42 + 44 bezogen. Seitdem ist Schenefeld übergangsweise Gerichtsort.

Bevölkerungsentwicklung mini|400px|Einwohnerentwicklung von Schenefeld von 1803 bis 2015

Jahr Einwohner 1803 391 1840 434 1880 649 1900 909 1925 1.458 1939 3.009 1945 4.470 1950 5.876 1955 6.760 1960 8.719 1965 13.084 1970 15.161 1975 15.747 1980 15.780 Jahr Einwohner 1985 16.028 1987 * 14.985 1990 15.210 1995 15.747 2000 17.684 2005 17.873 2007 18.444 2010 18.390 2011 18.707 2012 ** 18.421 2015 19.152 2016 19.168 2017 19.209 2018 19.236 Jahr Einwohner 2019 19.358 2020 19.333 2021 19.364 2022 *** 19.465 2023 19.837 2024 19.909 2025 19.853

(*) Korrektur durch die Volkszählung 1987 (**) Veränderung durch den Zensus 2011 (***) Veränderung durch den Zensus 2022

Politik Ratsversammlung Siehe auch: Ergebnisse der Kommunalwahlen in Schenefeld (Kreis Pinneberg)

Ergebnis der Kommunalwahl vom 14. Mai 2023: Partei / Liste Stimmen Prozent Sitze Wahlsystem: 14 Wahlkreise ein Kandidat pro Partei in jedem Wahlkreis eine Stimme pro Wähler CDU 2.193 32,1 % 12 Bündnis 90/Die Grünen 1.632 23,9 % 9 SPD 1.474 21,6 % 8 Bürger für Bürger/BfB 1.045 15,3 % 5 FDP 479 7,0 % 3 Wahlbeteiligung: 44,2 %

Die CDU errang 3 Überhangmandate, dadurch erhielten die Grünen 3, die SPD 2 und die FDP und die BfB jeweils 1 Ausgleichsmandat. Somit erhöhte sich die Zahl der Abgeordneten von 27 auf 37.

Gemeindevorsteher und Bürgermeister Die Bezeichnungen der Verwaltungsleiter haben sich im Lauf der Zeit geändert; bis 1870 Voigt, ab 1870 Gemeindevorsteher, vom 7. April 1933 bis zum 3. September 1934 Gemeindeschulze und seitdem Bürgermeister.

Die Gemeindevorsteher und Bürgermeister wurden bis 1950 aus den Reihen der Gemeindevertretung gewählt, leiteten deren Sitzungen und führten die Gemeindeverwaltung ehrenamtlich.

Zwischen 1946 und 1950 führte Karl Matthies als Gemeindedirektor die Verwaltung hauptamtlich.

Seit 1950 führt der Bürgermeister die Schenefelder Verwaltung hauptamtlich. Bis 1998 wurde der Bürgermeister von der Gemeindevertretung / Ratsversammlung gewählt, seitdem direkt von der Schenefelder Bevölkerung.

1866–1876: Joachim Fuhlendorf 1876–1888: Johann Hinrich Timm 1888–1894: Hans Ellerbrock 1894–1908: Johann(es) Timmermann 1908–1917: Martin Wittmaack 1917–1925: Cord Ellerbrock 1925–1933: Hinrich Karp 1933–1945: Hermann Ramcke, NSDAP 1945–1946: Paul Hertrich, SPD 1946–1950: Albert Schröder, SPD 1950–1962: Richard Döterling, SPD 1962–1973: Karl-Heinz Thron, SPD 1973–1979: Uwe Heering, FDP 1979–1985: Albert Burs, SPD 1985–1987: Frank Mudrack, CDU 1988–1994: Albert Burs, SPD 1994–2006: Günter von Appen, parteilos seit 2006: Christiane Küchenhof, SPD

Wappen Blasonierung: „In Grün ein schräglinker goldener Wellenbalken, begleitet oben von zwei goldenen Pflugscharen, unten von einem goldenen Maschinenrad.“[ Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein]

Städtepartnerschaften Schenefeld unterhält Städtepartnerschaften mit dem belarussischen Luninez (seit dem 8. Oktober 2001) und mit dem französischen Voisins-le-Bretonneux (seit dem 20. Mai 2006).

Wahlkreise bei Wahlen Bei Wahlen zum Kreistag des Kreises Pinneberg befinden sich zwei Wahlkreise auf dem Schenefelder Stadtgebiet. Der Wahlkreis 19 (Schenefeld/Halstenbek) beinhaltet 5 Schenefelder Wahlkreise und der Wahlkreis 20 (Schenefeld) besteht aus den übrigen 9 kommunalen Wahlkreisen.

Bei Wahlen zum Schleswig-Holsteinischen Landtag gehört Schenefeld zum Wahlkreis 24 (Pinneberg) zusammen mit der Stadt Pinneberg und der Gemeinde Halstenbek.

Bei Wahlen zum Deutschen Bundestag gehört Schenefeld zum Wahlkreis 007 (Pinneberg).

Kultur und Sehenswürdigkeiten In Schenefeld ist das „Forum Schenefeld“ als Theaterspielstätte und Konzertsaal angesiedelt.Forum Schenefeld Dieses befindet sich im Gebäude des Gymnasiums im Schulzentrum Achter de Weiden.

Aus einem Kurs „Laienspiel“ der Volkshochschule Schenefeld aus dem Programm von 1975 entstand das Theater Schenefeld e. V. Grundsätzlich werden zwei Stücke im Jahr gespielt, zu Weihnachten ein Kinderstück und im Frühjahr ein Stück für Erwachsene, mitunter auch im Herbst ein weiteres Erwachsenenstück. Von 1984 bis 2021 führte die Theatergruppe ihr Frühjahrsstück als Gastspiel auf der Insel Helgoland auf.

Wirtschaft mini|Einkaufszentrum „Stadtzentrum Schenefeld“ mit der Spielbank

In Schenefeld waren oder sind mehrere große Unternehmen ansässig.

Seit dem März 1963 wird in Schenefeld Brot von der Harry-Brot GmbH gebacken, nachdem der Standort in Hamburg-Bahrenfeld aufgegeben und der Hauptsitz nach Schenefeld verlegt wurde.

Am 1. Juni 1975 weihte die Pinneberger Verkehrsgesellschaft (PVG) nach einem Umzug aus Rellingen ihren neuen Betriebshof mit Verwaltungssitz am Osterbrooksweg 73 ein. Im Jahr 2000 schlossen sich die PVG und die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein AG (VHH) zu einem Gleichordnungskonzern mit einer gemeinsamen Geschäftsführung der beiden Verkehrsunternehmen zusammen, bis diese Firma seit dem Dezember 2012 endgültig unter VHH firmiert. Von Schenefeld aus bedienen die Busse den Hamburger Westen und große Teile des Kreises Pinneberg.

Mitte der 1930er Jahre siedelte sich der Maurer Adolf Sandhack mit seinem Betrieb in der Jahnstraße 65 an und begann 1957 mit der Fertigung von Betonwaren. Die ersten Jahre beschränkten sich auf den Handel mit eigens gefertigten Betonteilen und deren Einbau. Ende der 1960er – Anfang der 1970er Jahre wich die Fertigung immer mehr dem reinen Handelsgeschäft und am 1. März 1978 wurde ein neuer Baumarkt im Osterbrooksweg 50 eröffnet, da die Produktionsstätte inmitten eines Wohngebietes an seine Grenzen stieß. Heute wird das Familienunternehmen Bauzentrum Sandhack in dritter Generation geführt und beschäftigt 25 Mitarbeiter.

Die Interschalt maritime systems AG entwickelt Softwarelösungen für die Schifffahrtsindustrie und maritime Wirtschaft, konkret für das Cargo- und Flotten-Management. Darüber hinaus bietet das Unternehmen Services wie die Wartung und Reparatur von Navigations- und Brückenequipment und von Voyage Data Recorder Systemen an.Exit: DPE verkauft ihre Anteile an Interschalt

Daneben sind noch die Unternehmen Electraplan Solutions (Unterflur-Installationstechnik), Hanseatischer Fine Food Service (ehemals Schloss Göhrde Tiefkühlprodukte), Groth Feinwerktechnik und Hermes Schleifmittel zu erwähnen.

Einen weiteren Aufschwung erhofft sich die Stadt durch den Bau des Röntgenlasers XFEL. Dabei wurde ein 3,4 Kilometer langer Tunnel vom DESY in Hamburg-Bahrenfeld nach Schenefeld gebaut. Hier entstand eine unterirdische Experimentierhalle, in der mit den Röntgenblitzen geforscht wird. Über der Halle wurden Gebäude für Labore, Büros, Bibliothek und Hörsaal errichtet. Dazu kommen Versorgungsgebäude.XFEL-Homepage Der Forschungsbetrieb begann Ende 2017.

Von regionaler Bedeutung ist auch das sogenannte „Stadtzentrum Schenefeld“, ein Einkaufszentrum mit ca. 100 Geschäften und Restaurants, das 1989–91 durch die Architekten Gerkan, Marg und Partner errichtet wurde.dazu Marg/Schröder: Architektur in Hamburg seit 1900. Hamburg 1993. S. 291 und Lange: Architekturführer Hamburg. Hamburg 1995. S. 255 In ihm befindet sich auch eine der fünf Schleswig-Holsteiner Spielbanken, das Casino Schenefeld.

Ehemalige Unternehmen