Schweinsbühl ist ein Ortsteil der Gemeinde Diemelsee im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Geographie Geographische Lage Schweinsbühl liegt im Upland im Naturpark Diemelsee an der Rhene. In Ortsnähe ragt der 634,5 m hohe Widdehagen empor. Schweinsbühl liegt zwischen Dortmund und Kassel südlich von Paderborn, ungefähr in der Mitte eines Dreiecks mit den Eckpunkten Korbach, Brilon und Marsberg. Die dem Ort zugerechnete Gemarkungsgröße beträgt 746 Hektar.

Naturräumliche Gliederung Naturräumlich ist der Ort der Region „332 Ostsauerländer Gebirgsrand“ und darin dem Vorupländer Hügelland (332.61) zugeordnet.

Geschichte 250px|mini| Lage von Schweinsbühl, Karte von 1572

Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Schweinsbühl erfolgte unter dem Namen Scanesbuele am Anfang des 11. Jahrhunderts in einer Heberolle des Klosters Corvey.

Die bekannten historischen Erwähnungen finden sich in folgender Übersicht: Scanesbuele, In (Anfang 11. Jahrhundert) [Corveyer Heberolle, Abschrift 15. Jahrhundert Kaminsky, Reichsabtei Corvey, S. 198–199, § IV] Svanesbule, de (1257) [Urkunden Kloster Bredelar, S. 83, Nr. 79] Svenesbule, de (1312) [Urkunden Kloster Bredelar, S. 127, Nr. 175] Swensbule, in (1350) [Paul Wigand, Einzelne Beiträge, in: Archiv für Geschichte und Alterthumskunde Westphalens 6 (1834), S. 385–405, IV: Das älteste Corveyer Lehnsregister, hier S. 391, § 24] Schwensbuel (1537) [HStAM Bestand 127 Nr. 3] Schweinsbel (1733) [HStAD Bestand P 23 Nr. 56]

1150 wurde die Kirche erbaut. Corvey besaß das Patronat über Kirche und Gericht. Der Ort war Sitz eines Gogerichts mit einem Freistuhl. Dieser befand sich der Überlieferung nach westlich der Kirche.

1354 ging das Patronat an Johann von Padberg und die „Brüder Scalenberg“. In der Folgezeit wechselte dieses häufiger, unter anderem auch an die Waldecker Grafen. Dieses Patronat lieferte den jeweiligen Besitzern reichliche Einkünfte. Diese wurden in einer Zehntscheune nahe der Kirche gelagert. Die Mönche des Klosters Flechtdorf legten ihre Klosterpfarrei ebenfalls nach Schweinsbühl.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 31. Dezember 1971 entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Adorf, Benkhausen, Deisfeld, Flechtdorf, Giebringhausen, Heringhausen, Ottlar, Rhenegge, Schweinsbühl, Stormbruch, Sudeck, Vasbeck und Wirmighausen die neue Gemeinde Diemelsee. Sitz der Gemeindeverwaltung wurde Adorf. Für die ehemals selbständigen Gemeinden von Diemelsee wurden gemäß Hauptsatzung Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher errichtet. Die Grenzen der Ortsbezirke folgen grundsätzlich den Gemarkungsgrenzen.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Schweinsbühl angehört(e):

1546 und später: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Waldeck, Amt Eisenberg ab 1712: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg ab 1806: Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg ab 1815: Fürstentum Waldeck, Oberamt des Eisenbergs (Sitz in Korbach) ab 1816: Fürstentum Waldeck, Oberjustizamt des Eisenbergs (Sitz in Korbach) ab 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (seit 1849), Kreis des Eisenbergs (Sitz in Korbach)Trennung zwischen Justiz (Kreisgericht Korbach) und Verwaltung. ab 1867: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (Akzessionsvertrag mit Preußen), Kreis des Eisenbergs ab 1871: Deutsches Reich, Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis des Eisenbergs ab 1919: Deutsches Reich, Freistaat Waldeck-Pyrmont, Kreis des Eisenbergs ab 1929: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis des Eisenbergs ab 1942: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck, Gemeinde DiemelseeAm 31. Dezember 1971 als Ortsbezirk zur Gemeinde Diemelsee. ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Gemeinde Diemelsee

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Schweinsbühl 117 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 27 Einwohner unter 18 Jahren, 39 waren zwischen 18 und 49, 24 zwischen 50 und 64 und 27 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 51 Haushalten. Davon waren 15 Singlehaushalte, 21 Paare ohne Kinder und 12 Paare mit Kindern, sowie 3 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 12 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 33 Haushaltungen leben keine Senioren.

Einwohnerentwicklung

 Quelle: Historisches Ortslexikon 1541: 15 Häuser 1620: 21 Häuser 1650: 11 Häuser 1738: 20 Häuser 1770: 20 Häuser, 117 Einwohner

Religionszugehörigkeit • 1885: 170 evangelische (= 100 %) Einwohner • 1961: 132 evangelische (= 99,25 %), ein katholischer (= 0,75 %) Einwohner

Kirche

Von 1180 bis 1190 entstand die dem St. Georg gewidmete kleine romanische Kirche. Urkundlich wird sie 1336 erstmals erwähnt. Sie ist einjochig und einschiffig. Um das 1510 wurde sie evangelische Pfarrkirche. Das Kirchenpatronat hatten abwechselnd die Waldecker Grafen, die Herren von Dalwigk, die Herren von Rhena und die Herren von Padberg inne. 1669 erhielt sie eine wertvolle geschnitzte Barockkanzel. Später, vermutlich 1699, bekam sie einen geschnitzten Altaraufsatz des Waldecker Bildhauers Josias Wolrat Brützel. Dieser Altaraufsatz befindet sich seit einer Kirchenrenovierung 1953 im Korbacher Heimatmuseum. Erhalten ist noch der romanische Taufstein aus der Entstehungszeit. In den drei Chorfenster finden sich Glasmalerei-Scheiben, 1953 entworfen von Hilde Ferber.

Infrastruktur In Schweinsbühl gibt es ein Dorfgemeinschaftshaus. Der europäische Fernwanderweg 1 (Kaiser-Otto-Weg) und der Drei-Seen-Wanderweg führen am Ort vorbei.

Literatur „Land an der Eder und Diemel“, Seite 116 – Misschalk/Kulik ISBN 3870770414 Artikel aus der Serie: „Kirchen im Waldecker Land“ in der HNA Waldeckische Allgemeine Karl Schultze und Karl Thomas: Schweinsbühl. Arolsen: Waldeckischer Geschichtsverein 2002 (= Waldeckische Ortssippenbücher 67)

Weblinks

Ortsteil der Gemeinde. In: Webauftritt der Gemeinde Diemelsee.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise .

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