Die Maas (, , , und ) ist ein etwa 874 Kilometer langer Fluss, der Frankreich, Belgien und die Niederlande durchfließt. Die Maas mündet heute in den südlichen Hauptstrom des Rhein-Maas-Deltas, das Hollands Diep, und gehört damit zum Flusssystem des Rheins. Die ursprüngliche Mündung erfolgte in den nördlicheren Hauptstrom Scheur (heute Nieuwe Waterweg). Dieser Stromteil ist als Oude Maas noch erhalten. Die Maas ist der weitaus längste Nebenfluss des Rheins und der zweitwasserreichste nach der Aare. Sie ist zudem die Namenspatin des zweitlängsten Rhein-Nebenflusses, der Mosel (lateinisch Mosella: „Kleine Maas“).
Geographie Verlauf
Die Maas entspringt auf in Pouilly-en-Bassigny im Gemeindegebiet von Le Châtelet-sur-Meuse (Département Haute-Marne) auf dem Plateau von Langres. Am Ende ihres langen Oberlaufes in Frankreich durchquert sie den Regionalen Naturpark Ardennen, passiert bei Givet die Grenze nach Belgien, verläuft weiter im dortigen Teil der Ardennen, erreicht die Städte Namur und Lüttich und passiert dann in den Niederlanden die Städte Maastricht, Roermond und Venlo. Von Borgharen bei Maastricht bis etwa Höhe Maasbracht bildet die Maas (hier Grensmaas genannt) die Grenze zwischen den Provinzen Belgisch-Limburg und Niederländisch-Limburg. Die Grenzmaas ist zwischen Borgharen und Maaseik nicht schiffbar. Der Schiffsverkehr läuft über den parallel geführten Julianakanal. Die Maas wendet sich dann westwärts und bildet die Grenze zwischen den niederländischen Provinzen Gelderland im Norden sowie Noord-Brabant im Süden. Als Amer mündet sie in das Hollands Diep, eine ehemalige Meeresbucht, die heute Teil des südlichsten der Mündungsarme des Rheins ist.
Einzugsgebiet und Gewässerdaten mini|links|Das Einzugsgebiet der Maas Das Einzugsgebiet des französischen Oberlaufs im Hügelland Lothringens (rund 30 Prozent des gesamten Einzugsgebietes) ist lang gestreckt und schmal, was extremen Hochwasserspitzen entgegenwirkt, ebenso wie das oft wasserspeichernde Gestein. Dagegen entwässert der belgische Teil (rund 40 Prozent) die niederschlagsreichen Ardennen mit vielen gefällereichen Nebenflüssen, was die Hochwassergefährlichkeit der Maas erhöht.D. François et al.: mugv.brandenburg.de, Maastricht 2010. An der Grenze zu den Niederlanden (am Pegel Maastricht-Borgharen) führt die Maas durchschnittlich rund 260 m³/s Wasser. In den Niederlanden ist das Gelände nahezu eben. Zunächst fließt die Maas durch die Provinz Limburg. Dann bildet sie die Grenze zwischen den Provinzen Noord-Brabant und Gelderland und weiter flussabwärts zwischen Noord-Brabant und der Provinz Zuid-Holland.
An ihrer Mündung entwässert die Maas mit einer Wasserführung von rund 357 m³/s ein Einzugsgebiet von rund 33.000 km². Im unteren Teil werden die Grenzen des Einzugsgebietes uneinheitlich gezogen. Mitunter sind auch die Randbereiche von Hollands Diep und Haringvliet einbezogen, die aber vor allem von Rheinwasser durchströmt werden (siehe hierzu auch Flusssystem des Rheins). Es gibt auch Längenangaben, die über 874 Kilometer (gerundet 875 km) hinausgehen.Meyers Enzyklopädisches Lexikon in 25 Bänden. Band 15. 1975, S. 383. „890 km lang, nach anderen Angaben zwischen 860 und 971 km“
Nebenflüsse In der folgenden Tabelle sind ausnahmsweise auch einige Kanäle eingetragen, weil sie für den Wasserhaushalt von Bedeutung sind. Einige verwirrende Seitenbeziehungen ergeben sich daraus, dass die nordbrabantische Aa an mehreren Stellen mittels Dükern unter der Zuid-Willemsvaart hindurchgeleitet wird.
Die Maas, ihre Nebenflüsse und deren Nebenflüsse ab 25 km Länge Darstellungsweise: Reihenfolge flussaufwärts Ein Gewässer mündet in denjenigen der darüber aufgelisteten Flussläufe, dessen Name über der Angabe der Einmündungsseite („rechts“/„links“) des mündenden Gewässers beginnt. Pfeile sind flussabwärts gerichtet und stehen vor geografisch oberen Teilen eines schon vorher erwähnten Flusslaufs. Längenangaben nach Schrägstrich beziehen sich auf den Flusslauf nach amtlicher Einteilung im Gegensatz zur traditionellen Verwendung des Namens, oder auf den naturwissenschaftlich längsten Fließweg im Gegensatz zum amtlich definierten Fluss. Ist der Fließweg aus einem (Sekundär-)Zufluss und dem Teil des Flusslaufs, in das er mündet, unterhalb dieser Mündung länger als das Hauptgewässer selber, so ist der Abstand der Mündung von der Quelle oder der Mündung des Hauptgewässers angegeben. Wasserläufe, die als Abzweigung aus einem größeren Gewässer beginnen, sind doppelt eingetragen: bei dem Gewässer, aus dem sie abzweigen, blau unterlegt bei dem Gewässer, in das sie münden, blaugrau unterlegt Gewässer von namentlich weniger als 25 km sind mit aufgenommen, wenn sie als Teil eines längeren Wasserlaufs zu betrachten sind. Zuflüsse > 80 km: (Längen in km) Semois (210) • Sambre (193) • Ourthe, Ourthe Occidentale (180) • Rur (164) • Chiers (140) • MaximaK., Zuid Willemsvaart (126) • Dieze, Dommel (120) • Niers (113,1) • Amblève/Amel (93) • Lesse (89) Zufluss in Fließrichtung gesehen von … ABZWEIGUNG NACH … Name Lage der Mündung Gewässerkennzahl BE: versch. (Wallonie: Wasserkörper) FR: SANDRE Länge [km] Einzugs- gebiet [km²] mittlerer Abfluss [m³/s] Amer, Teil der südholländischen Rhein-Maas-Mündung 12 rechts Spijkerboor ← Steurgat aus dem Rhein links Donge ← Leij Geertruidenberg 35 ↑ Bergsche Maas 24,5 230 ↑ Maas Heusden (DE: 28), BE: MV35R (PDF) MM38R (unt./ob. Namur), FR: B---0000 784 33.000 357 links Dieze Hertogenbosch 6,5 / 120 14 rechts Aa (Unterlauf) 46 Mitte Zuid-Willemsvaart (Nordende) 118 / 123 ↑ links Dommel 113,5 / 120 links Maximakanaal 8,25 / 126 NACH L Zuid-Willemsvaart (Nordende) 5,4 ↑ Zuid-Willemsvaart 118 / 123 NACH L Aa (Unterlauf) Helmond 46 links Aa (Oberlauf) 23,4 rechts Astense Aa Asten 18,7 ↑ bei Bedarf Wasserzufuhr aus Kanaal van Deurne ← Noordervaart NACH R Noordervaart Nederweert 11 NACH R Kanaal Wessem–Nederweert 17 links Hertogswetering Oss 32,5 ca. 100 rechts Niers Gennep DE: 286 113,1 1.380 7,8Abflussmessung nicht in Gennep, sondern in Goch links Nette unt. Wachtendonk DE: 2862 28,3 182 links Tungelroyse Beek Neer 26 157 rechts Schwalm, ndl.: Swalm Swalmen DE: 284 45,3 269 1,6 rechts Rur, ndl.: Roer Roermond DE: 382, BE: MV28R (PDF) eau.wallonie.be 164,5 2.361 22,2 links Wurm, ndl.: Worm nördl. Heinsberg DE: 2828 57 355,5 links Merzbach Linnich DE: 282534 28,4 106 links Inde bei Jülich DE: 2824, BE: MV32R (PDF) eau.wallonie.be 54,1 374 rechts Urft in den Rursee DE: 2822 46,4 372 links Olef Schleiden-Gemünd DE: 28228, BE: MV30R (PDF) eau.wallonie.be 27,9 196 links Kanaal Wessem–Nederweert Wessem/Maasbracht 17 rechts Julianakanaal 36 rechts Geleenbeek Stevensweert 45,2 2,8 links Abeek Ophoven 43,6 rechts Göhl, ndl.: Geul bei Meerssen BE: MV26R (-II), MV25R (-I) 58 1,5NACH R Julianakanaal Maastricht 36 NACH L Zuid-Willemsvaart Maastricht 118 links Verbindung vom Albertkanal Neerharen 4,75 links Jeker, fr.: Geer Maastricht MV22R (-II), MV18R (-I) 54 463 2,7NACH L Albert-Kanal (zur Scheldemündung) Liège, deutsch: Lüttich 129,5 rechts Ourthe OU32R (-III), OU22R (-II) 130,5 / 180 3.624 55,2 rechts Weser, fr.: Vesdre 2 km vor deren Mündung DE: 28128 69,7 696 10,9 rechts Amel, französisch: Amblève Comblain-au-Pont AM17R (PDF) 93 1.080 19,5 links Lienne Stoumont AM13R (PDF) 29 149 2,9 links Salm Trois-Ponts AM10R (-II), AM18R (-I) 34,3 202 3,2 rechts Warche oberh. Stavelot AM16R (-III), AM06R (-II), AM03R (-I) 40,9 194 4,5 rechts Aisne 3 km unt. Barvaux OU26R (-II), OU24R (-I) 31 187 ↑ rechts Ourthe Orientale 8 km westlich Houffalize OU32R (-III), OU11R (-II), OU07R (-I) 38,7 329 5,7 ↑ links Ourthe Occidentale OU06R (-III), OU03R (-II), OU01R (-I) 49,5 406 7,2 rechts Hoyoux Huy MV07R (-II), MV07R (-I) 28 239 2,0 links Mehaigne Wanze OU06R (PDF) 59 352 2,5 links Sambre Namur BE: SA27R (-II), SA25R (-I), FR: D0000600,D0120600, D0--022- 193 2 740 28,6 links Orneau Jemeppe-sur-Sambre SA22R (-II), SA21R (-I) 25 203 1,8 links Piéton Charleroi SA13R 30 170,4 rechts Eau d’Heure Marchienne-au-Pont SA11R (-III), SA08R (-II), SA05R (-I), SA03L (Talsp.) 47 344 3,8 rechts Helpe Majeure Noyelles-sur-Sambre D0150650 69,1 329 3,9 rechts Helpe Mineure Maroilles D0130700 51 275 3,8 rechts Bocq Yvoir MM29R (-II), MM28R (-I) 45 230 2,2 rechts Lesse (m. 1.100 m [Luftlinie] als Doline) oberhalb Dinant LE… 89 1 343 19 rechts Lomme Éprave LE01R (PDF) 46 480 7,4 links Hermeton Hermeton, ob. Hastière M21R (-III), M19R (-II), M18R (-I) 32 167 1,9 links Viroin aus: Vireux-Molhain B71-0200 22 / 66 links Eau Blanche Viroinval MM06R (-II), MM05R (-I) 33 179,5 ↑ rechts Eau Noire FR: B71-0200, BE: MM03R (PDF) 44 rechts Semoy (F) ← Semois (B) Monthermé FR: B6--0100, BE: SC37R (-IV), SC28R (-III), SC23R (-II), SC08R (-I) 210 1.350 29,2 rechts VierreGezeichneter GPS-track, flussaufwärts. gpsies.com Chiny SC22R (PDF) eau.wallonie.be (-III), SC18R (-II), SC17R (PDF) eau.wallonie.be (-I) 46,7 267 5,6 links Sormonne Warcq B55-0200 56,5 411 6,4 links Vence Charleville-Mézières B53-0200 32,6 132 2,2 links Bar 7 km unt. Sedan B51-0200 61,1 425 5,6 rechts Chiers oberh. Bazeilles FR: B4--0100, BE: SC38R (PDF) ca. 140 2.222 30,6 links Loison unter Montmédy B45-0200 52,8 357 4,0 links Othain oberhalb Montmédy B43-0200 67 257 29 rechts Ton oder Thon 6 km ob. Montmédy B4230430 32 318 5 links Crusnes Longuyon B41-0200 32 266 3,2 rechts Aroffe (Goulot de Meuse) unter Rigny-la-Salle B20-0200 50,2 265,4 rechts Vair ggü. Domrémy-la-Pucelle B12-0200 65,3 460 5,2 rechts Mouzon Neufchâteau B10-0200 63,3 425 4,8 rechts Anger ob. Cirourt-sur-Mouzon B10-0210 27,9 124 1,4 Bei der wallonischen Nummerierung handelt es sich nicht um Wasserlauf-, sondern um Wasserkörpernummern. Ist ein Fluss in mehrere Wasserkörper unterteilt, so hat die Behörde deren Benennungen mit römischen Zahlen unterschieden, Reihenfolge flussabwärts. Wo größere Zuflüsse dieser Gewässer als eigene Wasserkörper definiert wurden, kann das Gesamteinzugsgebiet größer sein als die Summe der hier aufgelisteten Wasserkörper. Umgekehrt ist wegen eingerechneter kleinerer Zuflüsse die für einen Wasserkörper angegebene Gewässerlänge oft größer als die Abschnittslänge seines Hauptgewässers. Zur Liste aller Wasserkörper in der Wallonie siehe Umweltportal.Generaldirektion für Landwirtschaft, natürliche Reserven und Umwelt - DGO3/SPW: Umweltziele der Gewässer (Detail) mit vollständiger Liste der Wasserkörper samt Nummern
+ Kürzere direkte NebenflüsseLinke NebenflüsseRechte Nebenflüsse Saônelle, 22 km Méholle, 18 km Chonville 16 km Andon 24 km Wiseppe 22 km Yoncq, 17 km Fau 19 km Flambart, 18 km Creue, 16 km Givonne, 16 km Vrigne, 17 km Houille (BE/FR), 35 km (davon 16 km in Frankreich) Samson (BE), 16 km Berwinne bzw. Berwijn (BE), 25 km Foron bzw. Voer (BE), 12 km
Städte an der Maas + – Reihenfolge flussabwärts – Frankreich Belgien Niederlande Neufchâteau Vaucouleurs Commercy Saint-Mihiel Verdun Stenay Sedan Charleville-Mézières Givet Dinant Namur Huy Seraing Liège (Lüttich) Visé Maaseik Maastricht Roermond Venlo ’s-Hertogenbosch Waalwijk
Entwicklungsgeschichte und künstliche Veränderungen des Flusses
Flussanzapfungen am Oberlauf Das heute sehr schmale Einzugsgebiet des Maas-Oberlaufes ist eine Folge von Gebietsverlusten durch Flussanzapfungen aus den etwas tiefer liegenden benachbarten Flussgebieten heraus, also dem der Seine im Westen und dem der zum Rhein fließenden Mosel im Osten. Die Maas verläuft im Oberlauf vorwiegend durch Serien meist widerstandsfähiger Kalksteine des Oberjura (in Deutschland bekannt als Malm), wogegen die dortigen Nachbarflussgebiete eher in leichter ausräumbaren Gesteinen liegen.