Gotthardt Wolf (* 22. Juni 1887 in Eppendorf; † 20. Januar 1947 in Potsdam) war ein deutscher Kameramann.
Leben Nach einer Ausbildung zum Fotografen spezialisierte er sich auf Reproduktions- und Porträtfotografie. 1910 begann er als einfacher Kameramann für die noch in den Anfängen befindliche Kinematographie zu arbeiten und war in seiner Frühphase als Chefkameramann vor allem in den letzten beiden Jahren vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs für den Lustspielregisseur Franz Hofer tätig. Von 1916 bis 1918 leistete Wolf Kriegsdienst unter anderem in Finnland als Kameramann für das Kaiserliche Bild- und Filmamt.
Entscheidende Bedeutung hatte schließlich sein Zusammenwirken mit Schauspieler-Regisseur Harry Piel. Unter Piels Leitung entwickelte sich Wolf zum Experten für kameratechnische Trickaufnahmen und Spezialeffekte.
Mit Anbruch des Tonfilmzeitalters trennte sich Wolf von Piel und arbeitete vor allem für den Industriefilm. Er beschäftigte sich in dieser Zeit intensiv mit der Farbfotografie. Zu Studienzwecken hielt er sich vorübergehend in London auf. 1937 wurde er in Berlin Farbfilmkameramann bei Siemens für Industrie- und Werbefilme.
Filmografie 1913: Wer ist der Täter? 1913: Hurrah! Einquartierung! 1914: Das Liebesbarometer 1914: Sein Störenfried 1914: Das geheimnisvolle Zeichen 1914: Deutsche Helden 1914: Fräulein Piccolo 1915: Manya, die Türkin 1915: Das Geheimnis von D 14 1915: Im Banne der Vergangenheit 1917: U-Boote heraus! Mit U-Boot 178 gegen den Feind (unsicher) 1919: Der große Coup 1920: Über den Wolken 1920: Der Spitzel 1920: Der große Unbekannte 1920: Der rätselhafte Klub 1920: Judith Trachtenberg 1920: Der zeugende Tod 1921: Das Haus zum Mond 1921: Der Herr der Bestien 1921: Der Flug in den Tod 1921: Unter Räubern und Bestien 1921: Die Schreckensnacht in der Menagerie 1922: Zum Paradies der Damen 1922: Die Tigerin 1923: Das Haus ohne Lachen 1923: Stadt in Sicht 1923: Menschen und Masken (2 Teile) 1924: Der Mann ohne Nerven 1924: Auf gefährlichen Spuren 1925: Schneller als der Tod 1925: Abenteuer im Nachtexpreß 1925: Zigano, der Brigant vom Monte Diavolo 1926: Der schwarze Pierrot 1926: Achtung Harry! Augen auf! 1926: Was ist los im Zirkus Beely? 1927: Rätsel einer Nacht 1927: Sein größter Bluff 1928: Panik 1928: Seine stärkste Waffe 1928: Mann gegen Mann 1929: Ich küsse Ihre Hand, Madame 1929: Der lustige Witwer 1929: Der Held aller Mädchenträume 1929: Männer ohne Beruf 1929: Erpresser 1929: Sein bester Freund 1930: Gaukler (Les saltimbanques) 1931: Die große Attraktion 1932: Wäsche – Waschen – Wohlergehen (Industriefilm) 1934: Der rote Reiter (nur Farbsequenzen) 1934: Potsdam (Dokumentarkurzfilm) 1936: Karneval (Kurzfilm, nur Farbsequenzen) 1936: Tiergärten des Meeres (Dokumentarkurzfilm) 1941: Unsere Infanterie (Dokumentarkurzfilm)
Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 8: T – Z. David Tomlinson – Theo Zwierski. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 444.
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