Die 7. Panzerdivision (NVA), kurz 7. PD,Abkürzung in: ZMSBw: Standortdatenbank NVA und GT/DDR. war ein Großverband der Nationalen Volksarmee der Deutschen Demokratischen Republik.
Geschichte Herkunft der militärischen Formationen mini|Gliederung der Mech.-Bereitschaft der KVP am Beispiel: Dresden (1955) Bereits bei Schaffung der Kasernierten Volkspolizei (KVP)Mit Befehl 500/50 des Chefs der Hauptverwaltung Ausbildung (C-HVA), Generalinspekteur Heinz Hofmann, zur Reorganisation der bis dahin gebildeten Volkspolizei-Bereitschaften und -Schulen wurde der zielstrebige Aufbau der Kasernierten Volkspolizei (KVP) eingeleitet. Anfang der 1950er Jahre wurden neben Infanterieverbänden auch mechanisierte Verbände aufgestellt, darunter die Mech.-Bereitschaft Dresden der KVP.Der Befehl 500/50 des Chefs der HVA, Generalinspekteur Heinz Hofmann, zur Reorganisation der bis dahin gebildeten VP-Bereitschaften und -Schulen bedeutete für die Territorialverwaltung (TV) Dresden große Veränderungen z. B. die Ausgliederung von Einheiten der Bereitschaften Gera und Meiningen nach Bärenstein (Altenberg) und Marienberg sowie zahlreiche Verlegungen innerhalb der TV. Mit der Führung der Mech.-Bereitschaft Dresden der KVP war ab September 1953 Oberst Werner Pilz beauftragt. Die maßgebliche Forderung aus der Sowjetunion nach originären DDR-Streitkräften bekam erst Öffentlichkeit, nachdem im November 1955 in der Bundesrepublik Deutschland die Bundeswehr geschaffen wurde.Torsten Diedrich, Rüdiger Wenzke: Die getarnte Armee – Geschichte der Kasernierten Volkspolizei 1952–1956. Berlin 2001, S. 453 f.Zeittafel für das Jahr 1956. In: Autorenkollektiv: Zeittafel zur Militärgeschichte der Deutschen Demokratischen Republik 1949–1988. Berlin 1989, ISBN 3-327-00720-9, S. 56–74
Am 18. Januar 1956 verabschiedete die Volkskammer der DDR nach Rücksprache der SED-Führung mit dem ZK der KPdSU das Gesetz „über die Schaffung der Nationalen Volksarmee und des Ministeriums für Nationale Verteidigung“. Für die einsatzbereiten Formationen der KVP begannen de-facto bereits im Spätherbst 1955 die Vorbereitungen zur Umwandlung in reguläre Streitkräfte der DDR. Eine wichtige Orientierung für den Aufbau, die Struktur, Ausrüstung und Ausbildung gab Ende Januar 1956 die erste Tagung der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages. Die zu schaffenden bewaffneten Kontingente der NVA sollten in die Vereinten Streitkräfte integrierbar sein.Antrag der DDR-Delegation zur Eingliederung der bewaffneten Kontingente der NVA in die Vereinten Streitkräfte und Beschluss des Politischen Beratenden Ausschusses der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages 27.–28. Januar 1956 in Prag. In: Autorenkollektiv: Zeittafel zur Militärgeschichte der Deutschen Demokratischen Republik 1949–1988. Berlin 1986, ISBN 3-327-00720-9, S. 57.
Vorgesehen war, nach sowjetischem Vorbild strukturierte Mechanisierte DivisionenDie Gattung Mechanisierte Truppen (in der Sowjetunion der 1930er/1950er Jahre), ru – механизированные войска [Mechanisirowannyje Wojska] umfasste motorisierte, Mot.-Schützen-, Panzer-, Artillerie-, Fla-Artillerie-Formationen. (Quelle in: Militärenzyklopädisches Wörterbuch. ru – Военный Энциклопедический Словарь [Wojenny Enziklopeditscheskij Slowar]). Moskau 1986, S. 441. (zwei MD), Infanteriedivisionen (drei ID) und Panzerdivisionen (drei PD) aufzustellen. Bereits im Sommer 1956 wurden auf der Grundlage neuester sowjetischer Vorstellungen über Aufbau, Ausrüstung und Einsatz der Streitkräfte Veränderungen erforderlich. Die im Aufbau befindlichen Infanteriedivisionen und Mechanisierten Divisionen der NVA wurden in Erweiterung des ursprünglichen Befehls 1/56 durch Befehl 99/56 des Ministers vom 17. Oktober 1956 in Mot.-Schützendivisionen bzw. in Panzerdivisionen umformiert.Siehe: Über die Hauptverwaltung Ausbildung (HVA) und die Kasernierte Volkspolizei (KVP) zu regulären Streitkräften der Deutschen Demokratischen Republik. In: Gerold Möller (Hrsg.): 11. Motorisierte Schützendivision. Halle, Bad Frankenhausen, Hermsdorf, Sondershausen, Weißenfels, Wolfen, Zeithain. Geschichte und Tradition, Entwicklung und Dokumentation. 3., überarbeitete und ergänzte Auflage. Halle 2005, S. 6–7.
Das zum 1. März 1956 gebildete Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV)Befehl 1/56 des Ministers für Nationale Verteidigung vom 10. Februar 1956 über die „Bildung der Nationalen Volksarmee, des Ministeriums für Nationale Verteidigung und die Einführung der Uniformen der Nationalen Volksarmee“ zum 1. März 1956. ordnete diese Formationen den zwei Kommandos der Militärbezirke (KMB-III und KMB-V) der Landstreitkräfte zu.Autorenkollektiv: Zeittafel zur Militärgeschichte der Deutschen Demokratischen Republik 1949–1988. Berlin 1986, ISBN 3-327-00720-9, S. 57. Aus dem Bestand der Kommandos wurde im Felddienst je ein Armeekommando gebildet. Dem KMB III (Standort Leipzig), als verantwortlichem militärischen Führungsorgan im SüdterritoriumDer Verantwortungsbereich des Militärbezirks III erstreckte sich auf das Gebiet der DDR-Bezirke Cottbus, Halle, Leipzig, Dresden, Karl-Marx-Stadt, Erfurt, Gera und Suhl. Dazu war das Kommando des Militärbezirks bereits in Friedenszeit strukturell als Feldführung der 3. Armee und in den territorialen Militärbezirk III aufgeteilt. (Quelle: Bundesarchiv. Kommando MB III. archivportal-d.de; Abruf am 20. Oktober 2020.) der DDR, wurde die aufzustellende 7. Panzerdivision (Standort des Stabes – Dresden) zugeteilt. Ab 1972 wurde das Kommando Landstreitkräfte gebildet, das im Auftrag des MfNV die beiden Militärbezirke führte.Wilfried Kopenhagen: Die Landstreitkräfte der NVA. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-02297-4, S. 40–41.
Aufstellung und Auftrag der 7. PD Im Frühjahr 1956 verlegten die Einheiten der Mech.-Bereitschaft Dresden der KVP (Stab in den Dresdener Albertstadt-Kasernen) zur Ausbildung, zu Baumaßnahmen und zur Neuformierung von ihren Standorten ins Truppenlager Nochten. Dort wurde die 7. Panzerdivision des Militärbezirks III der DDR bis zum August 1956 formiert. Mit der Führung der Neuformierung der Mech.-Bereitschaft Dresden der KVP zur 7. Panzerdivision und dem Ausbau der Kasernen und Übungsplätze war Oberst Werner Pilz beauftragt. Laut Befehl des Ministers über Kader Nr. 466/56 vom 18. August 1956 hatte er die neuformierten Truppen an Oberst Heinrich Brandes zu übergeben und wurde in die Reserve des Ministers versetzt. Die 7. Panzerdivision wurde am 20. August 1956 mit Übergabe der Truppenfahne an Oberst Heinrich Brandes in Dienst gestellt und vereidigt.Mit Befehl Nr. 54/56 des Ministers für Nationale Verteidigung, Generaloberst Willy Stoph, wurde die Indienststellung und Vereidigung der 7. PD am 20. August 1956 im Truppenlager Nochten vorgenommen. Oberst Heinrich Brandes (vordem Leiter der Panzerschule Großenhain) übernahm die Truppenfahne der 7. PD.
Gliederungsgrundlage für die Schaffung dieses Verbandstyps war weitestgehend die Panzerdivision der Sowjetarmee. Ihre Struktur entsprach in späteren Jahren einem Personalbestand von mehr als 9.000 im Garnisonsdienst. Im Unterschied zu den Panzerdivisionen der Sowjetarmee hatten die der NVA keine Kampfhubschrauber und verfügten bei Mot.-Schützen- und Panzerformationen über geringeren Kampfbestand.
Der Auftrag der 7. PD bestand verfassungsgemäßDas Gesetz zur Ergänzung der Verfassung (1949) wurde am 26. September 1955 von der Volkskammer der DDR beschlossen. Artikel 5 erklärt den „Dienst zum Schutz des Vaterlandes und der sozialistischen Errungenschaften der Werktätigen zur ehrenvollen nationalen Pflicht der Bürger der DDR […] und gemäß Artikel 112 obliegt der Republik die Gesetzgebung über den militärischen Schutz der Heimat und den Schutz der Bürger.“ Zit. nach Zeittafel 1955. In: Autorenkollektiv: Zeittafel zur Militärgeschichte der Deutschen Demokratischen Republik 1949 bis 1988. 2., erweiterte und durchgesehene Auflage. Berlin 1989, S. 54–55.Artikel 7 der Verfassung der DDR (1968): documentarchiv.de darin, dass dieser taktische Verband der NVA im Bündnis mit den Koalitionsstreitkräften „das friedliche Leben der Bürger der DDR und aller Staaten der sozialistischen Gemeinschaft gegen jegliche Angriffe der aggressiven Kräfte … schützt und die Souveränität der DDR, ihre territoriale Integrität sowie Unverletzlichkeit ihrer Grenzen und ihrer staatlichen Sicherheit gewährleistet.“Nationale Volksarmee der DDR (NVA). In: Autorenkollektiv: Wörterbuch zur deutschen Militärgeschichte. Mi–Z. 2., durchgesehene Auflage. Band 2. Berlin 1987, ISBN 3-327-00478-1, S. 677. Die Division war ab 1962 zu Handlungen im Bestand operativer Gruppierungen (Armee, Armeekorps) beliebiger Teilnehmerstaaten der Ersten Strategischen Staffel der Vereinten Streitkräfte auf dem Westlichen Kriegsschauplatz (WKSP) vorgesehen.
1960 war die Division die erste NVA-Einheit, die mit bildenden Künstlern Honorarverträge für künstlerische Aufträge und die Gründung und Leitung volkskünstlerische Zirkel abschloss.Monika Flacke: Auftrag: Kunst. 1949–1990. Bildende Künstler der DDR zwischen Ästhetik und Politik. Deutsches Historisches Museum 1995, S. 143
Militärische Ausbildung in der 7. PD Die Ausbildung in der 7. Panzerdivision, bezeichnet als Gefechtsausbildung der Truppen, war darauf gerichtet, das militärische Handwerk gut zu erlernen. In nahen Standorträumen unterlag die Ausbildung keinerlei Einschränkungen durch die erhobene Forderung nach ständiger Gefechtsbereitschaft. Seit den 1970er Jahren, mit Einführung neuer Ausbildungsprogramme, verlief die Ausbildung in jedem Ausbildungshalbjahr (Dezember–Mai bzw. Juni–November) in fünf Etappen:Siehe Sebald Daum: Die Gefechtsausbildung im Militärbezirk. In: Autorenkollektiv: Der Militärbezirk Leipzig. 1956–1990. Kurzer geschichtlicher Abriss. (Hrsg.) Förderverein für das Militärhistorische Museum Anhalt e. V., Dessau-Roßlau 2016, S. 19–23. mini|Ausbildungsetappen Mot.-Schützen- und Panzertruppen laut Programm ab 1981 Militärische Grundausbildung der Neueinberufenen sowie zeitgleich die Vorbereitung der Technik, Bewaffnung und Ausbildungsbasis auf die nächste Nutzungsperiode (Winter oder Sommer). Militärische Einzelausbildung in der jeweiligen Dienststellung; Einheitsausbildung (Gruppe, Zug, Kompanie) und „Komplexausbildung“ mehrerer Waffengattungen sowie die Herstellung der Geschlossenheit für Bataillone/Abteilungen; Taktische Übungen mit und ohne Gefechtsschießen; Abschlussüberprüfung oder Inspektion, in der Regel verbunden mit Truppenübungen der Truppenteile und der Division;
Übungstätigkeit in der 7. PD Im Zuge dieser Ausbildungsorganisation war gesichert, dass der Wehrdienstleistende im Verlaufe seiner Dienstzeit an ein bis zwei Übungen der Kompanie-/Batterie-Ebene und an einer gleichen Anzahl Übungen in der Bataillons-/Abteilungsebene teilnahm. Im Weiteren absolvierte die 7. PD:Die Ausbildungsetappen in den Landstreitkräften der NVA sind beschrieben in: Gerold Möller (Hrsg.): 11. Motorisierte Schützendivision Halle, Bad Frankenhausen, Hermsdorf, Sondershausen, Weißenfels, Wolfen, Zeithain. Geschichte und Tradition, Entwicklung und Dokumentation. 3., überarbeitete und ergänzte Auflage. Halle 2005, S. 111–115. im Zweijahres-Rhythmus eine Truppenübung der Division bzw. eine Kommandostabsübung für die Stäbe der Division und der Truppenteile, unter Teilnahme von Darstellungstruppen; in den Jahren ohne Divisionsübung leiteten die Führungsorgane der 7. PD taktische Übungen der Regimenter (PR, MSR) mit und ohne Gefechtsschießen; die Teilnahme an Manövern im Koalitionsbestand (siehe unten).
Übungs- und Manöverteilnahme im Koalitionsbestand Die Vorbereitung auf Handlungen im Koalitionsbestand bestimmte die Übungspraxis der Regimenter und insbesondere der Führungsorgane der 7. PD, darunter:Teilnahme der NVA an Übungen und Manöver im Koalitionsbestand. In: Autorenkollektiv: Zeittafel zur Militärgeschichte der Deutschen Demokratischen Republik 1949–1988. Berlin 1986, ISBN 3-327-00720-9, 660 S.