mini|„Disco-Queen“ Donna Summer (2009) Donna Summer (* 31. Dezember 1948 in Boston, Massachusetts; † 17. Mai 2012 in Naples, Florida; eigentlich LaDonna Adrian Gaines)Donna Summer, Marc Eliot: Ordinary Girl – The Journey; New York (U.S.A.): Villard, 2003 (Autobiografie).reuters.com 17. Mai 2012.eonline.com 18. Mai 2012. war eine US-amerikanische Sängerin und Songschreiberin, die von 1968 bis 1976 in Deutschland und Österreich lebte und arbeitete.Ulrich Hoppe: Donna Summer: Die Disco-Queen aus Amerika; München: RTS Verlag Jürgen Zimmermann, 1980 (Heyne Discothek, Band 4).Craig Halstead, Donna Summer: For The Record, Sandy Bedfordshire (Großbritannien): Authors OnLine, 2011.

Summer gilt als die „unbestrittene Disco-Queen“.Rock and Roll Hall of Fame 23. September 2009. Gemeinsam mit den Produzenten Giorgio Moroder und Pete Bellotte entwickelte sie ab Mitte der 1970er Jahre von München aus die moderne Tanzmusik weiter zu einer neuen Idee von internationalem Pop.soundonsound.com März 1998.Rolling Stone 21. August 2003.rollingstone.com 17. Mai 2012.

Mit Songs wie Love to Love You Baby, I Feel Love, Hot Stuff oder On the Radio wurde sie in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre zum internationalen Star.electronicbeats.de 2. Juni 2009. Electronic Beats press release 2. Juni 2009. Sie eroberte die Hitparaden weltweitTV-Programm Deutsche Beats Deutsche Welle TV 2010. und verkaufte geschätzte 130 Millionen Schallplatten. (PDF; 53 kB) Sie war 1977 und 1979 die erfolgreichste Musikerin in DeutschlandDer Musikmarkt: 30 Jahre Single Hitparade: Die Jahres-Single-Hitparaden vom 20. Dezember 1959 bis 15. Dezember 1988; 1989. und 1979 und 1980 die erfolgreichste Musikerin der USA.Billboard 22. Dezember 1979 und 20. Dezember 1980. Ihr Song I Feel Love ist der weltweit erfolgreichste Song der 1970er Jahre aus Deutschland. Sie gewann von 1978 bis 1997 fünf Grammys in vier verschiedenen Musikrichtungen (R’n’B, Rock, Gospel, Dance-Pop)grammy.com. Abgerufen am 28. März 2012 und der von ihr interpretierte Song Last Dance 1978 einen Oscar. 1992 erhielt sie einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.walkoffame.com. Abgerufen am 31. März 2012 2011 wurde Donna Summer mit ihrem Song I Feel Love für das Nationale Schallplattenverzeichnis der US-Kongressbibliothek (National Recording Registry of the Library of Congress) ausgewählt; sie gehört damit zum Klangerbe der USA, das für zukünftige Generationen bewahrt werden soll.US-Kongressbibliothek 23. Mai 2012. 2013 wurde sie in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.Rock and Roll Hall of Fame. Abgerufen am 28. August 2016. 2018 wurde ein Remix ihres Songs Hot Stuff ihr 18. Nummer-1-Hit in den US-amerikanischen Club-Charts.billboard.com 5. März 2010. billboard.com Teil 1. Abgerufen am 16. Februar 2019. billboard.com Teil 2. Abgerufen am 16. Februar 2019. billboard.com Teil 3. Abgerufen am 16. Februar 2019. billboard.com Teil 4. Abgerufen am 16. Februar 2019.

Werdegang 1968–1973: Karrierebeginn in Deutschland Donna Summer wuchs in einer Familie mit fünf Schwestern und einem Bruder auf. Ihr Vater Andrew arbeitete als Fleischer, Tapezierer und Fernsehmechaniker, ihre Mutter Mary Ellen Gaines in einer Turnschuhfabrik.

Wie viele afroamerikanische Musiker sammelte sie ihre ersten Gesangserfahrungen in einem Gospelchor. Mit zehn Jahren feierte sie bereits ihren ersten Soloauftritt im Gospelchor der Grant-A.M.E.-Kirche in Boston mit Johnny Langes/Mahalia Jacksons I Found The Answer. Mit 17 Jahren wurde sie die Frontfrau der weißen Bostoner Psychedelic-Rock-Band Crow. Mit ihr ging sie 1968 nach New York City, wo sie nach einem Auftritt der Band ein Angebot für einen Plattenvertrag von RCA erhielt.Josiah Howard: Donna Summer – Her Life and Music; Cranberry Township, PA (USA): Tiny Ripple Books, 2003.

Stattdessen bewarb sie sich für das Hippie-Musical Hair – es fanden sich zu wenige schwarze Musicalsängerinnen in DeutschlandMade in Germany – 70er Hits und ihre Geschichten, WDR vom 1. Januar 2021. – und flog nach Zusage der Produzenten am 28. August 1968 dorthin. Am 24. Oktober 1968 stand sie als 19-Jährige bei der deutschen Erstaufführung dieses Musicals auf der Bühne des Münchner Theaters an der Brienner Straße. Donna Summer sang in diesem Musical Songs wie Wassermann (Aquarius) auf Deutsch, das sie fließend sprach. Wassermann wurde gleichzeitig Donna Summers erste Single überhaupt, noch unter dem Namen Donna Gaines und Ensemble veröffentlicht. Das Album Haare (Hair), aufgenommen mit den Sängern der deutschsprachigen Uraufführung wie Reiner Schöne (Berger), Ron Williams (Hud), Gudrun ‚Su‘ Kramer (Sheila), Elke Koska (Jeannie) und Donna Summer (Donna),musik-sammler.de. Abgerufen am 31. März 2012 erreichte Platz 4 in der deutschen Hitparade. In diesem erfolgreichen Musical-Ensemble wirkten später neben ihr unter anderem auch Jürgen Marcus, Jutta Weinhold und Peter Kent mit, für die das Musical ebenfalls den Sprung ins Showgeschäft bedeutete.

Für Donna Summer folgten Fernsehauftritte (z. B. sang sie im TV-Krimi-Dreiteiler 11 Uhr 20 (ZDF 1970) den vom Filmkomponisten Peter Thomas geschriebenen Song Black Power sowie den von ihr und H. Hammerschmied komponierten Song If You Walkin' Alone). Sie wirkte 1968 im berühmten, provozierenden Afri-Cola-Werbespot von Charles Wilp mit.Frankfurter Rundschau 4. Januar 2005 Sie trat mit Haare (Hair) in weiteren Städten sowie in weiteren Musicals in Österreich und Deutschland auf (Porgy and Bess, Show Boat, Ich bin ich (The Me Nobody Knows), Godspell (in Ich bin ich und Godspell unter dem Pseudonym Gayn Pierre)). Bei Proben an der Volksoper Wien begeisterte sie die Opernsängerin Julia Migenes mit einer herausragenden Sopranstimme.Radio-Dokumentation Feelin’ Love: The Donna Summer Story BBC Radio 2 (Großbritannien) 2009. Während dieser Zeit entstanden Freundschaften, die ihr lebenslang wichtig waren.Bunte 26. Juni 2008. Sie lernte dabei auch ihren ersten Ehemann kennen, den österreichischen Kollegen und späteren Zahnarzt Helmuth Sommer (von 1969 bis 1970 Hair-Ensemblemitglied und Ich-bin-ich-Ensemblemitglied sowie 1971 Godspell-Ensemblemitglied), aus dessen anglifiziertem Namen ihr Künstlername Donna Summer wurde. Aus dieser Ehe ging 1973 ihre Tochter Mimi hervor.Abendzeitung vom 30. Dezember 2008: Donna Summer: Wilde Jahre an der Isar

1972 arbeitete sie mit der Mannheimer Band 2066 and Then zusammen und war unter anderem Sängerin des Single-Tracks Time Can’t Take It Away, der allerdings erst 1991 auf dem Album Reflexion on the Past erschien.Liner Notes des Albums Reflexion on the Past

In München war sie auch Mitglied des elfköpfigen Popchors Family Tree, der im Sommer 1972 vom Würzburger Musikmanager Günter „Yogi“ Lauke zusammengestellt worden war. Mit dieser Gruppe war Donna Summer 1973 und 1974 in vielen europäischen Fernsehstudios und auf Konzerten zu Gast. Weitere Mitglieder von Family Tree waren u. a. Claus „Tommy“ Dittmar († 2000), Timothy „Timmy“ Touchton und die Luxemburgerin Monique Melsen, die ihr Heimatland beim Eurovision Song Contest 1971 in Dublin vertreten hatte.

1974–1979: Erste Erfolge mit Giorgio Moroder 1973 traf Donna Summer dann Giorgio Moroder und Pete Bellotte, ein Münchner Produzenten- und Songwriterteam. Ihre ersten gemeinsamen Songs (The Hostage, Lady of the Night – als Version von Su Kramer Abends in einer großen Stadt) hatten ab 1974 in den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Österreich und Deutschland Erfolg.

Der erste Welterfolg kam dann 1975 mit dem in den Münchner MusicLand-Studios aufgenommenen 17-minütigen Disco-Stück Love to Love You Baby mit der jazzigen Basslinie und dem erotischen Stöhnen. Donna Summer hatte die Zeile „I’d love to love you“ im Kopf und Marilyn Monroe vor Augen, Giorgio Moroder produzierte die Musik dazu. Dieser Song wurde nicht nur in den USA (Platz 2) und in Deutschland (Platz 6) ein Hit, sondern er war so wegweisend, dass selbst das Goethe-Institut auf seiner Internet-Seite schreibt: „Kaum weniger einflussreich für die elektronische Tanzmusik war das Schaffen des Produzenten Giorgio Moroder in München. […] ‚Love To Love You Baby‘ […] war eine 17-minütige, am orchestralen Philadelphia-Soul orientierte, dabei rein synthetische Tanzekstase, zu der […] Donna Summer orgasmisch stöhnte […]. Das Stück […] stand mit seinem voll synthetischen Endlosrhythmus Pate für Housemusik.“Goethe-Institut. Abgerufen am 28. März 2012 Love to Love You Baby entwickelte sich damals zum Skandal, da die Aufnahmen besonders durch die aufreizenden Stöhnlaute der Sängerin auffielen. Im selben Jahr nahmen die drei auch das Album A Love Trilogy auf, an dem auch der deutsche Gitarrist Frank Diez mitarbeitete und welches 1976 veröffentlicht wurde.

Im Sommer 1977 erschien das Album I Remember Yesterday mit dem im Jahr zuvor in den Musicland Studios aufgenommenen elektronischen Disco-Hit I Feel Love, geschrieben von Giorgio Moroder, Pete Bellotte und Donna Summer. I Feel Love wurde ebenfalls zum Welterfolg und das dreiköpfige Musikerteam schrieb endgültig Musikgeschichte. Der Track gilt als Pionierstück der Elektronischen Tanzmusik und als bedeutender Vorläufer der House- und Techno-Musik. Schon damals hielt der englische Musiker und Produzent Brian Eno I Feel Love für den „Sound der Zukunft“.CD-Booklet David Bowie Sound and Vision 1989. Und noch 2003 war für den amerikanischen Electro-Musiker Moby Donna Summer die revolutionärste Künstlerin der letzten 30 Jahre. I Feel Love sei der erste Song überhaupt gewesen, der in dieser Art geschrieben wurde (elektronische Musik und Stimme und sonst nichts). Der weltweite Erfolg des Songs gelang auch mit Hilfe von Neil Bogart, dem Chef der 1973 gegründeten Plattenfirma Casablanca Records, welcher Donna Summer dazu brachte, mit ihrem neuen Lebensgefährten, dem Münchner Maler Peter Mühldorfer, im Jahr 1976 zurück in die USA nach Los Angeles zu ziehen.

Ferner veröffentlichte Donna im Herbst 1977 ein Doppelalbum namens Once Upon a Time. Musikalisch wandelte sie dabei wie gewohnt auf Disco-Pfaden, überraschte aber auch durch Balladen und Mid-Tempo-Stücke.

Mit dem von Paul Jabara geschriebenen und von Giorgio Moroder im Las-Vegas-Popstil produzierten Song Last Dance wurde Donna Summers Wunsch erfüllt, zeigen zu dürfen, dass sie wirklich singen kann.Attitude August 2004. Er war 1978 auf dem Höhepunkt der Disco-Ära der Titelsong im Musikfilm Gottseidank, es ist Freitag (Thank God It’s Friday). Der Film war kein großer kommerzieller Erfolg. Der Song landete jedoch auf Platz 3 in den Billboard Hot 100 und wurde mit dem Filmpreis Oscar in der Kategorie „Bester Song“ bei der Verleihung 1979 prämiert. Donna Summer erhielt für Last Dance 1978 ihren ersten Grammy in der Kategorie „Best R’n’B Vocal Performance, Female“.

Nach Last Dance hatte Donna Summer in den USA drei Nummer-1-Doppelalben in Folge. Keinem anderen Musiker war dies vor ihr gelungen. Sie war die erste Frau mit einem Nummer-1-Album und einer Nummer-1-Single gleichzeitig in der US-Billboard-Hitparade; eine Leistung, die sie sechs Monate später zweimal wiederholte. Sie war zudem die erste weibliche Solo-Künstlerin mit vier Nummer-1-Hits innerhalb von zwölf Monaten; darunter waren zwei weitere Stücke, die im tanzbaren Las-Vegas-Big-Entertainment-Stil produziert sind: MacArthur Park, (Coverversion des 1960er-Jahre-Klassikers von Jimmy Webb/Richard Harris) und das Duett mit Barbra Streisand No More Tears (Enough Is Enough). Platz 1 der Album-Hitparade eroberten die Alben Live and More, Bad Girls und On the Radio: Greatest Hits Volumes I & II, Platz 1 der Single-Hitparade MacArthur Park (zeitgleich mit dem Album Live and More), Hot Stuff, Bad Girls (beide zeitgleich mit dem Album Bad Girls) und No More Tears (Enough Is Enough).