mini|Ormont mini|St. Margaretha von Antiochia Ormont ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Vulkaneifel im Land Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Gerolstein an.
Geographie Die Gemeinde liegt in der Eifel am Fuße der Schneifel. Zu Ormont gehören auch die Wohnplätze Neuenstein und Erlenphenn.
Geschichte Ormont wurde 893 erstmals urkundlich im Prümer Urbar erwähnt.
In einem Güterverzeichnis von 1222 wird die Belehnung des Grafen von Vianden mit dem Hof zu Oremunte durch die Abtei Prüm überliefert.1320 wurde Friedrich II. von Blankenheim von König Johann von Böhmen, der gleichzeitig Graf von Luxemburg war, mit dem Dorf Oyrmunde belehnt. Friedrichs Gemahlin war Else, Frau von Neuenstein. 1329 kauften die Brüder Arnold I. und Gerhard V. von Blankenheim den Hof Neuenstein. 1361 kamen Ormont und Neuenstein durch Tausch an Johann I. von Schleiden und seinen Bruder Konrad von Schleiden, der Propst zu St. Gereon in Köln war. Konrad von Schleiden baute um 1365 die Burg Neuenstein auf einem Kegelhügel hoch über dem linken Prümufer. 1450 kam Ormont an die Grafen von Manderscheid-Schleiden und war von 1613 bis 1719 Besitz von Manderscheid-Gerolstein, danach von Manderscheid-Blankenheim-Gerolstein.
Landesherrlich gehörte der Ort bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum Herzogtum Luxemburg, das Teil der Österreichischen Niederlande war. Nach der Einnahme der Region durch französische Revolutionstruppen (1794) gehörte Ormont von 1795 bis 1814 zum französischen Kanton Kronenburg im Departement Ourthe und war der Mairie Hallschlag unterstellt. Während des Ersten Koalitionskriegs brannten 1794 französische Revolutionstruppen die Burg Neuenstein nieder und verkauften sie als Steinbruch.
Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen kamen aus dem Departement Ourthe die drei Gemeinden Hallschlag, Ormont und Scheid zum Königreich Preußen. Die drei Gemeinden wurden der Bürgermeisterei Hallschlag im 1816 neu errichteten Kreis Prüm im Regierungsbezirk Trier zugeordnet.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Ormont während der sogenannten Ardennenoffensive (Unternehmen „Wacht am Rhein“) stark zerstört.
Im Rahmen der rheinland-pfälzischen Funktional- und Gebietsreform wurde Ormont zusammen mit 14 weiteren Gemeinden am 7. November 1970 vom gleichzeitig aufgelösten Landkreis Prüm in den Landkreis Daun (seit 2007 Landkreis Vulkaneifel) umgegliedert.
Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Ormont, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 208 1835 289 1871 347 1905 358 1939 669 1950 439 Jahr Einwohner 1961 405 1970 397 1987 363 1997 402 2005 392 Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Ormont besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Andreas Maus wurde am 26. Juli 2019 Ortsbürgermeister von Ormont. Da bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 kein Bewerber angetreten war, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat. In seiner konstituierenden Sitzung wählte er Maus einstimmig ins Amt. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 95,9 % für fünf Jahre wiedergewählt.
Maus Vorgänger Cornelis Dahm hatte das Amt 20 Jahre ausgeübt, war 2019 aber nicht erneut für diese Aufgabe angetreten.
Wappen mini|Hochmoor „Bragphenn“
Die Ortsgemeinde Ormont führt das Wappen seit 1992.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Höckerlinie als Panzersperre mini|Holzsteg bis zur Quelle der Prüm Katholische Pfarrkirche St. Margareta (Ormont) von 1850 Marienkapelle von 1952 mit Ehrenfriedhof Jährliches Kirmes- bzw. Kirchweihfest wird am Sonntag nach dem 20. Juli (Margareta v. A.) gefeiert Burgenbrennen am ersten Sonntag der Fastenzeit (sogenannter Scheef-Sonntag) Im Ortsteil Neuenstein stand früher die Burg Neuenstein, von der heute nur noch geringe Baureste vorhanden sind (). Mehrere sehr gut erhaltene Abschnitte der Höckerlinie des Westwalls () Hochmoor „Bragphenn“ – eine Naturfläche für z. B. Wollgras, Fieberklee oder den Perlmuttfalter () „Prümquelle“ – eine Tümpelquelle im Arenberger Forst () „Ormonter Drees“ in der Dreiswies. Der Sauerbrunnen ist nicht gefasst und nur schwer fußläufig erreichbar. () Zahlreiche Wanderwege in und um Ormont Jakobsweg durch Ormont nach Santiago de Compostela (Spanien); Ormont befindet sich auf dem Weg von Köln/Bonn über Trier nach Schengen.
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Ormont
Siehe auch: Liste der Naturdenkmale in Ormont
Wirtschaft und Infrastruktur In Ormont werden seit 2002 von einem Familienbetrieb Holzpellets hergestellt.
Seit 1991 gibt es auf dem Goldberg nordöstlich der Gemeinde den ersten Windpark im Binnenland Deutschlands. Der Windpark Ormont-Goldberg () hat sieben Windräder vom Typ Enercon-33 und neun Windräder vom Typ Südwind S70. Die Gesamtleistung der 16 Windkraftanlagen beträgt 15,46 MW pro Jahr.
Der Windpark Ormont-Erlenphenn () hat ein Windrad vom Typ Enercon E-40/5.40 und ein Windrad vom Typ Enercon E-58. Die Gesamtleistung der zwei Windkraftanlagen beträgt 1,5 MW.
Siehe auch: Liste von Windkraftanlagen in Rheinland-Pfalz
In Ormont geboren Walter Krämer (* 1948), Ökonom, Hochschullehrer und Autor
Literatur Herbert Blum: Ormont. Vill passeert zwischen Goldberg und Prümquelle. Prüm 2001, ISBN 3-931478-07-6. Hubert Jenniges: Die Grenzen der Ormonter Gemarkung und das Schöffenweistum von 1596. In: Der Prümer Landbote 2009. S. 28–33. Herbert Blum: Entwurf eines Gemeindewappens für die Ortsgemeinde Ormont. In: Der Prümer Landbote 1992. S. 56.
Weblinks
Internetpräsenz der Ortsgemeinde Ormont Ortsgemeinde Ormont auf der Website der Verbandsgemeinde Gerolstein Die Ulmenstraße in Ormont, Hierzuland in der SWR Landesschau Rheinland-Pfalz, 3. November 2016
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Vulkaneifel Kategorie:Ersterwähnung 893