Die Aposiopese (von , speziell bei den Rhetoren eine Figur, wenn man das erforderliche Wort nicht ausspricht; lateinisch reticentia ‚Schweigen, Stillschweigen, Stillschweigen mitten in der Rede, das Abbrechen‘, auch obticentia, praecisio, interruptio) ist als Sonderform der Ellipse (phatische Ellipse) eine rhetorische Figur, bei der ein Satz abgebrochen wird und der letzte Teil durch eine Pause ersetzt wird.Heinrich Lausberg: Handbuch der literarischen Rhetorik. Eine Grundlegung. Franz Steiner, Stuttgart 1990, S. 438, § 887. Aus diesem Grund wird die Aposiopese im Deutschen auch als Abbruch im Satz bezeichnet.Satzbruch + Abbruch im Satz, wiwistudio.com Man vergleiche dazu auch den Satzbruch (Anakoluth).
Der Abbruch kann z. B. emotionale Überwältigung (vgl. Pathos) oder eine unausgesprochene Drohung zum Ausdruck bringen. Manchmal kann man auch den Faden verloren haben oder nach einem Wort suchen. Dann ist es eine Aufforderung zur Hilfe. Oft ist es auch ein Abbruch, der auf gemeinsames Wissen und die Unnötigkeit der Fortsetzung des Satzes hinweisen soll. Der Dialogpartner soll den Satz in Gedanken oder laut ergänzen. In der heutigen Umgangssprache sehr häufig ist auch der Abbruch eines an einen Hauptsatz angeschlossenen Nebensatzes unmittelbar nach der Konjunktion und der Anschluss eines weiteren Hauptsatzes, z. B.: „Die Idee ist ganz gut, obwohl … völlig überzeugt bin ich noch nicht.“
Eine Sonderform ist die apotropäische Aposiopese: Der Satz bleibt unvollendet, um einen heiligen oder verfluchten Namen nicht aussprechen, „berufen“ zu müssen.
Beispiele
Auf Deutsch:
Verwandte Stilfiguren Anakoluth Adynaton Ellipse Vexierreim
Einzelnachweise
Kategorie:Rhetorischer Begriff