Frankfurt (Oder) weist wegen seiner langen Geschichte viele Denkmäler auf. Es gibt neben Bau-, Flächen- und Bodendenkmalen und Denkmalbereichen viele Denkmäler im engeren Sinn. Fast genauso viele sind jedoch auch verloren gegangen.

Bismarck-Säule auf dem Großen Kapberg in Booßen miniatur|Bismarck-Säule auf dem Großen Kapberg in Booßen Die 10 m hohe Feuersäule mit einem quadratischen Grundriss von 4 m mal 4 m wurde um 1915 auf Initiative der Rittergutsfamilie Schulz aus Booßen zu Ehren Otto von Bismarcks aus Feldsteinen errichtet. bismarcktuerme.de Sie steht südwestlich von Booßen auf dem großen Kapberg, der höchsten Erhebung des heutigen Stadtgebietes von Frankfurt (Oder). (, weitere Fotos)

Denkmal „Antifaschistischer Widerstand“ miniatur|Denkmal „Antifaschistischer Widerstand“. Das Denkmal „Antifaschistischer Widerstand“ wurde von Arnd Wittig aus Granit geschaffen und am 8. Mai 1986 von Bürgermeister Fritz Krause eingeweiht. Die Figurengruppe soll Leid und Zuversicht symbolisieren und an die Opfer des Faschismus erinnern. Von den insgesamt vier dargestellten Personen stehen ein Mann und eine Frau aufrecht. Der Mann steht dicht hinter der Frau. Die zweite Figurengruppe besteht aus einer liegenden, mit einem Tuch vollständig bedeckten Person und einer Frau, die neben der liegenden Person kniet und sie an der Schulter berührt. Der stehende Mann ist drei Meter hoch. Zu finden ist das Denkmal auf einer Grünfläche an der Rosa-Luxemburg-Straße in Höhe des Karl-Liebknect-Gymnasiums.Bernhard Klemm: Frankfurter Denkmalgeschichte – erzählt anhand von Schicksalen einzelner Denkmäler. In: Mitteilungen des historischen Vereins zu Frankfurt (Oder) e. V., 1997 Heft 1, S. 19. ()

Denkmal für Heinrich von Kleist miniatur|Denkmal für Heinrich von Kleist. Das Denkmal für Heinrich von Kleist befindet sich im Park an der Sankt-Gertraud-Kirche. Das von Gottlieb Elster (1867–1917) geschaffene Bronzewerk wurde am 25. Juni 1910 feierlich eingeweiht. Das Werk besteht aus einem auf einem Fundament ruhenden, liegenden Granitquader mit Bronzereliefs an allen vier Seiten und einer aufgesetzten Bronzeskulptur.

Die Bronzeskulptur zeigt einen knienden, sich seitlich abstützenden Jüngling. Sein Blick ist in die Ferne gerichtet. In der linken Hand hält er eine Leier. Die Bronzeskulptur wurde von der Berliner Königlichen Hofbildgießerei Martin und Piltzing gegossen.

Der Sockel aus hellem schlesischen Granit trägt in der Vorderansicht die Inschrift „Dem Andenken Heinrichs von Kleist“ und darüber ein rundes Medaillon mit einer Abbildung des Kopfes Kleists. Auf der Rückseite befindet sich ein Relief, das die Schlussszene aus dem Drama Der Prinz von Homburg darstellt. Hervorgehoben sind dabei der Große Kurfürst, der brave Oberst Kottwitz und der Prinz. Die Inschrift „In Staub mit allen Feinden Brandenburgs“ bildet die Schlussworte des Werkes. Die Seiten des Sockels zeigen Reliefs mit Szenen aus dem Zerbrochenen Krug und dem Käthchen von Heilbronn.Wolfgang Barthel: der Traum vom Nationaldenkmal. In: Frankfurter Buntbücher, 1. 1991, S. 11–14.

1991 wurde das Werk für 2.500 DM restauriert.Bernhard Klemm: Frankfurter Denkmalgeschichte – erzählt anhand von Schicksalen einzelner Denkmäler. In: Mitteilungen des historischen Vereins zu Frankfurt (Oder) e. V., 1997 Heft 1, S. 14 Im Jahr 2006 erfolgte eine weitere Restaurierung. Im Oktober 2008 wurden die Bronzeplatten des Denkmals gestohlen. In: Märkische Oderzeitung / Frankfurter Stadtbote, 28. Nov. 2008. (, weitere Fotos)

Erinnerungsstätte für Ernst Thälmann mit Thälmannbüste von W. Kreisel (ehemalige Familiengrabstätte Otto Strahl) miniatur|Ernst-Thälmann-Gedenkstätte Die Ernst-Thälmann-Gedenkstätte befindet sich am Rande des Kleistparks an der Fürstenwalder Straße. Die Gedenkstätte wurde am 15. April 1986, zum 100. Geburtstags Ernst Thälmanns eingeweiht. Dazu wurde die 1858 geschaffene Familiengrabstätte des Fabrikanten Otto Strahl umgewidmet, vor der eine vom Frankfurter Bildhauer Walter Kreisel geschaffene Porträtbüste Thälmanns errichtet wurde.Märkische Oderzeitung / Frankfurter Stadtbote, 16. August 2006, S. 17 (, weitere Fotos)

Gedenkstein für Albrecht Zehme miniatur|Gedenkstein für Albrecht Zehme. Albrecht Zehme (1828–1880) war Stadtverordnetenvorstand und Prorektor der Frankfurter Oberschule. Er wurde auf dem alten Friedhof beerdigt und erhielt auch ein Grabdenkmal. Heute ist der Zehmeplatz nach ihm benannt, von etwa 1933 bis 1947 trug auch die heutige Mozartstraße seinen Namen.Walter Hausdorf, Siegrid Noack: Frankfurter Jahrbuch – Frankfurt (Oder) Straßen, Wege und Plätze. 2002, ISBN 3-933416-39-6, S. 150. Der Grabstein wurde inzwischen versetzt und befindet sich heute am Thomas-Müntzer-Hof.Bernhard Klemm: Frankfurter Denkmalgeschichte – erzählt anhand von Schicksalen einzelner Denkmäler. In: Mitteilungen des historischen Vereins zu Frankfurt (Oder) e. V., 1997 Heft 1, S. 10 und Märkische Oderzeitung / Frankfurter Stadtbote, 20. September 2005, S. 15. ()

Gedenkstein für Carl Wilhelm Wiecke miniatur|Gedenkstein für Carl Wilhelm Wiecke Carl Wilhelm Wiecke (* 13. April 1801; † 21. November 1880) war Pädagoge und Schriftsteller. Sein Grabdenkmal befindet sich im ehemaligen Alten Friedhof, dem heutigen Kleistpark. Er war 1832 bis 1869 Direktor der Oberschule in Frankfurt.Bernhard Klemm: Frankfurter Denkmalgeschichte – erzählt anhand von Schicksalen einzelner Denkmäler. In: Mitteilungen des historischen Vereins zu Frankfurt (Oder) e. V. 1997 Heft 1, S. 11 1848 war er Abgeordneter der deutschen Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche. ()

Gedenkstein für Carl Zeitner miniatur|Gedenkstein für Carl Zeitner. Carl Friedrich Zeitner (* 4. Februar 1822; † 1. August 1898) war gelernter Bäcker. Er beteiligte sich an der Märzrevolution 1848 in Berlin. Die Jahreszahl 1867 auf dem Grabmonument bezieht sich auf das Jahr des Erwerbs der Familiengrabstelle. Sein Grabdenkmal steht im Kleistpark. ()

Grabdenkmal für Christian Ernst Martini miniatur|Grabdenkmal für Christian Ernst Martini im Garten des Kleisthauses. Das originale Grabdenkmal für Christian Ernst Martini (1762–1833) wurde in der Faberstraße 7, im Garten der ehemaligen Garnisonsschule aufgestellt. Heute befindet sich in dem Gebäude die Kleist-Gedenk- und Forschungsstätte, hier ist jedoch nicht sein Bestattungsort. Martini war Hauslehrer Heinrich von Kleists, Theologe und Rektor der Frankfurter Bürgerschule. ()

Grabdenkmal für Dorothee Elisabeth Krüger mini|Grabdenkmal für Dorothee Elisabeth Krüger Der Frankfurter Bürger Samuel Krüger, Pächter der Karthause, ließ im Jahr 1786 das Sandstein-Grabmal für seine verstorbene Frau Dorothee Elisabeth Krüger im Gertraudenpark aufstellen. Sie war ein Jahr zuvor im Alter von 39 Jahren gestorben. Auf einem Sockel aus Feldsteinen mit quadratischem Grundriss erhebt sich ein mehrfach gestufter Sockel aus Sandstein. Darauf steht ein Obelisk, der mit einer Scheinurne bekrönt ist. Der Obelisk ist mit Girlanden und Ornamenten verziert. Die Inschrift auf dem Sandsteinsockel lautet: Für den Bau einer Fernwärmeleitung wurde das Denkmal 1980 entfernt. Reste fanden sich auf einem ehemaligen Außenlager des Kulturbüros am Frankfurter Friedhof. Frank Drömert, Mitarbeiter im Kulturbüro, entdeckte sie in den 2000er Jahren. Beschäftigte des städtischen Kulturbüros und der Abteilung Denkmalpflege arbeiteten mit Verantwortlichen des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege daran, das Denkmal zu restaurieren und im Park der St. Gertraudenkirche wieder aufzustellen. Nach Sichtung der Einzelteile begann 2012 die Restauration. Drei Jahre arbeitete der Berliner Steinrestaurator Torsten Weiß in seinem Atelier daran. Im Sommer 2015 erfolgten die Gründungsarbeiten, die Sockelherstellung aus Feldsteinen und der Wiederaufbau des Denkmals am historischen Standort. Zunächst wurde das Fundament am vermuteten ursprünglichen Standort nicht gefunden. Dann forschte der Archäologe Christian Matthes noch einmal genau nach. So fand man die alte Verankerung einige Meter weiter. Der neue Standort wurde nun um einige Zentimeter gegenüber dem ursprünglichen Standort verschoben, da dort in der Zwischenzeit ein großer Busch gewachsen war. Das Denkmal wurde am 7. November 2015 neu eingeweiht. (, weitere Fotos)

Grabdenkmal für Ewald Christian von Kleist miniatur|Ewald-Christian-von-Kleist-Denkmal Erste Bestrebungen nach einem Denkmal für Ewald Christian von Kleist unternahm sein Freund Johann Wilhelm Ludwig Gleim bereits 1762. Er gab sein Vorhaben auf, als er hörte, dass die Familie Kleist für ein Denkmal sorgen wollte. Die Errichtung eines Denkmals durch die Familie Kleist kam jedoch nicht zur Ausführung.

Am 12. Juli 1777 regte der Meisters vom Stuhl der Frankfurter Loge Zum aufrichtigen Herzen Touzet in einem Vortrag die Errichtung eines Denkmals für Kleist von Seiten der Loge an. Noch am selben Abend wurde begonnen, Spendengelder für die Errichtung eines Denkmals zu sammeln. Prinz Leopold von Braunschweig zeichnete sofort einen Beitrag von 100 Thalern und der Prinz Schöneich-Carolath 25 Friedrichsd’or, während die übrigen anwesenden Mitglieder der Loge verhältnismäßig beitrugen, so dass augenblicklich 35 Friedrichsd’or und 141 Thaler Courant gezeichnet wurden. Durch weitere Sammlungen wurde eine ausreichende Summe erstanden und Johann Melchior Kambly (1718–1783),es wird auch dessen Sohn Heinrich Friedrich (1750–1801) genannt ein Bildhauer aus Potsdam, erhielt den Auftrag.Ingrid Patitz: Ewald von Kleists letzte Tage und sein Grabdenkmal in Frankfurt an der Oder. In: Frankfurter bunte Bücher, Nr. 11 1994, S. 29. Das Medaillon auf der Vorderseite, welches das Gesicht Kleists zeigt, soll von Johann Gottfried Schadow (1764–1850) geschaffen worden sein. Da dieser aber zu diesem Zeitpunkt gerade 14 Jahre alt war, ist das eher unwahrscheinlich. 1778 wurde der dreiseitige Obelisk fertiggestellt, im September per Schiff nach Frankfurt transportiert und im August errichtet. Die offizielle Einweihung fand am 9. April 1780 statt.Bernhard Klemm: Frankfurter Denkmalgeschichte – erzählt anhand von Schicksalen einzelner Denkmäler. In: Mitteilungen des historischen Vereins zu Frankfurt (Oder) e. V. Heft 1/1997, S. 8–9. Dies war das erste Denkmal Frankfurts und das erste öffentliche Dichterdenkmal Deutschlands. 1969 gab es Überlegungen, das Denkmal zu restaurieren und dabei den Verweis auf Kleists Soldatenleben zu tilgen. Dieses Vorhaben wurde nicht umgesetzt. Im Juni 1990 wurde von Stuckateuren begonnen, Gipsabdrücke herzustellen, nach welchen das Frankfurter Unternehmen Ferch eine Kopie des Denkmals herstellen sollte. Durch die politische Wende wurde das Vorhaben nicht zu Ende gebracht. 1992/1993 wurde das Denkmal doch noch restauriert.Ralf-Rüdiger Targiel: Zum Schicksal Frankfurter Denkmäler nach 1945. In: Mitteilungen des historischen Vereins zu Frankfurt (Oder) e. V. 2002, Heft 2, S. 39–40 9 Es ist 4,76 Meter hoch und wird oben von einem Schmetterling, welcher auf einer Kugel sitzt, gekrönt, als Symbol der Auferstehung. (, weitere Fotos)

Grabdenkmal für Joachim Georg Darjes