Frankfurt (Oder) weist wegen seiner langen Geschichte viele Denkmäler auf. Es gibt neben Bau-, Flächen-, Bodendenkmälern und Denkmalbereichen viele Denkmäler im engeren Sinne. Fast genauso viele sind jedoch auch verlorengegangen; nur von wenigen ist etwas über den Verbleib bekannt.

Auf Grund des Bedarfs an Metallen durch die Armee wurden im Sommer 1942 das bronzene Reiterdenkmal des Kaisers am Wilhelmsplatz sowie der bronzene Adler auf dem Kriegerdenkmal am Kleinen Wilhelmsplatz entfernt und der Metallreserve zugeführt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde mit Befehl Nr. 30 vom 13. Mai 1946 des Alliierten Kontrollrates die Beseitigung deutscher militärischer und nazistischer Denkmäler und Museen angeordnet.Archiv Frankfurt (Oder), Bestandsabteilung II, Nr. 711, hier nach Ralf Rüdiger Targiel, Zum Schicksal Frankfurter Denkmäler nach 1945 in Mitteilungen des historischen Vereins zu Frankfurt (Oder) e. V., 2002 Heft 2, S. 36 Dabei waren Denkmäler gemeint, die nach 1914 errichtet worden waren. Ausnahmen gab es grundsätzlich für Grabdenkmäler und für Werke großer künstlerischer Bedeutung; diese konnten auf Antrag erteilt werden. Symbole mit dem Reichsadler waren aber zu diesem Zeitpunkt bereits größtenteils beseitigt. Insgesamt wurden für Frankfurt 24 Standorte festgestellt, und zwischen dem 16. Oktober und dem 13. Dezember 1946 wurde die Beseitigung bei neun dieser Standorte durchgeführt. Die Vernichtung ging zum Teil über den eigentlichen Befehl hinaus, und es wurden auch Denkmale zerstört, die vor 1914 errichtet worden waren.

Nicht entfernt wurden die Erinnerungstafeln bei der Artilleriekaserne, die von der Roten Armee genutzt wurde. Die Rote Armee hatte selbst 1951 noch nicht die Inschrift Hindenburg-Kaserne sowie den preußischen Adler entfernen lassen. Nach einer Anfrage durch die Stadtversammlung wurden die Adler mit einem Holzschild bedeckt und die Inschrift unleserlich gemacht. Über den weiteren Verbleib der Erinnerungstafeln ist nichts bekannt.Ralf-Rüdiger Targiel, Zum Schicksal Frankfurter Denkmäler nach 1945 in Mitteilungen des historischen Vereins zu Frankfurt (Oder) e. V., 2002 Heft 2, S. 35–40

Denkmal für Leopold von Braunschweig und Lüneburg mini|hochkant|Prinz-Leopold-Denkmal vor 1906 Prinz Leopold von Braunschweig und Lüneburg ertrank 1785 in der Oder bei Rettungsarbeiten während des Frühjahrhochwassers. Die Loge „Zum aufrichtigen Herzen“ ergriff die Initiative für ein Denkmal. Den Entwurf fertigte Prof. Bernhard Rode an und am 11. August 1787 wurde das Sandsteindenkmal mit einer Höhe von über sieben Metern errichtet. Standort des 3.263 Taler, 9 Groschen und 6 Pfennige teuren Werkes war das Prinzenufer in der Dammvorstadt (heute Słubice), an dem der Leichnam Leopolds aus der Oder gezogen worden war. Auf einem runden Postament standen drei weibliche Figuren, die eine Urne auf ihren Schultern trugen. Die Figur, welche die Menschliebe verkörperte, trug zwei kleine Kinder, die Standhaftigkeit hatte ihren rechten Fuß auf einen Quaderstein gestellt, und die Bescheidenheit trug ein loses, weites Gewand. Auf der Vorderseite des Denkmals befand sich eine Inschrift mit dem Bildnis des Prinzen und seinen Lebensdaten. Neben der Inschrift befand sich eine weibliche Figur, welche die Stadt Frankfurt symbolisierte, während rechts davon der Flussgott Viadrus reuevoll nachsinnend sitzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde es nicht beschädigt, steht aber heute nicht mehr an seiner ursprünglichen Stelle . Vermutlich wurde es in den späten 1940er Jahren nach Warschau versetzt.Bernhard Klemm, Frankfurter Denkmalgeschichte – erzählt anhand von Schicksalen einzelner Denkmäler, in Mitteilungen des historischen Vereins zu Frankfurt (Oder) e. V., 1997 Heft 1, S. 9

Grabdenkmal für Christian Wilhelm Spieker Das Denkmal für Christian Wilhelm Spieker befand sich in der Südostecke des alten Friedhofs, heute Kleistpark. Spieker war am 7. April 1780 in Brandenburg geboren worden und am 10. Mai 1858 verstarb er in Frankfurt. Neben der Reorganisation des Schulwesens gründete er das Patriotische Wochenblatt und wurde damit zum Vater der Oderzeitung. Spieker war Ehrenbürger der Stadt Frankfurt.Bernhard Klemm, Frankfurter Denkmalgeschichte – erzählt anhand von Schicksalen einzelner Denkmäler in Mitteilungen des historischen Vereins zu Frankfurt (Oder) e. V., Heft 1/1997, S. 10

Grabdenkmal für Gottfried Piefke Ursprünglich gab es für Gottfried Piefke einen Grabstein auf dem alten Friedhof (Kleistpark) und eine Gedenkstele. Diese war von Georg Fürstenberg errichtet worden. Sie ging bei den Bauarbeiten für eine Schnellstraße durch den Kleistpark Ende der 1980er Jahre verloren.Bernhard Klemm, Frankfurter Denkmalgeschichte – erzählt anhand von Schicksalen einzelner Denkmäler, in Mitteilungen des historischen Vereins zu Frankfurt (Oder) e. V., 1997 Heft 1, S. 10

Grabdenkmal für Michael Gabriel Fredersdorff Im Juli 1777 wurde für den Studenten Michael Gabriel Fredersdorff auf dem Getraudenfriedhof, heute Getraudenpark, ein Grabmal errichtet. Es wurde aus Sandstein gefertigt und war zwei Meter hoch. Auf der unteren Hälfte einer kannelierten Säule ionischen Säule stand eine mit Tuchgehängen umwundene Scheinurne. Die mit einer Sandsteinplatte abgedeckte Grabstätte war mit einem kunstvoll geschmiedeten Eisengitter eingefasst. Eine Inschrift lautete: Das Grabdenkmal wurde zusammen mit dem Grabdenkmal für Dorothee Elisabeth Krüger im Zuge von Tiefbauarbeiten für eine Fernwärmeleitung 1980 entfernt und eingelagert.

Sedandenkmal mini|Sedandenkmal. Für die Gefallenen der Feldzüge von 1864, 1866 und 1870/1871 wurde auf dem kleinen Wilhelmsplatz ein Denkmal errichtet . Am 23. April 1878 gründete sich ein Denkmalkomitee, dessen Aufgabe primär die Beschaffung der benötigten Gelder war. Der Inhaber der Steinmetzwerkstatt Kessel & Röhl in Berlin erklärte sich bereit, das Material für das Denkmal kostenlos zu stellen – unter der Bedingung, dass er den Auftrag zur Ausführung bekommt. Nach unerwartet hohen Spenden entwarf Bauinspektor von Niederstetter ein großzügigeres Werk, als ursprünglich geplant war.

Die Nordseite des Sandsteinsockels, die zur Stadt zeigte, erhielt die Inschrift Den Söhnen Frankfurts, die für das Vaterland starben; auf den übrigen drei Seiten wurden die Namen der Gefallenen festgehalten. Auf dem Sockel befand sich eine 1,10 Meter durchmessende, aus poliertem rotbraunen schwedischen Granit bestehende Säule. Auf halber Höhe wurde diese von einem Bronzefries mit den Ehrenzeichen der Kriege umlaufen. Auf der Spitze der Säule stand mit ausgebreiteten Schwingen ein Bronzeadler.Bernhard Klemm: Frankfurter Denkmalgeschichte – erzählt anhand von Schicksalen einzelner Denkmäler. in: Mitteilungen des historischen Vereins zu Frankfurt (Oder) e. V., 1997, Heft 1, S. 11 Obwohl es nicht unter den Befehl von 1946 fiel, wurden in dem Jahr aus dem Denkmal alle Inschriften entfernt.Ralf Rüdiger Targiel: Zum Schicksal Frankfurter Denkmäler nach 1945. in: Mitteilungen des historischen Vereins zu Frankfurt (Oder) e. V., 2002, Heft 2, S. 38

Denkmal für Prinz Friedrich Karl mini|hochkant|Denkmal für Prinz Friedrich Karl. Postkarte von 1899. Das Denkmal für Friedrich Karl Nikolaus von Preußen wurde am 16. August 1888 enthüllt. Das Werk befand sich vor dem Pfarrhaus der Gertraudenkirche, Wilhelmsplatz 10 . Angeblich hat Kaiser Wilhelm II. persönlich um die Aufstellung in Frankfurt (Oder) gebeten, weil der Prinz hier besonders gern war und sich auch die größte und älteste Garnison des Corpsbereichs befand. 1944 wurde die Bronzestatue vom Sockel genommen, um dem Metallbedarf der Kriegsindustrie des Zweiten Weltkrieges zugeführt zu werden. Der Sockel, aus welchem die Inschriften entfernt worden warenRalf Rüdiger Targiel, Zum Schicksal Frankfurter Denkmäler nach 1945 in Mitteilungen des historischen Vereins zu Frankfurt (Oder) e. V., 2002 Heft 2, S. 38, stand bis in die 1950er Jahre an seinem Platz. Das Werk des Künstlers Max Unger war 5,50 Meter hoch und von schweren durchhängenden Ketten umgeben. Acht Granitpfeiler hielten die Ketten. Der Prinz war in der Uniform des Husarenregiments „von Ziethen“ dargestellt, wo Friedrich Karl von Preußen seine militärische Laufbahn begonnen hatte.Bernhard Klemm, Frankfurter Denkmalgeschichte – erzählt anhand von Schicksalen einzelner Denkmäler, in Mitteilungen des historischen Vereins zu Frankfurt (Oder) e. V., 1997 Heft 1, S. 11–12

Denkmal für Wilhelm I. mini|Wilhelm I.-Denkmal 1909. Nach dem Tod Wilhelms I. bildete sich in Frankfurt ein Ausschuss aus 18 Bürgern, die einen Wettbewerb für ein Standbild zu Ehren des Kaisers ausrief. Die Wahl fiel auf den Entwurf von Max Unger, der 1897 den Auftrag für das Denkmal erhielt. Im Mai 1899 war das Modell fertiggestellt und die Gießerei der Aktiengesellschaft [vormals] Hermann Gladenbeck & Sohn in Berlin-Friedrichshagen fertigte den Bronzeguss an. Insgesamt kostete das Werk 83.000 Mark, wobei 50.000 Mark durch die Bürger und die übrigen 33.000 Mark von der Stadt aufgebracht wurden. Am 20. Oktober 1900 fand die feierliche Einweihung statt. Bereits 1942 wurde das Bronze-Standbild demontiert und der Metallindustrie zur Verwertung zugeführt. Das 4,50 Meter hohe Standbild zeigte den Kaiser mit Helm auf einem stehenden Pferd. Der Hohenzollernmantel war zurückgeschlagen, und die rechte Hand stützte sich auf der Hüfte ab. Ursprünglich war ein Platz vor der Südfront des Rathauses für die Aufstellung geplant, aufgestellt wurde es aber auf dem Wilhelmsplatz, dem späteren Platz der Republik . Auf der Vorderseite des 3,84 Meter hohen Sockels war Wilhelm I. zu lesen, auf der Rückseite Dem großen Kaiser, Begründer des Deutschen Reiches, die dankbare Stadt.Bernhard Klemm: Frankfurter Denkmalgeschichte, erzählt anhand von Schicksalen einzelner Denkmäler. in: Mitteilungen des historischen Vereins zu Frankfurt (Oder) e. V., 1997 Heft 1, S. 12.

Der Platz, auf dem das Denkmal stand, lag an der Außenseite der damals schon abgetragenen Stadtmauer, war eben und unbefestigt und fürs Exerzieren genutzt worden. Nach der Aufstellung des Denkmals lobte der Frankfurter Gartenbauverlag Trowitzsch und Sohn einen Ehrenpreis von 1.000 Mark ( €) für den besten Entwurf für die gärtnerische Gestaltung des Platzes aus. Die Kosten wurden auf 30.000 Mark ( €) festgesetzt. Den Ehrenvorsitz der Jury hatte Oberbürgermeister Paul Adolph inne. Das Preisrichteramt übernahmen unter anderen Axel Fintelmann, Albert Brodersen und Julius Trip.

Bismarckturm Siehe: Bismarckturm (Frankfurt an der Oder)

Gefallenendenkmal für das Grenadier-Regiment Nr. 12