Whitesnake ist eine britische Hard-Rock-Band. Sie wurde 1978 vom vormaligen Deep-Purple-Sänger David Coverdale gegründet. Zu Beginn spielte die Band bis Mitte der Achtzigerjahre Bluesrock. Ende der Achtzigerjahre schwamm die Rockgruppe durch Veränderungen von Image und Sound auf der Welle von Glam RockFrom Bowie to Whitesnake: A Journey Through Glam Rock's Golden Ages, von Courtney Hutton BiblioBazaar, (2010) und Glam Metal mit.

Whitesnakes kommerzieller Erfolg fällt in die 1980er Jahre, als sie vier nacheinanderfolgende Alben in die Top 10 der britischen Charts brachten, und mit dem 1984er Album Slide It In in den USA Doppelplatin-Status erhielt. Ihre größten Singleerfolge feierte die Band mit Here I Go Again und Is This Love, die in USA Platz eins und zwei der Single-Charts erreichten. 1990 löste sich Whitesnake auf, um sich kurzzeitig 1994 und 1997 wieder zu vereinigen. Seit 2002 veröffentlicht Whitesnake wieder regelmäßig Studioalben. Die Rockgruppe zählt zu den kommerziell erfolgreichsten Protagonisten der Achtzigerjahre und hat bisher weltweit mehr als 20 Millionen Alben verkauft, davon mehr als zwölf Millionen in den USA.

Bandgeschichte und Stilwandel 1976 bis 1983: Die klassischen Jahre Whitesnake kann, neben Rainbow und Gillan, als Nachfolge-Band von Deep Purple verstanden werden. Nach der Auflösung von Deep Purple begann der Sänger David Coverdale, der in dieser Band bereits in der „Mark III- und IV-Besetzung“ gesungen hatte, im März 1976 mit den Aufnahmen zu seinem ersten Soloalbum, das schließlich im Mai 1977 erschien. Es trug den Titel White Snake und enthielt Beiträge von Musikern wie dem Slide-Gitarristen Micky Moody. Schon vor dem Erscheinen des ersten Albums nahm Coverdale (wieder mit Moody) im März und April 1977 ein zweites Soloalbum mit dem Titel Northwinds auf (erscheint im März 1978). Produziert wurden beide Soloalben von Roger Glover, einem ehemaligen Deep-Purple-Bassisten (Mark II). Erschienen sind sie vorrangig zunächst nur in Japan.

Ende 1977 begannen Coverdale und Moody mit der Zusammenstellung einer Band für die Northwinds-Werbe-Tour. Ein zweiter Gitarrist war in Bernie Marsden schnell gefunden, und kurz darauf schlossen sich der Bassist Neil Murray und der Schlagzeuger David Dowle der Band an. Die Tournee begann am 3. März 1978 am Technical College in Lincoln und führte bis Ende des Monats durch britische Clubs, Hochschulen und Tanzlokale. Sie war an das Erscheinen von Northwinds und der daraus ausgekoppelten Single Breakdown gekoppelt. Der New Musical Express, der die Pläne nach eigenen Angaben bereits im Januar gemeldet hatte, berichtete zum Auftakt, die Gruppe werde voraussichtlich unter dem Namen White Snake auftreten.Coverdale's band on debut outing. In: New Musical Express. 4. März 1978. Die ersten Auftritte im März 1978 wurden mit dem Keyboarder Brian Johnstone durchgeführt, der jedoch schon im April durch Pete Solley ersetzt wurde.

Diese Besetzung nahm im April die EP Snakebite unter dem Bandnamen Whitesnake auf. Als Produzent sicherte sich David Coverdale den früheren Deep-Purple-Tontechniker Martin Birch, der bis 1984 alle weiteren Aufnahmen betreute. In Deutschland sorgte die Plattenfirma der Band für Verwirrung, da sie die EP als neues Album vermarktete und zu den neuen Songs eine Zusammenstellung der stärksten Northwinds-Nummern hinzufügte. Außerhalb Englands war die Band erstmals am 17. Juni 1978 zu sehen, als sie in Holland beim Alkmaar Pop' 78 Festival als Vorgruppe von Status Quo spielte.

Das nächste Studioalbum Trouble erschien bereits im Oktober desselben Jahres. Mit dem Keyboarder Jon Lord stieß bei diesem Album nach Coverdale ein zweites ehemaliges Deep-Purple-Mitglied zur Band. Die dazugehörige Tour führte die Band als Headliner mit Magnum im Vorprogramm durch England und als Vorgruppe für Nazareth erstmals durch Deutschland. Im Sommer 1979 kam die Band erneut nach Deutschland. Neben Konzerten als Headliner spielten Whitesnake zusammen mit Bands wie The Police oder den Dire Straits auf Festivals.

Die Hochphase der „klassischen“ Whitesnake begann mit dem nächsten Album Lovehunter. In der Besetzung Coverdale, Moody, Marsden, Murray, Lord und Dowle und Songs wie Walking in the Shadow of the Blues avancierten Whitesnake bei Kritikern und Fans zur Nachfolgeband der zu dieser Zeit nicht mehr existierenden Deep Purple. Das Cover der Schallplatte – nackte Frau reitet riesige Schlange – sorgte in den USA für einen Skandal und durfte in manchen Läden nur in einer neutralen Schutzhülle verkauft werden. Auf der folgenden Tournee spielte ein weiteres Deep-Purple-Mitglied mit: Ian Paice ersetzte David Dowle.

Das nächste Album hieß Ready an’ Willing und markierte den ersten großen Erfolg für die Band. Die 1980 veröffentlichte Platte landete in den englischen Charts auf Platz 6, und auch in den USA schaffte es die Band erstmals in die Hitparade. Die Single Fool for Your Loving, ursprünglich für B.B. King geschrieben, wurde der erste Hit der Band. Der Song schaffte es in Amerika auf Platz 53, in Großbritannien sogar bis auf Platz 13 der Singlecharts. Das im selben Jahr erschienene Live-Album Live… In The Heart Of The City gilt noch heute unter Fans und Kritikern als eines der besten Livealben des Rockgenres. Auf Tour gingen Whitesnake in Europa als Vorband von AC/DC und in Amerika im Vorprogramm von Jethro Tull.

Bereits 1981 folgte das nächste Studioalbum: Come an’ Get It landete in England auf Platz zwei der Charts. Populärster Titel wurde Don’t Break My Heart Again. Höhepunkte des Jahres waren fünf ausverkaufte Konzerte im Hammersmith Odeon in London sowie der Auftritt beim Monsters-of-Rock-Festival in Castle Donington als zweitletzte Band des Abends unmittelbar vor AC/DC.

Während der Aufnahmen zum Nachfolgealbum Saints & Sinners legte Coverdale die Band im Januar 1982 auf Eis. Er war daraufhin sowohl als Sänger der Michael Schenker Group im Gespräch als auch als Nachfolger von Ronnie James Dio bei Black Sabbath. Stattdessen formiert er jedoch im August 1982 Whitesnake neu mit Cozy Powell am Schlagzeug (ex-Rainbow, Jeff Beck, später unter anderem bei Black Sabbath), Colin Hodgkinson am Bass (ex-Alexis Korner), Mel Galley an der Gitarre (Phenomena), Micky Moody und Jon Lord.

Nach den Aufnahmen der noch fehlenden Gesangsspuren erschien das Album Saints & Sinners dann schließlich im November 1982. Das erneut von Martin Birch produzierte Album enthielt mit der Single Here I Go Again und Crying in the Rain zwei Hits. Im April 1983 begann die Band bereits mit den Aufnahmen zum nächsten Album, und im August desselben Jahres spielten Whitesnake erneut beim Monsters-of-Rock-Festival; diesmal als Headliner. Slide It In, so der Titel des neuen Albums, brachte der Band einen Vertrag bei Geffen Records in Nordamerika. Doch bevor das Album erschien, folgten weitere personelle Veränderungen. Sowohl Micky Moody als auch der für Murray eingestiegene Bassist Hodgkinson verließen die Band. Als neuer Gitarrist stieß der ehemalige Thin-Lizzy-Gitarrist John Sykes zur Band, und am Bass kehrte Neil Murray wieder zurück.

1984 bis 1991: Amerika ruft Slide It In wurde extra für den amerikanischen Markt neu abgemischt, Sykes spielt einige Gitarrenparts neu ein, und Neil Murray überarbeitete die Bassspuren. Das Album wurde zum bis dato größten Erfolg für die Band in Amerika, wo es Platz 40 der Charts erreichte. Die Band stand wegen der offensichtlichen musikalischen Ausrichtung auf den amerikanischen Markt in der Kritik der Presse, und insbesondere der Fans ihrer frühen Alben. In England schaffte sie es trotzdem noch auf Platz neun der Charts. Auf Tour ließ sich die Band mit Dio und Black ’n Blue blicken.

Jon Lord verließ die Band zu Gunsten der Deep-Purple-Mark II-Reunion. Gitarrist Mel Galley gehörte krankheitsbedingt ebenfalls nicht mehr zur Bandbesetzung. Beide Mitglieder wurden nicht permanent ersetzt. Während Sykes fortan alleine für die Gitarren verantwortlich zeichnete, engagierte die Band mit Richard Bailey (Ex-Magnum) einen Tourkeyboarder, der allerdings hinter der Bühne spielte. 1985 verließ auch der Schlagzeuger Cozy Powell die Band und wurde später durch Aynsley Dunbar ersetzt.

Der weltweite Durchbruch gelang der Band mit dem nächsten Album, das den schlichten Titel 1987 trägt. Doch vorher stand ein erneuter einschneidender personeller Wechsel an: Obwohl Sykes alle Gitarren auf dem Album gespielt hatte, verließ er kurz darauf die Band ebenso wie die restlichen Musiker. Coverdale engagierte mit den beiden Gitarristen Adrian Vandenberg und Vivian Campbell (ex-Dio) und den ehemaligen Ozzy-Osbourne-Musikern Rudy Sarzo (Bass) und Tommy Aldridge (Schlagzeug) eine Videoclip-kompatible und perfekt gestylte Band. Für die Keyboardparts auf dem Album gewann er das ehemalige Rainbow- und spätere Deep-Purple-Mitglied Don Airey. Auf dem Höhepunkt der Glam-Metal-Welle hatte Coverdale die richtige Band und das richtige Album am Start.

1987 avancierte nicht zuletzt durch die neu eingespielte Version von Here I Go Again zu einem Millionenseller. Der Song schaffte es in Amerika bis auf Platz 1 der Single-Charts, das Album bis auf Platz 2, die Single Is This Love erreichte Platz 2 der amerikanischen Single-Charts. Doch auch auf dem Höhepunkt der Bandkarriere standen weitere Besetzungswechsel an. Vivian Campbell verließ die Band und wurde 1989 durch den ehemaligen Frank Zappa/Alcatrazz/David-Lee-Roth-Gitarristen Steve Vai ersetzt. Vandenberg fiel wegen einer Armverletzung für die Aufnahmen des nächsten Albums aus, so dass Steve Vai alle Gitarrenspuren alleine einspielte.

Slip of the Tongue sollte 1989 den Erfolg von 1987 wiederholen. Mit Fool For Your Loving nahm die Band erneut einen ihrer alten Songs neu auf und koppelte ihn als Single aus, aber im Gegensatz zu Here I Go Again reichte es in den Charts nur noch für Platzierungen jenseits der Top Ten. Die Band scheiterte an den hohen Anforderungen und erreichte mit dem Album sowohl in England als auch in Amerika nur noch Platz 10. Auch auf Tour konnte sie viele Hallen nicht mehr füllen, die zwei Jahre vorher noch ausverkauft waren. Trotzdem war die Band mehr als sechs Monate auf Tour, spielte am 15. Juni 1990 in Toronto mit Kiss als Vorband und im August zum zweiten Mal als Headliner beim Monsters-of-Rock-Festival mit Aerosmith, Poison, Thunder und The Quireboys im Vorprogramm. In Deutschland firmierte dieses Festival unter dem Namen Superrock '90 und fand in drei deutschen Städten statt, wobei Whitesnake bei allen dreien dabei war, am 23. August auf der Berliner Waldbühne, am 25. August in der Westfalenhalle in Dortmund und am 1. September auf dem Maimarktgelände in Mannheim.

1992 bis 1998: 1. Comeback und Abschied Nach dem Ende der Tour legte David Coverdale die Band auf Eis und widmete sich anderen Projekten, vor allem Coverdale/Page mit dem selbstbetitelten Album, das er 1993 in Kooperation mit dem ehemaligen Led-Zeppelin-Gitarristen Jimmy Page aufnahm. Für das 1994 erschienene Greatest Hits-Album reformierte Coverdale Whitesnake schließlich. Neben dem Thunder-Gitarristen Luke Morley wurde im Vorfeld auch der Deep-Purple-Gitarrist Ritchie Blackmore als heißer Kandidat für die vakante Position gehandelt. Am Ende bediente der Rückkehrer Adrian Vandenberg neben dem ehemaligen Ratt-Musiker Warren DeMartini die Sechssaitige. Am Bass stand erneut Rudy Sarzo, und als Schlagzeuger war Denny Carmassi von Heart dabei. Die Band absolvierte eine erfolgreiche Europatournee mit Zakk Wyldes Pride & Glory im Vorprogramm.

Nachdem das Greatest-Hits-Album in Amerika den Einstieg in die Charts nicht geschafft hatte, entließ Geffen Records die Band aus ihrem Vertrag. 1996 kursierten Gerüchte, dass Coverdale erneut bei Deep Purple eingestiegen sei. Diese wurden jedoch in Form von Meldungen über Aufnahmen an einem neuen Studioalbum dementiert.