Die Kärntner Liga ist die vierthöchste Spielklasse im Fußball-Ligensystem in Österreich für die Vereine auf dem Gebiet des Bundeslandes Kärnten und der Region Osttirol, die im Kärntner Fußballverband (KFV) organisiert sind. Unterhalb der Kärntner Landesliga existiert die zweigleisige Unterliga.
Geschichte Anfänge bis zum Zweiten Weltkrieg (1. Spielklasse in Kärnten)
Saison Meister 1. Klasse Kärnten 1922 Klagenfurter AC 1923 Villacher SV 1924 Klagenfurter AC 1924/25 Klagenfurter SV 1925/26 Kaufmännischer Amateur-SK 1926/27 Villacher SV 1927/28 SK Austria Klagenfurt 1928/29 Klagenfurter AC 1929/30 SK Austria Klagenfurt 1930/31 SK Austria Klagenfurt 1931/32 SK Austria Klagenfurt 1932/33 SK Austria Klagenfurt 1933/34 SK Austria Klagenfurt 1934/35 SK Austria Klagenfurt 1935/36 SK Austria Klagenfurt 1936/37 Klagenfurter AC 1937/38 Abbruch der Meisterschaft, keine Details Die erste Meisterschaft in Kärnten wurde 1922 in zwei Gruppen abgehalten. In Gruppe A waren Villacher SV, Kaufmännischer SK Klagenfurt, Amateur-SK Klagenfurt, Klagenfurter SV und Deutscher SK Villach, in Gruppe B, AAK Villach, Lienzer SK, SK Sturm, St. Ruprecht/Klagenfurt, Klagenfurter Turnerbund und MSK zu finden. Das Endergebnis dieser Meisterschaft war: Klagenfurter AC, Amateure SK Klagenfurt, Klagenfurter Turnverein, Villacher SV, Kaufmännischer SK Klagenfurt und SK Vorwärts Klagenfurt.
Im nächsten Jahr wurde der Villacher SV das erste Mal Meister, bevor der Klagenfurter AC den Meistertitel wiederholen konnte. In den nächsten zwei Jahren gelang es zwei anderen Klagenfurter Klubs, sich in die Meisterliste einzutragen: Klagenfurter SV und Kaufmännischer Amateur-SK, bevor der Villacher SV zum zweiten Mal Meister wurde. Von 1928 bis 1936 startete der SK Austria Klagenfurt eine Siegesserie, die nur 1929 vom Klagenfurter AC unterbrochen wurde.
1938–1945 1. Klasse und Gauliga Kärnten (Fußball in der Kriegszeit) Saison Meister 1. Klasse Kärnten 1938/39 Klagenfurter AC 1939/40 Villacher SV 1940/41 Villacher SV 1941/42 LSV Klagenfurt 1942/43 Villacher SV Gauliga Kärnten 1943/44–1944/45 Abbruch der Meisterschaft Während der Kriegszeit erspielte der Klagenfurter AC, dreimal der Villacher SV und der Luftwaffen-Sportvereinigung Klagenfurt den Meistertitel. ab 1943 konnte keine Meisterschaft wegen des Krieges durchgeführt werden oder die begonnenen Meisterschaften wurden abgebrochen.
1946–1949 1. Klasse und Kärntner Liga (1. Spielklasse in Kärnten) Saison Meister 1. Klasse Kärnten 1946 Villacher SV 1946/47 ASK Klagenfurt 1947/48 Klagenfurter AC Kärntner Liga 1948/49 SK Austria Klagenfurt Mit der am 31. Juli 1949 einstimmig durch den Österreichischen Fußball-Bund beschlossenen Umwandlung der Ersten Klasse in die Liga A in der Saison 1949/50, welche erstmals seit Kriegsende wieder als Profi-Liga konzipiert war, kam es auch zu einer Änderung der Klasseneinteilung im Amateurfußball. Die zweite Leistungsstufe bildeten die Amateurbewerbe der Landesverbände sowie die professionelle Liga B. Vorerst war die Meisterschaft in Kärnten im Frühjahr 1946 auf vier Teams beschränkt, welche nur in einer Hinrunde gegeneinander spielten. Der Villacher SV holte sich ungeschlagen diesen Titel. Ab der Saison 1946/47 gab es bereits eine etwas ausgedehntere Meisterschaft, wobei die höchste Spielklasse Kärntens die Bezeichnung „1. Klasse“ trug. Die erste Runde wurde am 8. September 1946 gespielt. Auch 1947/48 gab es dieselbe Benennung, 1948/49 hieß sie „Liga“. Nach dem Villacher SV wurden noch ASK Klagenfurt, Klagenfurter AC und SK Austria Klagenfurt, also vier verschiedene Vereine nach dem Zweiten Weltkrieg Meister in Kärnten.
1949–1959 1. Klasse A und B bis Kärntner Liga (3. Spielklasse) Saison Meister 1. Klasse A und BOber- und Unterkärnten 1949/50 Gruppe A: ESV VillachGruppe B: ESV Rot-Weiß Klagenfurt 1950/51 Gruppe A: SV Spittal/DrauGruppe B: Klagenfurter AC 1951/52 Gruppe A: ATUS RadentheinGruppe B: SK Austria Klagenfurt Kärntner Liga 1952/53 SV St. Veit 1953/54 FC Seebach 1954/55 SK Magdalen 1955/56 WSG Ferndorf 1956/57 ESV Admira Villach 1957/58 Postsport Klagenfurt 1958/59 SV Rapid Lienz Am 13. Mai 1949 beschloss der Kärntner Fußballverband, nicht an der „Staatsliga“ teilzunehmen, sondern in einer so genannten „Tauernliga“ mit dem Salzburger Verband eine Meisterschaft der fünf besten Teams beider Bundesländer auszutragen. Mit den Salzburgern, die schon seit fast 40 Jahren traditionelle Spielpartner von Kärntner Mannschaften waren, war schon 1946 über eine gemeinsame Liga nachgedacht worden. Warum dies alles sich so entwickelte, dass man in Kärnten eigene Wege geht, ist nicht restlos zu klären. Wie der von Mitarbeitern des Kärntner Landesarchivs herausgegebene Begleitband Nach_Spielzeit (Seite 46) ausführt, ist auch jenes Argument nicht stichhaltig, dass Kärnten verkehrstechnisch zu sehr abseits lag und sich daher die anderen Länder gegen eine Teilnahme Kärntens aussprachen. Auch, dass Kärnten von Wien aus benachteiligt wurde, kann – zumindest für die Entstehungsphase der Tauernliga – nicht behauptet werden. Vielmehr scheint ein Phänomen für die Sonderrolle Kärntens im Fußballsport der Jahre 1949 bis 1960 verantwortlich zu sein, welches sich im Folgenden darstellen lässt: Der Kärntner Fußball wuchs sehr schnell in die Breite. An zahlreichen Orten gab es Vereine, die zwar in der Lage waren, bei Kärntner Meisterschaften eine bedeutende Rolle zu spielen, die aber aufgrund ihres Umfelds und ihrer Struktur kaum oder nur unter größten Anstrengungen an die Spitze kommen konnten. Die Industrialisierung des Landes führte in Kärnten auch zu einer Art Regionalisierung des Fußballs. Nun waren nicht mehr nur Klagenfurt und Villach allein die Zentren, sondern auch in Radenthein, Spittal, später auch in Ferndorf, Wolfsberg und St. Veit wurde Spitzenfußball im regionalen Rahmen geboten. Demgegenüber büßten z. B. die Klagenfurter Vereine einiges an Bedeutung ein, weil die Kräfte kaum konzentriert wurden – in Klagenfurt und Villach spielten später je 3 Vereine in der Tauernliga Süd. Der Kärntner Weg waren zwar viele größere Regionalklubs, die aber – auf Österreich umgelegt – nur Mittelmaß waren. Erst 1952 änderte sich auch etwas im Stimmrechtssystem der Kärntner Vereine."
Am 21. August 1949 wurde die erste Runde dieser „Tauernliga“ gestartet, aus der letztlich der Villacher SV als erster Meister hervorging. Die übrigen besseren Teams in Kärnten spielten in einer „1. Klasse A“ (auch „Gruppe Oberkärnten genannt) und einer“1. Klasse B („Gruppe Unterkärnten“). Für drei Jahre hielt dieses System, ab 1952/53 wurde eine eingleisige „Liga“ ins Leben gerufen. Mittlerweile hatte sich natürlich auch die Zahl der teilnehmenden Vereine vergrößert, so dass es als weitere sportliche Anreize die „1. Klassen“ nun der Mittelschicht im innerkärntnerischen Fußballgeschehen zugedacht war.
Was das Geschehen um die Tauernliga und das Verhältnis des Kärntner Verbandes (KFV) zum Österreichischen Fußball-Bund, in der Folge „ÖFB“ genannt, betrifft, ist den Ausführungen des vorzitierten Werkes Nach_Spielzeit wie folgt zu entnehmen:
Am 29. Juli 1955 wurde die Teilung der „Tauernliga“ in eine „Nord“ (für Salzburg) und eine „Süd“ (für Kärnten) beschlossen. In einem ersten Finale traf dann der Erste von „Süd“ auf den Ersten von „Nord“ – nur im Falle eines Sieges des „Nord“-Meisters musste dieser noch gegen den Ersten von „Süd“ um den Tauernliga-Titel spielen; war der „Süd“-Meister gleich erfolgreich, war er bereits Tauernliga-Meister und Qualifikant für die Staatsliga A.
1959–1974 Kärntner Liga (3. Spielklasse) Saison Meister Kärntner Liga 1959/60 SK Austria Klagenfurt 1960/61 WSG Ferndorf 1961/62 Villacher SV 1962/63 WSG Ferndorf 1963/64 Klagenfurter AC 1964/65 Villacher SV 1965/66 WSG Ferndorf 1966/67 SK Magdalen 1967/68 Wolfsberger AC 1968/69 SV Rapid Lienz 1969/70 Villacher SV 1970/71 WSG Ferndorf 1971/72 SK Magdalen 1972/73 SV St. Veit 1973/74 SCA St. Veit Mit dem ÖFB-Beschluss anlässlich seiner Länderkonferenz vom 26. April 1959, eine 3-teilige Regionalliga einzuführen, verbesserte sich das Fußballgeschehen in Kärnten. Am 7. Juli 1959 wurde in Leoben die „Regionalliga Mitte“ („RLM“) gegründet, allerdings gab es nur einen Kärntner Klub, nämlich die WSG Radenthein. Die Salzburger Klubs spielten vorläufig weiterhin in der „Tauernliga Nord“ und die Tiroler und Vorarlberger Klubs in der „Arlbergliga“, und erst ab 1960/61 gab es die „Regionalliga West“.
In Kärnten war alles eingerostet, Austria Klagenfurt hatte sich nur mehr am Stand bewegt, beim Klagenfurter AC wurde mehr Wert auf Eishockey gelegt. Man hat auch im Laufe der Zeit einsehen müssen, dass selbst, wenn Austria Salzburg nach dem Aufstieg gleich wieder abgestiegen ist, und sich dieser Prozess wiederholte, so hatten die Salzburger viel gelernt – die Kärntner mussten feststellen, dass „in Salzburg schneller gespielt wird“.
Durch die neuen Perspektiven mit der möglichen Teilnahme an der Staatsliga A (als Regionalliga-Meister gab es den Direktaufstieg) stellten die besten Kärntner Klubs eine professionellere Basis her, auch die Jugendarbeit wurde sowohl beim KFV als auch bei den Vereinen verstärkt. Mit der Einführung der „RLM“ wurde die bisherige „Liga“ ab 1959/60 „Kärntner Liga“ genannt. Die erste „RLM“ 1959/60 umfasste nur 11 Vereine, SV Stickstoff Linz (auch als „SVS Linz“ bekannt) wurde erster Meister, Radenthein landete auf Rang 3. – Es gab auch im „Unterhaus“ des KFV entsprechende Änderungen mit der Einführung einer sich über das gesamte Bundesland erstreckenden „Unterliga“ und nun einer „1. Klasse West“ und einer „1. Klasse Ost“. Eine weitere große Reform wurde vor der Saison 1967/68 realisiert: Die „Unterliga“ wurde zweigeteilt („West“ und „Ost“), die 1. Klassen auf 4 Gruppen erweitert, die 2. Klassen liefen schon seit langer Zeit in 4 Gruppen.
Da die „RLM“ gemeinsam von den Verbänden Kärntens, Oberösterreichs und der Steiermark organisiert wurde, war jedenfalls die Kärntner Landesliga drittklassig geworden. Daran änderte sich auch bei der Einführung der bundesweiten 2. Bundesliga im Jahr 1974 nichts, denn im Gegenzug entfiel die „RLM“. Die Vereine der weiterhin drittklassigen Landesligen Kärnten, Oberösterreich und Steiermark spielten den Aufsteiger in die 2. Bundesliga in einer Relegationsrunde aus.
1974–1994 Kärntner Liga (3. Spielklasse) Saison Meister Kärntner Liga 1974/75 SV St. Veit 1975/76 SCA St. Veit 1976/77 SK Magdalen 1977/78 Wolfsberger AC 1978/79 SV Rapid Lienz 1979/80 SV Spittal 1980/81 SV Spittal 1981/82 SV Spittal 1982/83 SV Rapid Lienz 1983/84 SV Feldkirchen 1984/85 Villacher SV 1985/86 SV Feldkirchen 1986/87 SV Rapid Lienz 1987/88 Wolfsberger AC 1988/89 SV Feldkirchen 1989/90 Wolfsberger AC 1990/91 SVG Bleiburg 1991/92 SAK Klagenfurt 1992/93 SAK Klagenfurt 1993/94 Wolfsberger AC In der Saison 1974/75 wurde die Bundesliga als neue erste Spielklasse eingeführt. Die Nationalliga, die bisher als erste Klasse fungierte, war die neue zweite Spielklasse. Die Regionalliga Mitte wurde abgeschafft. Dadurch blieb die Kärntner Liga die dritte Spielklasse. In dieser Zeit eroberten Wolfsberger AC, SV Rapid Lienz, SV Spittal, SV Feldkirchen dreimal, SAK Klagenfurt zweimal und SV St. Veit, SCA St. Veit, SK Magdalen, Villacher SV und SVG Bleiburg einmal den Meistertitel.
Seit 1994 Kärntner Liga (4. Spielklasse)