mini|3D-Ansicht des digitalen Geländemodells Die Burg Mark ist eine abgegangene mittelalterliche Befestigungsanlage in Mark (Stadtbezirk Hamm-Uentrop) in Nordrhein-Westfalen.

Seit spätestens 1198 befand sie sich im Besitz der Grafen von Berg-Altena. Als erster Graf machte Adolf I. von der Mark die Burg zu seinem Sitz und nannte sich nach ihr comes de Marca (auch: comes be Marka) bzw. modern Graf von der Mark. Seit dem 3. April 1990 ist das heute als „Burghügel Mark“ bezeichnete Gelände als Bodendenkmal kategorisiert. Von den Bauwerken der einstigen Turmhügelburg (Motte) ist so gut wie nichts mehr erhalten.

Geschichte mini|Panorama des Burghügels mini|hochkant|Neue Informationstafel an der Soester Straße im Zugangsbereich zum Burghügel mini|Neue Informationstafel auf dem Burghügel Mark mit Karte des Areals mini|Auszug aus einer Informationstafel auf dem Burghügel; Lageplan von 1688 mini|Neue Informationstafel auf dem Burghügel Mark mini|Ältere Informationstafel auf dem Burghügel Mark im Eingangsbereich mini|hochkant|Ältere Informationstafel auf dem Burghügel Mark im Eingangsbereich Wann genau die Geschichte der Burg Mark beginnt, ist ungewiss. Es ist eher unwahrscheinlich, dass schon im 12. Jahrhundert eine große Motte vorhanden war. Zum einen dürfte die Errichtung einer großen Befestigung in unmittelbarer Nähe zum Hauptsitz der Linie Werl-Hövel aus politischen Gründen problematisch gewesen sein. Zum anderen haben archäologische Untersuchungen bisher keinerlei Fundmaterial aus dem 12. Jahrhundert zu Tage gefördert. Die eigentliche Burg ist also wahrscheinlich erst um 1200 angelegt worden. Das damalige Anwesen war vermutlich ein Hof, der allenfalls mit einer Gräfte umgeben war.

Rabodo von der Mark und Friedrich von Altena Als Erbauer der Burganlage gilt Friedrich von Berg-Altena. Der spätere Burghügel gehörte zu den Besitzungen des Oberhofes Mark, dem Schultenhof, auf dessen Gelände seit etwa 1000 nach Christus die Pankratiuskirche steht. Diese war mit einiger Wahrscheinlichkeit zunächst einem anderen Heiligen geweiht, etwa dem Heiligen Martin. Pankratius gehörte zu den Schutzheiligen des Hauses Berg-Altena-Mark; die Pankratiusverehrung wurde also vermutlich erst von diesen in der Region etabliert. Entsprechend wurde die Pankratiuskirche später zur Hauskirche der Grafen von der Mark und ihrer Burganlage.Josef Lappe: Hamm im Mittelalter und in der Neuzeit, Die Burg zur Mark. In: 700 Jahre Stadt Hamm, Festschrift zur Erinnerung an das 700jährige Bestehen der Stadt. Werl 1973.

Friedrich erwarb den Oberhof, die Kirche und die zugehörigen Besitzungen (damit auch den Burghügel) zu einem Zeitpunkt zwischen 1170 und 1198. Unter welchen Umständen er in den Besitz des ehemaligen Oberhofes Mark und der angegliederten Güter gekommen ist, ist nicht vollständig geklärt. Es existieren verschiedene Versionen dieser Geschichte. Alle Quellen sind sich weitestgehend darüber einig, dass das Gelände bis etwa 1170 im Besitz eines gewissen Rabodo von der Mark stand. Uneinigkeit besteht aber bereits, wenn es darum geht, Aussagen über die Person Rabodos zu treffen. Einige Autoren sprechen davon, dass Rabodo einer der Edelherren von Rüdenberg war. Danach besaß die Familie von Rüdenberg noch in der Mitte des 12. Jahrhunderts den Oberhof in der Mark. Gegen Mitte des zwölften Jahrhunderts teilten die Brüder Conrad und Rabodo ihre väterlichen Güter (vermutlich 1166). Der Oberhof Mark fiel dem Rabodo zu. Von dieser Zeit an führte er den Beinamen von der Mark, erstmals erwähnt in der Bredelarschen Stiftungsurkunde von 1170.Die Burggrafen von Stromberg. Nach Reinhold Stirnberg sind Rabodo von der Mark und der Edelherr Rabodo von Rüdenberg zwei unterschiedliche Personen, die beide zusammen in einer Kölner Urkunde von 1169 als Zeugen aufgetreten sein sollen. Der Edelherr soll bereits 1170 verstorben sein, Rabodo vor der Mark spätestens 1178.Reinhold Stirnberg: . In: Aktive Senioren, Magazin für Schwerte. Nr. 59, S. 10–18, 2002 (PDF; 990 kB). Gegen diese Variante spricht jedoch der historische Kontext. Der Oberhof Mark im Dorf Mark bei Hamm war der älteste Besitz der Edelherren von Rüdenberg, ihr Allod.Johann Suibert Seibertz: Diplomatische Familiengeschichte der Dynasten und Herren im Herzogtum Westfalen. Arnsberg 1855. S. 192 ff. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass dieser Besitz den Edelherren von Rüdenberg vor 1170 abhandengekommen wäre. Außerdem lässt sich nicht plausibel machen, wie der Oberhof dann in den Besitz eines Rabodo von der Mark gelangt wäre, der zufälligerweise den gleichen (seltenen) Namen trägt wie der Erbe des Hauses Rüdenberg. Warum der Oberhof dagegen im Jahre 1170 den Besitzer wechselte, lässt sich problemlos nachvollziehen. Seit 1167 war Philipp I. von Heinsberg Erzbischof von Köln. Seit seinem Amtsantritt setzte er die konsequente Machtsteigerungspolitik seiner Vorgänger fort, intensivierte aber deren vor allem territoriale Ausdehnung, indem er die Burgen seiner Vasallen aufkaufte und sie erneut als Lehen ausgab. Damit blieb Philipp zwar Lehnsnehmer des Kaisers und auch die Vasallen hielten ihre Territorien letztendlich als kaiserliche Lehen, doch war durch den Kauf und die Rückverlehnung die unmittelbare Bindung an den Erzbischof stärker geworden. Beim Tod des Kaisers wäre der weitere territoriale Zusammenhalt des Erzbistums nicht mehr alleine durch die Bestätigung der Lehen durch den neuen Kaiser abhängig gewesen. So verkaufte Rabodo laut Schroeder im Jahre 1169 den Hof aus akutem Geldmangel an Philipp von Heinsberg.Willi E. Schroeder: Ein Heimatbuch. Zwei Stadtteile stellen sich vor. Bockum und Hövel. 1980. Auf diese Weise wurde der Oberhof Mark Eigentum des Erzbischofs und Rabodo dessen Vasall. Ähnliche Geschäfte hat Philipp von Heinsberg ständig getätigt. So hat er beispielsweise auch Nienbrügge von ihrem damaligen Besitzer Arnold von Altena gekauft. Und auch Jutta, die Tochter Ludwigs V. von Thüringen, verkaufte Schloss Neuwindeck an Philipp und wurde gleich darauf damit belehnt.Christoph Jacob Kremer Geschichte der Grafen von Berg. Es entsprach also Philipps ganz gängiger Geschäftspraxis, die erworbenen Besitze an ihren ursprünglichen Eigentümer zu belehnen. Auch insofern ist es also plausibel, dass Rabodo von der Mark, der Verkäufer des Oberhofes Mark, identisch sein muss mit Rabodo, Edelherr von Rüdenberg, Erbe des Hauses Rüdenberg und des Oberhofes Mark. Rabodo hat sich nur deshalb von dem langjährigen Familieneigentum getrennt, weil er wusste, dass er es als Lehen zurückerhalten würde.

Philipp von Heinsberg kaufte also von Rabodo von der Mark, Edelherr von Rüdenberg, für 400 Mark den Oberhof Mark, woraufhin Rabodo das Gut zum Lehen erhielt und zu Philipps Vasallen wurde. In einer Urkunde vom 19. Juni 1178 bestätigte Papst Alexander III. auf Bitten des Philipp von Heinsberg der Kölner Kirche all ihre Besitzungen, darunter auch Burg Mag: Burg Marcha mit dem gesamten Allod, dem freien Eigentum des Rabodo von der Mark. Am 7. März 1184 wiederholte dies Papst Lucius III.Ingrid Bauert-Keertman, Norbert Kattenborn, Liesedore Langhammer, Willy Timm, Herbert Zink: Hamm. Chronik einer Stadt. Köln 1965.Die Regesten der Erzbischöfe von Köln im Mittelalter. Bd. 2. Bearbeitet von R. Knipping. Bonn 1901, Nr. 1103 und 1219. Der Kölner Kirche wurde die Burg Mark mit dem ganzen Allod des Rabodo und mit seinen Zubehörungen und Dienstmannen zugestanden.Josef Lappe: Hamm im Mittelalter und in der Neuzeit, Die Burg zur Mark. In: 700 Jahre Stadt Hamm, Festschrift zur Erinnerung an das 700jährige Bestehen der Stadt. Werl 1973, S. 52.

Nur kurze Zeit nach dem Verkauf, vermutlich 1170, verstarb Rabodo von der Mark jedoch. Damit erlosch das Geschlecht derer von Rüdenberg im Mannesstamm;Haus Opherdicke. das Todesdatum des Edelherren benennt auch Stirnberg mit 1170.

Zur Frage, wie der Oberhof an Friedrich gelangte, existieren verschiedene Antworten. Die erste lautet, dass der Kaufvertrag das Papier, auf dem er stand, nicht wert war, und Rabodo das Gut noch einmal verkaufte, diesmal an Friedrich.Die Homburg und die Burg Mark, Kreisfreie Stadt Hamm. Herausgegeben vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe als Schrift Frühe Burgen in Westfalen 19 im Jahre 1979. Diese Variante dürfte völlig ausgeschlossen sein. Einen derartigen Immobilienbetrug zu seinen Lasten hätte Philipp von Heinsberg, der akribisch genau darauf bedacht war, die Edelleute von sich abhängig zu machen und Kontrolle über ihre Besitztümer auszuüben, niemals unwidersprochen hingenommen. Nach anderer Darstellung verkaufte Rabodo – mit Zustimmung des Lehnsherrn – lediglich sein Lehnsrecht an Friedrich von Altena Auf Bochumer-Maiabendgesellschaft.deMagistrat der Stadt Hamm (Westf.) (Hrsg.): 700 Jahre Stadt Hamm (Westf.). Festschrift zur Erinnerung an das 700-jährige Bestehen der Stadt Hamm (Westf.). Stein, Werl 1973 (unveränderter Nachdruck der Originalausgabe von 1927), ISBN 3-920980-08-5. (In einer Abwandlung dieser Annahme geschah dies im Jahr 1178, was eine etwas längere Lebensspanne Rabodos voraussetzt.W. F. Prins: Die Grafen von der Mark und ihre Nachfahren. In: Die Grafen van Limburg Stirum. Teil 1, Bd. 1, Münster 1976.) Die dritte Version lautet, dass der Erzbischof selber Friedrich mit dem Oberhof belehnt hat. Da Rabodo kurz nach dem Verkauf des Gutes starb, ist der Oberhof relativ rasch an den Kölner Erzbischof zurückgefallen. Da das Geschlecht derer von Rüdenberg im Mannesstamm erloschen war, lag es nahe, dass Philipp sich einen anderen Lehnsmann und Vasallen suchte. Friedrich erwarb den Oberhof Mark möglicherweise noch im Laufe von Rabodos Todesjahr 1170, nach anderer Darstellung erst zu einem späteren Zeitpunkt; spätestens jedoch im Jahre 1198, da die Besitzung nach seinem Tod auf seinen Sohn Adolf überging.Harm Klueting: Geschichte Westfalens: Das Land zwischen Rhein und Weser vom 8. bis zum 20. Jahrhundert. Paderborn 1998, ISBN 3-89710-050-9. Und nach einer vierten Variante erwarb Friedrich von Berg-Altena das Anwesen im Jahre 1198 durch Vermittlung seines Drosten Ludolf von Boenen,Ingrid Bauert-Keertman, Norbert Kattenborn, Liesedore Langhammer, Willy Timm, Herbert Zink: Hamm. Chronik einer Stadt. Köln 1965, S. 29. wahlweise von Rabodo,Bezugnehmend auf eine Kommentierung von Flebbe zu Levold von Northofs Chronik der Grafen von der Mark aus dem Jahre 1955. was ausgeschlossen ist, da dieser zu diesem späten Zeitpunkt lange tot war, von Philipp von Heinsberg oder von dem von 1193 bis 1205 amtierenden Kölner Erzbischof Adolf von Altena. Wenn man von einem frühen Geburtstermin des Grafen Adolf ausgeht (vgl. Adolf I. von der Mark#Geburtsjahr), könnte Adolf I. die Anlage auch selber erworben haben,So Flebbe in einer Anmerkung zu Levold von Northof, Chronik der Grafen von der Mark. obwohl dies zu Lebzeiten seines Vaters nicht wirklich plausibel ist, da dieser als amtierender Graf von Altena Inhaber des Familienbesitzes war.

Es ist also fraglich, ob der Kölner Erzbischof lediglich einer Übertragung des Lehnsrechts von Rabodo an Friedrich zugestimmt oder ob er Friedrich selbst mit den märkischen Gütern belehnt hat. Fest steht aber, dass Friedrich auf das Wohlwollen des Erzbischofs zählen konnte. Während der Fehde Kaiser Friedrich Barbarossas mit dem Sachsenherzog Heinrich dem Löwen unterstützte Friedrich von Berg-Altena den Kaiser und den Kölner Erzbischof. In der Folge der Auseinandersetzung entzog Barbarossa dem Sachsenherzog die Herrschaft über das Stammesherzogtum Sachsen und gab Teile davon in die Hände des Kölner Erzbischofs, der von nun an als Herzog von Westfalen über das neu entstandene Herzogtum Westfalen herrschte. Die Belehnung des Friedrich von Berg-Altena mit dem märkischen Gelände stellt sich somit als Lohn für die treuen Dienste dar, die Friedrich dem Erzbischof von Köln geleistet hatte.Möller: Historisch-Genealogisch-Statistische Geschichte der Hauptstadt Hamm und der ursprünglichen Entstehung der Grafschaft Mark, nebst einigen Berichtigungen. Neudruck der Ausgabe Hamm 1803, Osnabrück 1875.