mini|Der Namensgeber - Kaiser Franz Joseph I. als Oberst-Regimentsinhaber in der Uniform des Dragonerregiments Nr. 11, vor 1867. Aquarell von Julius von Blaas mini|Dragoner 1762 Das Regiment wurde 1688 als Heissler-Dragoner für die kaiserlich-habsburgische Armee errichtet. Aus diesem entwickelte sich im Laufe der Zeit bis hin zur Gemeinsamen Armee innerhalb der Österreichisch-Ungarischen Landstreitkräfte das k.u.k. Dragonerregiment „Kaiser“ Nr. 11.
1769 wurde dem Regiment in der neu errichteten Kavallerie-Rangliste die Bezeichnung Cavallerie-Regiment Nr. 38 zugeteilt. Der Name lautete jedoch bis 1798 weiterhin nach dem Regimentsinhaber (der nicht auch der Kommandant sein musste). Eine verbindliche Regelung der Schreibweise existierte nicht. (z. B. Regiment Graf Serbelloni – oder Regiment Serbelloni.) Mit jedem Inhaberwechsel änderte das betroffene Regiment dann auch seinen Namen.
Nach der Änderung des Systems 1798 galt vorrangig die nummerierte Bezeichnung, die unter Umständen mit dem Namen des Inhabers verbunden werden konnte. Hierbei erfolgte zunächst die Umbenennung in Dragonerregiment Nr. 8.
Zur Systematik wurden nachträglich auch folgende Nummerierungen eingeführt: 1688/2 (nach Tessin),Georg Tessin 1986 Band 1: S. 40. Dragonerregiment D XI (nach Bleckwenn).Hans Bleckwenn
Im Jahre 1915 wurden alle Ehrennahmen ersatzlos gestrichen. Das Regiment hieß von da an nur noch k.u.k. Dragonerregiment Nr. 11 Dies ließ sich jedoch im allgemeinen Sprachgebrauch nicht durchsetzen, einerseits weil sich niemand daran hielt, andererseits hatte die sparsame k.u.k. Militäradministratur verfügt, zuerst alle vorhandenen Stempel und Formulare aufzubrauchen. (Gem. „Verlautbarung der Quartiermeisterabteilung“ des Heeresgruppenkommando FM. Erzherzog Eugen / Q.Op. Nr. 665/15. Ausgegeben vom Feldpostamt 512)
Formationsgeschichte Am 20. Dezember 1688 wurde laut Capitulation durch den Generalfeldwachtmeister Heissler in Böhmen auf eigene Kosten mit der Aufstellung eines Dragoner-Regiments (Dragoner-Regiment Heissler) begonnen. 1720 wurde eine Kompanie des aufgelösten Dragoner-Regiments Battée eingegliedert 1731 Teile der 1727 aufgestellten Auctions Kompanie an das Regiment Sachsen-Gotha (später Ulanen-Regiment Nr. 8) abgegeben 1760 Zunächst wurde das Regiment im Januar in ein Chevauxlegers Regiment umgewandelt, diese Aktion wurde jedoch gegen Ende des Jahres wieder rückgängig gemacht 1768 musste die Grenadier Kompanie an das neu aufgestellte 2. Carabinier-Regiment (später Dragoner Nr. 1) abgegeben werden. Im Gegenzug wurde eine Eskadron des aufgelösten Dragonerregiments Althann zugewiesen 1769 Zuweisung der Kavallerie-Ranglistennummer 38 1775 Die Oberst Division des aufgelösten Dragonerregiments Liechtenstein wurde übernommen 1798 Umwandlung in ein Leichtes Dragoner-Regiment mit der Nr. 8 1802 180 Mann von Regiment Savoyen Dragoner zugewiesen und Umbenennung in Dragoner-Regiment Nr. 3 1860 Umwandlung in ein Kürassier-Regiment mit der Nummer 11 1867 Umwandlung in Dragonerregiment Nr. 11
Ergänzungsbezirke Von 1781 rekrutierte sich das Regiment aus Mähren und Schlesien. Es erhielt jedoch bereits seit 1766 vielfach Rekruten aus dem Gebiet seiner jeweiligen Inhaber, der Herzöge von Württemberg. 1817 Ergänzung aus Böhmen 1830 Ergänzung aus Galizien 1853 aus dem Ergänzungsbezirk des Infanterieregiments Nr. 57 (Tarnów) 1857–60 aus den Ergänzungsbezirken der Infanterieregimenter Nr. 10, 20, 40, 56 und 57 (Przemyśl, Sandec, Rzeszów, Wadowice, Tarnów). Ab Februar 1859 wurde Venetien (Ergänzungsbezirk des Infanterieregiments Nr. 13 in Padua) zugewiesen Im September 1859 bis 1867 Galizien mit den bisher genannten Bezirke, dazu noch der Bezirk des Infanterieregiments Nr. 77 (Sambor) 1867–68 auch noch aus dem Bezirk des Infanterieregiments Nr. 13 (Krakau, somit ganz West-Galizien). Von 1868–75 ergänzte sich das Regiment nur aus dem Ergänzungsbezirk des Infanterieregiments Nr. 77; 1875–1883 aus dem Ergänzungsbezirk der Infanterieregimenter Nr. 9 und 80 (Stryj, Zloczów), 1883–89 aus dem Ergänzungsbezirk der Infanterieregimenter Nr. 15, 30, 80 und 89 (Tarnopol, Lemberg, Zloczów, Gródek). 1889 wurde das Regiment mit der Ergänzung dem Bereich des 11. Korps (Militär Territorial Bezirk Lemberg) zugeteilt 1890 Dem II. Korps (Militär Territorial Bezirk Wien) zugeteilt, die Rekruten und der Ersatz kamen jedoch vorwiegend aus Mähren
Friedensgarnisonen I. II. III. 1699–1701 Oppeln 1714 Hildesheim 1715–16 Limburg 1718 Banat 1719 Güns 1732–34 Marczal 1735 Verteilt auf die Oberpfalz 1736–37 Jazygier Komitat 1739–41 Somogyer Komitat, dann Slawonien 1749 Arad 1750 Kolin 1753 Stuhlweissenburg 1754 Fünfkirchen 1755–56 Siebenbürgen 1763 Essegg, 1764 Barser, Sohler und Honter Komitat 1770 Balassa - Gyarmat 1772 Novosielce 1775 Gaja 1777–78 Maria Theresiopel 1779 Arad 1780 Pécska 1786 Ujpécs 1793–97 Nagy Enyed, dann Csákány 1798–99 Fünfkirchen und Pécsvárad 1801 Nyiregyháza 1802 Maria Theresiopel 1803–05 Wien 1806 Ujpécs 1808–09 Sárvár 1810 Grosswardein, dann Szász Régen 1812–13 Fratautz (Bukowina) Suczawa 1814–15 Simmern 1815 Landau in der Pfalz 1816 Tarnów 1825 Wien 1826 Lancut 1830 Tarnów 1831 Gabel, dann Leipnik, 1832 Prossnitz 1846 Troppau 1847–48 Gross Tapolcsán 1849 Essegg 1850 Schlan 1851 Dobran, dann Prosnitz 1854 Jaroslau, Zolkiew, dann Sambor 1855–59 Łańcut 1859 Wien 1862 Bruck an der Leitha 1863–66 Güns 1866 Kecskemét 1867 Szegedin 1876 Kecskemét 1878 Czegled 1880 Tarnów 1889 Zolkiew 1889 Gródek 1896 Stockerau 1906–1912 Mitrowitz 1912–1914 Stab/I. DivKdo/3.Esk. Brünn - II.Div/1.Esk./2.Esk Göding
Regimentsinhaber 1688 Generalfeldwachtmeister Donat Johann Graf Heißler von Heitersheim 1692 Obrist Philipp Jakob Von der Porten (La Porte) 1693 Feldmarschall-Lieutenant Franz Joseph von Serényi (Sereni) 1705 Generalfeldwachtmeister Carl Colona Graf zu Fels 1713 Feldmarschall Eberhard Ludwig Herzog von Württemberg 1734 Feldmarschall Carl Alexander Herzog von Württemberg 1737 Feldmarschall Carl Rudolph Herzog von Württemberg-Neuenstadt 1740 Obrist Carl Eugen, Prinz (seit 1744 regierender Herzog) von Württemberg 1793 Oberst Ludwig Eugen Herzog von Württemberg 1795 Friedrich Wilhelm Carl Erbprinz (1797 Herzog, 1803 Kurfürst, 1806 König) von Württemberg 1809 Feldmarschalleutnant Vincenz Freiherr Knesevich von St. Helena 1832 Feldmarschalleutnant Friedrich Freiherr von Minutillo 1843 Oberst Erzherzog Franz Joseph 1848 Kaiser Franz Joseph I. Zweite Inhaber 1843 Feldmarschall-Lieutenant Franz Ludwig von Bigot de Saint-Quentin († 1854) 1855 Feldmarschall-Lieutenant Graf Karl von Cavriani Regiments-Kommandant I. II. III. 1689 Obristlieutenant Jakob Philipp Von der Porten 1692 derselbe als Obrist Inhaber 1693 der Inhaber Obrist Graf Serényi 1700 Obristlieutenant-Obrist Johann Gabriel Freiherr von Selb 1705 Obristlieutenant-Obrist Bernhard von Heissler 1709 Obristlieutenant-Obrist Joseph von Waderborn (Wattenborn) 1727 Obrist Christian Ludwig Graf Waldeck 1734 Obristlieutenant-Obrist Christian Fürst Thurn und Taxis (Latour) 1741 Obrist Ludwig Carl Freiherr von Bretlach 1742 Obrist Johann Graf Joyeuse 1743 Obrist Ludwig Freiherr von Bretlach 1757 Oberst Joseph Graf Saint-Ignon 1758 Oberst Johann Graf Pachta 1762 Oberst Joseph Graf Kinsky 1764 Oberst Friedrich Anton von Hohenzollern-Hechingen 1773 Oberstlieutenant-Oberst Friedrich Freiherr Breidbach von Bürresheim 1784 Oberst Wilhelm Freiherr von Haan 1789 Oberstlieutenant-Oberst Ferdinand Freiherr von Ritschan (Rziezan) 1796 Oberst Marcus Freiherr von Frossard 1797 Oberst Johann Freiherr Festenberg von Hassenwein 1800 Oberst Johann Freiherr von Wodniansky 1805 Oberst Wenzel Freiherr von Ollenhausen 1810 Oberst Carl Graf Giucciardi 1810 Oberst Joseph von Haecht 1813 Oberst Jakob Oláh de Nánás 1823 Oberst Franz Ludwig Graf von Bigot de St. Quentin 1831 Oberst Joseph von Mackay 1834 Oberst Christian Ernst zu Stolberg-Stolberg 1838 Oberst Heinrich von Blankenburg 1843 Oberst Joseph Gutjahr von Helmhof 1848 Oberst Joseph Jakubowsky von Toporczyk 1848 Oberst Rudolph Ullrich Edler von Helmschild 1849 Oberstlieutenant (ad interim) Joseph Regelsberg von Thurnberg 1849 Oberst Leopold von Sternberg 1850 Oberst Prokop Freiherr Dobrženský von Dobrženitz 1857 Oberst Carl Spécz von Ladháza 1860 Oberst August Korren von Pernbregg 1863 Oberst Justin Graf Bolesta-Koziebrodzky 1866 Oberst Franz Graf Schaaffgotsche 1869 Oberst Joseph Ritter von Rodakowsky 1875 Oberstlieutenant-Oberst Emil Freiherr von Bertrand d’Omballe 1879 Oberstlieutenant-Oberst Julius Prokop 1885 Oberstlieutenant-Oberst Johann Ritter Bordolo von Boreo 1890 Oberstlieutenant-Oberst Heinrich Pauer 1892 Oberstlieutenant-Oberst Alfred Zietkiewicz 1897 Oberst Gustav Igálffy von Igály 1899 Oberstlieutenant-Oberst Otto Poten 1906 Oberst Wilhelm Edler von Swogetinsky 1907 Oberst Karl Biber 1912–14 Oberst Anton Leiter 1914 Oberst Theodor Freiherr Mayer-Maly von Vevanovic
Gefechtskalender
Großer Türkenkrieg 1689 Nach der Aufstellung verlegte das Regiment nach Siebenbürgen 1690 Im Korps Trautmanndorff 1691 Teilnahme an der Belagerung von Grosswardein 1692 Teilnahme an der Belagerung von Grosswardein. Später Verlegung an die Drau und untere Donau 1693 Teilnahme an der Belagerung von Belgrad. Rückzugsgefechte unter General Hofkirchen 1694 Mit der Hauptarmee bei Peterwardein 1695 In der Armee des Kurfürsten von Sachsen, keine Gefechtstätigkeit 1696 Teilnahme an der Schlacht von Olasch 1697 Im Korps Auersperg bei der Expedition gegen Bihác beteiligt. Teilnahme an der Schlacht bei Zenta 1698 Mit der Hauptarmee Feldzug nach Arad
Spanischer Erbfolgekrieg
1701: Verlegung auf den italienischen Kriegsschauplatz. Schlacht bei Carpi und Schlacht bei Chiari. Obristlieutenant Selb nahm im Dezember Marcaria, Obristwachtmeister Heissler Castellucchio ein 1702: Schlacht bei Luzzara 1703: Das Regiment befand sich am Po. Ein Detachement nahm am Streifzug des Generals Visconti nach Piemont (Gefecht bei Dernice) teil. Vier Eskadronen rückten 1704 nach Piemont ab, befanden sich im Lager Crecentino und nahmen an dem Angriff auf Verrua teil. Die in der Lombardei zurückgebliebenen Eskadronen zogen sich dann nach Tirol zurück. 1705: Letzteren kämpften dann bei Schlacht bei Cassano (1705), die vier Eskadronen im Piemont standen im Lager bei Ciavasso. Eine aus Ergänzungen geformte Eskadron befand sich in Bayern 1706: das wieder zusammengeführte Regiment kämpfte in der Entsatzschlacht vor Turin 1707: Teilnahme am Feldzug in die Provence 1708: Zum Mosel-Korps in die Niederlande abgestellt, wurde das Regiment bei der Belagerung von Lille eingesetzt 1709: Schlacht von Malplaquet. (Als Auszeichnung wurde dem Regiment gestattet, hier eroberte Pauken führen und sich derselben auf Märschen bedienen zu dürfen) 1710: Bei der Belagerung von Douai 1711: Sicherungs- und Patrouillendienste am Oberrhein 1712: Verlegung in die Niederlande. Eine Abteilung kämpfte in der Schlacht bei Denain 1713: Sicherungs- und Patrouillendienste bei Mannheim
Krieg der Quadrupelallianz 1716: Abmarsch nach Ungarn. Belagerung von Temesvár 1717: Kämpfe bei Belgrad
Polnischer Thronfolgekrieg 1734: Verlegung nach Italien. Kämpfe in der Schlacht bei Parma, bei Quistello und in der Schlacht bei Guastalla 1735: Sicherungs- und Patrouillendienste in Oberitalien und Tirol, ohne Aktion
Russisch-Österreichischer Türkenkrieg (1736–1739) 1737 Vormarsch mit der Hauptarmee nach Nissa. Obristlieutenant Pfefferkorn brachte auf einem Streifzug gegen Novibazar den Türken bei Kossowo empfindliche Verluste bei, ist jedoch bei dieser Aktion gefallen 1738 Sicherungs- und Patrouillendienste an der Save, nur einzelne Abteilungen kamen bei dem Entsatz von Raca zum Einsatz 1739 Kämpfe bei Grocka und Pancsova
Österreichischer Erbfolgekrieg