Das Zervreilahorn ist ein Berg südwestlich von Vals, am Ende des Valsertals im Kanton Graubünden in der Schweiz mit einer Höhe von . Weil er vom Zervreilasee aus gesehen eine auffallende Pyramidenform aufweist, wird er manchmal als Bündner Matterhorn bezeichnet. Von der anderen Seite sieht man jedoch, dass er in Wahrheit ein langgezogener, von Nordost nach Südwest streichender, sehr zerrissener und gezackter Grat mit zwei Hauptspitzen ist (siehe Bild in der Infobox). Das Zervreilahorn ist auf der Etikette des Valserwassers abgebildet (siehe Bild in der Infobox).
Das Zervreilahorn kann in einer anspruchsvollen Alpinwanderung über den Südwestgrat (T5) oder eine Rampe in der Südostwand erreicht werden. Auf den Nordostgipfel, mit wenig niedriger als der Hauptgipfel, führt über den Nordostgrat eine Kletterroute, die Schwierigkeiten des V. Grads (UIAA) aufweist.
Lage und Umgebung
Das Zervreilahorn gehört zur Güferhorn-Fanellhorn-Gruppe, einer Berggruppe der Adula-Gruppe in den Adula-Alpen. Der Berg befindet sich vollständig auf Gemeindegebiet von Vals. Westlich des Zervreilahorns entspringt im Länta, dem obersten Teil des Valsertals, der Valser Rhein. Im Osten liegt das Canaltal, in dem der Canalbach fliesst. Beide Täler umgeben das Zervreilahorn fast kreisförmig. Die Bäche münden auf einer Höhe von im Nordosten des Berges in den Zervreilasee.
Unmittelbar südlich vom Zervreilahorn liegt das hohe Furggeltihorn. Vom Zervreilasee aus führt ein Bergwanderweg zwischen Zervreilahorn und Furggeltihorn über das Furggelti zur Läntahütte.
Talort ist Vals, häufige Ausgangspunkte der Zervreilasee und die Läntahütte.
Namensherkunft Urkundlich erwähnt ist 1301 alpis de Seurera und 1504 Safraylen. Gleichen Stammes ist der Name Soreda für die an der Zervreila angrenzende, der ehemaligen Gemeinde Ponto Valentino (Kanton Tessin) gehörende Lampertschalp. Wohl sicher aus , die über dem Berg liegende Alp.
Routen zum Gipfel Südwestliche (höchste) Spitze Über die Südkante Ausgangspunkt: Länta-Hütte () oder Zervreilasee () Via: Zuerst via markiertem Wanderweg Richtung Furggelti, dann zur Einsattelung zwischen P. 2821 und dem Hauptgipfel abschwenken. Schwierigkeit: T5, II Zeitaufwand: 2½ bis 3 Stunden Bemerkung: Sehr aufregende und nicht schwierige Kletterei
Über die Südostwand Ausgangspunkt: Zervreilasee () Via: Zuerst via markiertem Wanderweg Richtung Furggelti Schwierigkeit: ZS, III+ Zeitaufwand: 3 Stunden Alternative: Im oberen Teil direkt zum Gipfel (+½ Stunde)
Über die Nordwand Ausgangspunkt: Zervreilasee () Via: Lampertsch Alp Schwierigkeit: WS Zeitaufwand: 4½ Stunden Bemerkung: Ungebräuchliche Route, praktisch nie begangen Erstbesteiger: Emil Huber und A. Frick, 13. August 1885
Über die nördlichen Hänge und die Südkante Ausgangspunkt: Zervreilasee () Via: Lampertsch Alp Schwierigkeit: ZS Zeitaufwand: 4½ Stunden
Nordöstliche Spitze Über die Südostwand Ausgangspunkt: Zervreilasee () Via: Blachtenalp Schwierigkeit: S, IV+ Zeitaufwand: 3 Stunden vom Zervreilasee Erstbesteiger: Jörger mit B. Schnyder, 24. Juli 1895
Über die Südostwand (Fahnenroute) Schwierigkeit: SS, V+ Zeitaufwand: 3–4 Stunden Kletterzeit Bemerkung: Vorwiegend technische Route Erstbesteiger: Hannes Tönz und Karl Furger, 15. August 1977
Über die Südostwand (Via Sandra) Schwierigkeit: SS, VI- Zeitaufwand: 4–6 Stunden Kletterzeit Erstbesteiger: Stefan Furger, 7. Oktober 1979
Über den Nordostgrat
mini|links|Kletterroute über den Nordostgrat zur nordöstlichen Spitze des Zervreilahorn. Schwierigkeit: SS, V Erstbesteiger: Ruedi und Werner Vieli, 1960
Über die Nordwestwand Schwierigkeit: S, IV+ Zeitaufwand: 3 Stunden Kletterzeit Erstbesteiger: Ruedi und Werner Vieli, Sommer 1976 Variante: Direkter Einstieg
Panorama
Galerie
Literatur Bernard Condrau: Clubführer, Bündner Alpen, Band II (Bündner Oberland und Rheinwaldgebiet). 4. Auflage. Verlag des SAC, 1981, ISBN 3-85902-025-0, S. 222–224. Fabian Lippuner, David Coulin: Alpinwandern/Gipfelziele, Graubünden Nord. Verlag des SAC, 2013, ISBN 978-3-85902-341-3, S. 243–244. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1233 Greina, 1:25000, Bundesamt für Landestopographie, Ausgabe 2001. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1234 Vals, 1:25000, Bundesamt für Landestopographie, Ausgabe 2005. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1253 Olivone, 1:25000, Bundesamt für Landestopographie, Ausgabe 2009. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1254 Hinterrhein, 1:25000, Bundesamt für Landestopographie, Ausgabe 2010.
Weblinks
Tourenberichte hikr.org
Einzelnachweise
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