Die USS Santa Fe (CL-60) war ein leichter Kreuzer der Cleveland-Klasse der United States Navy. Der nach der Hauptstadt von New Mexico benannte Kreuzer war das erste Schiff dieses Namens und stand von 1942 bis 1946 im Dienst bei der US-Marine. Die „Lucky Lady“ (engl.: glückliche Dame), wie sie von ihrer Besatzung genannt wurde, nahm an fast allen größeren Operationen während des Pazifikkriegs teil.
Technik Für weitere Informationen zu Technik siehe Cleveland-Klasse#Technik Allgemeines Die Santa Fe gehörte zur ersten, unmodifizierten Baugruppe der Cleveland-Klasse, erkennbar an der frühen runden Brücke und der Position der Leitgeräte. Sie war 186,0 Meter lang (Länge über alles), maximal 20,2 Meter breit und hatte bei 7,5 Metern Tiefgang eine maximale Einsatzverdrängung von 11.744 Tonnen. Die maximale Stärke der Panzerung lag bei 165 mm am Kommandoturm sowie 127 bei vertikalen und 76 mm bei der horizontalen Panzerung. Der Antrieb des Kreuzers erfolgte über vier Propeller, die von vier Getriebeturbinen mit 100.000 PS Gesamtleistung angetrieben wurden. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 32,5 Knoten, die maximale Reichweite bei 15 Knoten betrug 11.000 Seemeilen.
Bewaffnung mini|links|hochkant|Blick auf die vorderen 152-mm-Türme und die Aufbauten der Santa Fe Die Hauptbewaffnung der Santa Fe bestand aus zwölf 152-mm-Geschützen, Kaliberlänge 47, die in vier Drillingstürmen untergebracht waren. Als Mittelartillerie, zugleich Schwere Flak, waren sechs 127-mm-Zwillingstürme L/38 vorhanden. Die leichte Flak bestand bei Indienststellung 1943 aus 12 40-mm-Flaks in zwei Zwillings- und zwei Vierlingslafetten im Mittschiffsbereich sowie 26 20-mm-Maschinenkanonen in Einzellafetten (acht mittschiffs, je zwei auf Back und Schanz, vier um die vorderen und sechs um die achteren Geschütztürme und zwei in den achteren Aufbauten). Die Zahl der Flugabwehrgeschütze blieb auch 1944 unverändert, obgleich zwei 20-mm-Geschütze umgesetzt wurden. Erst in der Liegezeit im Frühjahr 1945 wurde die leichte Flugabwehrbewaffnung verstärkt. Im Juli 1945 führte Santa Fe dann 28 40-mm-Flaks in vier Vierlingen mittschiffs und sechs Zwillingen (zwei am Heck, je zwei seitlich der Geschütztürme vorn bzw. achtern) und eine nicht mehr genau rekonstruierbare, aber verringerte Anzahl von 20-mm-Maschinenkanonen in Zwillingslafetten. Torpedorohre führte der Kreuzer nicht. An Bord waren zudem zwei Wasserflugzeug-Katapulte und im Normalfall drei Bordflugzeuge des Typs OS2U Kingfisher.
Radar Bei Indienststellung führte die Santa Fe als Luftsuchradar SC-2/3 auf dem Hauptmast, ohne aufgesetzte IFF-Anlage, zwei Mk.8-Radare für die Feuerleitung der schweren Geschütze und zwei überhöht aufgestellte Radare Mk.4 (FD) für die Mk.37-Leitgeber der 5-Zoll-Geschütze, dazu das Seesuchradar SG auf dem Vormast. Ab Januar 1944 ist für die Luftsuche dann das SK-Radar mit aufgesetztem BK zur Freund-Feind-Kennung auf dem Vormast an Bord, und es finden sich zwei SG-Antennen, je eine auf der Vormaststenge und eine auf dem Hauptmast. Im Juli 1945 haben die Kombinationen Mk.12/22 das Mk.4 auf den Mk.37-Feuerleitgeräten ersetzt. Das SK-Luftsuchradarsystem ist nunmehr mit der neuen runden SK-2-Antenne auf der Vormastplattform kombiniert.
Tarnanstriche Ein Tarnmuster im engeren Sinne führte Santa Fe nicht. Sie wurde im graded system nach Measure 22 gemäß dem Bemalungssystem der U.S. Navy fertiggestellt, mit dunklem unteren Rumpf (marineblau = navy blue 5-N) und hellerem oberen Rumpf und Aufbauten (in ozeangrau = ocean grey 5-O). 1944 wechselte der Anstich in Measure 21 (Seitenflächen marineblau = navy blue 5-N über alles). Decksfarbe war immer schwarzblau (deck blue = 20-B). Dieser Anstrich blieb bis zum Kriegsende unverändert.
Geschichte Bau und Indienststellung Die Santa Fe wurde 1940 als fünftes Schiff des ersten Bauloses der Cleveland-Klasse bei New York Shipbuilding in Camden, New Jersey geordert und am 7. Juni 1941 auf Kiel gelegt. Nach nur 368 Tagen Bauzeit, 6 Monate vor der Planung, erfolgte am 10. Juni 1942 die Schiffstaufe durch Caroline Trevelyan Chávez, die 14-jährige Nichte des Senators von New Mexico, Dennis Chávez. Nach dem Stapellauf wurde der Kreuzer an die Ausrüstungspier verlegt, wo bis zur Indienststellung am 24. November 1942 die technische Ausrüstung vollendet wurde. Erster Kommandant der Santa Fe war Captain Russell S. Berkey. Nach ersten Erprobungsfahrten an der US-Ostküste verließ der Kreuzer am 1. März 1943 Philadelphia in Richtung Pazifik, wo er am 23. März in Pearl Harbor eintraf.
Aleuten Am 15. April 1943 verließ die Santa Fe zusammen mit anderen Schiffen Hawaii und lief in den nördlichen Pazifik, um die von den Japanern besetzten Aleuten zurückzuerobern. Am 20. April traf der Verband auf der Adak-Insel ein, wo die Santa Fe der Task Group 16.6, einem Verband aus Kreuzern und Zerstörern zugeteilt wurde. Die TG 16.6 verließ am 21. April die Kuluk-Bucht auf Adak und patrouillierte im Seegebiet westlich der Inseln. Am 26. April nahm der Verband japanische Stellungen auf Attu unter Feuer. Am 28. April kehrte der Verband zum Bunkern zum Stützpunkt auf Adak zurück, am nächsten Tag begannen wieder Patrouillenfahrten westlich von Attu. Zweimal, am 1. und am 4. Mai, hatte die Santa Fe Kontakt mit japanischen U-Booten, konnte diese aber nicht angreifen. Am 11. Mai lag der Kreuzer etwa 60 Seemeilen westlich von Attu und sicherte die Landung amerikanischer Truppen auf der Insel. Diese Einsatzfahrt wurde am 26. Mai beendet, nachdem der Kreuzer noch zwei Mal Kontakt mit japanischen U-Booten hatte. Am 3. Mai verließ die Santa Fe zusammen mit der Wichita, der San Francisco, der Louisville und vier Zerstörern zur ersten Patrouille in das Seegebiet nördlich von Kiska, die bis zum 18. Juni andauerte.
mini|Die Santa Fe irgendwo im Seegebiet um die Aleuten Am 27. Juni folgte ein weiterer Einsatz vor Kiska, diesmal wurden die Kreuzer und Zerstörer von den Schlachtschiffen Mississippi und New Mexico begleitet. Am 6. Juli nahm der Verband die Insel Kiska unter Feuer, am 13. Juli lief der Verband wieder in die Kuluk Bay auf Adak ein. Eine Woche später, am 20. Juli, lief der Verband erneut aus, um japanische Stellungen auf Kiska unter Feuer zu nehmen. Am 26. Juli war die Santa Fe in die sogenannte „Schlacht von Sitka Pip“ involviert, als der Verband mehrere Stunden lang Scheinziele angriff, die durch Radarreflexionen erzeugt wurden und im dichten Nebel, der in der Region herrschte, nicht optisch zu verifizieren waren. Die Schlachtschiffe und schweren Kreuzer der Task Force George feuerten über 1000 Granaten der schweren Kaliber 14 und 8 Zoll auf nicht existierende Gegner. Die Japaner hatten Kiska vier Tage zuvor evakuiert, als die Amerikaner am 13. August auf der Insel landeten, fanden sie sie verlassen vor. Santa Fe schloss ihre letzte Einsatzfahrt im nördlichen Pazifik am 20. August ab, am 25. August verließ sie die Aleuten in Richtung Hawaii.
Gilbertinseln und Wake Der Kreuzer traf am 1. September in Pearl Harbor ein, vom 5. bis zum 8. September folgte ein kurzer Aufenthalt im Trockendock zur Überholung. Nach Abschluss der Arbeiten machte Konteradmiral Laurance Toombs DuBose die Santa Fe zum Flaggschiff der Cruiser Division 13, in der das Schiff zusammen mit den Schwesterschiffen Mobile und Birmingham operierte. Zusammen mit der Carrier Task Force 15 liefen die Kreuzer am 11. September von Pearl Harbor in Richtung der Gilbertinseln aus, wo die Bordflugzeuge der Träger am 18. September japanische Stellungen auf Tarawa angriffen. Am 23. September kehrte der Verband nach Hawaii zurück. Der nächste Einsatz führte die Santa Fe und die Cruiser Division 13 zusammen mit der Carrier Task Force 14, die aus sechs Flugzeugträgern, zwei Kreuzern und etwa 20 Zerstörern bestand, am 29. September nach Wake. Während die Bordflugzeuge der Flugzeugträger am 5. und 6. Oktober japanische Stellungen auf der Insel angriffen, lieferte sich die Santa Fe ein Artillerieduell mit einer japanischen Geschützstellung auf der Insel. Am 11. Oktober kehrte der Verband nach Pearl Harbor zurück, wo die Kreuzer der Central Pacific Force unter dem Kommando von Admiral Raymond A. Spruance unterstellt wurden. Am 21. Oktober verließ der Kreuzer mit den anderen Schiffen Hawaii in Richtung der Neuen Hebriden, wo Übungen durchgeführt wurden. Anfang November wurde die Santa Fe abkommandiert, die Landung der US-Truppen auf Bougainville zu decken. Nach einem kurzen Tankstopp auf Esperitu Santo am 4. November erreichte der Verband am Abend des 8. November Kap Torokina, das nördliche Ende der Insel. Die Kreuzer der Cruiser Division 13 und die begleitenden Zerstörer wehrten mehrere japanische Luftangriffe auf die Landungsschiffe ab, am 9. November verließen die Schiffe das Seegebiet in Richtung der Zentral-Salomonen. Am 12. November verließ die Santa Fe die Purvis Bay, am 13. November wurde noch einmal Treibstoff auf Esperitu Santo gebunkert, dann operierte der Kreuzer in der Landungsflotte, die Tarawa und Betio erobern sollte. Am 20. November und in den folgenden Tagen lieferte die Santa Fe Feuerunterstützung für die auf Betio landenden US-Marines.
Marshall-Inseln mini|Die Santa Fe verlässt die US-Westküste in Richtung der Marshallinseln, 13. Januar 1944
Die Santa Fe wurde am 26. November zusammen mit der Mobile der Task Group 50.3 zugeteilt und verließ zwei Tage später die Gilbertinseln in Richtung der Marshallinseln. Am 4. und 5. Dezember griffen die Flugzeuge der US-Flugzeugträger japanische Stellungen auf Kwajalein und Wotje an, die Santa Fe übernahm die Sicherung der Träger gegen Luftangriffe. Am 9. Dezember lief der Kreuzer in Pearl Harbor ein, sechs Tage später wurde Captain Berkey als kommandierender Offizier der Santa Fe von Jerauld Wright abgelöst. Nachdem sie die Weihnachtstage in Hawaii verbracht hatte, verließ der Kreuzer am 28. Dezember die Inseln in Richtung US-Westküste. Am 1. Januar lief das Schiff dann in San Pedro ein und nahm in den folgenden Tagen an amphibischen Übungen in San Clemente und vor Long Beach teil. Am 13. Januar verließ die Santa Fe als Teil der Task Force 53, deren Aufgabe die Einnahme von Kwajalein war, die US-Westküste und lief über Hawaii, wo am 21. Januar Treibstoff gebunkert wurde, zu den Marshallinseln. Am 29. Januar löste sich ein Kreuzerverband von der Hauptstreitmacht, um die Bedrohung durch japanische Stellungen auf Wotje zu eliminieren. Gegen Mittag des 30. Januar schlossen sich die Schiffe wieder dem Hauptverband an, der am folgenden Tag mit dem Angriff auf Kwajalein begann. Am 1. Februar begann dann die Landungsoperation der 4. Division der US-Marines unter dem Kommando von General Harry Schmidt.
Am 12. Februar verließ die Santa Fe zusammen mit den Flugzeugträgern der Task Force 58 das Majuro-Atoll in Richtung Truk, das am 15., 16. und 17. Februar von Trägerflugzeugen bombardiert wurde. Im Anschluss kehrte der Verband zum Majuro-Atoll zurück. Vom 12. bis zum 15. März bunkerte die Santa Fe auf Esperitu Santo, danach sicherte sie am 20. März die Landung auf Emira im Bismarck-Archipel. Am 27. März wurde der Kreuzer wieder als Eskorte für Flugzeugträgerverbände eingeteilt und nahm an den Angriffen auf Palau am 30. März, Yap am 31. März und Woleai am 1. April teil. Am 6. April traf der Kreuzer wieder im Majuro-Atoll ein, eine Woche später lief er dann mit der Task Force 58.1 in südwestlicher Richtung Neuguinea aus.
Neuguinea, Marianen und Bonin-Inseln