Eching ist eine Gemeinde und ein Dorf im oberbayerischen Landkreis Freising.
Name Der Ortsname geht vermutlich auf einen bajuwarischen Edlen oder Sippenältesten namens Ecco oder Echo, verschiedentlich auch Eho geschrieben, zurück; wieder andere Quellen sprechen davon, dass dies eine alte Bezeichnung für einen Pferdezüchter sei. Man vermutet eine Ableitung aus dem Indoeuropäischen *eho für Ross bzw. Pferd. Im Jahr 773 bzw. 776 wird Eching Ehingas genannt.August Alckens: Landkreis Freising. Aus Vergangenheit und Gegenwart des heutigen Kreisgebiets, S. 208; herausgegeben vom Landkreis Freising; Landshut 1962 Anno 1567 heißt der Ort Egen. Etwas später im Jahre 1595 schreibt man Öching. In einer anderen Urkunde aus dem Jahre 1601 ist von Oeching auf’m G’füll die Rede. Wie lange sich der Name Oeching auf’m G’füll gehalten hat, ist nicht bekannt. Jedoch schon nach dem Dreißigjährigen Krieg hieß der Ort Eching. Später wurde Eching von Amts wegen in Eching bei Freising umbenannt, um es von der Gemeinde Eching bei Landshut zu unterscheiden.
Geografie Die Gemeinde liegt an der S-Bahn-Linie 1 und an den Autobahnen A 9 und A 92. Das Gemeindegebiet erstreckt sich auf der Münchner Schotterebene vom westlichen Ufer der Isar im Gemeindeteil Dietersheim bis zu den Ausläufern des tertiären Donau-Isar Hügellandes im Gemeindeteil Günzenhausen. Darüber hinaus befinden sich auch Teile des Naturwaldes Auwälder an der mittleren Isar innerhalb oder in der Nähe der Gemeinde.
Gemeindegliederung Die Gemeinde hat sieben Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Dietersheim (Kirchdorf) Deutenhausen (Dorf) Eching (Pfarrdorf) Eching-Ost (Gewerbegebiet) Günzenhausen (Kirchdorf) Hollern (Weiler) Ottenburg (Dorf)
Am Geflügelhof ist kein amtlich benannter Gemeindeteil. Der Teil Hollerns westlich der Bundesstraße B 13 ist seit 1990 Gemeindeteil von Unterschleißheim.
Nachbargemeinden Die Gemeinde grenzt im Nordosten an das Gemeindegebiet von Neufahrn bei Freising, im Nordwesten an Haimhausen und Fahrenzhausen, westlich an Unterschleißheim, im Südwesten an Oberschleißheim, südlich an Garching und im Osten an Hallbergmoos.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Siedlungsspuren im Echinger Gemeindegebiet reichen bis in die Hallstattzeit zurück. So wurden schon vor dem Zweiten Weltkrieg in Eching in Gräbern Eisenschwertklingen aus der Zeit von 1000 bis 500 v. Chr. gefunden. 1980 entdeckte man bei Straßenbauarbeiten Spuren von Gebäuden aus dieser Zeit. Weitere Bodenfunde belegen eine kontinuierliche Besiedlung bis ins Jahr 2000 v. Chr.Landkreis Freising; Frisinga Verlag Freising 1992; S. 130. ISBN 3 88841 046 0 Eine Römerstraße führte von Gauting über Eching nach Freising, so fand man römische Münzen und Ziegelreste entlang der Straße. Erstmals urkundlich wurde Eching als Ehingas am 24. Juli 773 erwähnt. Der Freisinger Bischof Arbeo ließ bei seinem Aufenthalt in Ehingas eine Schenkung zu Gunsten des Freisinger Domes beurkunden.Süddeutsche Zeitung Nr. 89 vom 18. April 2023; S. 29 1212 wurde unter Bischof Otto II. Eching und die unmittelbare Umgebung für das Bistum Freising erworben und gehörte fortan zur geschlossenen Hofmark Ottenburg. Aus dem 12. Jahrhundert stammt das älteste noch bestehende Bauwerk in Eching, die ursprünglich romanische Sankt-Andreas-Kirche, die 1315 unter Bischof Emicho erstmals erwähnt wurde. Während des Dreißigjährigen Krieges plünderten 1632 die Schweden die Gegend. 1803 endete durch die Säkularisation die Herrschaft des Hochstift Freising und die Hofmark wurde 1804 an Adam von Aretin verkauft.
Gemeinde Eching Eching wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1808 eine selbständige Patrimonialgemeinde zweiter Klasse, die dem neu gebildeten Landgericht Freising zugeordnet wurde. Mit dem zweiten Gemeindeedikt 1818 wurden die Orte Dietersheim und Hollern der Gemeinde Eching zugeordnet.
1890 wurde der Bahnhof an der Eisenbahnlinie München – Landshut eröffnet. In diesem Zusammenhang entstand auch die erste Poststelle. 1902 wurde Eching an das Stromnetz und das öffentliche Telefonnetz angeschlossen.
20. und 21. Jahrhundert Mit dem Bau der Autobahn 1936 bis 1938 setzte ein Wandel weg von der bis dahin eher bäuerlichen Struktur ein.
Die gemeinsame Einrichtung eines Gewerbegebietes, zwischen Eching und Neufahrn gelegen, und die Anbindung an die Landeshauptstadt München durch die S-Bahn haben aus der Gemeinde eine moderne Vorstadtgemeinde gemacht. 2002 war Eching ein Tatort beim Amoklauf von Eching und Freising.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform wurde am 1. Januar 1978 der größere Teil der aufgelösten Gemeinde Günzenhausen (bei Eching) eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und wuchs die Gemeinde von 10.040 auf um Einwohner bzw. um %. Jahr Einwohner 1. Dez. 1840 680 1. Dez. 1871 828 1. Dez. 1900 1.049 16. Juni 1925 1.093 17. Mai 1939 1.420 13. Sept. 1950 2.211 6. Juni 1961 2.764 27. Mai 1970 5.155 25. Mai 1987 9.293 31. Dez. 1991 10.419 Jahr Einwohner 31. Dez. 1995 11.204 31. Dez. 2000 12.729 31. Dez. 2001 12.923 31. Dez. 2002 12.896 31. Dez. 2003 12.841 31. Dez. 2004 12.770 31. Dez. 2005 12.898 31. Dez. 2006 13.052 31. Dez. 2007 13.077 31. Dez. 2008 12.929 Jahr Einwohner 31. Dez. 2009 13.104 31. Dez. 2010 13.275 31. Dez. 2011 13.469 31. Dez. 2012 13.225 31. Dez. 2013 13.415 31. Dez. 2014 13.403 31. Dez. 2015 13.809 31. Dez. 2016 13.90631. Dez. 201814.01031. Dez. 201914.025
Einwohnerzusammensetzung Aufteilung nach Gemeindeteilen (Stand: 31. Dezember 2008): Gemeindeteil Einwohner 2008 Einwohner 2007 Einwohner 2006Einwohner 2020 Eching 11.072 10.770 11.035 10.465 Dietersheim 1.249 1.434 1.391 2.007 Günzenhausen 852 859 884 992 Ottenburg 168 175 173 195 Deutenhausen 216 214 236 240 Hollern 138 190 61 214 Eching-Ost 52 61 239
Politik Gemeinderat
Die Kommunalwahlen 2002, 2008, 2014 und 2020 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat. Seit Mai 2014 gehören dem Gemeinderat sieben Parteien und Gruppierungen an:
Partei / Wählergruppe 2002 2008 20142020 CSU 12 9 86 SPD 8 8 55 Grüne – – 25 Freie Wähler 4 6 54 FDP – 1 –1 Echinger Mitte – – 11 Bürger für Eching – – 32 Gesamt 24 24 2424
Nach Prozenten wurde folgendermaßen abgestimmt: Partei / Wählergruppe 2002 2008 20142020 CSU 49,5 37,9 31,727,6 SPD 31,8 30,8 21,619,8 Grüne – – 8,919,8 Parteifreie Wähler 18,7 25,2 18,717,2 FDP – 6,0 1,84,4 Echinger Mitte – – 5,0– Bürger für Eching – – 12,2–BfE/Echinger Mitte/ödp–––11,3Gesamt100100100100 Echinger Mitte und Bürger für Eching bilden im Gemeinderat die gemeinsame Fraktion BfE/EM/ödp.
Bürgermeister Von 1998 bis 2016 war Josef Riemensberger (CSU) Erster Bürgermeister. Für die Bürgermeisterwahl 2016 trat er nicht mehr an. Ab 1. September 2016 war Sebastian Thaler (parteilos, auf Wahlvorschlag der SPD) im Amt, der sich in der Wahl im Juli 2016 mit 62,1 % der Stimmen gegen den dritten Bürgermeister Thomas Kellerbauer (CSU) durchsetzen konnte. Sebastian Thaler wurde bei der vorgezogenen Bürgermeisterwahl im März 2020 mit 77,19 % im Amt bestätigt. Bei den Kommunalwahlen im März 2026 erhielt Sebastian Thaler 20,5 % der Stimmen und verpasste den Einzug in die Stichwahl. In der Stichwahl konnte sich Michael Steigerwald (CSU) mit 55,1 % gegen Christoph Gürtner (FW) durchsetzen.
Amtszeit Erster Bürgermeister Parteiseit 2026Michael SteigerwaldCSU 2016–2026 Sebastian Thaler parteilos 1998–2016 Josef Riemensberger CSU 1992–1998 Rolf Lösch SPD 1972–1992 Joachim Enßlin SPD 1966–1972 Michael Liedl CSU 1946–1966 Paul Käsmaier CSU
Wappen
Gemeindepartnerschaften Partnergemeinden sind: : Seit 1972 Trezzano sul Naviglio, westlich von Mailand : Seit 1993 Urubamba am Fluss Urubamba : Seit 2005 Majs
NordAllianz Eching ist Mitglied in der NordAllianz – Metropolregion München Nord.
Heideflächenverein Münchner Norden Eching ist Mitglied im 1999 gegründeten Heideflächenverein Münchner Norden e. V. dessen Ziel es ist die „Heidelandschaft im Münchner Norden zu sichern und zu entwickeln“. Im Projektgebiet liegt unter anderem das Naturschutzgebiete Echinger Lohe, Garchinger Heide, Fröttmaninger Heide und Mallertshofer Holz mit Heiden. Neben der Gemeinde Eching sind in diesem Verein die Gemeinden Neufahrn und Oberschleißheim, die Städte Garching und Unterschleißheim, die Landkreise Freising und München, sowie die Landeshauptstadt München.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Das Bürgerhaus Eching ist einer der wichtigsten Veranstaltungsorte der Gemeinde, dort befindet sich eine Kleinkunst-Bühne und Ausstellungsräume.
Baudenkmäler
Katholische Pfarrkirche St. Andreas Katholische Filialkirche St. Laurentius in Günzenhausen Schloss Ottenburg
Sport Es gibt mehrere Sportvereine. Der Sportclub Eching e. V. ist mit seinen zwölf Abteilungen und 1380 Mitgliedern, davon 600 Jugendliche (Oktober 2005) der sechstgrößte Sportverein im Landkreise Freising. Der Verein ist in die Abteilungen Karate, Judo, Tennis, Schach, Tischtennis, Baseball, Handball, Ballett, Basketball, Volleyball, Badminton und Leibesübung unterteilt.
Der TSV Eching ist ein 1947 gegründeter Fußballverein und hat 813 Mitglieder, davon 293 Jugendliche (Anfang 2004). Der TSV verfügt über eine Sportanlage mit vier Fußballplätzen und über ein Sportheim, das gleichzeitig öffentliche Gaststätte ist. Weitere Vereine mit sportlicher Zielsetzung sind z. B. der Deutsche Alpenverein – Ortsverein Eching/Neufahrn, der Reitverein Gut Hollern und der Lady-Sportverein.
Natur und Erholung
Der Echinger See (auch: Ellwanger See) ist ein Badesee in der Gemeinde Eching. Der See war ursprünglich ein Baggersee, der aufgrund von Kiesentnahmen in den 1960er Jahren entstanden ist. In den 1980er Jahren wurde dieser um Liegewiesen, Spazierwege und Bereiche zur stillen Erholung zum Badesee erweitert. Der See ist maximal 17 m tief und sein Ufer ist etwa 1,7 km lang. Das Erholungsgelände ist etwa 33 Hektar (ha) groß, wovon der See 12,6 ha umfasst. Die Liegewiesen haben eine Fläche von 7,0 ha. Das Gelände bietet Beachvolleyballplätze, Tischtennisplätze, Sandspielplätze und Rundwanderwege. Außerdem befindet es sich in der Nähe des gemeindlichen Freizeitgeländes. Darüber hinaus befindet sich im Süden des Badesees ein kleines Biotop.
Für das leibliche Wohl sorgt ein Verkaufskiosk mit einem kleinen Biergarten. Mit zwei Parkplätzen und rund 800 Stellplätzen ist für genügend Parkmöglichkeiten gesorgt. Während der Badesaison (vom 15. Mai bis zum 15. September eines Jahres) stehen öffentliche Toiletten zur Verfügung.
Zwischen Eching und Hollern befinden sich mehrere Kiesbadeseen, die seit 2009 unter der Trägerschaft des Erholungsflächenvereins (Lkr. München) zu einem Naherholungsgebiet ausgebaut werden. Geplant ist eine Gesamtfläche von 90 ha, wobei der Hollerner See, als der größte Badesee, eine Fläche von 28 ha einnimmt.Hollerner See, auf erholungsflaechenverein.de, abgerufen am 30. Januar 2021
Auf dem Gebiet der Gemeinde Eching befinden sich mehrere Naturschutzgebiete: Garchinger Heide, Echinger Lohe und Mallertshofer Holz mit Heiden (seit 1995; reicht auch auf das Gebiet von Garching und Oberschleißheim im Landkreis München)
Musik Auf dem Freizeitgelände am Baggersee findet jährlich seit 2013 das Festival Brass Wiesn statt.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Die Gemeinde befindet sich südlich des Autobahnkreuzes A 9/A 92 und ist über die Ausfahrten Eching (A 9) und Eching-Ost (A 92) zu erreichen. Auch die Bundesstraße B 14 sowie die stark befahrenen Staatsstraßen 2053 und 2350 (ehemalige B 11) verlaufen durch das Gemeindegebiet.