Densetsu no Stafy (jap. , Densetsu no Sutafī, dt. „Legendärer Stafy“ oder „Stafy aus der Legende“) ist eine Videospielreihe, die von TOSE entwickelt und von Nintendo vertrieben wird. Die ersten vier Spiele der Serie sind bisher ausschließlich in Japan erschienen, am 8. Juni 2009 erschien jedoch unter dem Namen der fünfte Teil zeitversetzt in Nordamerika. Das erste Spiel erschien 2002 für den Game Boy Advance. Bei allen Spielen handelt es sich um Jump ’n’ Runs. Der titelgebende Protagonist Stafy erscheint in Form eins fünfzackigen, gelben Sterns, möglicherweise ein Seestern, und erlebt mit seinen Freunden zahlreiche Abenteuer unter Wasser.

Chronologie Die folgenden Stafy-Titel sind bisher erschienen: VÖ-Datum System Titel 6. September 2002GBADensetsu no Stafy(伝説のスタフィー) 5. September 2003GBADensetsu no Stafy 2(伝説のスタフィー2) 5. August 2004GBADensetsu no Stafy 3(伝説のスタフィー3) 13. April 2006NDSDensetsu no Stafy 4(伝説のスタフィー4) 10. Juli 2008 8. Juni 2009NDSDensetsu no Stafy: Taiketsu! Daīru Kaizokudan(伝説のスタフィー たいけつ!ダイール海賊団) /

Spielprinzip Bei den Stafy-Spielen handelt es sich um eine etwas ungewöhnlichere Art von 2D-Jump ’n’ Runs. Anders als in den meisten Genre-Vertretern findet das Spielgeschehen vornehmlich unter Wasser statt und dementsprechend schwimmt die Spielfigur mehr als zu laufen und zu springen. An Land hingegen entspricht die Steuerung dem typischen Jump ’n’ Run.

Der Spieler steuert den Stern Stafy. Im Wasser wird dieser vornehmlich mit dem Steuerkreuz bewegt. Durch Betätigen bestimmter Knöpfe kann Stafy beispielsweise schneller schwimmen oder besondere Aktionen ausführen, wobei diese oft erst im Laufe des Spiels erlernt werden. Die häufigste ist eine Drehattacke, bei der Stafy sich schnell um sich selbst dreht, um so Gegner zu besiegen und Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Je nach Spiel lässt sich dieser Angriff gegebenenfalls verbessern. Bei einer weiteren Technik richtet Stafy im Sprung die obere Zacke seines Körpers nach unten aus und schnellt nach unten, um sie in Gegner oder Hindernisse zu rammen. Ab dem dritten Teil ist auch Stafys Schwester Stapy spielbar. Diese verfügt über zum Teil andere Fähigkeiten, wie einen Wandsprung, das Kriechen durch enge Stellen oder das Erzeugen eines Schutzschildes.Densetsu-no-Stafy-3-Webseite: Stafys und Stapys TechnikenDensetsu-no-Stafy-4-Webseite: Stafys und Stapys Techniken An Land bewegt sich die Spielfigur in der Regel laufend und springend fort, wie im typischen Jump ’n’ Run üblich.

Wird die Spielfigur von einem Gegner getroffen, erleidet sie Schaden und verliert Energie in der auf dem Bildschirm sichtbaren Herzanzeige. Durch Verlieren der kompletten Energie muss in der aktuellen Spielstufe wieder von vorne begonnen werden. Es ist jedoch möglich, bei der Meerjungfrau Mermaid, die an verschiedenen Stellen in einer Spielstufe anzutreffen ist, zu speichern, so dass wieder an dieser Stelle begonnen werden kann. Außerdem regeneriert die Meerjungfrau verlorene Energie der Spielfigur. Verlorene Energie lässt sich auch durch das Sammeln von Perlen zurückgewinnen, die an allen Orten verteilt sind. Die Perlen sind quasi die Währung im Stafy-Universum und lassen sich zum Erwerb von Items verwenden.

In der Regel gibt es in einem Stafy-Spiel mehrere Welten, die jeweils aus mehreren Abschnitten bestehen, wobei am Ende einer Welt ein Endgegner bezwungen werden muss. In einem Level ist es meist das Ziel, einem oder mehreren Tieren zu helfen. Üblicherweise muss entweder ein verlorener oder gestohlener Gegenstand wiedergefunden und zurückgebracht werden, oder man muss den Tieren bestimmte Gegner vom Hals schaffen. Die Aufgaben sind zum Teil mit mehr oder weniger umfangreichen Rätseln verbunden, beispielsweise muss zuerst ein Schlüssel für eine Tür gefunden werden oder Blöcke müssen richtig verschoben werden. Bei den Endgegnern ist die von ihnen jeweils angewandte Taktik zu durchschauen, um sie besiegen zu können.

Eine wichtige Rolle spielt stellenweise auch der Einsatz spezieller Items oder die direkte Unterstützung durch Tiere. So kann Stafy zum Beispiel im ersten Teil spezielle Fortbewegungsmittel wie Fallschirm, Bohrer oder Hexenbesen einsetzen, wodurch Stellen zugänglich werden, die sonst unerreichbar wären.Densetsu-no-Stafy-Webseite: Fortbewegungsmittel Außerdem kann sich die Spielfigur unter bestimmten Umständen verwandeln, wobei die Verwandlungen neue Fähigkeiten verleihen. Darunter befindet sich im vierten Teil ein Drache, der Feuer speien kann, oder aber der Stern verwandelt sich in ein Gespenst und kann so schweben.Densetsu-no-Stafy-5-Webseite: Verwandlungen

Des Weiteren erhalten Stafy und Stapy Unterstützung von verschiedenen Tieren, darunter von Stafys bestem Freund Kyorosuke, der Muschel, die ihm Ratschläge gibt oder ihn auch direkt im Geschehen unterstützt, wie im vierten Teil. In diesem kann Stafy zusammen mit Kyorosuke unter anderem eine spezielle Drehtechnik anwenden, bei der sich Stafy an der Muschel festhält und beide sich mit hoher Geschwindigkeit drehen, wodurch sie sich kurzzeitig sehr schnell bewegen, Gegner besiegen und Höhen überwinden können. Ein weiterer Gefährte ist der weise Krebs Lobjii-san, der Stafy und seinen Freunden beratend zur Seite steht. Noch viele weitere Wasserbewohner, wie Amur-Wels, Anglerfisch oder Seepferdchen, greifen den Sternen unter die Arme.Densetsu-no-Stafy-4-Webseite: Fortbewegungsmittel

Ein weiteres Spielelement ab dem zweiten Teil sind die sammelbaren Kostüme, um Stafy und Stapy zu verkleiden, es ist eine Art Kisekae Set System. Bei den Kostümen handelt es sich oft um Kleidungsstücke, die aus der (japanischen) Alltagskultur bekannt sind. So können die beiden Sterne beispielsweise in Weihnachtsmannkostüm, Polizeiuniform, Yukata, Schuluniform oder Cheerleader-Outfit schlüpfen.Densetsu-no-Stafy-3-Webseite: Kostüme für Stafy und Stapy

Im Vergleich zu vielen anderen 2D-Jump ’n’ Runs, die, wie zum Beispiel die Kirby-Reihe, in einem ähnlichen Stil gehalten sind, wird in den Densetsu-no-Stafy-Spielen relativ viel Text verwendet, um die Handlung voranzutreiben. Viele der vorkommenden Figuren haben etwas zu erzählen, wobei häufig Dialoge zwischen Kyorosuke, Stapy und den anderen Figuren entstehen. Stafy selbst bleibt dabei stumm. Um das Lesen der japanischen Texte für junge Spieler zu vereinfachen, wird größtenteils auf den Einsatz von Kanji verzichtet. Die Spiele sind auch ohne Japanischkenntnisse spielbar, allerdings entgehen so viele Details der Handlung.

Spiele Vorläufer mini|250px|Logo der GBC-Version Das erste Stafy-Spiel sollte eigentlich bereits im Jahr 2000 erschienen. Auf Nintendos hauseigener Messe Space World wurde 2000 das Game-Boy-Color-Spiel Densetsu no Stafy vorgestellt, das noch im Dezember desselben Jahres auf den Markt kommen sollte.: Densetsu no Stafy für Game Boy Color: Densetsu no Stafy für Game Boy Color Da jedoch bereits für März 2001 die Einführung des Game Boy Advance in Japan geplant war, erschien das Spiel nicht mehr für das ältere Game-Boy-Modell, stattdessen arbeitete man nun an einer GBA-Version. Diese wurde auf der Space World 2001 präsentiert.: Densetsu no Stafy für Game Boy Advance

Densetsu no Stafy Der erste Teil der Serie wurde schließlich im September 2002 veröffentlicht. Stafy ist der Sohn seiner königlichen Eltern Mama Sta und Papa Sta, die über das Königreich Tenkai regieren, und lebt mit ihnen im Tenkai-Palast hoch oben in den Wolken. Während Prinz Stafy spielt, passiert ihm ein Missgeschick und er lässt das Magische Gefäß herunterfallen, das geradewegs Richtung Ozean stürzt. In diesem Gefäß wurde der bösartige Aal Ogura gefangen gehalten, der nun entkommen kann und postwendend ein Unwetter entfacht, das Stafy vom Palast herunterfegt und ihn ebenfalls in den Ozean befördert. Der Betrachter sieht dabei am Ende des Vorspanns, bedingt durch die (sinnbildliche) Kameraeinstellung, Stafy förmlich auf sich zufallen. Dies ist ein markantes Merkmal der meisten Vorspänne der Stafy-Spiele, gegen Ende eines Vorspanns stürzt Stafy (ab Teil 2 auch mindestens einer seiner Freunde) aus den Wolken in Richtung Ozean direkt auf den Betrachter zu.

Unter Wasser wird Stafy vom alten Krebs Lobjii-san entdeckt, der Stafy vom Gefäß und Ogura erzählt. Lobjii-san beschließt, Stafy dabei zu helfen, wieder nach Hause zu kommen, und steht ihm mit seiner Weisheit und Wissen zur Verfügung.

In den einzelnen Spielstufen muss Stafy verschiedenen Tieren helfen. Unter den Wasserbewohnern, die er trifft, schließt Stafy besondere Freundschaft mit der vorlauten Muschel Kyorosuke, die sein bester Freund wird.

Die japanische Videospielezeitschrift Famitsu bewertete Densetsu no Stafy mit 30 von 40 möglichen Punkten.Gamekult: Pressewertung für Densetsu no Stafy

Densetsu no Stafy 2 Im September 2003 erschien fast genau ein Jahr nach dem ersten der zweite Teil. Ogura wurde beim letzten Mal wieder in ein Magisches Gefäß eingesperrt, dass sich wieder im Tenkai-Palast befindet. Dieser will jedoch nichts anderes, als wieder aus dem Gefäß zu entkommen. Nach einiger Überlegung kommt er auf die Idee, zehn Kinder seiner selbst zu erschaffen, die klein genug sind, um problemlos aus dem Gefäß zu kommen (diese fungieren später im Spiel als Endgegner). Nachdem er dies getan hat und seine Nachkömmlinge das Gefäß verlassen haben, greifen diese den Palast mit einem Wirbelsturm an. Das Gefäß fällt so wieder aus dem Palast Richtung Ozean und Ogura kommt erneut frei. Er entführt sogleich Stafys Mutter Mama Sta und verschwindet mit ihr. Ohne langes Zögern stürzt sich Stafy in die Tiefe, und eher unfreiwillig auch Kyorosuke, der zu diesem Zeitpunkt bei Stafy zu Besuch war. Stafy muss Ogura ein weiteres Mal besiegen.

Von Famitsu erhielt Densetsu no Stafy 2, wie sein Vorgänger, eine Wertung von 30 von maximal 40 Punkten.Gamekult: Pressewertungen für Densetsu no Stafy 2

Densetsu no Stafy 3 Im dritten Teil, der schon weniger als ein Jahr nach dem Vorgänger im August 2004 veröffentlicht wurde, wird Ogura ein weiteres Mal befreit. In diesem Fall jedoch von einer unbekannten Macht, welche sich später im Spiel als der Bösewicht Evil entpuppt. Dieser ruft ein schreckliches Unwetter über den Palast herbei, bei dem das Magische Gefäß durch einen Blitz zerstört wird und Ogura erneut ungehindert agieren kann, er flieht aus dem Palast. Papa Sta bittet seinen Sohn und Kyorosuke darum, Ogura zu verfolgen, doch letzterer hat keine Lust darauf, dies zum dritten Mal zu tun. Stafys energische Schwester Stapy, die nun erstmals auf der Bildfläche erscheint, sorgt aber dafür, dass sich auch Kyorosuke in Bewegung setzt.

Abhängig vom Handlungsverlauf ist entweder Stafy oder seine Schwester Stapy spielbar, der Wechsel ist in der Regel vorgegeben. Da beide unterschiedliche Techniken einsetzen können, sind die mit der jeweiligen Spielfigur zu bewältigenden Abschnitte nicht selten auf deren Fähigkeiten zugeschnitten. Nach dem ersten Besiegen von Ogura können alle bisherigen Level erneut besucht werden und es kann beliebig zwischen den beiden Sternen gewechselt werden. In den neu freigeschalteten Leveln muss der Spieler dann selbst einschätzen, welche Spielfigur für welche Situation am besten geeignet ist. Neben der Spielfigur Stapy stellen Minispiele, die von bis zu vier Spielern gespielt werden können, eine weitere Neuheit dar.