Der Nimberg (häufig auch Marchhügel genannt) ist ein hoher welliger, mit Löss bedeckter Hügelrücken aus Festgestein. Er liegt im Südwesten Baden-Württembergs innerhalb der südlichen Oberrheinebene in der Region Breisgau, nordwestlich von Freiburg.
Namensdeutung Nimberg: Der Name gilt eigentlich nur für den nördlichen Teil des Hügelrückens und leitet sich vermutlich von der bereits im späten Mittelalter abgegangenen Burg Nimburg ab. Die Burg wurde im Jahr 1052 erwähnt und war im Besitz der Grafen von Nimburg. Von der ehemaligen Burganlage ist heute nur noch der Burggraben erhalten. Damals siedelte sich um die Burg herum die Ortschaft Nimburg an, die heute ein Ortsteil der Gemeinde Teningen im Landkreis Emmendingen ist.
Marchhügel: Der Name für den südlicheren Teil des Hügelrückens stammt von den um ihn herum liegenden sechs „Marchdörfern“.
Geographie mini|Blick nach Norden: direkt hinter dem Kirchturm ist die Riegeler Pforte mini|Blick nach Süden: in der Mitte der Holzhauser Kirchberg, dahinter die Freiburger Bucht Der Nimberg ist hoch, befindet sich nordwestlich von Freiburg im Breisgau und direkt östlich des Kaiserstuhls mitten in der Freiburger Bucht, aus der er sich bis zu 70 m erhebt. Die Dreisam fließt, in einem Bogen, westlich am Nimberg vorbei, die Glotter direkt an seiner Ostflanke. Die „historische“ Glotter formte durch die damit einhergehende Erosion überwiegend die östlich liegenden Böschungen und Steilhänge des Nimbergs. Historisch deshalb, weil die heutige Glotter nur noch ein relativ kleiner Bach ist, der durch entsprechende Regulierung praktisch niemals Hochwasser führt, denn am Ausgang des Glottertals, in der Nähe des Denzlinger Sportgeländes, wird der größte Teil der Wassermenge der Glotter in das Lossele umgeleitet. Den Einfluss dieser Erosion kann man heute noch gut erkennen: In den Abschnitten, an denen Glotter und Schobbach direkt am Nimberg entlang fließen (etwa bei Bottingen und Nimburg), ist die Nimberg-Ostflanke sehr steil abfallend; bei Benzhausen oder Holzhausen, wo kein Bach direkt an der Flanke entlang fließt oder floss, ist die Ostflanke sanft abfallend.
Im Gegensatz zum Kaiserstuhl-Massiv hat der Nimberg keinen vulkanischen Ursprung. Räumlich und klimatisch zählt der Nimberg aber untrennbar zum Kaiserstuhl.
In manchen Literaturen ist auch die Rede vom „Nimburger Rücken“ oder dem „Marchbuckel“, wenn vom Nimberg bzw. Marchhügel oder gar beidem gesprochen wird. Morphologisch betrachtet bilden sowohl Nimberg als auch Marchhügel einen einheitlichen Höhenzug. Im Bereich seiner niedrigeren „Taille“ zwischen Neuershausen und Holzhausen allerdings gehen die Fachleute davon aus, dass diese nicht aus mesozoischem Festgestein, sondern, wie die „Mengener Brücke“ bei Schallstadt, aus Löss- und Verschwemmungssedimenten besteht (die Mengener Brücke, die sich nur 15–20 Meter aus der Ebene erhebt, ist eine mit Löss bedeckte Anhöhe, die den Tuniberg mit dem Batzenberg verbindet und damit die Freiburger von der Staufener Bucht abtrennt). Nimberg und Marchhügel waren (bzw. sind) aus tektonischer Sicht ursprünglich also zweigeteilt. Daher erscheint es auch legitim, dass der nördliche als auch der südliche Teil des Höhenzuges – zumindest im Volksmund – jeweils einen eigenen Namen tragen. Die offizielle Bezeichnung des gesamten Höhenzugs, einschließlich des Marchhügels, lautet dennoch Nimberg.
In seiner weitesten Ausdehnung von Norden bei Nimburg bis zum Süd-Ost-Ausläufer bei der Tank- und Rastanlage Schauinsland bei Freiburg-Hochdorf ist der gesamte Hügelrücken 6,85 km lang, seine durchschnittliche Breite beträgt 1,0 km.
Die Nimberg-Plateaus „Rennegerten“ () sowie „Kreuzacker“ () sind die höchsten Erhebungen des Nimbergs und befinden sich bei Bottingen. Nur auf der nördlichen Westflanke, zur Dreisamniederung hin, setzt sich der Nimberg durch eine Steilkante optisch in Szene. Im Süden geht er sanft abfallend ins Gebiet der Gemeinde March über und erhebt sich kaum sichtbar aus der Ebene. Auch nach Osten hin ist der Übergang zur Elzniederung flach abgedacht. Bei Holzhausen gewinnt der Nimberg wieder an Höhe und wird ab hier, wie bereits erwähnt, „Marchhügel“ genannt. Die höchsten Erhebungen des Marchügels sind der „Scheibenbuck“ bei Hugstetten (), „Eichacker“ bei Freiburg-Hochdorf () und „Hölgacker“ bei Holzhausen ().
Auf ihrem Weg zur Dreisam bei Riegel am Kaiserstuhl werden Schobbach, Glotter und ihre zahlreichen Nebenarme am Nimberg gestaut und nach Norden in Richtung Dreisam und Elz abgelenkt. Daher steht in diesem Niederungsbereich der Freiburger Bucht das Grundwasser ganzjährig hoch an. Dies ist auf der Verbindungsstraße zwischen Nimburg und seinem Ortsteil Bottingen besonders gut zu beobachten.
Ortschaften am Nimberg Geografisch im Uhrzeigersinn Nord, Ost, Süd und West aufgelistet: Teningen-Nimburg Teningen-Bottingen March-Holzhausen Freiburg-Benzhausen Freiburg-Hochdorf March-Hugstetten March-Buchheim March-Neuershausen
Klima Der Nimberg liegt in einer Zone mit warm- und feucht-gemäßigtem Klima mit vergleichsweise milden Wintern und warmen bis heißen Sommern, die teilweise sogar Durchschnittstemperaturen von über 20 °C in den Monaten Juli und August aufweisen können. Aufgrund der vorherrschenden Südwestwinde – Einfluss der Burgundischen Pforte – überwiegen in der Freiburger Bucht atlantisch-ozeanische Klimaeinflüsse. Durch diesen ozeanischen Einfluss und die Lage im Rheintal liegt der Nimberg auch im Regenschatten der Vogesen. Die Oberrheinische Tiefebene weist Jahresmitteltemperaturen von etwas über 10 °C auf und gehört damit zu den wärmsten Gebieten Deutschlands. Teile des Nimbergs, welche klimatisch dem Kaiserstuhl zuzuordnen sind, weisen stellenweise sogar mediterranes Klima auf.
Meteorologische Daten Die jährliche Durchschnittstemperatur des Nimberg-Gebiets liegt bei 10,2 °C. 2011 gab es an der Wetterstation auf dem Marchhügel bei Holzhausen 15 „Heiße Tage“ mit mehr als 30 °C. Am 22. August 2011 kletterte das Thermometer auf dem Nimberg sogar auf 34,3 °C – am 22. Januar 2011 fiel es hingegen auf −7,6 °C. 2011 wurden 47 Frosttage sowie auch 84 Sommertage mit mehr als 25,0 °C registriert. Was wohl die allerwenigsten wissen: An der erwähnten Wetterstation wurde am 13. August 2003 mit 40,2 °C die höchste jemals in Deutschland gemessene Temperatur registriert. Diesen Wert teilt sich March noch mit Gärmersdorf bei Amberg, Freiburg und Karlsruhe.
Auch mit etwa 1.800 Sonnenstunden pro Jahr nimmt der Nimberg einen vorderen Platz im Bundesgebiet ein (2011: 2.041,7). Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge ist mit 772 mm etwas niedriger als der bundesweite Durchschnitt von zirka 800 mm (2011: 640,5 l). Der meiste Niederschlag fällt im Sommer mit einem Spitzenwert von 103 mm im Juli (2011: 91). Der geringste Niederschlag fällt im Januar mit 25 mm (2011: 32). Im Jahr 2011 gab es am Nimberg 137 Regentage, der meiste Regen fiel dabei am 12. Juli mit 23,8 l/m². Der hohe Niederschlag in der Sommerzeit ist mit der bundesweit größten Anzahl an Gewittern zu erklären, die im Bereich des benachbarten Schwarzwaldes bzw. der Vogesen entstehen. Außergewöhnlich wenig Regen ist im November 2011 gefallen: An zwei Tagen fielen gerade einmal 0,5 Liter! Eine geringere Niederschlagsmenge ist in dieser Gegend historisch nicht bekannt. Selbst im August des „Jahrhundertsommers 2003“ ist fast 50-mal so viel Regen gefallen wie im November 2011.Klimatische und meteorologische Angaben: Patrick K. Gutmann (Gemeinde March), Quelle: Meteomedia AG
Der Köppen-Klimatyp ist die warm-feucht gemäßigte Klimazone (Ozeanisches Klima). Es gilt jedoch besonders im Sommer und immer mehr im Winter eine feuchte subtropische (Cfa) Prägung aufgrund der mittleren Temperaturen im Juli und August knapp unter 22 °C. Aufgrund der Nähe zum Schwarzwald fällt jedoch das ganze Jahr über mehr Regen als in der Oberrhein-Ebene.
Die Stadt liegt in der Nähe des Kaiserstuhls, einer Reihe von Hügeln vulkanischen Ursprungs, die einige Kilometer entfernt liegen. Der Kaiserstuhl erwärmt die Gegend deutlich, so dass Teningen in eine der wärmsten Regionen Deutschlands fällt.
Geologie mini|An der Einfahrt zur Weinbergstraße in Nimburg-Bottingen steht noch eine mehrere Meter dicke Schicht aus Muschelkalk-Sedimenten zu Tage an. mini|Die imposanteste Felsformation am Nimberg: Der Rote Felsen bei Hugstetten Geologisch-tektonisch ist der Nimberg eine aus verschiedenen Teilen bestehende, von verdeckten Verwerfungen bzw. Erosionsrändern begrenzte, isolierte Vorbergscholle von Mesozoikum und Tertiär. Der Nimberg ist der „ältere Bruder“ des Kaiserstuhls und wird durch ein Verwerfungsbündel längs in mehrere Teilschollen zerlegt, deren westliche Randverwerfung offenbar an Freiburg-Uffhausen vorbei bis zum Schönberg bei Merzhausen verläuft und hier Sprunghöhen von über 200 Metern aufweist.
Der ehemalige Steinbruch am so genannten „Roten Felsen“ – beim heutigen Indianerlager in March-Hugstetten – ist die imposanteste offen sichtbare Felsformation am Nimberg. Bis zu 15 Meter hohe 90° steile und dunkelrot gefärbte Felswände ragen dort empor. Die Schrägschichtung der Gesteinsbänke deutet darauf hin, dass diese Formationen unter Meeresbedeckung entstanden. Sie sind über 230 Millionen Jahre alt und somit etwa 16-mal so alt wie das Kaiserstuhl-Massiv. Im Oberhang der Nimberg-Westflanke dagegen kann man vereinzelt auf kleine Felswände des Hauptrogensteins treffen. Dieser erhielt seinen seltsamen Namen von der fischrogenartigen Struktur des Gesteins. Zum Zeitpunkt seiner Entstehung befand sich an dieser Stelle die Wellenzone eines Flachmeeres, in der sich Schalenreste und sonstige Kalkpartikel in ständiger Bewegung rundeten und nach dem Rückzug des Wassers zur Kalkbank zusammenbackten. In Nimburg-Bottingen ist beispielsweise eine Muschelkalk-Formation noch gut sichtbar, wenn auch die fischrogenartige Struktur des Gesteins dort nicht zu sehen ist.
Paläozoikum und Mesozoikum Am Ende des Paläozoikums, also vor etwa 250 Millionen Jahren, war die in Rücken und Senken gegliederte Landoberfläche des Breisgaus weitgehend eingeebnet. Von den heutigen Mittelgebirgen Schwarzwald, Vogesen und Kaiserstuhl – ja selbst von den Alpen – war damals noch überhaupt nichts zu sehen und der damalige Kontinent hatte mit dem heutigen Europa optisch auch absolut nichts gemein. Während der nachfolgenden Ära des Mesozoikums (Erdmittelalter) wurden im Südbadischen Raum mächtige, teils festländische, teils marine Sedimente der Trias und des Juras abgelagert (Neptunische Formationen). Diese stehen im Freiburger Raum in der Vorbergzone zwischen Emmendingen und Staufen, wenn auch nur in kleinen Vorkommen und größtenteils auch unvollständig, heute noch zutage an. Innerhalb des Oberrheingrabens sind sie vor allem tief im Untergrund erhalten. Bei einigen Bruchschollen jedoch sind sie bis heute noch an der Oberfläche gut sichtbar: wie z. B. Nimberg, Marchhügel oder Lehener Bergle.
Mesozoikum und Tertiär