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Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern sind ein klassisches Musikfestival, das seit 1990 jährlich an Spielorten im ganzen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern stattfindet. Es ist eines der größten Festivals dieser Art in Europa.
Über 180 vorwiegend klassische Konzerte finden jährlich an über 80 Spielstätten wie z. B. in Parks, Schlössern, Burgen und Gutshäusern, backsteingotischen Kirchen, Industriebauten und Scheunen statt.Spielstätten der Festspiele MV, abgerufen am 28. Januar 2020 Der zehntägige Festspielfrühling Rügen im März sowie die Advents- und Neujahrskonzerte in Schwiessel, Stolpe, Ulrichshusen und Neubrandenburg sind weitere wichtige Säulen des Festspieljahres., abgerufen am 28. Januar 2020
Bestritten wird das Festival von international gefragten Künstlern wie etwa Daniel Hope, Hilary Hahn, Nigel Kennedy, Martha Argerich, Matthias Schorn, Anne-Sophie Mutter, Kent Nagano, Viviane Hagner, Igor Levit, Julia Fischer, Hélène Grimaud, Gustavo Dudamel oder Janine Jansen, vielversprechenden Nachwuchstalenten und Ensembles aus Mecklenburg-Vorpommern.
Im Festspielsommer 2018 wurde mit rund 86.000 Konzertgängern ein neuer Besucherrekord für das Festival aufgestellt.Positive Bilanz des Festspielsommers 2018, abgerufen am 28. Januar 2020
Gründungsgeschichte Im Jahr 1990 gründete Matthias von Hülsen die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Das Gründungskonzert fand im gleichen Jahr am 13. Mai im Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin statt. Weitere Mitbegründer waren unter anderem Justus Frantz, Hasso von Senden, Irene Schulte-Hillen, Werner Stegemann, Pastor Michael Bunners, Pastor Pilgrim, Anneliese Hoge, Merten Drevs und Bärbel Kleedehn. Der Verein der Festspiele führte bis zum Jahr 1995 die Veranstaltungen als Gründungsorganisation durch. Im selben Jahr wurde aus rechtlichen und organisatorischen Gründen eine Durchführungsgesellschaft (gGmbH) gegründet. Der Verein blieb Besitzer des Logos, wurde zum Förderverein der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern und unterstützt seither als „Festspielfreunde“ die Arbeit des gesamten Organisationsteams durch Anwerbung und Pflege von Mitgliedern, Beiratsarbeit und Akquisition von Spendengeldern.
Leitung Matthias von Hülsen war Geschäftsführer und künstlerischer Leiter bis September 2002. Am 1. Oktober 2002 wurde Sebastian Nordmann sein Nachfolger als Intendant bis zum 31. Dezember 2008. Am 1. Januar 2009 übernahm Matthias von Hülsen erneut die Gesamtleitung als geschäftsführender Intendant und leitete die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern bis zum 31. Dezember 2013. Bereits im November 2013 stellte von Hülsens Nachfolger Markus Fein das erste von ihm zusammengestellte Programm vor und trat am 1. Januar 2014 sein Amt als geschäftsführender Intendant an. Mit Ursula Haselböck (* 1981) leitet seit dem 1. September 2020 erstmals eine Frau als geschäftsführende Intendantin die Geschicke des Festivals.
Programmreihen und Schwerpunkte „Junge Elite“ In der Programmreihe „Junge Elite“ treten jedes Jahr vielversprechende Musiker auf. Seit 1995 ist die Reihe eine tragende Säule des Festspielprogramms. Am Ende des Festspielsommers erhalten drei der jungen Künstler die Festspielpreise WEMAG-Solistenpreis, Publikumspreis, ermöglicht durch das „C. F. Holtmann-Stipendium“, und NORDMETALL-Ensemblepreis. 2016 wurde erstmals der Christine Kühne-Preis verliehen. Die Ausgezeichneten kehren in der Folge immer wieder zu den Festspielen zurück und sind dem Festival durch die Aufnahme in die sprichwörtliche Festspielfamilie eng verbunden. Der bzw. die jährlich während des Festspielsommers im Fokus stehende Preisträger in Residence sowie die Künstlerische Leitung des Festspielfrühlings Rügen wird jeweils aus der Reihe der Preisträger ausgewählt.
„Musik aus MV“ Seit 2005 präsentieren die Festspiele in der Reihe „Musik aus MV“ einerseits das kulturelle Erbe des Landes, andererseits Ensembles aus Mecklenburg-Vorpommern, die sie meistens in Kombination mit Festspielpreisträgern oder anderen Künstlern einladen. Unter den Ensembles aus dem Bundesland finden sich etwa die Norddeutsche Philharmonie Rostock, das Landesjugendorchester Mecklenburg-Vorpommern, das Landesjugendjazzorchester MV und viele mehr. Ein wichtiger Teil der „Musik aus MV“ ist die Musiktradition am Hof von Schloss Ludwigslust gegen Ende des 18. Jahrhunderts. In mehreren Konzerten – vom Kammerkonzert bis zum Chor-Orchesterkonzert – wird das Kulturleben dieser Zeit mit einem „Fest für die Ludwigsluster Klassik“ wiederbelebt.
„Unerhörte Orte“ Die Konzertreihe „Unerhörte Orte“ fand 2015 zum ersten Mal statt. Sie bietet architektonische und musikalische Entdeckungsreisen und präsentiert Musik an ungewöhnlichen Orten. An Spielstätten, in denen zumeist noch nie klassische Musik erklang, erleben die Besucher Konzertprogramme, die unmittelbar auf die Besonderheiten der Orte eingehen und deren Geschichte in sensibler Weise beleuchten. Gespräche und Führungen zu den Orten ergänzen das musikalische Programm.
„Sommercampus“ Seit 2005 führen die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit der Hochschule für Musik und Theater Rostock die Konzerte des Sommercampus durch. Das Besondere ist, dass die Studierenden hier im Rahmen der Internationalen Meisterkurse die Möglichkeit haben, nicht nur von renommierten Dozenten zu lernen, sondern auch eine Woche lang mit einem professionellen Orchester zu proben und im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern zu konzertieren. Seit 2015 wird der Sommercampus von der Norddeutschen Philharmonie Rostock begleitet.
„360° ...“ 2014 wurde die Reihe „360° ...“ ins Leben gerufen, die sich jedes Jahr einem anderen Instrument widmet. „360° ...“ findet auf Schloss Ulrichshusen statt und drehte sich bereits um das Streichquartett (2014, mit dem Artemis Quartett, dem Belcea Quartet u. a.), die Viola (2015, mit Nils Mönkemeyer u. a.), das Klavier (2016, mit Igor Levit u. a.), das Schlagzeug (2017, mit Alexej Gerassimez u. a.), das Violoncello (2018, mit Daniel Müller-Schott, Harriet Krijgh und Anastasia Kobekina u. a.) und den Gesang (2019, amarcord u. a.).
„2 x Hören“ In malerischer Kulisse von Schloss Ulrichshusen widmet sich das Programm „2 x Hören“ dem Zuhören und Genießen von Musik. Um die Sinne für ein Werk zu schärfen, erklingt dasselbe Stück zweimal hintereinander in verschiedenen Interpretationen, die dadurch sofort miteinander verglichen werden können. Das eigens von Markus Fein entwickelte Konzept findet seit 2018 jährlich statt.
„Inselmusik“ Die dreitägige „Inselmusik“ feiert die bedeutendste Gattung der klassischen Musik: das Streichquartett. Anfang September geht es mit Konzerten rund um das Streichquartett an die schönsten Orte auf der Insel Rügen. In den häufig kleinen Spielstätten erklingen in konzentrierter Atmosphäre Klassiker des Repertoires neben mitunter weniger bekannten Perlen der Gattung.
„Bothmer-Musik“ Im einzigartigen Ambiente der barocken Anlage von Schloss Bothmer in Klütz kommen Nachwuchskünstler aus aller Welt zu einem dreitägigen Kammermusikfest zusammen und präsentieren sich in individuellen Auftritten und bei einem gemeinsamen Abschlusskonzert. In Führungen und bei Gesprächen kann das Publikum zudem den Ort besser kennenlernen und mit den Talenten den direkten Austausch suchen.
Weitere Weitere Programmreihen und regelmäßige Veranstaltungen der Festspiele waren und sind beispielsweise „Landpartie“, „Mäck & Pomm – Das Kinder- und Familienprogramm“, das musikalische Wandertheater „Jahrmarkt der Sensationen“ sowie das Kleine Fest im großen Park.Programmschwerpunkte, abgerufen am 28. Januar 2020
Festspielfrühling Rügen Der Festspielfrühling Rügen ist das Frühjahrsfestival der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern und wird seit 2012 jedes Jahr an zehn Tagen im März auf der Insel Rügen veranstaltet. Jede Ausgabe des Festspielfrühlings Rügen wird von einer Künstlerischen Leitung kuratiert, die aus der Riege der Festspielpreisträgerinnen und -preisträger stammt. Im Frühjahr 2024 übernimmt das Danish String Quartet die Künstlerische Leitung des 12. Festspielfrühlings Rügen.
Preise Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern verleihen verschiedene Preise an die herausragendsten Künstler der Saison sowie für die innovativste Spielstätte.
Der WEMAG-Solistenpreis wird von den Festspielen MV gewählt und ist mit 5.000 € dotiert. Er wird seit 2008 gemeinsam mit der WEMAG ausgelobt. Der Publikumspreis geht an einen vom Publikum ausgewählten Künstler oder ein Ensemble und ist mit 5.000 € dotiert. Seit 2018 wird er durch das "C. F. Holtmann-Stipendium" ermöglicht. Der NORDMETALL-Ensemblepreis ist für das beste Ensemble der jungen Talente und wird mit 10.000 € dotiert. Ermöglicht wird er durch die Nordmetall-Stiftung. Der Christine Kühne-Preis geht an herausragende Nachwuchstalente und ist mit 10.000 € dotiert. Er wird von der Klaus-Michael Kühne Stiftung ermöglicht. Der Nordkurier-Spielstättenpreis wird an den Gewinner des Wettbewerbs "Stars im Dorf" vergeben und ist mit 5.000 € dotiert. Der Preis wird vom Nordkurier gestiftet.Grünz gewinnt "Stars im Dorf", abgerufen am 26. März 2021
Solistenpreis 1995: Daniel Müller-Schott, Violoncello 1996: Viviane Hagner, Violine 1997: Julia Fischer, Violine 1998: Nikolaj Znaider, Violine 1999: Gábor Boldoczki, Trompete 2000: Jonathan Gilad, Klavier 2001: Li-Wei Qin, Violoncello 2002: Jozef Hamerník, Querflöte 2003: Denys Proshayev, Klavier 2004: Sebastian Klinger, Violoncello 2005: Matthias Schorn, Klarinette 2006: Maria Virginia Savastano, Sopran 2007: Gabriel Schwabe, Violoncello 2008: Christoph Eß, Horn 2009: Alice Sara Ott, Klavier 2010: Vilde Frang, Violine 2011: Conrad Tao, Klavier 2012: Igor Levit, Klavier 2013: Harriet Krijgh, Violoncello 2014: Kit Armstrong, Klavier 2015: Tamás Pálfalvi, Trompete 2016: Anastasia Kobekina, Violoncello 2017: Stephen Waarts, Violine 2018: Noa Wildschut, Violine 2019: Tabea Debus, Blockflöte 2021: Carlos Ferreira, Klarinette 2022: Joséphine Olech, Flöte 2023: Thibaut Garcia, Gitarre
Ensemblepreis 1997: Liszt-Trio Weimar, Klaviertrio 1998: London International Piano Quintet, Klavierquintett 1999: Belcea Quartet, Streichquartett 2000: Kungsbacka Piano Trio, Klaviertrio 2001: Fauré Quartett, Klavierquartett 2002: Trio Echnaton, Streichtrio 2003: Trio con Brio Copenhagen, Klaviertrio 2004: Ensemble amarcord, Vokalquintett 2005: Quatuor Ebène, Streichquartett 2006: Duo Alexej Gerassimez, Percussion, Nicolai Gerassimez, Klavier 2007: Quintette Aquilon, Holzbläserquintett 2008: Doric String Quartet, Streichquartett 2009: Sitkovetsky Piano Trio, Klaviertrio 2010: Danish String Quartet, Streichquartett 2011: Philipp Bohnen, Violine, Wen Xiao Zheng, Viola, Emmanuel Ceysson, Harfe, Daniela Koch, Flöte 2012: Heath Quartet, Streichquartett 2013: Quatuor Hermès, Streichquartett 2014: Armida Quartett, Streichquartett 2015: Trio Karénine, Klaviertrio, Krzysztof Chorzelski, Viola, Laurène Durantel, Kontrabass 2016: SIGNUM saxophone quartet, Saxofonquartett 2017: Duo Emmanuel Tjeknavorian, Violine, Maximilian Kromer, Klavier 2018: Busch Trio, Klaviertrio 2019: ensemble reflektor, Kammerorchester 2021: Duo Timothy Ridout, Viola, Frank Dupree, Klavier 2022: Le Consort, Barockensemble 2023: Pacific Quintet, Bläserquintett
Publikumspreis 2002: Jermolaj Albiker, Violine 2003: l’ornamento, Barockensemble 2004: Veronika Eberle, Violine 2005: Nikolay Borchev, Bariton 2006: Iwona Sobotka, Sopran 2007: Julian Bliss, Klarinette 2008: David Kadouch, Klavier 2009: Marie-Elisabeth Hecker, Violoncello 2010: Sebastian Küchler-Blessing, Orgel 2011: Chad Hoopes, Violine 2012: Ramón Ortega Quero, Oboe 2013: Lucas und Arthur Jussen, Klavierduo 2014: Martynas Levickis, Akkordeon 2015: Aurélien Pascal, Violoncello 2016: vision string quartet, Streichquartett 2017: Michael Buchanan, Posaune 2018: Seong-Jin Cho, Klavier 2019: Aris Quartett, Streichquartett 2021: Nika Gorič, Sopran 2022: Agnès Clément, Harfe