Manchester City (offiziell Manchester City Football Club) – auch bekannt als The Citizens, Skyblues, ManCity oder einfach nur City – ist ein Fußballverein aus Manchester. Nach der Gründung im Jahr 1880 als West Gorton Saint Marks spielte der Verein ab 1887 unter dem Namen Ardwick A.F.C. und zog anschließend in die Hyde Road um, bevor 1894 der endgültige Name Manchester City F.C. entstand. Mit zehn englischen Meisterschaften, acht FA-Cup-Siegen, neun Ligapokal-Triumphen sowie jeweils einem Gewinn des Europapokals der Pokalsieger und der UEFA Champions League zählt Manchester City zu den erfolgreichsten Fußballvereinen in England. Er spielt in der Premier League und hat den Großteil seiner Geschichte in der obersten Liga verbracht. Der Verein gehört der City Football Group, die sich mehrheitlich im Besitz der Herrscherfamilie des arabischen Emirats Abu Dhabi befindet.
Geschichte Anfänge und Etablierung im Oberhaus Im Jahr 1892 trat der Verein als Ardwick A.F.C. der englischen Football League als Gründungsmitglied der Second Division, der damals zweithöchsten Spielklasse, bei. Finanzielle Schwierigkeiten in der Saison 1893/94 führten zu einer grundlegenden Umstrukturierung und Umbenennung in Manchester City mit gleichzeitiger Eintragung ins Handelsregister als Manchester City Football Club Limited am 16. April 1894.
Mit dem Gewinn der Zweitligameisterschaft 1899 verzeichnete der Verein seinen ersten Erfolg. 1904 folgte nach dem Finalsieg gegen die Bolton Wanderers im FA-Cup der erste große Titelgewinn. 1923 bezog Manchester City sein neues Stadion an der Maine Road in Moss Side, Manchester. Dieses lag im Süden von Manchester und somit fernab seiner vorherigen Heimat im Osten der Stadt, weshalb unzufriedene Mitglieder und Fans 1928 mit Manchester Central einen eigenen Verein ins Leben riefen.
Manchester City gewann die erste englische Meisterschaft 1937. Das FA-Cup-Finale von 1956, das Manchester City 3:1 gegen Birmingham City gewann, gilt bis heute als eines der bemerkenswertesten Finals, weil der Torwart Bert Trautmann das Spiel trotz eines gebrochenen Halswirbels zu Ende spielte. Der zweite Meistertitel folgte 1968 und markierte den Beginn einer äußerst erfolgreichen Ära, in der zwischen den späten 1960er und frühen 1970er Jahren unter dem Manager Joe Mercer, seinem Assistenten Malcolm Allison, Mannschaftskapitän Tony Book und den Stürmern Francis Lee, Colin Bell und Mike Summerbee die Trophäensammlung deutlich erweitert wurde. Der bedeutsamste europäische Erfolg war dabei 1970 der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger, als der Verein im Finale von Wien den polnischen Vertreter Górnik Zabrze mit 2:1 besiegte.
Anschließend ereilte den Verein eine lange Phase des Misserfolgs, und Manchester City stieg in den 1980er Jahren zweimal aus der obersten Liga ab. Obwohl in dieser Phase auch in zwei aufeinanderfolgenden Jahren unter Manager Peter Reid jeweils der fünfte Platz in der höchsten Spielklasse erkämpft wurde, änderte dies nichts an der grundsätzlich negativen Tendenz bis in die 1990er Jahre und führte 1998 zum absoluten Tiefpunkt, als der Verein sogar erstmals in die dritte Liga abstieg.
Der Abstieg führte zu großem Aufruhr abseits des Spielfelds, und ein neuer Vorsitzender übernahm den Verein. City gelang bereits im ersten Versuch der Wiederaufstieg, nachdem in einem dramatischen Play-off der FC Gillingham besiegt worden war. Gleichzeitig wurden Pläne für den Umzug in ein neues Stadion verkündet, und es verbreitete sich erstmals wieder eine optimistische Atmosphäre. Der direkte Aufstieg in die erste Liga nach nur einer Zweitligasaison stellte sich dann als zu früh für den sich noch erholenden Verein heraus und hatte den Abstieg in der Saison 2000/01 zur Folge. Kevin Keegan übernahm die sportliche Leitung des Teams und hatte unmittelbaren Erfolg, als der Verein die Zweitligameisterschaft mit einem Rekord hinsichtlich der binnen einer Saison erzielten Punkte und Tore gewann. Die letzte Saison im alten Stadion an der Maine Road wurde demnach in der obersten Spielklasse absolviert.
Einer der Höhepunkte der letzten Saison in der alten Heimstätte Maine Road, die mittlerweile abgerissen wurde, war nach einem Treffer von Nicolas Anelka und zwei Toren von Shaun Goater der 3:1-Sieg im Derby gegen Manchester United, der eine 13-jährige sieglose Zeit gegen den Lokalrivalen beendete. 2003 zog Manchester City in das City of Manchester Stadium um, eine neu gebaute und vom Verein geleaste Spielstätte im Osten Manchesters mit 48.000 Sitzplätzen. Die erste Saison im neuen Stadion endete mit dem neunten Platz in der Endtabelle und der Qualifikation für den UEFA-Pokal über die Fairplay-Regelung der UEFA.
Im Vorfeld der Saison 2002/03 verpflichtete der Verein Anelka für 13,5 Millionen britische Pfund. Dies war ein weiteres Indiz für den ungewöhnlich schnellen Aufstieg vom Drittligaverein 1999 zu einem Verein, der nur kurze Zeit später ein großes Stadion besaß, an einem europäischen Wettbewerb teilnahm und Weltklassespieler im Kader hatte. Im Februar 2005 stufte die Rechnungsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche den Verein unter den weltweit umsatzstärksten Fußballvereinen auf Platz 16 ein.
Etablierung als Top-Mannschaft (2007–2016) Saisondaten 2007–2016 Saison Platz Tore Punkte Zuschauerschnitt 2007/08 9 45:53 55 2008/09 10 58:50 50 2009/10 5 73:45 67 45.470 2010/11 3 (P) 66:33 71 45.905 2011/12 1 93:29 89 47.045 2012/13 2 66:34 78 46.974 2013/14 1 (L) 102:37 86 47.080 2014/15 2 88:38 79 45.365 2015/16 4 (L) 71:41 66 54.041 Gold unterlegt: Gewinn der Meisterschaft
Eigentümerwechsel (2007–2009) 2007 erwarb der umstrittene ehemalige Premierminister Thailands Thaksin Shinawatra die Hauptanteile am Verein. Im September 2008 verkaufte er sie für etwa 185 Millionen Euro an ein Investmentunternehmen aus dem Emirat Abu Dhabi.
In der Saison 2007/08 erreichte der Klub den neunten Platz, durfte aber über die Fair-Play-Wertung an der Qualifikation zum UEFA-Pokal 2008/09 teilnehmen. Darüber hinaus erreichte man das Viertelfinale im Ligapokal, wo man gegen den späteren Sieger Tottenham Hotspur verlor. Gegen den färöischen Klub EB/Streymur und den dänischen FC Midtjylland gelang diese auch. In der ersten Runde setzte man sich gegen Omonia Nikosia durch und überstand als Erstplatzierter die Gruppenphase. Nach Triumphen über den FC Kopenhagen und den Aalborg BK erreichte City das Viertelfinale. Dort musste man sich dem Hamburger SV geschlagen geben. In der Saison 2008/09 reichte es nur für Platz 10 in der Premier League. In weiterer Folge sollte Manchester City aber einen steilen Aufschwung nehmen.
Roberto Mancini (2009–2013) Im Dezember 2009 wurde Inter Mailands Ex-Erfolgstrainer Roberto Mancini neuer Manchester City-Trainer. Die Ernennung Mancinis war im Rückblick der Wendepunkt für Citys Aufstieg zur Top-Mannschaft. So gewannen die Cityzens unter ihm ihren ersten nationalen Titel seit 1976 sowie ihre erste Meisterschaft seit 1968. Die momentane Spielzeit 2009/10 wurde allerdings zunächst nur auf dem fünften Platz beendet und somit außerhalb der langfristig angepeilten Champions-League-Plätze, wobei man sich stattdessen für die nächste Ausgabe der Europa League qualifizierte. In den nationalen Pokalwettbewerben gelang eine deutliche Verbesserung der Leistungen im Vergleich zur vorherigen Spielzeit. Im Ligapokal kam man bis ins Halbfinale, wo man mit 3:4 an Stadtrivale Manchester United scheiterte und im FA-Cup reichte es fürs Achtelfinale, wo man Stoke City mit 1:3 im Wiederholungsspiel unterlag.
Die folgende Spielzeit 2010/11 sah dann den endgültigen Durchbruch Manchester Citys an die nationale Spitze. So brachte es die Mannschaft am Ende der Saison auf Rang drei, was die bisher beste Platzierung in der Premier-League-Ära darstellte sowie die erstmalige Qualifikation für die Champions League bzw. Europapokal der Landesmeister seit 1968 bedeutete. Zudem gelang es den Cityzens, im April 2011 ihre seit 1976 anhaltende Trophäen-Durststrecke zu beenden. So schaffte man es nach einem 1:0-Sieg über Stadtrivale Manchester United im Halbfinale ins Endspiel des FA-Cups, welches im Anschluss mit 1:0 gegen Stoke City gewonnen wurde. Im Ligapokal kam man bis in die dritte Runde, in der man an West Bromwich Albion scheiterte und in der Europa League bis ins Achtelfinale, wo man gegen Dynamo Kiew verlor.
In der Saison 2011/12 gewann Manchester City nach 44 Jahren zum dritten Mal die englische Meisterschaft. Obwohl Lokalrivale Manchester United vier Spiele vor Saisonende noch fünf Punkte Vorsprung hatte, wurde er durch die bessere Tordifferenz noch überholt, wobei am letzten Spieltag die Queens Park Rangers erst durch zwei Tore in der Nachspielzeit besiegt wurden. Im FA-Cup misslang die Titelverteidigung durch eine 2:3-Niederlage gegen Manchester United in der dritten Hauptrunde. In der Königsklasse, in der man erstmals seit 1968 wieder antrat, wurde man Gruppendritter und wechselte in die Europa League. In dieser kam man bis ins Achtelfinale, wo man an Sporting Lissabon scheiterte.
In der Spielzeit 2012/13 wurde City hinter dem Stadtrivalen Manchester United Vizemeister. Aus der Champions League verabschiedete man sich als Gruppenletzter frühzeitig. Im FA-Cup erreichte man unterdessen nach einem Halbfinalsieg über den Titelverteidiger FC Chelsea das zweite Endspiel in drei Jahren. In diesem traf man am 11. Mai 2013 auf den Abstiegskandidaten Wigan Athletic, gegen den man als klarer Favorit galt. Dennoch ging die Partie in der Nachspielzeit mit 0:1 verloren. Drei Tage später wurde Trainer Roberto Mancini von seinen Aufgaben entbunden, da er alle Ziele bis auf die direkte Champions-League-Qualifikation verfehlt hatte. Am 14. Juni 2013 wurde Manuel Pellegrini, ehemaliger Trainer der FC Málaga, als neuer Cheftrainer bestätigt.
Manuel Pellegrini (2013–2016) In der dreijährigen Amtszeit von Pellegrini wurde die, unter Vorgänger Mancini begonnene, Etablierung als Top-Mannschaft fortgesetzt. So gelang in allen drei Spielzeiten die Qualifikation für die Champions League und auch mehrere nationale Titel wurden gewonnen. Zudem hatten die Cityzens unter Pellegrini ihre beste Spielzeit in der Champions League seit der erstmaligen Qualifikation 2011.
In der ersten Spielzeit unter Pellegrini gewann Manchester City den zweiten Meistertitel in drei Jahren. Dabei zog man am vorletzten Spieltag am lange führenden FC Liverpool vorbei und sicherte sich so nach 2012 die vierte Meisterschaft. Zudem gewannen die Cityzens im Februar ihren ersten Ligapokal seit 1976. Im FA-Cup scheiterte man unterdessen im Viertelfinale mit 1:2 erneut an Wigan Athletic. International verbesserte City sich etwas und nach dem Gruppenphasen-Aus in den zwei Jahren zuvor, schaffte man es ins Achtelfinale, wo man im Anschluss allerdings dem FC Barcelona unterlag.
Die Spielzeit 2014/15 blieb titellos. In der Liga wurde Manchester City Vizemeister hinter dem FC Chelsea. Im FA-Cup scheiterte die Mannschaft überraschend mit 0:2 in der 4. Runde am Zweitligisten FC Middlesbrough und im Ligapokal scheiterte man als Titelverteidiger im Achtelfinale mit 0:2 an Newcastle United. In der Champions League scheiterte City erneut im Achtelfinale am FC Barcelona.