Die Tetrazene sind eine anorganische Stoffgruppe. Es handelt sich dabei um einfach ungesättigte Verbindungen mit einer Kette von vier aneinander gebundenen Stickstoff-Atomen. Sie sind thermisch labil. Insgesamt sind elf isomere Verbindungen der Summenformel N4H4 bekannt.Lai-Cai Li, Jing Shang, Jun-Ling Liu, Xin Wang, Ning-Bew Wong: A G3B3 study of N4H4 isomers. In: Journal of Molecular Structure: THEOCHEM. 807, 2007, S. 207, .

Übersicht Für die Stoffgruppen der Tetrazene gibt es zahlreiche Isomere. Einige wichtige sind hier mit ihren Eigenschaften aufgeführt: Tetrazene Name 1-Tetrazen cis-2-Tetrazen trans-2-Tetrazen Andere Namen (Z)-2-Tetrazen (E)-2-Tetrazen Strukturformel 100px| 100px| 110px| CAS-Nummer PubChem Wikidata Q136101367 Q413056 Summenformel H4N4 Molare Masse 60,06 g·mol−1 Aggregatzustand Kurzbeschreibung farbloser Feststoff (bei −78 °C) Dichte1,4 g·cm−3

Gewinnung und Darstellung Organische Derivate von 1-Tetrazen können durch Reaktion von Diazoniumsalzen mit Hydrazinen die an einem Stickstoffatom substituiert sind gewonnen werden.

Das trans-Isomer von 2-Tetrazen kann in 90 % Ausbeute durch Protolyse von trans-Tetrakis(trimethylsilyl)tetraz-2-en mit einer stöchiometrischen Menge an Trifluoressigsäure in Dichlormethan bei 195 K gewonnen werden. Ein Derivat des 1-Tetrazens (HN=N–NH–NH2) ist zum Beispiel der Initialsprengstoff Tetrazen. Die Verbindung selbst wurde bisher noch nicht synthetisiert.

Eigenschaften 2-Tetrazen (H2N–N=N–NH2) wurde 1975 von Nils Wiberg hergestellt. Dessen genaue Struktur wurde photoelektronenspektroskopisch als trans-2-Tetrazen aufgeklärt.

2-Tetrazen ist bei −78 °C ein farbloser, fester Stoff, der in Methylenchlorid wenig löslich ist. Es zerfällt bei ca. 0 °C zu 75 % in Stickstoff und Hydrazin und isomerisiert zu 25 % zu Ammoniumazid.

Das trans-Isomer besitzt eine trikline Kristallstruktur mit der mit den Gitterparametern a = 10,23 Å; b = 7,12 Å, c = 4,19 Å, α = 102,0°, β = 90.0°und γ = 106,5° sowie 4 Formeleinheiten pro Elementarzelle.

Namensverwandte Verbindungen Tetrazen kann vom Namen her leicht mit Tetracen (Naphthacen) oder der Gruppe der Tetrazine verwechselt werden.

Quellen Nils Wiberg, Heiner Bayer, Heinz Bachhuber: Isolierung von Tetrazen, N4H4, Angewandte Chemie, 87. Jahrg 1975, Nr. 6, Seiten 202–203,

Einzelnachweise

Kategorie:Stoffgruppe Tetrazene