Sterne im Euro-NCAP-Crashtest (1998) 105px Die Baureihe E39 ist die vierte Generation der 5er-Reihe von BMW in der oberen Mittelklasse.

Die Limousine der Baureihe E39 wurde im Dezember 1995 als Nachfolger der Baureihe E34 eingeführt. Der als Touring bezeichnete Kombi folgte im März 1997, das Sportmodell M5 im Herbst 1998. Vom E39 wurden insgesamt mehr als 1,48 Millionen Einheiten verkauft, darunter rund 266.000 Touring. Die Limousine wurde bis Mitte 2003 produziert, der Touring lief noch bis Anfang 2004 vom Band. Die Karosserieversionen des E39 wurden sukzessive von den Baureihen E60/E61 abgelöst.

Modellgeschichte Von der Entwicklung zur Markteinführung mini|Heckansicht Die Entwicklung für den Nachfolger des E34 begann 1989 und endete 1995. Der endgültige Entwurf von Joji Nagashima wurde im Juni 1992 ausgewählt und später für die Produktion unter dem neuen Designchef Chris Bangle eingefroren. Mit der Designauswahl im Jahr 1992 begann die Serienentwicklungsphase und dauerte 39 Monate bis zum Produktionsstart. Das inländische deutsche Geschmacksmuster wurde am 20. April 1994 mit einem E39-Prototyp angemeldet. Die Versuchsingenieure von BMW absolvierten mit dem E39 während seiner Entwicklung insgesamt 30 Millionen Testkilometer. Die Testfahrten fanden zwischen Alaska, Südafrika und dem Nordkap statt. Die Temperaturen lagen zwischen −40 °C in Alaska und 50 °C im kalifornischen Death Valley. Die Versuchsfahrzeuge absolvierten Fahrten auf Schlaglochpisten oder mit Anhänger auf Bergstrecken. Sie umfassten auch 8000 Testkilometer auf der Nürburgring-Nordschleife. Im Jahre 1993 tauchten die ersten Fotos von getarnten Versuchsfahrzeugen („Erlkönige“) in der Presse auf. Im Mai 1995 veröffentlichte BMW die ersten offiziellen Fotos des E39. Seine Weltpremiere hatte der 5er der Baureihe E39 im September 1995 auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt. Im Dezember 1995 startete der Verkauf auf dem europäischen Festland. Die Markteinführung in Großbritannien und in den überseeischen Märkten erfolgte bis Mitte 1996. Der E39 wird von Sechs- und Achtzylinder-Ottomotoren sowie von Vier- und Sechszylinder-Dieselmotoren angetrieben. Ihre Leistungsspanne reicht von 85 kW (115 PS) des 525td bis zu 294 kW (400 PS) des M5. Die Kraftübertragung erfolgt bei allen Modellen an die Hinterachse. Laut BMW war der E39 das erste Großserienfahrzeug der Welt, dessen Fahrwerk nahezu vollständig aus Aluminium besteht. Produziert wurde der 5er im BMW-Werk Dingolfing.

Karosserie und Innenraum Ab Markteinführung im Dezember 1995 war der 5er der Baureihe E39 nur als viertürige Limousine mit Stufenheck lieferbar. Die Karosserie ist aus Stahl gefertigt. Zum Schutz vor Korrosion sind 77 Prozent der Blechoberflächen verzinkt. Mit dem Ziel besserer Fahreigenschaften und höherer Sicherheit wurde die Torsionssteifigkeit der Karosserie gegenüber der Vorgängerbaureihe E34 deutlich gesteigert. Die Karosserie legte um 55 mm an Länge, 49 mm an Breite und 23 mm an Höhe zu. Dennoch sei die Rohkarosserie des E39 laut BMW nicht schwerer geworden als die des E34. Im Gegensatz zum Vorgänger ist die BMW-Doppelniere in die Motorhaube integriert, die Doppelrundscheinwerfer sitzen hinter einer gemeinsamen Glasabdeckung. Der Luftwiderstandsbeiwert wurde im Vergleich zum Vorgängermodell deutlich verringert, bei der 520i Limousine beträgt er 0,27. Dies sei laut BMW 1997 der beste Wert in ihrer Klasse gewesen. Im Innenraum gewann der E39 gegenüber dem E34 um 25 mm an Knieraum hinten, die Kopffreiheit stieg vorne um 17 mm sowie hinten um 9 mm und der Schulterraum wurde vorne um 62 mm sowie hinten um 15 mm vergrößert.

Im März 1997 wurde die fünftürige Kombi-Variante namens Touring eingeführt. Der Touring verfügt wie sein Vorgänger E34 über L-förmige Rückleuchten und eine separat zu öffnende Heckscheibe. Der Kofferraum weist eine vollkommen rechteckige und ebene Ladefläche auf. Die Durchladebreite wuchs gegenüber dem Touring der Baureihe E34 um 16 Zentimeter. Die Ladekante schließt bündig mit der Ladefläche ab. Gegen Aufpreis war ein ausziehbarer Ladeboden erhältlich.

Das Sicherheitsfahrzeug 540i Protection war in Europa ab September 1997 im Programm, Rechtslenker und USA-Version folgten im März 1998. Das Fahrzeug weist eine rundum mit Polycarbonat beschichtete Sicherheitsverglasung auf. Große Teile der Karosserie sind mit Aramidfasermatten verstärkt. Dadurch erreicht es die Widerstandsklasse VR4. Die zusätzlichen Schutzmaßnahmen brachten gegenüber der normalen 540i Limousine ein Mehrgewicht von 130 kg. Auf Wunsch waren für den 540i Protection eine Wechselsprechanlage und ab Januar 1998 eine Bereifung mit Notlaufeigenschaften erhältlich.

Facelift Im Herbst 2000 erhielt der 5er ein Facelift. Die vorderen Doppelscheinwerfer wurden ersetzt und waren nun von Standlichtringen mit Lichtleitertechnik umfasst. Hinter dem gemeinsamen Scheinwerfer-Deckglas saßen nun runde Blinkleuchten. Auch das Schlusslicht der Rückleuchten wurden auf Lichtleitertechnik umgerüstet: Vier rote Leuchtdioden pro Seite speisen vier horizontal angeordnete Leuchtstäbe. Die bisherigen eckigen Nebelscheinwerfer wurden durch runde ersetzt und gehörten nun bei allen Modellen zur Serienausstattung. Die Frontschürze wurde neu gestaltet, die Stoßleisten wurden in Wagenfarbe lackiert (außer bei Fahrzeugen mit M Aerodynamikpaket) und die BMW-Nieren erhielten breitere Chromeinfassungen.

Bei den vor Herbst 2000 produzierten BMW 5er ließen sich bei den BMW-Händlern die optischen Merkmale des Facelift-Modells nachrüsten. Ausgetauscht werden konnten die Scheinwerfer, die Rückleuchten, die Frontschürze, die Nebelscheinwerfer und die Heckschürze.

Motoren Motoren ab Markteinführung mini|Verchromte Streben im Kühlergrill: BMW 540i (US-Version ab 2000) Ab Markteinführung im Dezember 1995 waren die Modelle 523i und 528i lieferbar, bis März 1996 folgten der 525tds und der 520i. Die Modelle 520i, 523i und 528i sind mit dem Reihensechszylinder-Ottomotor M52 mit Vierventiltechnik ausgestattet. Der 525tds verfügt über den Reihensechszylinder-Wirbelkammer-Dieselmotor M51 mit Zweiventiltechnik, welche zudem der einzige Zweiventiler der E39-Reihe war. Im Laufe des ersten Halbjahres 1996 führte BMW die Modelle 535i (nur als Limousine erhältlich) und 540i mit dem V8-Ottomotor M62 mit Vierventiltechnik ein. Bei allen Ottomotoren sind Kurbelgehäuse und Zylinderkopf aus Leichtmetall gefertigt. Die Verwendung von Aluminium habe laut BMW bei den Sechszylinder-Triebwerken einen Gewichtsvorteil von mehr als 30 kg gebracht. Die Achtzylinder-Modelle kann man äußerlich anhand der BMW-Niere von den Vier- und Sechszylinder-Modellen unterscheiden: BMW setzte bei allen Achtzylinder-Modellen auf verchromte vertikale Streben, während alle Vier- und Sechszylinder-Modelle (außer Highline) mit schwarzen Streben vom Band liefen.

Herbst 1998: neuer 530d und überarbeitete Ottomotoren Im Herbst 1998 wurde der 530d (sowie der 730d) mit einem neuentwickelten, direkteinspritzenden Dreiliter-Reihensechszylinder-Dieselmotor (M57) eingeführt. Er war der erste in Serie hergestellte BMW-Motor mit Common-Rail-Einspritzung sowie laut BMW der erste Sechszylinder-Common-Rail-Dieselmotor auf dem Markt. Das Einspritzsystem erzeugt einen Einspritzdruck von maximal 1350 bar. Weitere verwendete Technologien sind unter anderem ein Turbolader mit variabler Einlassgeometrie (VNT), Ladeluftkühlung und Vierventiltechnik. Mit einer Leistung von 135 kW (184 PS) sei er laut BMW bei seiner Einführung der leistungsfähigste Pkw-Dieselmotor auf dem Markt gewesen. Zudem sei die 530d-Limousine mit einer Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h der schnellste Diesel-Pkw auf dem Markt gewesen. Das maximale Drehmoment des 530d ist mit 390 Nm gegenüber dem Wirbelkammer-Dieselmotor des 525tds um 39 Prozent gestiegen, obwohl der Hubraum nur um 17 Prozent angewachsen ist. Der Kraftstoffverbrauch des 530d liegt gegenüber dem des 525tds um etwa 10 Prozent niedriger.

Im Herbst 1998 wurden außerdem die Ottomotoren überarbeitet. Die Sechszylindermotoren (520i, 523i und 528i) verfügten nun über eine variable Steuerung der Ein- und Auslassnockenwelle (Doppel-VANOS). Die Achtzylindermotoren (535i und 540i) verfügten nun über eine variable Steuerung der Einlassnockenwellen (VANOS). Auswirkungen der Überarbeitung waren zum einen die Verringerung des Verbrauchs und der Emissionen; alle Ottomotoren erfüllten nun die Abgasnorm Euro 3 und ab dem 528i auch D4. Eine weitere Auswirkung war die Steigerung des Drehmoments; vor allem im niedrigen bis mittleren Drehzahlbereich zeigen die Drehmomentkurven einen höheren Verlauf, bei den Achtzylindermotoren stieg auch der Maximalwert.

Frühjahr 2000: neuer 520d und 525d Im Frühjahr 2000 wurden die Dieselmodelle 520d und 525d eingeführt. Der 525d verfügt über einen 2,5-Liter-Reihensechszylinder mit Common-Rail-Einspritzung. Dieser basiert auf dem Dreiliter-Reihensechszylinder des 530d; der wesentliche Unterschied liegt im verringerten Hubraum. Bohrung und Hub wurden in angepasstem Verhältnis reduziert. Gegenüber dem Vorgänger 525tds zeichnet sich der 525d durch deutlich bessere Fahrleistungen und einen um 17 Prozent geringeren Verbrauch aus. Der 520d verfügt über einen Zweiliter-Reihenvierzylinder (M47), der bereits zuvor im 320d erhältlich war. Im 520d kommt im Gegensatz zu 525d und 530d statt der Common-Rail-Einspritzung eine Hochdruck-Verteilereinspritzpumpe zum Einsatz. Auch der Motor des 520d ist mit einem VNT-Turbolader, Ladeluftkühlung und Vierventiltechnik ausgestattet. Mit einem Normverbrauch von etwa sechs Litern pro 100 Kilometer ist der 520d das sparsamste Modell der Baureihe E39. Als Limousine kommt er mit einer Tankfüllung auf eine Reichweite von 1185 Kilometern. Von Frühjahr 2000 an erfüllte der 530d die Abgasnorm Euro 3, ebenso die neuen Modelle 520d und 525d.

Herbst 2000: neue Sechszylinder-Ottomotoren und stärkerer 530d Im Zuge des Facelifts im Herbst 2000 erhielt der 5er neue Sechszylinder-Ottomotoren (M54), womit sich teilweise auch die Modellnamen änderten. Ersetzt wurden 520i (2,0 l mit 110 kW/150 PS) durch 520i (2,2 l mit 125 kW/170 PS), 523i (2,5 l mit 125 kW/170 PS) durch 525i (2,5 l mit 141 kW/192 PS) und 528i (2,8 l mit 142 kW/193 PS) durch 530i (3,0 l mit 170 kW/231 PS). Bei den neuen Motoren steht zwischen 1500/min und 6000/min jeweils mindestens 85 Prozent des maximalen Drehmoments zur Verfügung. Die Steigerung der Leistung und des Drehmoments wurde im Wesentlichen durch die neu gestaltete Ansaug- und Abgasanlage sowie bei 520i und 530i durch den vergrößerten Hubraum erreicht. Verwendet wurde nun ein elektronisches Gaspedal (Drive-by-Wire). Die Triebwerke erfüllen die Abgasnormen Euro 3 und D4, ab 2002 die Abgasnorm Euro 4.

Zudem wurde im Herbst 2000 die Leistung des 530d auf 142 kW (193 PS) gesteigert, das maximale Drehmoment stieg auf 410 Nm. Dies resultiert aus Änderungen an der Turboladergeometrie und der Einspritzhydraulik.

Antrieb, Fahrwerk und Abgasanlage Alle BMW 5er der Baureihe E39 haben Hinterradantrieb. Anders als der Vorgänger E34 war der E39 nicht mit Allradantrieb lieferbar. Das Allradantriebssystem xDrive war erst für die Nachfolgemodelle E60/E61 erhältlich.