mini|Suddersdorf 12: Gasthaus Rotes Ross mini|Suddersdorf 18: Wohnstallhaus mini|Steinkreuz
Suddersdorf (fränkisch: Suddasch-dorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 180. Dort folgendermaßen transkribiert: „sudəschdorf“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Windsbach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) und eine Gemarkung.
Geografie Lage Durch das Dorf fließt der Almesbach, ein rechter Zufluss der Aurach, und der Waldhausgraben mündet dort als rechter Zufluss in den Almesbach. Der Ort ist von den Waldgebieten Lehen (südwestl.), Brand (westl.) und Im Stück (nordwestl.) umgeben.
Die Kreisstraße AN 28 führt nach Bertholdsdorf zur AN 17 (2 km nordöstlich) bzw. nach Moosbach zur AN 15 (2,5 km südwestlich). Gemeindeverbindungsstraßen verlaufen nach Veitsaurach (1,7 km nordöstlich) und nach Watzendorf (2 km nordwestlich), ein Wirtschaftsweg zur AN 15 unmittelbar westlich von Brunn (1,3 km südlich).
Gemarkung Die Gemarkung Suddersdorf hat eine Fläche von 3,625 km². Sie ist in 365 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9930,50 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Waldhaus.
Geschichte Der Ort wurde 1154 in einer Urkunde erstmals namentlich erwähnt, in der ein Gütertausch der „Gebrüder Diemanus und Ludewicus, gesessen zu Sudansdorf“ mit dem Kloster Heilsbronn bestätigt wird.K. Dunz: Windsbach, S. 277. Nach E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 180, Ersterwähnung 1249 als „Sudanstorf“. Die Bedeutung des Ortsnamens kann nicht sicher geklärt werden. Der zu erwartende Personenname „Sudant“ ist unbekannt. Wahrscheinlich enthält der Ortsname das althochdeutsche Verb „suden“ (= beschmieren, beschmutzen). Eine ähnlich negative Bezeichnung findet sich beim Ort Hürbel am Rangen (= Kot).E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 180. Sprachwissenschaftlich unmöglich die Erklärung von E. Dohms: Bertholdsdorf, S. 47 und K. Dunz: Windsbach, S. 277, als „das südliche Dorf“ in Bezug zur Burg Bertholdsdorf. Bereits vor 1249 erwarb das Kloster Heilsbronn ein Gefälle. 1473 kaufte Abt Wegel von Heinz Apel den Zehnten von zwei Höfen. Später erwarb das Kloster noch zwei weitere Höfe. Conrad Pfefferbalk zu Bertholdsdorf verkaufte 1373 einem Walter Daum zu Suddersdorf die Waldung „Urlaß“ oder „Urlazz“, ein Waldstück zwischen Suddersdorf und Moosbach.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 282.
Im eichstättischen Salbuch, das um 1300 entstanden ist, wurden für den Ort nur eine Hube verzeichnet, die dem Hochstift Eichstätt unterstand. Im Salbuch von 1407 wurde diese nicht mehr erwähnt, Mitte des 15. Jahrhunderts wurde sie wieder aufgelistet.F. Eigler: Schwabach, S. 129. Im Urbar des Windsbacher Amt der Burggrafschaft Nürnberg (1361/64) sind für Suddersdorf 6 Untertanen verzeichnet.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 501. Im Salbuch des eichstättischen Kollegiatstifts St. Nikolaus zu Spalt von 1517 wird für Suddersdorf eine abgabenpflichtige Untertansfamilie verzeichnet.F. Eigler: Schwabach, S. 113. Der Hauptmannschaft Hergersbach der Reichsstadt Nürnberg unterstand 1529 eine Untertansfamilie im Ort.F. Eigler: Schwabach, S. 347.
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 wurden für Suddersdorf 12 Mannschaften verzeichnet: 4 Höfe unterstanden dem Kastenamt Windsbach, 3 Höfe und 2 Güter dem Klosterverwalteramt Heilsbronn, 2 Höfe der Kirche Bertholdsdorf und 1 Gut dem eichstättischen Kastenamt Abenberg. Außerdem gab es ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 9. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 732.Das Gut, das laut 16-Punkte-Bericht dem Kastenamt Abenberg unterstehen soll, wurde im Salbuch des Spalter Kollegiatstiftes von 1619 für Suddersdorf aufgelistet. F. Eigler: Schwabach, S. 114. Laut dem 16-Punkte-Bericht des Klosteramts Heilsbronn, ebenfalls aus dem Jahr 1608, gab es nur 4 Heilsbronner Anwesen (3 Höfe und 1 Köblergut).Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 15. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 739.
Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) wurde der Ort zerstört. Noch 1685 hieß es, der Ort sei „ganz verödet, verarmt, verbrennet und ohne Bewohner“. Von 1668 bis 1700 sind 20 Exulanten aus Österreich nachweisbar.K. Dunz: Windsbach, S. 278f. Im Eichstätter Salbuch von 1671 werden für Suddersdorf wieder 10 Untertansfamilien verzeichnet, wovon 1 dem Kastenamt Abenberg unterstand, 4 dem Kastenamt Windsbach, 3 dem Klosterverwalteramt Heilsbronn und 2 der Reichsstadt Nürnberg.F. Eigler: Schwabach, S. 142.
Laut den Vetter’schen Oberamtsbeschreibungen des Jahres 1732 waren das Kastenamt Windsbach, das Klosterverwaltungsamt Heilsbronn, das Kastenamt Abenberg, das Stiftamt Spalt und die Nürnberger Eigenherren Volkert Grundherren.K. Rosenhauer u. a. (Hrsg.): Der Landkreis Ansbach, S. 196. In der Amtsbeschreibung des Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 wurden für den Ort 13 Untertansfamilien angegeben, wovon eine dem Pflegamt unterstand und der Rest Fremdherren.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 748.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Suddersdorf 17 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (14 Anwesen; Kastenamt Windsbach: 5 Höfe, 3 Gütlein, 1 Leerhaus, 1 Wirtschaft; Klosterverwalteramt Heilsbronn: 1 Hof, 2 Höflein, 1 Gut), das Hochstift Eichstätt (Kastenamt Abenberg: 1 Gut; Kastenamt Spalt: 1 Gut) und der Nürnberger Eigenherr von Wölckern (1 Hof).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 915. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.
Im Geographischen statistisch-topographischen Lexikon von Franken (1802) wird der Ort folgendermaßen beschrieben:
1806 kam Suddersdorf an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Suddersdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Bertholdsdorf und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Bertholdsdorf zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Suddersdorf. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde auf dem Gemeindegebiet das Waldhaus gegründet. Von 1862 bis 1879 gehörte Suddersdorf zum Bezirksamt Heilsbronn, seit 1880 zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt) und zum Rentamt Heilsbronn (1919–1929: Finanzamt Heilsbronn, seit 1929: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Heilsbronn (1879 in Amtsgericht Heilsbronn umbenannt), seit 1956 ist das Amtsgericht Ansbach zuständig.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1011. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 3,575 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Suddersdorf am 1. Juli 1973 nach Windsbach eingemeindet.
Baudenkmäler An der Weggabelung nach Bertholdsdorf und Watzendorf steht ein etwa 145 × 105 × 30 cm messendes Steinkreuz. Das neuzeitliche Sandsteinkreuz ist vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege als Baudenkmal (D-5-71-226-79) ausgewiesen. Das Kreuz ist wenig verwittert und beide Arme sind an der Oberseite abgeschrägt. Laut einer Sage, die 1854 im Gemeindebuch beschrieben ist, sollen sich hier zwei Nachbarn mit einer Sense gegenseitig ermordet haben. Der genaue Zweck dieses Kreuzes ist jedoch nicht mehr bekannt. Haus Nr. 18: ein Wohnstallhaus mit eingeschossigem Satteldachbau mit Fachwerkgiebel aus dem späten 18. Jahrhundert.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Suddersdorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 98 128 126 145 152 142 147 147 161 167 143 141 139 146 157 163 162 138 147 194 174 158 141 144HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 25 26 28 31 30 32 30 27 28 Quelle
Ort Suddersdorf Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 98 123 146 143 162 134 158 146 138 143 126Häuser 25 23 31 29 26 27 32Quelle
Religion Suddersdorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Georg (Bertholdsdorf) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Vitus (Veitsaurach) gepfarrt.
Panoramabild
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Windsbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1154 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1973 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach