mini|Scheune mit Krüppelwalmdach mini|Feuerwehrhaus mini|Ortskern mini|Gasthaus zur Eiche
Sauernheim (fränkisch: SauerumE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 165. Dort folgendermaßen transkribiert: „sauərum“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Windsbach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) und eine Gemarkung.
Geografie Lage Das Dorf liegt am Sauernheimer Graben, der dort als rechter Zufluss in den Hopfengraben mündet, der wiederum ein rechter Zufluss der Fränkischen Rezat ist. Südöstlich beginnen die Kieselhölzer, 0,5 km östlich erhebt sich der Kieselbuck, 1 km südlich der Mehlberg.
Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Reutern (2,2 km südwestlich), bzw. nach Bechhofen zur Staatsstraße 2223 (3 km nordöstlich). Weitere Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Fischbach zur Kreisstraße AN 14 (2,4 km nordwestlich), zur Staatsstraße 2220 unmittelbar nördlich von Ismannsdorf (1,3 km südöstlich) und über die Hopfenmühle nach Neuses bei Windsbach (3 km östlich).
Gemarkung Die Gemarkung Sauernheim hat eine Fläche von 4,530 km². Sie ist in 539 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8405,27 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Hopfenmühle.
Geschichte Der Ort wurde 1273 als „Surheim“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist das mittelhochdeutsche Adjektiv „sûr“ (=sauer, nass) und verweist auf eine ungünstige Bodenlage, die erst spät besiedelt wurde, nachdem die guten Lagen schon besetzt waren.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 165.
1275 kaufte das Kloster Heilsbronn von Graf Konrad von Oettingen Güter in Sauernheim. In der Folgezeit erwarb das Kloster insgesamt 11 Anwesen.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 473f.
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 wurden für Sauernheim 14 Mannschaften verzeichnet: 1 Hof und 1 Gut gehörten dem Kastenamt Windsbach, 7 Höfe und 3 Güter dem Verwalteramt Merkendorf, 1 Gut der Reichsstadt Nürnberg, 1 Gut dem Stadtvogteiamt Eschenbach des Deutschen Ordens. Außerdem gab es ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 732. Das Verwalteramt Merkendorf übte das Gemeinderecht und den Hirtenstab aus.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 743.
Im Dreißigjährigen Krieg brannte zwar nur einer von den elf Heilsbronner Höfen ab, jedoch wurden acht von den elf Hofbesitzern getötet, der Rest ist geflohen, so dass der Ort 1632/34 vollständig verödet war.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 474.
In den Oberamtsbeschreibungen des Fürstentums Ansbach von Johann Georg Vetter aus dem Jahr 1732 wird der Ort folgendermaßen beschrieben:
Seit dem 18. Jahrhundert förderten und verkauften die Sauernheimer als Nebenerwerb Steine aus dem Hopfengraben. Auch das Windsbacher Rathaus wurde 1749 aus solchen Steinen erbaut.K. Dunz: Windsbach, S. 276. In der Amtsbeschreibung des Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 wurden für den Ort 16 Untertansfamilien angegeben, wovon eine der Hauptmannschaft Immeldorf des Pflegamtes unterstand und die übrigen anderen Grundherren.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 746.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Sauernheim mit der Hopfenmühle 21 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte weiterhin das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Verwalteramt Merkendorf. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (19 Anwesen; Kastenamt Windsbach: 2 Halbhöfe, 1 Gut, 1 Wirtshaus, 1 Mühle, 1 Leerhaus; Verwalteramt Merkendorf: 4 Höfe, 4 Halbhöfe, 1 Viertelhof, 1 Gut, 2 Gütlein, 1 Leerhaus), das Landesalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg (1 Gut) und das Stadtvogteiamt Eschenbach des Deutschen Ordens (1 Gut).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 907.Nach (= J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 64) soll es 19 Untertansfamilien gegeben haben, von denen 17 Brandenburg-Ansbach und 2 dem Deutschen Orden unterstanden. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.
1806 kam Sauernheim an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Sauernheim gebildet, zu dem Ballmannshof, Bölleinsmühle, Erlenmühle, Fischbach, Gotzendorf, Gotzenmühle, Hopfenmühle, Ismannsdorf, Reutern, Rückersdorf, Sallmannshof, Speckheim, Spiegelhof Mit 5 Einwohnern und einer Feuerstelle (= Wohngebäude). Wird nach 1832 nicht mehr als Ortsteil geführt., Utzenmühle, Wattenbach und Wöltendorf gehörten. Die Ruralgemeinde Sauernheim entstand 1810Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. und war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt Sauernheim. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden fünf Ruralgemeinden gebildet: Fischbach mit Rückersdorf; Ismannsdorf mit Speckheim; Reutern mit Bölleinsmühle, Sallmannshof, Spiegelhof, Utzenmühle und Wöltendorf; Sauernheim mit Hopfenmühle; Wattenbach mit Ballmannshof, Erlenmühle, Gotzendorf und Gotzenmühle. Von 1862 bis 1879 gehörte Sauernheim zum Bezirksamt Heilsbronn, seit 1880 zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt) und zum Rentamt Heilsbronn (1919–1929: Finanzamt Heilsbronn, seit 1929: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Heilsbronn (1879 in Amtsgericht Heilsbronn umbenannt), seit 1956 ist das Amtsgericht Ansbach zuständig.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1008. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,516 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Sauernheim am 1. Januar 1974 nach Windsbach eingemeindet.
Baudenkmal Haus Nr. 57: ehemaliges Wohnstallhaus mit Scheune
Bodendenkmäler Westlich von Sauernheim gab es eine Siedlung vor- und frühgeschichtlicher Zeitstellung. Südwestlich von Sauernheim befindet sich eine Nekropole aus der Urnenfelderzeit. In den Hügelgräbern konnten aus Tonscherben sieben Gefäße rekonstruiert werden. Daneben konnten Metallteile gefunden werden, darunter eine Bronzenadel und ein Bronzearmreif.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 23.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Sauernheim Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 131 122 141 142 160 162 162 163 165 172 161 168 158 164 169 160 162 131 123 172 159 157 124 131 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 26 24 28 30 34 33 31 29 29 Quelle Für die Gemeinde Sauernheim zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Hopfenmühle (S. 43) und Spiegelhof (S. 87).
Ort Sauernheim Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 120 117 160 154 165 151 156 155 119 124 140Häuser 24 23 29 32 30 28 28 32Quelle
Religion Sauernheim ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach Unserer Lieben Frau (Merkendorf) gepfarrt, seit 1685 ist die Pfarrei St. Margareta (Windsbach) zuständig, nachdem die Bewohner schon ab 1575 den Gottesdienst in Windsbach besucht hatten.K. Dunz: Windsbach, S. 260 und 275. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach St. Nikolaus (Mitteleschenbach) gepfarrt, heute ist die Pfarrei St. Bonifatius (Windsbach) zuständig.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Windsbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1273 Kategorie:Gemeindegründung 1810 Kategorie:Gemeindeauflösung 1973 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach