Opladen ist ein Stadtteil der Stadt Leverkusen. Bis zum 31. Dezember 1974 war Opladen Kreisstadt und Sitz des damaligen Rhein-Wupper-Kreises, zugehörig zum Regierungsbezirk Düsseldorf, und wurde am 1. Januar 1975 mit Bergisch Neukirchen, Hitdorf und Leverkusen zur neuen kreisfreien Stadt Leverkusen im Regierungsbezirk Köln vereinigt.

Im heutigen Leverkusener Stadtteil Opladen wohnen 25.859 Menschen (Stand 31. Dezember 2023), im ehemaligen Stadtgebiet Opladens, einschließlich der Ortsteile Quettingen und Lützenkirchen, wohnen etwa 47.000 Menschen.Einwohnerstruktur auf: leverkusen.com Das seinerzeitige, damals abgeschaffte Kfz-Kennzeichen OP wird in Zusammenhang mit der Kennzeichenliberalisierung seit dem 3. August 2015Seit Mittwoch kann das Opladen-Kennzeichen reserviert werden. auf: ksta.de, 27. Juli 2015, abgerufen am 12. August 2015. wieder in der Stadt Leverkusen ausgegeben.Bekanntmachung Festlegung von Unterscheidungszeichen für Verwaltungsbezirke für die Kennzeichnung von Kraftfahrzeugen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur vom 11. Mai 2015 ()

Geographische Lage Opladen liegt an den unteren Ausläufern des Bergischen Landes an der Wupper, unweit ihrer Mündung in den Rhein. Das Gebiet der ehemaligen Stadt Opladen, das auch die heutigen Leverkusener Stadtteile Quettingen und Lützenkirchen umfasste, war umgeben von den Städten und Gemeinden Langenfeld, Leichlingen, Bergisch Neukirchen, Burscheid und Leverkusen. Der heutige Stadtteil Opladen grenzt an die Leverkusener Stadtteile Bergisch Neukirchen, Quettingen, Küppersteg und Rheindorf sowie an die Städte Langenfeld (Kreis Mettmann) und Leichlingen (Rheinisch-Bergischer Kreis).

Geschichte Während Opladen heute ein Stadtteil Leverkusens ist, war es während des größten Teils seiner Geschichte Gerichts-, Verwaltungs- und Verkehrszentrum sowie Kreisstadt des umliegenden Gebiets. Auch die Industrialisierung des heutigen Leverkusener Gebiets begann in wesentlichen Teilen in Opladen.

Sogar das Gebiet der heutigen Innenstadt Leverkusens – im Wesentlichen Wiesdorf – gehörte ursprünglich verwaltungsmäßig unmittelbar zur Bürgermeisterei (Bürgermeisteramt) Opladen.

Frühzeit Die ältesten archäologischen Funde auf Opladener Gebiet stammen aus der mittleren Steinzeit (8000–3000 v. Chr.). Weitere Funde belegen unter anderem eine Besiedlung des Gebiets in der Hallstattzeit zwischen 750 und 400 v. Chr. Ab dem 3. Jahrhundert brechen die archäologischen Funde ab, vermutlich aufgrund der germanischen oder fränkischen Expansion nach Westen.

Mittelalter mini|hochkant|Portal der ersten Remigius-Kirche, erbaut um 1200

Erst um das 6. Jahrhundert wird eine Neubesiedlung des Gebiets im Rahmen der fränkischen Landnahme vermutet, worauf zahlreiche Ortsnamen wie Quettingheim (heute Quettingen), Uphoven (Ophoven) und Upladhin (Opladen) hindeuten.Rolf Müller: Upladhin – Opladen – Eine Stadtchronik. Selbstverlag der Stadt Opladen, 1974. Die Wahl des heiligen Remigius als Schutzpatron der ältesten bekannten Opladener Kirche deutet auf eine Gründung zwischen dem 6. und 11. Jahrhundert hin. Opladen gehörte zu dieser Zeit zum Deutzgau, der im 12. Jahrhundert zum Herrschaftsgebiet der Grafen (später Herzöge) von Berg kam. Die erste schriftlich überlieferte Erwähnung des Namens Upladhin, woraus sich der Name Opladen ableitet, findet sich in einer Urkunde, die auf die Zeit zwischen 1168 und 1174 datiert und in der ein „Euirhardus Upladhin“ als Zeuge genannt wurde. Der Name Upladhin wird auf „up“ (oben, hoch) und „slade“ (Abhang, Talung, Bergschlucht) zurückgeführt.

Kirchengeschichtlich erstmals erwähnt wird Opladen in einer Urkunde von Papst Honorius III. vom 19. August 1223, in der die Kirchen in Opladen und Neukirchen namentlich als Besitzungen und Privilegien des Stifts St. Gereon in Köln erwähnt werden. Der Nachbarort Quettingen war bereits 1209 als Quettingheim erwähnt worden.

mini|Friedenberger Hof Opladen entstand aus Einzelhöfen, nicht als geschlossenes Dorf. In der geographischen Mitte des Siedlungsraums wurde die Kirche errichtet, aus der das Kirchspiel Opladen hervorging. Reste dieser Siedlungsstruktur sowie einzelne dieser Höfe blieben bis weit in das 20. Jahrhundert erhalten, und viele der Hofnamen sind noch als Straßennamen zu finden. Heute sind insbesondere noch der Friedenberger Hof (erste Erwähnung 1362, möglicher Sitz der Herren von Upladhin) auf dem Steilufer oberhalb der Wupper sowie der ehemalige Rittersitz Ophoven (1264) vorhanden.

Seit dem Mittelalter war Opladen Sitz des höchsten bergischen Gerichts, des später so genannten Hauptlandgerichts. Dieses Gericht war einerseits zuständig für den bergischen Adel und wurde daher auch Rittergericht genannt, andererseits war es oberstes Gericht aller bergischen Landgerichte. Daneben war Opladen Versammlungsort der bergischen Landstände, die hier in zeitlicher Nähe zu den Tagungen des Hauptlandgerichtes ihre Landtage abhielten. Die vorher mündlich überlieferten Rechtsgrundsätze, nach denen entschieden wurde, aber auch die erhebliche Mitwirkung von Landständen und Ritterschaft bei der Regierung des Landes waren im bis heute überlieferten Rechts- oder Ritterbuch aus dem 14. Jahrhundert festgehalten. Die Bedeutung des Hauptlandgerichts nahm erst ab der Mitte des 16. Jahrhunderts ab, als sich das römische Recht auch in der Grafschaft Berg durchzusetzen begann und damit der bisherigen Gerichtsordnung die Grundlage entzogen wurde. Auch die Ständeversammlungen endeten Anfang des 17. Jahrhunderts.

Opladen gehörte vom 14. Jahrhundert bis 1806 zum Amt Miselohe des Herzogtums Berg.

Von der Reformation bis zu den Befreiungskriegen Nach der Reformation wechselte die Opladener Kirche mit fast der gesamten Gemeinde um das Jahr 1600 zur lutherischen Konfession. 1620 kehrte die Gemeinde jedoch mit einem neuen Pfarrer wieder zum katholischen Bekenntnis zurück. Da die Opladener Gemeinde im Normaljahr 1624 katholisch war, wurde dies nach dem Westfälischen Frieden 1648 dauerhaft festgeschrieben, während einige Nachbargemeinden beim evangelischen Glauben blieben. Die wenigen evangelischen Christen in Opladen mussten daher in den folgenden Jahrhunderten auswärtige Kirchen aufsuchen.

mini|Alte Remigiuskirche (1787–1862) Nachdem die Gemeinde sich bereits seit 1654 um einen Neubau der bisherigen, vermutlich aus dem 13. Jahrhundert stammenden und baufällig gewordenen St.-Remigius-Kirche bemüht hatte, konnte sie 1787 schließlich durch einen Neubau ersetzt werden.

Nach der französischen Besetzung und Annektierung der linksrheinischen bergischen Gebiete 1794 überschritten französische Truppen 1795 den Rhein, so dass Opladen in den folgenden Jahren Opfer von Kriegshandlungen und französischer Besetzung wurde. Erst 1801 übernahm das Herzogtum Berg wieder die Herrschaft über das Gebiet. Aufgrund des Reformdrucks durch die französische Revolution kam es auch im Bergischen zu Reformen, deren bekannteste die auch in anderen Gebieten Deutschlands durchgeführte Säkularisation war. Durch die Auflösung der Klöster endeten die Ansprüche verschiedener Monasterien auf das Opladener Gebiet. Für die meist bäuerlichen Einwohner war allerdings die Abschaffung und Aufteilung der Gemeinheitswaldungen bedeutender. Den vorher Nutzungsberechtigten wurde jeweils eine Parzelle des nun aufgeteilten Gebiets konzediert.

1806 trat der bayerische König Max Joseph das Herzogtum Berg im Tausch gegen die Markgrafschaft Ansbach an Napoleon ab. Dieser erweiterte das Territorium des Herzogtums und erhob es zum Großherzogtum Berg. Die Verwaltungsstrukturen wurden neu organisiert, und seit 1808 war Opladen Sitz der Munizipalität (Bürgermeisterei) und des Kantons (Landkreises) Opladen im Arrondissement Düsseldorf, Département Rhein. 1810 wurde der Code Napoléon anstelle des bisherigen Rechts eingeführt. In jedem Kanton, so auch in Opladen, wurde ein Friedensgericht eingerichtet.

Opladen unter preußischer Herrschaft mini|Bürgermeisterei Opladen um 1820

Nach der Niederlage Napoleons kam Opladen zunächst zum Generalgouvernement Berg und schließlich aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses unter Friedrich Wilhelm III. an Preußen, das es der Provinz Jülich-Kleve-Berg, beziehungsweise ab 1822 der Rheinprovinz zuordnete. War Opladen 1815 zunächst noch Sitz eines Kreises geworden, so wurde dieser bereits 1819 aufgelöst und sein Gebiet dem Kreis Solingen angegliedert. Daneben war Opladen von 1816 bis 1856 Sitz der gleichnamigen Bürgermeisterei, die auch die Gemeinden Bürrig, Neukirchen und Wiesdorf umfasste.Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz. Nicolai, Berlin/Stettin 1830, S. 418 (Google Books) Das Friedensgericht blieb unter preußischer Herrschaft erhalten, wenn auch mit verkleinertem Zuständigkeitsbereich.

mini|hochkant|links|Vincenz Joseph Deycks Große Bedeutung für die Opladener Geschichte hatte Vincenz Joseph Deycks, der seit 1793 als Justizrat beim Gericht des Amtes Miselohe in Opladen arbeitete, zunächst als Advokat, später als Notar. Er war ein weithin bekannter und gefragter Rechtsexperte; daneben förderte er den seit dem Mittelalter im Bergischen Land stark vertretenen Obstanbau, indem er eine große Obstbaumschule in der Ruhlach gründete und Versuche zum Obstanbau durchführte. 1811 bis 1815 war Deycks Maire (Bürgermeister) von Opladen als Nachfolger von Jakob Salentin von Zuccalmaglio und konnte in dieser Funktion einige Schäden durch Kriegseinwirkungen von der Stadt abhalten. Nachdem mehrfachen Entlassungsgesuchen nicht stattgegeben worden war, erzwang er 1815 seine Entlassung, indem er nicht an der Huldigung für den preußischen König als neuen Landesherrn teilnahm.

Mit der Säkularisation 1803 waren die Ansprüche des Kölner Stifts St. Gereon sowie anderer Klöster auf das Opladener Stadtgebiet entfallen. Die entsprechenden Rechte (z. B. Abgaben) und Pflichten wurden nun vom Staat wahrgenommen. 1841 entledigte sich der preußische Staat dieser Pflichten mit einer größeren Zahlung an die Gemeinde der Remigiuskirche.

Während der Märzrevolution 1848 wurde in Opladen eine Bürgergarde gegründet. Sie wurde von königlichen Behörden ausgerüstet und verstand ihre Aufgabe nicht in der Unterstützung der Revolution, sondern in der „Aufrechterhaltung der Ordnung“. Nach dem Scheitern der Paulskirchenversammlung wurde die Opladener Bürgergarde im Mai 1849 wieder abgeschafft und ihre Waffen eingezogen. Ebenfalls 1848 wurde die erste Opladener Zeitung, der Verkündiger an der Nieder-Wupper gegründet. Obwohl ihr Gründer aus politischen Gründen bereits 1850 nach Amerika auswanderte, erschienen Nachfolgepublikationen bis 1935. Eine weitere selbständige Zeitung existierte in Opladen von 1865 bis 1951.

mini|hochkant|links|Grab von Dechant Krey mini|Marienschule um 1880 Von 1828 bis 1873 wirkte Stephan Krey als Pfarrer in Opladen und seit 1844 auch als Dechant des Dekanates Solingen. Unter seiner Mitwirkung wurden mehrere für die Zukunft Opladens wesentliche Projekte in Angriff genommen. Mit Hilfe von Spenden aus der Bevölkerung sowie der oben genannten Einmalzahlung infolge der Säkularisation wurde die Pfarrkirche St. Remigius in den Jahren 1860–63 nach einem Entwurf des Diözesanbaumeisters Vincenz Statz im neugotischen Stil neu erbaut. Darüber hinaus hatte Krey maßgeblichen Einfluss auf die Gründung des Aloysianums, einer bis 1938 bestehenden Knabenschule in erzbischöflicher Trägerschaft, sowie der Marienschule, die 1866 den Schulbetrieb aufnahm und bis 1996 von den Armen Dienstmägden Jesu Christi (Dernbacher Schwestern) getragen wurde. Danach ging die Trägerschaft auf das Erzbistum Köln über.