Vannes () ist eine französische Stadt und Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) und die Hauptstadt des Départements Morbihan in der Region Bretagne. mini|Vannes, Schloss und Gärten mini|Rathaus von Vannes mit Reiterstandbild, 2022 alternativtext=Ein ruhiger Hafen mit mehreren Segelbooten und Yachten, die entlang einer steinernen Kaimauer liegen. Das Wasser ist glatt und reflektiert die Boote sowie die dahinterstehenden hellen, mehrstöckigen Häuser mit dunklen Dächern und kleinen Dachfenstern. Entlang der Straße zwischen den Gebäuden und dem Hafen stehen Bäume und einige geparkte Autos. Der Himmel ist klar und tiefblau, was auf einen sonnigen Tag hinweist|mini|Der Hafen von Vannes am Golf von Morbihan

Geografie Vannes liegt etwas nördlich der Küste des Golfs von Morbihan. Durch die Stadt fließt der Fluss Marle, der später in das Binnenmeer mündet. Das Gemeindegebiet gehört zum Regionalen Naturpark Golfe du Morbihan.

Geschichte Vannes geht zurück auf die gallo-römische Stadt Darioritum. Im Jahr 560 besiegte hier Chlothar I. das Heer des Bretonen Konomor, unter dessen Schutz sich Chlothars Sohn Chram begeben hatte. Nominoë, in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts Graf von Vannes, gilt manchen Bretonen als erster König der Bretagne. In Vannes endete 1532 mit dem Treffen des französischen Königs Franz I. mit den bretonischen Ständen die Unabhängigkeit des Herzogtums Bretagne. Ab 1675 war Vannes Sitz des bretonischen Parlements. Außerdem ist die Stadt seit dem 5. Jahrhundert Sitz eines Bistums. Vannes war am transatlantischen Sklavenhandel beteiligt, hier wurden Schiffe für mindestens 13 Sklaventransporte ausgerüstetDavid Geggus, The French Slave Trade: An Overview. William and Mary Quarterly 58/1, 2001, 122.

Ab 1790 war die Stadt Hauptort eines gleichnamigen Wahlkreises (Kantons). 1982 wurde der Wahlkreis weiter aufgeteilt in die Kantone Vannes Centre, Vannes Ouest und Vannes Est, die aber inzwischen wieder aufgelöst wurden.

Ab Juni 1940 war Vannes von Truppen der Wehrmacht besetzt. Am 1. August 1944 begann die Schlacht um die Bretagne. Am 6. August eroberten Truppen der 4. US-Panzerdivision Vannes; dabei half ihnen die Résistance.

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2019Einwohner 30.411 36.576 40.359 42.178 45.644 51.759 53.079 53.719 Quellen: Cassini und INSEE

Verkehr Über die Route nationale 165 (Europastraße 60) ist Vannes an das internationale Fernstraßennetz angebunden. Im Bahnhof von Vannes auf der Bahnstrecke Savenay–Landerneau halten die TGV-Züge der Verbindung Paris–Quimper (TGV Atlantique). Von Vannes aus erschlossen die Chemins de fer du Morbihan von 1902 bis 1947 die ländlicheren Regionen des Départements.

Der Flughafen Vannes-Golfe du Morbihan ist nur regional von Bedeutung.

Sehenswürdigkeiten mini|Stadtmauer Das gesamte Stadtbild ist sehenswert, besonders aber die Stadtmauer und das Waschhaus. Wenige Kilometer entfernt liegt der kleine Ort Elven. Hier findet man eine sehenswerte Burgruine, die im Sommer als Freilufttheater genutzt wird.

Cathédrale Saint-Pierre: Die Kathedrale wurde im gotischen Stil an Stelle einer älteren romanischen Kathedrale erbaut. Der Bau begann im 15. Jahrhundert und dauerte bis ins 19. Jahrhundert hinein. Älter ist lediglich der romanische Glockenturm aus dem 13. Jahrhundert, der in den Neubau integriert wurde. mini|Château de l’Hermine Château de l’Hermine: Nach seiner Rückkehr aus dem englischen Exil 1379 machte Herzog Johann V. Vannes zu seiner Residenz. Er ließ eine Stadtmauer bauen, mit der er die Fläche der Stadt verdoppelte, sowie eine Burg, das Château de l’Hermine („Hermelinburg“, nach seinem Wappentier). Das an der Stelle der heute nicht mehr erhaltenen Burg stehende, ebenso bezeichnete Gebäude wurde Ende des 18. Jahrhunderts von dem Feinkosthändler und Konditor Julien Lagorce als Hotel-Restaurant erbaut; es wird deshalb auch als Hôtel Lagorce bezeichnet. Es beherbergte im Lauf seiner Geschichte unter anderem die Trésorerie Générale, die Militärschule und die juristische Fakultät. Place Maurice-Marchais: Das Rathaus im italienischen Renaissance-Stil (19. Jahrhundert) ist dem Hôtel de Ville in Paris nachempfunden. Über der Rathausuhr im Frontgiebel erhebt sich ein kleines Türmchen mit Glockenspiel. Auf der Nordseite des Platzes steht die zum ehemaligen Jesuitenkolleg gehörende barocke Kapelle St-Yves (17. Jahrhundert). Im Inneren befindet sich ein dem Jesuitengründer Ignatius von Loyola geweihtes Altarbild, das von schwarzen Marmorsäulen mit korinthischen Kapitellen umrahmt wird.

Veranstaltungen Seit 1975 findet im September zwischen Auray und Vannes der Volks- und Straßenlauf Auray – Vannes statt.

Städtepartnerschaften Es bestehen Städtepartnerschaften mit Mons, Belgien, seit 1952 Cuxhaven, Deutschland, seit 1963 Fareham, Vereinigtes Königreich, seit 1967

Ebenfalls freundschaftliche Beziehungen unterhält Vannes mit Wałbrzych in Polen und mit Barouéli in Mali.

Lehre und Forschung Universität der Südbretagne Institut catholique d’arts et métiers

Persönlichkeiten Joseph Abeille (1673–1756), Architekt Albin von Angers (um 469 – 550), Bischof von Angers und Heiliger der katholischen Kirche Giordana Angi (* 1994), italienische Cantautrice Jean Arzé (* 1941), Radrennfahrer Geneviève Asse (1923–2021), Malerin, Zeichnerin und Grafikerin Simon Bédard (* 1997), Leichtathlet Mathieu Berson (* 1980), Fußballspieler Adolphe Billault (1805–1863), Rechtsanwalt und Staatsmann Louise Bourgoin (* 1981), Schauspielerin Franz I. (1414–1450), Herzog der Bretagne Benoît Chauvet (* 1981), Skilangläufer Yves Coppens (1934–2022), Paläontologe und Paläoanthropologe Louis-François Duplessis de Mornay (1663–1741), Kapuziner und dritter Bischof von Québec in Neufrankreich Gabriel Fabre (1774–1858), General der Infanterie Henri-Marie Féret (1904–1992), Dominikaner und Theologe Nicolas Guillou (* 1975), Jurist Paul Gury (1888–1974), Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor Paul César Helleu (1859–1927), Maler, Radierer und Illustrator Lionel Jaffredo (* 1970), Fußballschiedsrichter Fabien Jarsalé (* 1990), Fußballspieler Jordan Jegat (* 1999), Radrennfahrer Pierre de La Gorce (1846–1934), Historiker Serge Latouche (* 1940), Ökonom und Philosoph Bertrand Layec (* 1965), Fußballschiedsrichter Pierre Le Corre (* 1990), Duathlet und Triathlet Anne Le Hénanff (* 1969), Politikerin Anaële Le Moguédec (* 2001), Fußballspielerin Samuel Loric (* 2000), Fußballspieler Michel Lunven (* 1933), Diplomat Louis Martin-Chauffier (1894–1980), Schriftsteller Sylvain Marveaux (* 1986), Fußballspieler Guillaume Mazéas (1720–1775), Physiker Julien Morice (* 1991), Radsportler Bernard Norlain (* 1939), Kampfpilot und General der Luftstreitkräfte Etienne Oliviero (* 2006), Bahnradsportler Arthur Pilard (* 1996), Radrennfahrer Bernard Poignant (* 1945), Politiker Gilbert Renault (1904–1984), Widerstandskämpfer Maisie Renault (1907–2003), Widerstandskämpferin Alain Resnais (1922–2014), Filmregisseur Yves Rocard (1903–1992), Physiker Claude-Michel Schönberg (* 1944), Musical-Komponist Benoît Vaugrenard (* 1982), Radsportprofi Ludovic Walter (* 1983), Tennisspieler Daniel Yvinec (* 1963), Jazzmusiker, Musikproduzent und Autor

Impressionen

Literatur Le Patrimoine des Communes du Morbihan. Flohic Editions, Band 2, Paris 1996, ISBN 2-84234-009-4, S. 1041–1089.

Weblinks

Stadt Vannes (mehrsprachig) Touristeninformation (französisch, englisch)

Einzelnachweise

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