mini|Generalabonnement Logo Das Generalabonnement (GA) (, , , ), kurz General-Abo, ist ein Abonnement, welches freie Fahrt auf – fast – dem gesamten Netz des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein gewährt. Der Geltungsbereich erstreckt sich auch bis zu einigen ausländischen Bahnhöfen in Grenznähe, insbesondere Delle und Annemasse (Frankreich), Konstanz (Deutschland) sowie Domodossola und Tirano (Italien).

Seit 1. August 2015 wird das Generalabonnement beim Erwerb im neuen Swisspass, der zwei RFID-Chips enthält, integriert.

Geschichte + Nutzung des Generalabonnements Jahr Anzahl GA 1963 8'758 1970 < 8'000 1989 38'330 1999 220'000 2006 300'000 2010 405'000 2011 425'099 2012 (PDF; 7,1 MB) Schweizerische Bundesbahnen; abgerufen am 15. Juli 2013 441'618 2013 443'724 2016 (PDF; 7,5 MB) Schweizerische Bundesbahnen; abgerufen am 6. Juni 2016 472'000 2017https://reporting.sbb.ch/_file/343/die-sbb-in-zahlen-und-fakten-2017.pdf (PDF) 480'000 2018 (PDF) 490'000 2019https://reporting.sbb.ch/_file/691/sbb-cff-ffs-zahlenfakten-2020.pdf (PDF) 500'000 2020 439'000 2021 401'000 2022 431'000 2023 447'1162024425'0002025423'000

Das erste Generalabonnement wurde 1898 auf Initiative des Vereins der berufstätigen Reisenden und der Nordostbahn eingeführt. Beteiligt an diesem Generalabonnement waren damals 15 Schweizer Bahnen mit einer Streckenlänge von insgesamt 3'195 Kilometern. Das Generalabonnement kostete anfangs 420 Franken für die zweite Klasse und 300 Franken für die dritte Klasse; es löste zudem das 1891 eingeführte Halbtaxabonnement ab. 1917 wurde das Generalabonnement auf Grunde mangelnder Kohlelieferungen vor allem aus Deutschland und damit mangelnder Fahrgelegenheiten unattraktiv. Zeitweise wurde 1918 der Verkauf des Generalabonnements eingestellt.Geschichte des GA (PDF; 80 kB) voev.ch; abgerufen am 14. Juni 2008 Das Halbtaxabonnement wurde 1918 wieder eingeführt.

Bis Ende der zwanziger Jahre wurde der Gültigkeitsbereich ständig erweitert. Er wuchs auf 5'502 Kilometer im Jahre 1929. Damit der Preis nicht angehoben werden musste, hatte man die Einbindung weiterer Transportunternehmen gestoppt, zwanzig Jahre später aber um weitere 6'500 neue Netzkilometer erweitert, die jedoch nur zum Halbtaxtarif befahren werden konnten. Zu diesen neuen Netzkilometern zählten zum Beispiel die Postautolinien über den Klausenpass sowie die Bahnstrecke von Visp nach Zermatt. 1990 wurden die Nahverkehrsunternehmungen der 24 grössten Städte ins Generalabonnementsnetz aufgenommen. Heute ist das Generalabonnement auf rund 23'500 Kilometern uneingeschränkt gültig. Den Grossteil des Netzes bildet das Postautonetz mit 10'350 Kilometern. Seit 1996 wird das Generalabonnement im Kreditkartenformat verkauft. Das Abonnement ist seither mit diversen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet, welche das Fälschen erschweren sollen.

Per 1. Januar 2009 änderten die Schweizerischen Bundesbahnen das Design. Dieses war nun teilweise transparent und sollte so zu noch mehr Sicherheit beitragen. Bereits vorher wurden die Mitarbeiterabonnemente der SBB schweizweit.net; abgerufen am 18. Juli 2008 im durchsichtigen Design ausgegeben.

Im Jahr 2019 befanden sich mehr als 500'000 GAs im Umlauf, womit ein Rekordstand an Generalabonnementen erreicht wurde. Infolge der COVID-19-Pandemie sind die Verkaufszahlen ab dem Jahr 2020 eingebrochen. Die Anzahl im Umlauf befindlicher Abonnemente hat sich gegenüber dem Höchststand von 2019 bis September 2021 um ca. 20 % reduziert auf rund 400'000 GAs. 2022 ist die Zahl der gelösten GAs um sechs Prozent auf 431'000 angestiegen.

Bedeutung des Generalabonnements Das Generalabonnement ist ein Spitzenprodukt des schweizerischen Tarifsystems im öffentlichen Verkehr und wurde auch nur durch dieses ermöglicht. Im Jahr 2022 wurde es umsatzmässig erstmals von den Einzelbilletten überholt. Mit dem GA kann der Kunde, praktisch unabhängig vom Zielort und den benutzten Beförderungsgesellschaften, mit nur einem Billett reisen. Das Generalabonnement ist gültig bei allen grossen Eisenbahnen, fast allen Privatbahnen; auf dem gesamten Postautonetz und bei den meisten weiteren Busgesellschaften sowie bei den meisten städtischen Verkehrsbetrieben (Bus, Tram) und vielen Schifffahrtslinien. Damit unterscheidet sich das Abonnement grundlegend von Netzkarten in anderen Staaten, etwa der BahnCard 100 in Deutschland oder der 2021 abgelösten ÖSTERREICHCARD in Österreich, die hauptsächlich bei der jeweiligen Bahngesellschaft Gültigkeit besitzen. Jedoch wird hier auch versucht, dem Beispiel des Generalabos zu folgen. In Deutschland ist es seit der Einführung des sogenannten City-Tickets 2003 möglich, in ausgewählten Städten den innerstädtischen Verkehr innerhalb bestimmter Tarifgrenzen zu nutzen. Das Österreich-Ticket scheiterte 2009 noch aus finanziellen Gründen.derstandard.at Im Oktober 2021 wurde das österreichische Klimaticket eingeführt, welches dem Generalabonnement ähnelt, aber sehr viel günstiger ist. Deutschland führte im Mai 2023 das Deutschlandticket ein, welches jedoch nur für den Nahverkehr einschließlich der Nahverkehrszüge gilt. Seit 1. Mai 2023 ist in der Bahncard 100 das Deutschlandticket enthalten. Im Gegensatz zum City-Ticket ist es eine freiwillige Leistung der DB, die sich die jederzeitige Rücknahme vorbehält.

Als Nachteil des Generalabonnements wird gelegentlich vorgebracht, dass trotz des sehr dichten Verkehrsnetzes der Schweiz nicht alle Ortschaften – vor allem in Berggebieten und in Randstunden – sinnvoll erschlossen seien, und ein kompletter Verzicht auf ein Auto daher nicht möglich sei. Das Problem wird teilweise durch neue Angebote wie den Rufbus gemildert oder kann durch Carsharing gelöst werden (Generalabonnement-Besitzer erhalten bei der Mobility Genossenschaft, der grössten Schweizer Carsharing-Firma, die Standplätze an den Bahnhöfen betreibt, Ermässigungen).

Preise + Preisentwicklung des GA DatumGA 3. Klasse GA 2. Klasse GA 1. Klasse Q1898300 Fr.420 Fr.Johanna Rustler: Ein Geburtstag: Das GA feiert 125 Jahre In: sbbhistoric.ch. 9. August 2023, abgerufen am 24. August 2023.1920300 Fr.450 Fr.600 Fr19211300 Fr.1950 Fr.2700 Fr.1930902 Fr.1262 Fr.1802 Fr.1940900 Fr.1200 Fr.1500 Fr.19501000 Fr.1330 Fr.19601130 Fr.1580 Fr.19701200 Fr.1800 Fr.19711200 Fr.1800 Fr.19801440 Fr.2160 Fr.19852050 Fr.3050 Fr.Leonard Flach: Kostenvergleich Auto – Bahn - Auto und öffentlicher Verkehr: Was kostet wie viel? In: srf.ch. 7. April 2023, abgerufen am 7. April 2023. 27. Mai 1990 2150 Fr. 3150 Fr.Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF: Entwicklung der Fahrkosten im Strassen- und Schienenverkehr. Eine Untersuchung anhand fünf exemplarischer Strecken in der Schweiz. (PDF; 191 kB) Bern, Juni 2013 2. Juni 1991 2300 Fr. 3450 Fr. 31. Mai 1992 2450 Fr. 3900 Fr. 23. Mai 1993 2500 Fr. 3980 Fr. 1995 2600 Fr. 02.12.1998 2600 Fr. 4200 Fr. 24.02.1999 2800 Fr. 4400 Fr. 09.12.2000 2800 Fr. 4400 Fr. 05.12.2001 2900 Fr. 4600 Fr. 28.12.2002 2900 Fr. 4600 Fr. 17.12.2003 2900 Fr. 4600 Fr. 12.12.2004 2990 Fr. 4700 Fr. Zug-Pendler: Abo oder GA? ktipp.ch; abgerufen am 2. Juli 2019Die Preisanpassungen beim Direkten Verkehr zum Fahrplanwechsel 2014. ticketinfo.ch; abgerufen am 2. Juli 2019 28.12.2005 2990 Fr. 4700 Fr. 11.12.2006 2990 Fr. 4700 Fr. 09.12.2007 3100 Fr. 4850 Fr. 29.12.2008 3100 Fr. 4850 Fr. 2009 3100 Fr. 4850 Fr. 12.12.2010 3300 Fr. 5150 Fr. 11.12.2011 3350 Fr. 5350 Fr. Die Preisanpassungen beim Direkten Verkehr zum Fahrplanwechsel 2016. ticketinfo.ch; abgerufen am 2. Juli 2019 09.12.2012 3550 Fr. 5800 Fr. 2013 3550 Fr. 5800 Fr. 14.12.2014 3655 Fr. 5970 Fr. 05.12.2015 3655 Fr. 5970 Fr. 11.12.2016 3860 Fr. 6300 Fr. 2018 3860 Fr. 6300 Fr. 20193860 Fr.6300 Fr.20203860 Fr.6300 Fr.23.11.20213860 Fr.6300 Fr.10.12.20233995 Fr.6520 Fr.Informationen über Tarif- und Sortimentsanpassungen für öV-Reisende In: allianceswisspass.ch. 5. Juli 2023, abgerufen am 24. August 2023.Keystone-SDA: Preisüberwacher erzielt Einigung über ÖV-Tariferhöhung In: swissinfo.ch. 6. Juli 2023, abgerufen am 24. August 2023.13.12.20264095 Fr.6770 Fr. Das GA kann von allen natürlichen und juristischen Personen erworben werden. Im Jahr 2024 beträgt der Jahrespreis für das GA 3.995 CHF in der zweiten Klasse und 6.520 CHF in der ersten Klasse. Für Familien bestehen Rabatte von bis zu 75 Prozent. Auch Junioren und Senioren, Jugendliche bis 25 Jahre sowie Reisende mit einer Behinderung erhalten das GA günstiger. In Korrelation zum gestiegenen Mobilitätsbedürfnis entwickelte sich auch die Anzahl der Generalabonnemente. Waren 1980 lediglich knapp 10'000 Abos im Umlauf, erreichte das GA am 20. November 2013 die Zahl von 443'724 Abonnementen im Umlauf.

Für Ehepaare, Familien und Wohngemeinschaften werden Ermässigungen gewährt, sofern mindestens eine Person ein Generalabonnement zum vollen Preis kauft. So kostet zum Beispiel ein Generalabonnement für junge Erwachsene bis 25 Jahre, die noch bei den Eltern leben, 970 CHF im Jahr, sofern ein Elternteil ein Generalabonnement besitzt.Das GA für die ganze Familie sbb.ch; abgerufen am 25. Dezember 2025

Für Hunde ab einer Schulterhöhe von 30 Zentimetern und Fahrräder (unter dem Namen Velo-Pass) werden ebenfalls Generalabonnements vertrieben. So kostete ein Hunde-GA 805 Franken sowohl in der ersten als auch zweiten Klasse. 2021 wurde das Hunde-GA durch den Hunde-Pass ersetzt, welcher an einen persönlichen Swisspass gebunden ist und für 350 Franken erhältlich ist. Touristen können während ihres Aufenthaltes in der Schweiz den «Swiss Travel Pass» erwerben, der während seiner Gültigkeit wie ein Generalabonnement wirkt.

Zuschläge für Nachtzüge und Nachtbusse sind im GA nicht inbegriffen und müssen zusätzlich gelöst werden.

Sonderformen des GA

Firmen-GA Bis 2005 konnten Unternehmen ein GA erwerben, welches als „Kartensatz“ mit einer übertragbaren Fahrkarte für jeden Tag des Jahres geliefert wurde. Diese übertragbaren Fahrkarten konnten dann einzeln verwendet werden.

Die Unternehmen erhielten nach der Änderung 2005 die GA in Form von Plastikkarten. Seit dem Fahrplanwechsel 2011/2012 sind keine Firmen-GA mehr erhältlich;SBB schafft übertragbares GA ab. tagesschau.sf.tv; abgerufen am 20. November 2013 der Verkauf wurde vom Verband öffentlicher Verkehr (VöV) eingestellt.

Tageskarte Gemeinde Bis Ende 2023 konnten auch Gemeinden solche „Kartensätze“ mit übertragbaren Fahrkarten für jeden Tag des Jahres erwerben und die Karten dann einzeln an die Bewohner der Gemeinde oder auch Dritte abgeben. Meist waren diese „Tageskarten“ zu Preisen von 30 bis 45 CHF erhältlich.

Spartageskarte Als Alternative zu den bislang bei den Gemeinden erhältlichen „Tageskarten Gemeinde“ wurde 2023 die „Spartageskarte“ eingeführt.Spartageskarte Gemeinde Freude für Reisende, Zähneknirschen bei Gemeinden, auf blick.ch, abgerufen am 25. März 2024 Es handelt sich hierbei um Karten eines schweizweit zur Verfügung stehenden Kontingentes, also um ein mengenmäßig begrenztes Angebot. Die Karten werden mit Namen und Geburtsdatum personalisiert, sind also nicht mehr übertragbar. Sie können bis zu sechs Monate im Voraus und bis längstens einen Tag vor der Reise gekauft werden. Am Tag der Reise kann die Karte nicht mehr erworben werden. Am Reisetag ist ggf. noch eine „Tageskarte zum Halbtax“ möglich.

Die Karten sind online bzw. mobil zu einem Vorverkaufspreis im Jahr 2024 ab 29 CHF (2. Klasse mit Halbtax) bzw. ab 52 CHF (2. Klasse zum Normalpreis) erhältlich.Spartageskarte: früher buchen, mehr profitieren., auf sbb.ch, abgerufen am 25. März 2024

Spartageskarte Gemeinde