Die 13. Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften fanden vom 12. bis 14. März 2010 in der katarischen Hauptstadt Doha statt.

Doha wurde – als erste Stadt in der arabischen Welt – im November 2007 vom Leichtathletikweltverband IAAF mit der Ausrichtung der Veranstaltung beauftragt. Die Bewerbung setzte sich während der Sitzung des IAAF Councils in Monaco gegen die einzige andere Kandidatur aus Istanbul durch.

Austragungsort der 26 Einzelwettbewerbe war der Aspire Sports Dome auf dem Gelände der Aspire Academy. Diese liegt inmitten des Areals der Doha Sports City im Distrikt Al Waab, welche für die Durchführung der Asienspiele 2006 errichtet wurde.

Es nahmen 142 Nationen teilIstanbul 2012 – Record Number of Entries General News auf iaaf.org, vom 14. Dezember 2011, abgerufen am 8. September 2013., 651 Athleten waren gemeldet wordenSplitter rund um die Hallen-WM in Doha Peter Schmitt auf leichtathletik.de, vom 11. März 2010, abgerufen am 8. September 2013.. Der DLV hatte 19 (10 weibliche, 9 männliche) Athleten nominiert.DLV nominiert 19 Athleten/innen für Hallen-WM ps/ah auf leichtathletik.de, vom 1. März 2010, abgerufen am 8. September 2013.

Männer 60 m mini|Michael Rodgers, Dwain Chambers und Daniel Bailey (v. l.) bei der Siegerehrung Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Dwain Chambers 6,48 (WL) 2 Mike Rodgers 6,53 3 Daniel Bailey 6,57 4 Trell Kimmons 6,59 5 Samuel Francis 6,62 6 Ronald Pognon 6,65 7 Nesta Carter 6,72 DNS Ibrahim Kabia -

Datum: 13. März, 18:50 Uhr

Mit Dwain Chambers setzte sich im Finale wie erwartete der Titelfavorit durch. Zwei Jahre zuvor in Valencia hatte er sich über die 60 Meter noch die Silbermedaille mit Kim Collins geteilt. Daniel Bailey holte die erste Medaille überhaupt für Antigua und Barbuda bei Hallenweltmeisterschaften.

Teilnehmer aus deutschsprachigen Ländern:

Im Halbfinale ausgeschieden: Pascal Mancini (SUI), 6,70 s; Ryan Moseley (AUT), 6,71 s;

Im Vorlauf ausgeschieden: Rolf Fongué (SUI), DQ

400 m mini|Nach zwei Bronzemedaillen gewann Chris Brown in Doha Gold. Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Chris Brown 45,96 (SB) 2 William Collazo 46,31 (PB) 3 Jamaal Torrance 46,43 4 Nery Brenes 46,55 (SB) 5 Bershawn Jackson 46,84 DSQ David Gillick -

Datum: 13. März, 18:05 Uhr

Nach zwei Bronzemedaillen bei den letzten beiden Austragungen sicherte sich Chris Brown dieses Mal den Titel. Der frühere 400-Meter-Hürdenlauf-Weltmeister Bershawn Jackson musste die Führung eingangs der Schlussrunde an Brown abgegeben und wurde am Ende auf den letzten Platz durchgereicht. Der zweite Platz ging überraschend an William Collazo, der damit für die erste kubanische Silbermedaille in diesem Wettbewerb seit 1987 durch Roberto Hernández sorgte. David Gillick, der nach einem Zusammenprall mit Bershawn Jackson auf dem fünften Platz einlief, wurde nachträglich wegen Behinderung seines Konkurrenten disqualifiziert.

Teilnehmer aus deutschsprachigen Ländern:

Im Vorlauf ausgeschieden: Clemens Zeller (AUT), 47,39 s

800 m mini|Abubaker Kaki gelang die Titelverteidigung. Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Abubaker Kaki 1:46,23 (SB) 2 Boaz Kiplagat Lalang 1:46,39 3 Adam Kszczot 1:46,69 4 Ismail Ahmed Ismail 1:46,90 5 Jakub Holuša 1:47,28 6 Luis Alberto Marco 1:48,99 Datum: 14. März, 17:30 Uhr

In seiner typischen Art übernahm Titelverteidiger Abukaker Kaki sofort die Führung und lief zu einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg.

Teilnehmer aus deutschsprachigen Ländern:

Im Halbfinale ausgeschieden: Andreas Rapatz (AUT), 1:52,43 min

1500 m mini|Deresse Mekonnen verteidigte erfolgreich seinen Titel. Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Deresse Mekonnen 3:41,86 2 Abdalaati Iguider 3:41,96 3 Haron Keitany 3:42,32 4 Mekonnen Gebremedhin 3:42,42 5 Amine Laalou 3:42,42 6 Juan van Deventer 3:43,77 7 Garrett Heath 3:43,81 8 Mahiedine Mekhissi-Benabbad 3:45,22

Datum: 13. März, 17:45 Uhr

Wie erwartet wurde der Wettbewerb von afrikanischen Läufern dominiert. Titelverteidiger Deresse Mekonnen setzte sich im Schlussspurt knapp gegen Abdalaati Iguider durch, dem sein Landsmann Amine Laalou unabsichtlich die Innenbahn verstellt hatte. Haron Keitany, der in der Mitte des Rennens für ein hohes Tempo gesorgt hatte, sicherte sich noch die Bronzemedaille.

Teilnehmer aus deutschsprachigen Ländern:

Im Vorlauf ausgeschieden: Christian Klein (GER), 3:46,14 min

3000 m Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Bernard Lagat 7:37,97 (SB) 2 Sergio Sánchez 7:39,55 3 Sammy Alex Mutahi 7:39,90 4 Tariku Bekele 7:40,10 5 Galen Rupp 7:42,40 (PB) 6 Jesús España 7:42,82 (SB) 7 Hicham Bellani 7:44,15 8 James Kwalia 7:46,12 Datum: 13. März, 17:00 Uhr

Titelverteidiger Tariku Bekele übernahm zur Mitte des Rennens die Führung und zog das Tempo stetig an. Drei Runden vor dem Ziel konnte ihm nur noch Bernard Lagat folgen. Dieser entschied das Rennen mit einem langgezogenen Spurt auf der letzten Runde souverän für sich. Bekele musste seiner eigenen Tempoverschärfung Tribut zollen und wurde noch vom Europarekordhalter Sergio Sánchez und von Sammy Alex Mutahi abgefangen.

60 m Hürden mini|Dayron Robles sicherte sich den Titel im Hürdensprint. Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Dayron Robles 7,34 (CR) 2 Terrence Trammell 7,36 (NR) 3 David Oliver 7,44 (PB) 4 Jewgeni Borissow 7,51 (SB) 5 Petr Svoboda 7,58 6 Maurice Wignall 7,60 (SB) 7 Liu Xiang 7,65 (SB) 8 Dániel Kiss 7,81

Datum: 14. März, 18:25 Uhr

Terrence Trammell lag lange Zeit in Führung und wurde von Dayron Robles erst auf dem allerletzten Meter überholt. Titelverteidiger Liu Xiang, der sich immer noch von einer langen Verletzungspause erholte, spielte bei der Medaillenvergabe erwartungsgemäß keine Rolle.

Teilnehmer aus deutschsprachigen Ländern:

Im Halbfinale ausgeschieden: Alexander John (GER), DQ; Helge Schwarzer (GER), 7,74 s;

4 × 400 m Staffel mini|Die US-Staffel wurde ihrer Favoritenrolle vollauf gerecht. Platz Land Athleten Zeit (min) 1 Jamaal TorranceGreg NixonTavaris TateBershawn Jackson 3:03,40 (WL) 2 Cédric Van BranteghemKevin BorléeAntoine Gillet Jonathan Borlée 3:06,94 (NR) 3 Conrad WilliamsNigel LevineChristopher ClarkeRichard Buck 3:07,52 (SB) DSQ Arismendy PegueroAlvin HarrisonFélix SánchezYoel Tapia - DNF Michael MathieuAndretti BainLa’Sean PickstockChris Brown - DNF Edino SteeleSanjay AyreLancford DavisRicardo Chambers -

Datum: 14. März, 18:50 Uhr

Andretti Bain und Sanjay Ayre verletzen sich während des Rennens. Damit war der Wettkampf für die Stafetten der Bahamas und Jamaikas beendet, noch bevor ihre dritten Läufer zum Einsatz kommen konnten. Die dominikanische Mannschaft erreichte das Ziel als vierte, wurde jedoch wegen eines Wechselfehlers zwischen Félix Sánchez und Schlussläufer Yoel Tapia nachträglich disqualifiziert.

Hochsprung mini|Iwan Uchow sprang in Doha am höchsten. Platz Athlet Land Höhe (m) 1 Iwan Uchow 2,36 2 Jaroslaw Rybakow 2,31 3 Dusty Jonas 2,31 4 Kyriakos Ioannou 2,28 5 Jesse Williams 2,28 6 Kabelo Kgosiemang 2,28 (NR) 7 Samson Oni 2,24 8 Martin Günther 2,24

Datum: 14. März, 17:00 Uhr

Jaroslaw Rybakow, Dusty Jonas und Kyriakos Ioannou übersprangen 2,28 m jeweils im ersten Anlauf, während Iwan Uchow sich bei dieser Höhe einen Fehlversuch leistete. Uchow und Rybakow bewältigten die 2,31 m dann im ersten, Dusty Jonas im zweiten Versuch. Der Sieg für Uchow stand anschließend fest, als er als einziger Athlet 2,33 m übersprang. Der amtierende Halleneuropameister steigerte sich danach noch auf 2,36 m und versuchte sich zweimal erfolglos an einer Höhe von 2,41 m.

Stabhochsprung Platz Athlet Land Höhe (m) 1 Steve Hooker 6,01 (CR) 2 Malte Mohr 5,70 3 Alexander Straub 5,65 4 Konstandinos Filippidis 5,65 Derek Miles 5,65 6 Michal Balner 5,45 Steven Lewis 5,45 Dmitri Starodubzew 5,45

Datum: 13. März, 16:15 Uhr

Nachdem sein stärkster Konkurrent Renaud Lavillenie aus Frankreich überraschend in der Qualifikation gescheitert war, siegte der hohe Favorit Steven Hooker wie erwartet. Der Bronzemedaillengewinner Alexander Straub nahm die 5,65 m im ersten Versuch und ist deshalb vor zwei Athleten platziert, die die Höhe jeweils erst im dritten Versuch übersprangen.

Weitsprung mini|Ignisious Gaisah belegte den siebten Rang. Platz Athlet Land Weite (m) 1 Fabrice Lapierre 8,17 2 Godfrey Khotso Mokoena 8,08 (SB) 3 Mitchell Watt 8,05 4 Salim Sdiri 8,01 5 Christian Reif 7,86 6 Ndiss Kaba Badji 7,86 7 Ignisious Gaisah 7,81 8 Andrij Makartschew 7,65

Datum: 13. März, 17:45 Uhr

Insgesamt zeigten die Athleten im Finale nur mäßige Leistungen. Wenn man die Hallenweltspiele von 1985 nicht berücksichtigt, sind Fabrice Lapierres 8,17 m die zweitkürzeste Siegerweite in der Geschichte der Hallenweltmeisterschaften.

Dreisprung Platz Athlet Land Weite (m) 1 Teddy Tamgho 17,90 (WR) 2 Yoandri Betanzos 17,69 (PB) 3 Arnie David Giralt 17,36 (SB) 4 Christian Olsson 17,23 5 Fabrizio Donato 16,88 6 Jadel Gregório 16,78 7 Dmitrij Vaľukevič 16,72 8 Igor Spassowchodski 16,42

Datum: 14. März, 17:40 Uhr

Als alle anderen Wettkämpfe bereits beendet waren, sorgte Teddy Tamgho noch einmal für einen Paukenschlag. In seinem sechsten und letzten Versuch übertraf er den alten Weltrekord, den sich Aliecer Urrutia und Christian Olsson geteilt hatten, um sieben Zentimeter und zog im laufenden Wettbewerb an Yoandri Betanzos vorbei, der seit seinem ersten Versuch in Führung gelegen hatte.

Kugelstoßen Platz Athlet Land Weite (m) 1 Christian Cantwell 21,83 2 Ralf Bartels 21,44 PB 3 Dylan Armstrong 21,39 NR 4 Tomasz Majewski 21,20 NR 5 Pawel Lyschyn 20,67 6 David Storl 20,40 7 Scott Martin 19,76 8 Carl Myerscough 18,66 DSQAndrej MichnewitschDOP

Datum: 13. März, 16:20 Uhr

Der Weißrusse Andrej Michnewitsch, der mit 21,68 m den zweiten Platz belegt hatte, wurde wegen Dopings nachträglich disqualifiziert. Dylan Armstrong und Tomasz Majewski stellten nationale Hallenrekorde auf. Christian Cantwell und Ralf Bartels standen wie schon bei den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin wieder auf dem Treppchen.

Siebenkampf mini|Bryan Clay hatte am Ende nur 20 Punkte Vorsprung auf seinen Landsmann Trey Hardee. Platz Athlet Land Punkte 1 Bryan Clay 6204 (SB) 2 Trey Hardee 6184 (SB) 3 Alexei Drosdow 6141 4 Andrej Krautschanka 6124 5 Roman Šebrle 6024 (SB) 6 Oleksij Kasjanow 6019 7 Leonel Suárez 5764 DNF Alexander Pogorelow -

Datum: 12./13. März

Der Siebenkampf bestand aus 60-Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen, Hochsprung, 60-Meter-Hürdenlauf, Stabhochsprung und 1000-Meter-Lauf.

Titelverteidiger Brian Clay sicherte sich mit einer ausgeglichenen Leistung den Sieg. Er war der schnellste 60-Meter-Läufer im Feld und erzielte gemeinsam mit Trey Hardee und Andrei Krautschanka das beste Stabhochsprungresultat des Tages. Hardee setzte darüber hinaus die Bestmarke im Hürdensprint und Krautschanka im Hochsprung sowie im 1000-Meter-Lauf. Im Weitsprung war Oleksij Kasjanow am stärksten und im Kugelstoßen Alexei Drosdow. Alexander Pogorelow gab nach der ersten Disziplin verletzt auf.

Frauen 60 m mini|Die dreifache Olympiasiegerin Veronica Campbell-Brown gewann mit persönlicher Bestleistung. Platz Athletin Land Zeit (s) 1 Veronica Campbell-Brown 7,00 (PB) 2 Carmelita Jeter 7,05 3 Ruddy Zang Milama 7,14 4 Sheri-Ann Brooks 7,14 (PB) 5 Chandra Sturrup 7,16 (SB) 6 Tahesia Harrigan 7,17 (SB) 7 Myriam Soumaré 7,29 DSQ LaVerne Jones-Ferrette DOP

Datum: 14. März, 18:10 Uhr

Etwas überraschend schlug Veronica Campbell-Brown die beiden Führenden der Weltjahresbestenliste, LaVerne Jones-Ferrette und Carmelita Jeter. Mit der 38-jährigen Chandra Sturrup stand die älteste Athletin der Titelkämpfe im Finale. Die Zweitplatzierte Jones-Ferrette war bei einer unangekündigten Kontrolle im Vorfeld positiv auf die verbotene Substanz Clomifen getestet worden und wurde nachträglich disqualifiziert.

Teilnehmer aus deutschsprachigen Ländern:

Im Halbfinale ausgeschieden: Yasmin Kwadwo (GER), 7,39 s

400 m mini|Tatjana Firowa (links) und Debbie Dunn (rechts) gehen auf die Schlussrunde. Hinter Dunn kommt Novlene Williams-Mills zu Fall.