Nasa ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Blumennesselgewächse (Loasaceae). Mit etwa 100 Arten, die von Zentral- bis Südamerika verbreitet sind, ist sie die artenreichste Gattung der Familie Loasaceae.
Beschreibung mini|Illustration aus Curtis's botanical magazine, Tafel 3057 von Nasa urens
Vegetative Merkmale Bei Nasa-Arten handelt es sich um Sträucher, Halbsträucher oder einjährige bis ausdauernde krautige Pflanzen, die Wuchshöhen von 5 bis 400 Zentimetern erreichen. Die Primärwurzel geht während des Wachsens allmählich zurück, bei ausgewachsenen Pflanzen finden sich nur noch Adventivwurzeln, die aus dem auf dem Boden aufliegenden Stammansatz wachsen. Die oberirdischen Pflanzenteile sind mit Nesselhaaren besetzt.
Die Laubblätter sind gegenständig oder wechselständig angeordnet. Die Blattspreiten sind eiförmig oder kreisförmig und gelappt, handförmig oder gefiedert bis mehrfach gefiedert, gelegentlich schirmförmig.
Generative Merkmale Die endständigen Blütenstände sind thyrsenähnlich mit dichasisch oder monochasisch. Unter jeder Blüte steht ein rekauleszentes Tragblatt.
Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch mit doppelter Blütenhülle. Die Kronblätter sind weiß, gelb, orangefarben oder rot und häufig zweifarbig. Die äußeren Staminodien sind verwachsen und bilden ein Schuppenblatt (nectar scale), an dessen Rückseite bis zu drei Kalli stehen, die jedoch auch an der Spitze geflügelt sein und an der äußeren Seite mit Nektarbeuteln versehen sein können. Die inneren Staminodien sind L-förmig, an ihrem Ansatz finden sich gelegentlich Auswüchse. Die Plazenten sind einfach.
Die Kapselfrüchte sind zylindrisch bis rund und öffnen sich mit drei bis fünf Klappen am oberen Ende der Frucht. Die Samen sind eiförmig, rund oder schwach eckig.
Chromosomensätze und Inhaltsstoffe Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28 bzw. 56.
Die Samen der Nasa-Arten weisen hohe Gehalte an pharmazeutisch interessanten Fettsäuren auf (Gamma-Linolensäure und Stearidonsäure)K. Aitzetmüller et al.: Seed Oil Fatty Acids of Loasaceae. In: J. Amer. Oil Chem. Soc. Volume 81, 2004, S. 259–263..
Vorkommen Die Gattung Nasa besitzt ihr Mannigfaltigkeitszentrum in Kolumbien, Peru und Ecuador. Einige wenige Arten finden sich auch in Chile, Bolivien und Venezuela bis nach Zentralamerika sowie im südlichen Mexiko. Die Mehrzahl der Nasa-Arten gedeiht in Nebelwäldern, einige Arten sind Unkräuter auf Kulturland, wenige aber auch in Halbwüsten, Küstenwäldern, Regenwäldern und anderen Zonen.
Systematik mini|Nasa triphylla mini|Nasa urens 1997 wurde nach umfangreichen systematischen Arbeiten zur Familie Loasaceae in der Doktorarbeit von Maximilian Weigend festgestellt, dass für eine große Zahl von Arten, die bisher bei Loasa eingeordnet waren, eine neue Gattung erforderlich ist; es wurde der Nasa, allerdings ungültig, in Nasa and the Conquest of South America, Seite 214 veröffentlicht. Eine gültige Veröffentlichung der Gattung Nasa erfolgte erst 2006 in Taxon, Volume 55, Issue 2, Seite 465. Typusart ist Nasa rubrastra (Syn.: Loasa rubrastra ).
Die Gattung Nasa gehört zur Tribus Loaseae in der Unterfamilie Loasoideae innerhalb der Familie Loasaceae.
Die Gattung Nasa enthält etwa 100 Arten:
Nasa aequatoriana Nasa anderssonii Nasa aspiazui Nasa bicornuta Nasa campaniflora Nasa carnea Nasa carunculata Nasa chenopodiifolia Nasa colanii Nasa cuatrecasasii Nasa dillonii Nasa dolichostemon Nasa driesslei Nasa dyeri : Es gibt zwei Unterarten: Nasa dyeri subsp. dyeri Nasa dyeri subsp. australis Nasa ferruginea Nasa glabra Nasa grandiflora Nasa hastata Nasa hornii Nasa humboldtiana : Es gibt vier Unterarten: Nasa humboldtiana subsp. humboldtiana Nasa humboldtiana subsp. obliqua Nasa humboldtiana subsp. roseoalba Nasa humboldtiana subsp. tricolor Nasa jungifolia Nasa karsteniana Nasa laxa Nasa lehmanniana Nasa lenta Nasa limata Nasa loxensis Nasa macrantha Nasa macrorrhiza Nasa macrothyrsa Nasa magnifica Nasa nubicolorum Nasa olmosiana Nasa orbicularis Nasa pascoensis Nasa peltata Nasa peltiphylla Nasa perijensis Nasa picta : Es gibt zwei Unterarten: Nasa picta subsp. pamparomasii Nasa picta subsp. picta Nasa pilovena Nasa poissoniana Nasa profundilobata Nasa profundiserrata Nasa pteridophylla : Es gibt zwei Unterarten: Nasa pteridophylla subsp. pteridophylla Nasa pteridophylla subsp. geniculata Nasa puma-chini Nasa puracensis Nasa raimondii Nasa ramirezii Nasa ranunculifolia Nasa rubrastra Nasa rufipila Nasa rugosa Nasa sagastegui Nasa santa-martae Nasa schlimiana Nasa solaria Nasa solata Nasa stuebeliana Nasa tingomariensis Nasa trianae Nasa triphylla : Es gibt acht Unterarten: Nasa triphylla subsp. colonchensis Nasa triphylla subsp. elegans Nasa triphylla subsp. flavipes Nasa triphylla subsp. loxensis Nasa triphylla subsp. lutescens Nasa triphylla subsp. papaverifolia Nasa triphylla subsp. rudis Nasa triphylla subsp. triphylla Nasa urens Nasa urentivelutina Nasa vargasii Nasa weberbaueri
Nachweise Literatur Maximilian Weigend: Loasaceae. In: Maximilian Weigend: Familial and generic classification, online bei der FU Berlin., letzter Zugriff am 25. September 2017
Einzelnachweise Die Informationen dieses Artikels entstammen zum größten Teil den unter Nachweise angegebenen Quellen, darüber hinaus werden folgende Quellen zitiert:
International Code Of Botanical Nomenclature (Vienna Code), Art. 30.5, Ex. 10, Online Maximilian Weigend: Familial and generic classification, , letzter Zugriff am 25. September 2017
Weblinks
Kategorie:Blumennesselgewächse Kategorie:Loasaceae