mini|Jewgeni Kissin (2021) Jewgeni Igorewitsch Kissin (, transl. nach ISO 9: Evgenij Igorevič Kisin; * 10. Oktober 1971 in Moskau, Sowjetunion) ist ein russischer Pianist und Komponist. Sein Vorname wird im Englischen meist Evgeny geschrieben, im Deutschen meist Jewgenij oder Jewgeni, auf deutschen CD-Veröffentlichungen auch Yevgeny. Seit 2002 besitzt Kissin neben der russischen auch die britische und seit 2013 auch die israelische Staatsangehörigkeit.Pianist Kissin protests against BBC anti-Israel bias The Jewish Chronicle, 30. Dezember 2009Greer Fay Cashman: Israel grants citizenship to world-renowned pianist Evgeny Kissin. In: The Jerusalem Post. 8. Dezember 2013

Leben Musikalischer Werdegang Jewgeni Kissin wurde als Sohn einer Klavierlehrerin und eines Ingenieurs geboren. Schon seiner zehn Jahre älteren Schwester Alla hatte die Mutter Klavierunterricht gegeben. Im Alter von zwei Jahren und zwei Monaten begann auch Jewgeni Klavier zu spielen. Mit sechs Jahren besuchte er das Gnessin-Institut in Moskau und nahm Unterricht bei Anna Kantor.Jens Peter Launert: Segen und Fluch eines Frühbegabten. In: Die Welt. 19. Juni 2001 Sie ist seine einzige Lehrerin geblieben.Evgeny Kissin: Biografie klassikakzente.de, Stand Juli 2022 Sein Debüt als Solist mit Orchester gab Kissin im Alter von zehn Jahren mit dem Orchester von Uljanowsk mit Mozarts Klavierkonzert KV 466. Mit elf Jahren gab er sein erstes Solokonzert mit den Klavierkonzerten Nr. 1 und Nr. 2 von Frédéric Chopin. Dies brachte ihm den Ruf eines Wunderkindes ein. Beim Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker 1988 spielte Kissin unter der Leitung von Herbert von Karajan das b-Moll-Konzert von Tschaikowski und erreichte damit seinen internationalen Durchbruch.

Politische Position Im Februar 2022 gehörte Kissin zu den Unterzeichnern eines offenen Briefes, in dem mehr als 400 russische Musiker den russischen Überfall auf die Ukraine verurteilten; dieser sei „durch nichts zu rechtfertigen“. Ohne den Namen Putin sowie Russland und die Ukraine zu erwähnen, schrieb Kissin auf Instagram, dass ein Angriffskrieg auf das Territorium eines anderen Staates ein Verbrechen sei.Jan Brachmann: Ausstiegsklausel. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. März 2022, S. 9.

Privates 1991 verließ Kissin mit seiner Familie Russland. Er lebte danach zusammen mit seinen Eltern, seiner älteren Schwester und seiner Lehrerin Anna Kantor abwechselnd in London und in New York.Interview mit Jewgeni Kissin spiegel.de, 27. Januar 2003

Im Bewusstsein seiner jüdischen Wurzeln hat er sich so weit in jiddische Dichtung eingelesen, dass er die Sprache nahezu perfekt beherrscht.Interview mit Jewgeni Kissin in jiddischer Sprache YouTube (14:50 Min.) Aus ihrer Poesie hat er 2002 beim Verbier Festival erstmals öffentlich rezitiert. Er hat auch selbst einige Gedichte in jiddischer Sprache geschrieben. In einem dieser Gedichte schwärmt er von den „ungeheuren Schätzen der jiddischen Sprache“: Er habe von ihnen nur einen kleinen Teil gelernt, doch sei jedes Wort für ihn ein Schatz, und er wolle die Wörter „mit allen Sinnen fühlen“., Website von Jewgeni Kissin, siehe das Gedicht Yiddish Words.

Im März 2017 heiratete Kissin Karina Arzumanova, die er schon aus seiner Kindheit kannte, in Prag.Nachricht zur Heirat von Kissin Armenia News, 17. März 2017 (englisch). Arzumanova hatte seit 2002 in Prag gelebt und dort drei Kinder großgezogen. als Mutter von drei Kindern, die an der English International School Prague unterrichtet werden (englisch).

Werke Toccata. Uraufführung beim Verbier Festival 2017 durch Kissin. Streichquartett. Aufnahme mit dem Kopelman Quartett 2016. CD, Nimbus Records 2018. Sonata-Ballade für Cello und Klavier. Aufführung durch Steven Isserlis und Alexander Melnikow in der Wigmore Hall, London im Februar 2018. Dodekaphonischer Tango. Aufführung durch Kissin bei einem Konzert in der Berliner Philharmonie im Januar 2019.Konzert der Berliner Philharmoniker mit Jewgenij Kissin am 19. Januar 2019 in der Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker

Auszeichnungen Kissin hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter im Mai 2001 die Ehrendoktorwürde der Manhattan School of Music und 2005 den Herbert-von-Karajan-Musikpreis. 2006 erhielt er bereits zum zweiten Mal den Echo Klassik. 2006 gewann er den Grammy in der Kategorie Bestes Klassik-Soloalbum für seine Einspielung der Klavierwerke der russischen Komponisten Skrjabin, Medtner und Strawinski.

Literatur

Evgeny Kissin: Memoirs and Reflections. Orion Publishing Co, London 2017, ISBN 978-1-474-60310-2.

Weblinks

Andrew Solomon: Questions of Genius Ausführlicher Artikel über Kissin, erschienen im New Yorker, 26. August 1996

Einzelnachweise

Kategorie:Klassischer Pianist Kategorie:Komponist klassischer Musik (21. Jahrhundert) Kategorie:Echo-Klassik-Preisträger Kategorie:Grammy-Preisträger Kategorie:Jiddisch Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Russe Kategorie:Brite Kategorie:Israeli Kategorie:Geboren 1971 Kategorie:Mann Kategorie:Ehrendoktor einer Hochschule