mini|Das Regiment unter dem Namen „Batthyányi“ im Polnischen Thronfolgekrieg 1734 – zeitgenössische Gudenus-Handschrift Das Regiment wurde 1631 als Ilow-Dragoner für die kaiserlich-habsburgische Armee errichtet. Aus diesem entwickelte sich im Laufe der Zeit bis hin zur Gemeinsamen Armee innerhalb der Österreichisch-Ungarischen Landstreitkräfte das k.u.k. Dragonerregiment „Fürst von Liechtenstein“ Nr. 10.

Es war das einzige Regiment von Dragonern, das bei der Reduzierung der Armee im Jahr 1649 nach Ende des Dreißigjährigen Krieges nicht aufgelöst wurde. 1769 wurde dem Regiment in der neu errichteten Kavallerie-Rangliste die Bezeichnung Cavallerie-Regiment Nr. 7 zugeteilt. Der Name lautete jedoch bis 1798 weiterhin nach dem Regimentsinhaber (der nicht auch der Kommandant sein musste). Eine verbindliche Regelung der Schreibweise existierte nicht. (z. B. Regiment Graf Serbelloni – oder Regiment Serbelloni.) Mit jedem Inhaberwechsel änderte das betroffene Regiment dann auch seinen Namen.

Nach der Änderung des Systems 1798 galt vorrangig die nummerierte Bezeichnung, die unter Umständen mit dem Namen des Inhabers verbunden werden konnte. Hierbei erfolgte zunächst die Umbenennung in Dragonerregiment Nr. 12.

Das Regiment hatte seit 1888 diesen Namen auf immerwährende Zeit zu führen. Dessen ungeachtet wurden im Jahre 1915 alle Ehrennamen ersatzlos gestrichen. Das Regiment hieß von da an nur noch k.u.k. Dragonerregiment Nr. 10 (Dies ließ sich jedoch im allgemeinen Sprachgebrauch nicht durchsetzen, einerseits weil sich niemand daran hielt, andererseits hatte die sparsame k.u.k. Militäradministratur verfügt, zuerst alle vorhandenen Stempel und Formulare aufzubrauchen.)gem. „Verlautbarung der Quartiermeisterabteilung“ des Heeresgruppenkommando FM. Erzherzog Eugen / Q.Op. Nr. 665/15. Ausgegeben vom Feldpostamt 512

Zur Systematik wurden nachträglich auch folgende Nummerierungen eingeführt: 1631/16 (nach Tessin)Tessin 1986 Bd. 1: 40, Dragonerregiment D III (nach Bleckwenn)Bleckwenn.

Es war mit einer Existenz von 287 Jahren das älteste Dragonerregiment und das zweitälteste Regiment der gesamten österreichisch-ungarischen Kavallerie.

Namensgleiche Verbände Von 1798–1821 führte das spätere Ulanenregiment Nr. 8 die Bezeichnung Dragonerregiment Nr. 10. Von 1671–1873 führte das spätere Husarenregiment Nr. 15 die Bezeichnung Dragonerregiment Nr. 10.

mini|Dragoner 1762

Formationsgeschichte

1631 Als Stammtruppe des Regiments gilt die durch Obrist Illow aus fünf Kompanien aufgestellte Dragoner-Abteilung Illow 1634 Durch Anwerbung von weiteren fünf Kompanien auf Regimentsstatus gebracht 1649 Zunächst auf 4 Kompanien reduziert, dann durch Eingliederung von Personal der aufgelösten Regimenter Gallas und Paconchay auf 8 Kompanien verstärkt 1657 mussten sechs neugeworbene Kompanien an das neu aufgestellte Regiment Flettinger abgegeben werden 1679 wurden Teile der aufgelösten Regimenter Trauttmansdorff und Chavagnac zugewiesen 1682 Abgabe von 200 Mann als Stamm an das neu aufgestellte Regiment Julius Savoyen 1683 Abgabe von 100 Mann an das neu errichtete Dragoner-Regiment Herbeville 1700 Teile des aufgelösten Dragoner-Regiments Uhlefeld eingegliedert 1721 Eine Kompanie des Regiments Battée-Dragoner eingegliedert 1731 Teile der 1727 aufgestellten Auctions Kompanie an die Dragoner-Regimenter Westerloo und Sachsen-Gotha abgegeben 1768 wurde die Grenadier-Kompanie an das neu aufgestellte 1. Carabinier-Reg. (später Dragoner Nr. 3) abgegeben, im Gegenzug eine Eskadron des aufgelösten Dragonerregiments Althann übernommen 1769 wurde dem Regiment die Kavallerie-Ranglistennummer 7 zugewiesen 1775 Umwandlung in ein Chevauxlegers-Regiment 1787 erhielt es als Stamm zur Bildung einer Ulanen-Division eine Eskadron von der dem Regiment Lobkowitz (später Ulanen Nr. 8) zugeteilten Ulanen Division 1790 Die Ulanen-Division wurde an das neu gebildete Ulanen-Regiment Nr. 1 abgegeben 1798 Umwandlung in Dragoner-Regiment Nr. 12 1801/1802 Umwandlung in Chevauxlegers-Regiment Nr. 5. Dazu wurde die Majors Division des aufgelösten Dragoner-Regiments Coburg Nr. 6 übernommen 1851 Umwandlung in Ulanenregiment Nr. 9 1873 Umwandlung in Dragonerregiment Nr. 10 (Das bisherige Dragoner-Regiment Nr. 10 war in ein Husarenregiment umgewandelt und die Nummer freigeworden.)

Ergänzungsbezirke 1781 Böhmen 1853 Aus dem Ergänzungsbezirk des Infanterie-Regiments Nr. 21 (Chrudim). 1857 Ergänzungsbezirke der Infanterieregimenter Nr. 44 und 55 (Mailand, Monza). 1860 Galizien, Bezirke der Infanterie-Regimenter Nr. 24, 55, 58 (Kolomea, Brzezany, Stanislau) 1867 Bezirke der Infanterieregimenter Nr. 15 und 24 (Tarnopol, Kolomea), 1868 Bezirke der Infanterieregimenter Nr. 15 und 55 (Tarnopol, Brzezany) 1875–1883 Bezirk des Infanterieregiments Nr. 15 1883–1889 Bezirk des Infanterieregiments Nr. 95 (Czortków). 1889 Bereich des XI. Korps (Militär-Territorial-Bezirk Lemberg) 1893 Bereich des VIII. Korps (Militär-Territorial-Bezirk Prag).

Liste der Friedensgarnisonen I. II. III. 1649 Böhmen 1652–57 Ungarn 1658 Böhmen und Schlesien 1660–63 Kalló 1665 Caslau 1667 Innerösterreich 1671–75 Kaschau und Neutra 1678 Oberungarn 1682–83 Schlesien 1698–1703 Siebenbürgen 1711 Güns 1712–13 Pressburg 1714–15 Steiermark 1718 im Komitat Jászság 1719 Linz 1726 Böhmen und Mähren 1730 Lombardei 1733 Böhmen 1736–37 und 1739 Pressburg 1748 Ödenburg 1751 Neutra 1753–56 Bidsów und Königgrätz 1763 Neutra 1766 im Komitat Bars 1769 im Komitat Somogy und Komitat Veszprém 1773 im Komitat Baranya 1775–78 Zydaczów 1779 Pécsvár 1781 Battakész 1782 Pécsvár 1783 Warasdin 1784–88 Pécsvár 1790 Wien 1791–92 Mährisch-Ostrau 1797 Brüx 1798–99 Aurolzmünster 1801–05 Saaz 1806 Pardubitz 1807 Gabel 1808–09 Pardubitz 1810–13 Saaz 1814–15 Saaz und Gabel 1815 Saaz 1818 Wien 1820 Alt Arad 1821 Pécsvár, dann Alessandria 1822 Casale, dann Vicenza 1823 Újpest 1831 Esseg 1836 Troppau 1841 Wien 1843–48 Wels 1849 Lemberg 1851 Lancut 1852 Podgórze (Wałbrzych) 1855 Graz 1857 Keszthely 1859 Parndorf 1860–66 Maria-Theresiopel 1866 Mediasch 1871 Czegléd 1876 Moór 1877 Stuhlweißenburg 1879 Przemyśl 1882 Tarnopol 1898–1910 Olmütz 1914 Stab Krakau (Gertrudy ulica 12)1.Esk./2.Esk Zakrzówek - 3. Esk. Pódgorze - 4.Esk./5.Esk./6.Esk Kobiezsyn

Regimentsinhaber mini|Der letzte Namensgeber und Regimentsinhaber Fürst von Montenuovo (1871–95) 1631: Generalfeldwachtmeister Christian Reichsfreiherr von Illow (Dragoner-Regiment von Illow) 1634: Obrist Michael D’Espaigne (Dragoner-Regiment D'Espaigne) 1640: Obrist Johann de la Corona (Von der Cron) (Dragoner-Regiment de la Corona) 1653: Obrist Peter de Buschiere (Dragoner-Regiment de Buschiere) 1661: Obrist Jakob Freiherr von Gérard (Gerhard) (Dragoner-Regiment Gérard) 1676: Generalfeldwachtmeister Johann Valentin Graf Schulz (Schultz) (Dragoner-Regiment Graf Schultz) 1686: Obrist Johann Jakob Graf Kissel (Dragoner-Regiment Graf Kissel) 1689: Generalfeldwachtmeister Johann Ludwig Graf Rabutin de Bussy (Dragoner-Regiment de Bussy) 1716: Obrist Amadeus Graf Rabutin de Bussy (Dragoner-Regiment de Bussy) 1727: Generalfeldwachtmeister Joseph Peter Waderborn (Watterborn) von Dundy (Dragoner-Regiment Dundy) 1731: Obrist Carl Joseph Fürst Batthyányi (Dragoner-Regiment Fürst Batthyáni) 1773: Feldmarschall-Lieutenant Joseph Graf Kinsky von Kninitz und Tettau (Dragoner-Regiment Graf Kinsky) 1775–1804: nicht besetzt 1804: Feldmarschallleutnant Johann Graf Klenau, Frhr. von Janowitz 1819–1822: nicht besetzt 1822: Feldmarschallleutnant Andreas von Schneller 1840: Generalmajor Carl Fürst Liechtenstein 1865: Feldmarschallleutnant Alexander Graf Mensdorff-Pouilly (1869 Fürst Dietrichstein, Graf von Graf Mensdorff-Pouilly) 1871–1895: General der Kavallerie Fürst Wilhelm Albrecht von Montenuovo Zweiter Inhaber 1814: Fürst Friedrich zu Hohenlohe-Ingelfingen, FML, († 1815) 1815: Freiherr Ignaz von Lederer, Feldmarschall († 1849) 1849: Fürst Edmund zu Schwarzenberg, Feldmarschall († 1873)

Regiments-Kommandanten

I. II. III. 1634 der Inhaber, Obrist d’Espaigne 1637 Obristlieutenant Rollinger 1640 der Inhaber, Obrist De la Corona 1646 Obristlieutenant Horatio Graf Strassoldo 1647 Obristlieutenant Georg Heinrich Graf Gutwein 1648 Obristlieutenant Jakob Flettinger 1650 Obristlieutenant Peter de Buschiere 1653 derselbe als Obrist - Inhaber 1661 der Inhaber Obrist Gérard 1663 Obristlieutenant Hagen 1666 Obristlieutenant Sohir 1676 Obristlieutenant Sigmund Gersdorf 1684 Obristlieutenant Graf Schulz (Sulz) 1686 der Inhaber Obrist Kissel 1689 Obristlieutenant Franz Graf Orlik 1690 Obristlieutenant Leo Graf Uhlefeld 1696 Obristlieutenant - Obrist Ludwig Ferdinand Gräven (Graven) 1707 Obristlieutenant - Obrist Acton von Treuenfeld 1716 der Inhaber Obrist Graf Rabutin 1723 Obristlieutenant - Obrist Du Mesnil 1730 Obrist Franz von Dufort 1738 Obrist Graf Schellart 1740 Obrist Ignaz Freiherr von Bechinie 1744 Obrist Christoph Franz Graf Schallenberg 1755 Obrist Andreas Graf Vitzthum 1759 Oberst Heinrich von Hartenberg 1767 Oberst Alexander Graf Erdödy 1771 Oberst Johann Graf Saurau 1772 Oberst Ferdinand Joseph Graf Harrach 1779 Oberst Lothar Freiherr von Bubenhofen 1790 Oberst Johannes Fürst zu Liechtenstein 1794 Oberst Joseph von Stipsicz 1797 Oberst Albert Stahel 1801 Oberst Carl Graf Kinsky 1806 Oberst Joseph von Mayer 1809 Oberst Raban Freiherr von Spiegel 1812 Oberst Johann von Kopp 1820 Oberst Paul Freiherr von Wernhardt 1826 Oberst Dominik Graf Stürgkh 1832 Oberst Alois Chevalier Rossi 1836 Oberst Joseph Fürst Lobkowitz 1844 Oberst Carl Graf Cavriani 1849 Oberst Friedrich Graf Zedtwitz 1849 Oberst Alexander Graf Mensdorff-Pouilly 1850 Oberst Franz Freiherr von Roden 1858 Oberst Carl Freiherr von Boxberg 1862 Oberst Alexander Karst von Karstenwerth 1867 Oberst Victor Prinz Rohan 1874 Oberst Edmund von Krieghammer 1877 Oberstlieutenant-Oberst Franz Holbein von Holbeinsberg 1878 Oberst Daniel Ehnl 1883 Oberstlieutenant-Oberst Guido Wachter 1886 Oberstlieutenant-Oberst Joseph Ritter von Zalesky 1892 Oberst Franz Edler von Remiz 1893 Oberst Anton Helff 1897 Oberstlieutenant-Oberst Artemont Weiss von Weissenfeld 1900 Oberst Oscar Wittmann 1907 Oberst Julius Thomann 1911 Oberst Jaroslav Dworak

Gefechtskalender Dreißigjähriger Krieg 1632–33 Streifen und Sicherungsdienste in Böhmen und später in Schlesien, ohne größere Gefechtstätigkeit 1634 Kämpfe bei Liegnitz 1635 Zur Armee unter Gallas an den Rhein (Lothringen) 1636–1641 Sicherungsdienste in Böhmen, in Pommern und in Schlesien, ohne an den Operationen der Hauptarmee teilzunehmen 1642 Gefecht bei Schweidnitz, später, zur Hauptarmee kommandiert, Teilnahme an der Schlacht bei Breitenfeld 1643 Vorübergehend nach Franken verlegt, kam es ohne Gefechtstätigkeit zurück nach Schlesien 1644 Belagerung von Glogau, dann unter Gallas Feldzug nach Norddeutschland 1645 An der Verteidigung von Pilsen und Pardubitz beteiligt 1646 Streifen und Sicherungsdienste in Böhmen 1647 Kämpfe bei der Einnahme der Königswarter Schanzen 1648 Blockade von Eger

1653 Verlegt nach Ungarn, eine Abteilung stand im Scharmützel bei Levencz gegen die Türken 1657 Zur Deckung der Grenzen teils in Schlesien, teils in Oberungarn

1661–62 Teilnahme am Feldzug Montecuccolis nach Siebenbürgen, eine Kompanie unter Hauptmann Sohir kämpft später bei der Verteidigung von Klausenburg. Ein aus verschiedenen Regimentern zusammengesetztes Streifkorps unter dem Inhaber Obrist Gérard wurde dem Fürsten Kemény zugeteilt und hatte große Verluste der Schlacht bei Schäßburg (Segesvár)

Türkenkrieg 1663/1664 1663 Fünf Kompanien unter Obristlieutenant Hagen kämpften bei der Verteidigung von Neuhäusel, ein Detachement unter Leutnant Müller bei der Verteidigung von Freistadtl 1664 Kämpfe in der Schlacht bei St. Gotthard (Mogersdorf)