Die Bundesstraße 2 R (Abkürzung: B 2 R) ist eine Bundesstraße in Deutschland. Sie verläuft als Ringstraße ausschließlich innerhalb des Stadtgebiets von München im Freistaat Bayern, hat eine Länge von 29,169 Kilometern und gilt als Deutschlands staureichste Strecke. In München wird die Ringstraße meist als Mittlerer Ring bezeichnet und ist auch so beschildert. Seinen Namen trägt der Mittlere Ring aufgrund seiner konzentrischen Lage zwischen dem Altstadtring (Innerer Ring) und dem (nicht fertiggestellten) Äußeren Ring bzw. dem Autobahnring in München.
Verkehrsbedeutung Der Mittlere Ring bildet das Rückgrat des Straßenverkehrs in München, da der Ring der schnellste Zubringer zu allen wichtigen Verkehrsachsen der Stadt ist. Er ersetzt die früher durch die Münchner Innenstadt verlaufenden Bundesstraßen, so auch die Bundesstraße 2, nach der er benannt ist (das „R“ in B 2 R steht für „Ring“). Innerhalb des Mittleren Rings befinden sich nur noch kommunale Straßen.
Von den acht Autobahnen, die nach München führen, führen fünf zum Mittleren Ring. Die A 8 (Richtung Salzburg), A 9 (Richtung Nürnberg–Berlin) und A 96 (Richtung Lindau (Bodensee)) haben direkten Anschluss zum Mittleren Ring. Die A 94 (Richtung Passau) ist über ein kurzes Stück der Einsteinstraße angeschlossen, eine Ausfahrt mündet allerdings auch direkt im Richard-Strauss-Tunnel in den Mittleren Ring Richtung Norden. Die A 95 (Richtung Garmisch-Partenkirchen) führt über die B 2 auf den Mittleren Ring; die Bundesstraße ist aber als Autobahn ausgebaut und auch so beschildert. Was die übrigen Autobahnen betrifft, so hat die A 8 Richtung Stuttgart eine etwa 7 km lange Verbindung über Verdi- und Arnulfstraße zum Mittleren Ring. Die A 92 endet bereits am Autobahnring der A 99, hat aber über die A 9 Anschluss zum Mittleren Ring. Die A 995 erreicht den Mittleren Ring über ein kurzes Stück der Tegernseer Landstraße (B 13).
Über den Südwestabschnitt des Mittleren Ringes zwischen der A 96 und der A 995 verläuft die Europastraße 54. Dieser Streckenabschnitt ist auch insofern besonders durch den Fernverkehr belastet, weil weder der Autobahnring der A 99 im Südwesten Münchens geschlossen ist, noch der ursprünglich geplante Äußere Ring hier verwirklicht wurde und der Fernverkehr somit bis zum Mittleren Ring in die Stadt hinein fahren muss (sofern er nicht einen großen Umweg über die gesamte A99 fahren will, was manchmal durch variable Beschilderung vorgeschlagen wird).
Ansonsten sind an den Mittleren Ring die Bundesstraßen 2 (Landsberger Straße, Autobahn München-Garmisch), 11 (Plinganserstraße), 13 (Leopoldstraße, Tegernseer Landstraße) und 304 (Landshuter Allee, Berg-am-Laim-Straße) sowie die Staatsstraßen St 2072 (Grünwalder Straße), St 2088 (Effnerstraße), St 2342 (Lerchenauer Straße), St 2343 (Waldfriedhofstraße) und St 2368 (Ottobrunner Straße) angeschlossen. Die Stelle der früher durch München verlaufenden B 12 nehmen heute die A 94 und die A 96 ein.
Der Mittlere Ring ist Begrenzung der Münchner Umweltzone. Er besitzt auch zahlreiche Anschlüsse zum öffentlichen Personennahverkehr.
Ausbauzustand Der Mittlere Ring ist durchgängig mindestens je zweistreifig in beiden Richtungen befahrbar. Die einzige Verengung auf einen kurzen einstreifigen Abschnitt befindet sich an der Überleitung in die Landshuter Allee in Südrichtung. Bis auf die Chiemgaustraße im Süden sind die Richtungsfahrbahnen getrennt. Von der Einmündung der B 13 am St.-Quirin-Platz (im Uhrzeigersinn) bis zum Ende des Innsbrucker-Ring-Tunnels verläuft der Mittlere Ring kreuzungsfrei. Alle Tunnel sind als Kraftfahrstraße ausgeschildert.
Für den Mittleren Ring ist die erlaubte Höchstgeschwindigkeit überwiegend auf 60 km/h festgelegt. Auf der Chiemgaustraße sind maximal 50 km/h erlaubt; ebenfalls auf der Tegernseer Landstraße im Bereich der Einfädelung der Ein- und Ausfahrten in den Mittleren Ring. Zudem sind auf der Landshuter Allee zur Verbesserung der Luftqualität nach zunächst noch 50 km/h nur noch 30 km/h erlaubt.
Im Petueltunnel waren anfangs maximal 60 km/h gestattet. Wegen hoher Unfallzahlen im Tunnel wurde 2004 die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h reduziert.Tempolimit macht Petueltunnel sicherer. merkur-online.de von 2. September 2004, abgerufen am 19. November 2009 In den Tunnels sind Wechselverkehrszeichen angebracht. Die zuständige Einsatzleitstelle kann die erlaubte Höchstgeschwindigkeit reduzieren und anzeigen (Beispiel Stau). Dieses variable Tempolimit wird in mehreren Tunnels mittels induktionsschleifen-gesteuerter Blitzgeräte überwacht. Mittlerweile gilt wieder die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h.
Geschichte Planung Bereits im Generalbaulinienplan Großmünchen von 1927 war ein Straßenring zur Verkehrsentlastung der Münchner Innenstadt vorgesehen, der ungefähr dem Verlauf des heutigen Mittleren Ringes folgte. Ein ähnlicher Ring ist auch auf dem Wirtschaftsplan des Generalbauamts von 1943 eingezeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg schlug Stadtbaurat Meitinger ein System von Ringstraßen zur Entlastung der Altstadt vor und verfasste einen konkreten Plan für einen Verkehrs- und Parkring um die Altstadt, der 1945 vom Stadtrat angenommen wurde. 1946 schlug Meitinger eine Trasse für den Mittleren Ring vor. Umgehungsstraßen waren auch Thema eines von der Bundesrepublik Deutschland, dem Freistaat Bayern und der Stadt München gebildeten Koordinierungsausschusses, der 1952 gegründet wurde, um die Verkehrsbedürfnisse der Stadt und der Region mit dem Fernverkehr in Einklang zu bringen. 1958 beschloss die Stadt einen Generalverkehrsplan, der auch in den 1963 beschlossenen Stadtentwicklungsplan aufgenommen wurde.
Darin war ein System aus Radial- und Tangentialstraßen vorgesehen, die in verschiedenen Entfernungen vom Stadtzentrum Querverbindungen ermöglichten. Nicht alle Tangentialen waren als Ringe geplant, sie dienten teilweise nur an bestimmten Stellen als Querverbindungen. An Ringen waren in diesem Konzept vorgesehen: ein Innerer Ring, der heutige Altstadtring, ein Mittlerer Ring, der teilweise anders verlaufen wäre als der heutige Mittlere Ring. ein Äußerer Ring, der jedoch nur teilweise verwirklicht wurde (Fürstenrieder Straße im Westen, Frankfurter und Föhringer Ring im Norden, Ständler-, Stadelheimer und Naupliastraße im Süden), die Trasse der als Bestandteil dieses Ringes geplanten Tangente 5-Ost ist heute noch als überwiegend unbebauter Grünstreifen im Stadtbild zu erkennen, ein Autobahnring, der ursprünglich wesentlich enger geplant war als der schließlich verwirklichte Ring der Bundesautobahn 99 und der überwiegend auf Münchner Stadtgebiet verlaufen sollte.
Realisierung Bereits Anfang der 1950er Jahre wurde mit der Realisierung einzelner Teilabschnitte begonnen, 1952 im Süden mit dem Neubau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Brudermühlbrücke für eine Südtangente und 1953 im Osten mit der Richard-Strauss-Straße. Als 1966 die Olympischen Sommerspiele 1972 nach München vergeben wurden, beschloss der Stadtrat, dass die Baumaßnahmen für den Mittleren Ring bis dahin abgeschlossen sein sollten. Mit der Freigabe der nun gedoppelten Donnersbergerbrücke im Mai 1972 war der Mittlere Ring fertiggestellt.
Späterer Ausbau Seit 1984 verläuft der Mittlere Ring durch den Trappentreutunnel. 1987 wurde der Brudermühltunnel eröffnet und die Oberfläche verkehrsberuhigt. Mit den Stadtratswahlen 1990 änderte sich die Lage. Die Grünen setzten auf einen weiteren Ausbau des ÖPNV. Da diese nach den Stadtratswahlen eine Koalition mit der SPD eingegangen waren, wurde der weitere Ausbau des Mittleren Ringes gestoppt.
mini|Innenansicht des Richard-Strauss-Tunnels (an der Ausfahrt zur Denninger Straße mit Blick nach Süden) Am 23. Juni 1996 entschieden sich die Münchner Wähler jedoch in dem ersten Bürgerentscheid in der Geschichte der StadtKommunale Bürgerentscheide waren in Bayern erst 1995 per Volksentscheid eingeführt worden. für einen weiteren Ausbau des Mittleren Ringes. Gegen den Willen der rot-grünen Stadtratsmehrheit stimmte eine knappe Mehrheit der Initiative Drei Tunnel braucht der Mittlere Ring zu. Beschlossen wurden damit Tunnelbauten am Petuelring, an der Richard-Strauss-Straße und am Luise-Kiesselbach-Platz.
Als erster wurde zwischen 1997 und 2002 der Petueltunnel und im Anschluss bis Ende 2003 der darüber liegende Petuelpark errichtet. Als Nächstes wurde 2003 bis 2009 im Ostabschnitt des Mittleren Ringes eine 2,5 Kilometer lange kreuzungsfreie Ausbaustrecke gebaut. Einerseits wurde der Effnerplatz mit dem Effnertunnel untertunnelt, andererseits erhielt auch die Richard-Strauss-Straße von der Denninger Straße bis zum Leuchtenbergring einen Tunnel, den Richard-Strauss-Tunnel, so dass die Kreuzungen mit der Prinzregenten- und Einsteinstraße unterquert werden. Der Tunnel wurde am 18. Juli 2009 eröffnet und verfügt über einen Seitentunnel unter der Einsteinstraße, der – von und in Fahrtrichtung Norden – eine kreuzungsfreie Verbindung zur A 94 ermöglicht.Endlich: Der Richard-Strauss-Tunnel ist eingeweiht, merkur-online.de vom 18. Juli 2009, abgerufen am 19. November 2009 Die Eröffnung des Effnertunnels fand bereits am 20. Dezember 2006 statt.Information der Stadt München zum Mittleren Ring Ost
Das dritte Tunnelprojekt aus dem Bürgerentscheid liegt im Südwesten, wo die Garmischer Straße derzeit eine Verkehrsbelastung von täglich 100.000 Fahrzeugen bewältigen muss. 2009 wurde mit dem Bau des Tunnels begonnen. Der „Tunnel Südwest“ beginnt südlich des Anschlusses zur A 96 mit dem Luise-Kiesselbach-Tunnel, der den verkehrsreichen Luise-Kiesselbach-Platz unterquert und die Anbindung der Garmischer Autobahn leistet. Auf dem Westteil der Heckenstallerstraße wird der Verkehr offen, aber in Tieflage geführt, es schließt sich der Tunnel Heckenstallerstraße an, auf dessen Deckel, ähnlich wie am Petuelring, ein Park angelegt wurde.Webseite der Stadt München zum Südwest-Projekt Der Tunnel wurde 2015 eröffnet.
Aufgegebene Ausbauplanungen 2017 beschloss der Stadtrat den Bau eines weiteren Tunnels unter dem Englischen Garten. Mit dem 390 m langen, sechsstreifigen Tunnel wäre eine häufige Staustelle beseitigt und gleichzeitig die seit den 1970er Jahren bestehende Teilung des Englischen Gartens beseitigt worden. Im Westen wäre der neue Tunnel direkt an den Biedersteiner Tunnel angeschlossen worden, so dass der Tunnel zwölf Meter nördlich der bisherigen Trasse des Isarrings verlaufen wäre. Im Osten hätte der Ausbauabschnitt an der Brücke über den Eisbach geendet. Die Kosten wurden auf 125 Millionen Euro geschätzt; der Freistaat Bayern sagte eine Beteiligung mit 35 Millionen Euro zu. Der Bau hätte 2023 beginnen und voraussichtlich viereinhalb Jahre dauern sollen. Zeitgleich sollte die unmittelbar östlich des neuen Tunnels gelegene John F. Kennedy-Brücke um einen zusätzlichen Einfädelstreifen erweitert werden.Der Tunnel durch den Englischen Garten kommtZwei Baustellen am Englischen Garten Im März 2022 wurde bekannt, dass die grün-rote Rathauskoalition das Projekt nicht weiter verfolgt. Als Grund hierfür wurde unter anderem die Notwendigkeit angeführt, für das Projekt 900 Bäume fällen zu müssen.
Verlauf Der Mittlere Ring verläuft als Ringstraße vollständig innerhalb des Stadtgebietes Münchens. Er ist durchgehend mindestens vierstreifig ausgebaut und verläuft über längere Strecken kreuzungsfrei.
Die Ausbauzustände der einzelnen Teilstrecken sind ebenso unterschiedlich wie die Bebauung an der Strecke. So durchquert der Mittlere Ring im Norden den Englischen Garten und im Süden führt die Strecke am Flaucher (städtische Grünanlagen an der Isar) vorbei. Der südliche Abschnitt ist von einer innerstädtischen Straße kaum zu unterscheiden, während der nordwestliche und der südwestliche Abschnitt nah an einen autobahnähnlichen Ausbauzustand heranreichen.
Am Mittleren Ring befinden sich auch bekannte Bauwerke: