Mark James Williams MBE (* 21. März 1975 in Cwm, Gwent) ist ein walisischer Snookerspieler. Williams ist seit 1992 Profispieler und gewann 2018 seinen dritten Weltmeisterschaftstitel. 2002/03 gelang ihm als drittem Spieler der Snookergeschichte, in einer Saison die drei wichtigsten Snookerturniere und damit die Triple Crown zu gewinnen.
Karriere Frühe Jahre Vor seiner Snookerkarriere betätigte sich Williams als Amateurboxer. Schon 1991 nahm er am Juniorenwettbewerb der World Masters teil, wo er bis ins Finale kam. Dort traf er auf den Schotten John Higgins, der mit 1:6 das Endspiel gewann.
Erste Profijahre Zwei Jahre nach der Öffnung der Profitour wurde Williams zur Saison 1992/93 Profispieler. Mit ihm kamen unter anderem die späteren Weltmeister John Higgins und Ronnie O’Sullivan auf die Tour, wobei dies oft thematisiert wird (sogenannte »Class of 92«).
Ohne Weltranglistenplatz musste sich Williams durch alle Qualifikationsrunden kämpfen, was beispielsweise beim ersten Turnier der Saison – dem Dubai Classic – neun Runden war, an denen Williams von Anfang teilnahm, wobei er unter anderem den zweifachen Weltmeister Alex Higgins besiegte. In der allerletzten Qualifikationsrunde scheiterte er dann an Jason Ferguson. Nach einer frühen Niederlage beim Grand Prix erreichte er beim Minor-ranking-Turnier Benson & Hedges Championship die Runde der letzten 128. Beim UK Championship erreichte er dann zum ersten Mal eine Hauptrunde, in der er auf Weltmeister Stephen Hendry traf. Durch einen Defekt des Punktezählsystems sind nicht alle Frameergebnisse bekannt, doch Williams verlor erst im letztmöglichen Frame. Auch bei den Events der Strachan Challenge – die aus drei Minor-ranking-Events bestanden – war er erfolgreich, einmal erreichte er die Runde der letzten 32, ein weiteres Mal die Runde der letzten 64. Sein bestes Ergebnis erzielte er bei den European Open, als er in der Qualifikation unter anderem Jim Donnelly, Murdo MacLeod und Jonathan Birch besiegte. In der Hauptrunde gelangen ihm dann Siege über James Wattana und David Roe, bevor er im Achtelfinale an Mark Johnston-Allen scheiterte. Bei den British Open und bei den International Open erreichte er zwei weitere Hauptrunden, wo er aber direkt ausschied. Trotz zweier Auftaktniederlagen in den Qualifikationen für die Welsh Open und für die Snookerweltmeisterschaft platzierte er sich für die kommende Saison auf Ranglistenplatz 119, wobei er damit drei Plätze besser als John Higgins war. Ebenso ersparte er sich die zahlreichen Qualifikationsrunden, in der nächsten Saison startete er je nach Ranglistenturnier in den Runden fünf bis sieben.
Nach einer Auftaktniederlage zum Start der nächsten Saison erreichte Williams beim Grand Prix die Runde der letzten 32, in der er dem Schotten Alan McManus unterlag. Auch bei den European Open zog er in ebenjene Runde ein, diesmal unterlag er seinem Landsmann Darren Morgan. Nach einer Niederlage gegen Ronnie O’Sullivan in der letzten Qualifikationsrunde der Welsh Open und zwei frühen Niederlagen zog er bei den Thailand Open wieder in eine letzte Qualifikationsrunde ein, wo er am Engländer Peter Ebdon scheiterte. Auch beim zweiten Event der Strachan Challenge war er erfolgreich, als er mit Siegen über unter anderem Silvino Francisco und Rod Lawler ins Viertelfinale einzog, wo er aber am Engländer Troy Shaw scheiterte. Bei den British Open erreichte er dann nochmals die Hauptrunde, in der er direkt dem Engländer Willie Thorne unterlag. Zum Abschluss der Saison verlor Williams nach zwei Siegen über Gary Lees und Yasin Merchant in der WM-Qualifikation gegen den Schotten Billy Snaddon. Auf der Weltrangliste gelang ihm eine Verbesserung um 61 Ränge auf Platz 58, wobei er so in der nächsten Saison bei Weltranglistenturnieren erst in der Runde der letzten 96 ins Turnier startete.
Erste Erfolge Nach einer erneuten Auftaktniederlage zum Start der Saison 1994/95 erreichte Williams beim Grand Prix durch einen 5:1-Sieg über Paul Cavney die Hauptrunde, in der mit demselben Ergebnis Dean Reynolds unterlag. Beim Non-ranking-Turnier Benson & Hedges Championship kämpfte er sich mit Siegen über unter anderem Dominic Dale und Mark Davis ins Halbfinale, wo er den Schotten Jamie Burnett im Decider besiegen konnte. Somit stand er in seinem ersten Profiturnierfinale, auch wenn die Weltspitze nicht am Turnier teilnahm. Sein erstes Finale bedeutete für Williams zugleich seinen ersten Profititel, er besiegte den Engländer Rod Lawler mit 9:5. Beim nachfolgenden UK Championship zog er mit Siegen über Doug Mountjoy und Tony Drago ins Achtelfinale ein, wo er aber an Ex-Weltmeister John Parrott scheiterte. Nach einer weiteren Auftaktniederlage erreichte er bei den Welsh Open erneut ein Achtelfinale, wo er diesmal an einem weiteren Ex-Weltmeister namens Steve Davis scheiterte. Durch seine guten Ergebnisse bekam Williams zusammen mit John Higgins die Chance in der Wildcardrunde beim Masters, wo er sein Spiel gegen Willie Thorne mit 5:0 gewann. Bei seiner ersten Masters-Teilnahme scheiterte er aber sofort mit 4:5 am Thailänder James Wattana. Bei den International Open und bei den Thailand Open erreichte er zwei weitere Male die Runde der letzten 32, bevor er sowohl bei den British Open als auch in der WM-Qualifikation in der Runde der letzten 64 scheiterte. Auf der Weltrangliste verpasste er mit einer Verbesserung von 19 Plätzen knapp die Top 32, er landete zum Saisonende auf Rang 39. Ebenfalls 1995 gelang ihm der Finaleinzug bei den Pontins Spring Open, wo er Peter Ebdon mit 7:4 besiegte.
Nach einem verhaltenen Start in die Saison 1995/96 erreichte Williams beim UK Championship das Viertelfinale, in dem er John Higgins unterlag. Kurz vor dem Jahreswechsel erreichte Williams die Runde der letzten 32 der German Open 1995, wo er aber am Schotten Alan McManus scheiterte. Bei den Welsh Open 1996 stürmte er dann mit Siegen über unter anderem Willie Thorne, Ken Doherty, Peter Ebdon und Dave Harold ins Finale, wo er auf John Parrott traf. Auch Parrott hatte Williams kaum etwas entgegenzusetzen und Williams gewann mit 9:3 sein erstes Ranglistenturnier. Bei den darauffolgenden International Open und European Open erreichte er zwei weitere Runden der letzten 32, bevor er nach einer Auftaktniederlage bei den Thailand Open im Viertelfinale der British Open an Ronnie O’Sullivan scheiterte. Nach einer Auftaktniederlage in der WM-Qualifikation wurde er zum Pontins Professional eingeladen, wo er aber direkt an Ken Doherty scheiterte. Auf der Weltrangliste sprang er auf den 16. Platz, welcher ihn zur direkten Teilnahme an den Hauptrunden der Weltranglistenturniere qualifizierte.
Seine Erfolgsserie setzte er in der nächsten Saison fort: Nach einer Achtelfinalteilnahme beim Asian Classic und einer Viertelfinalteilnahme beim Einladungsturnier Scottish Masters erreichte er beim Malta Grand Prix – einem weiteren Einladungsturnier – das Halbfinale, wo er von Lokalmatador Tony Drago besiegt wurde. Beim Grand Prix zog er in sein erstes Saisonfinale ein, wo er den Schotten Euan Henderson mit 9:5 besiegte, sodass er seinen zweiten Ranglistenturniertitel holte. Nachdem er sowohl beim UK Championship als auch bei den German Open im Viertelfinale ausgeschieden war, erreichte er bei den Welsh Open das Halbfinale, wo er aber an Mark King scheiterte. Durch seinen 6. Weltranglistenplatz war er zwar berechtigt, am Masters teilzunehmen, doch da den schlechtesten aller berechtigten Weltranglistenplätze innehatte, musste er wieder an der Wildcardrunde teilnehmen, wo er den Youngster Paul Hunter besiegte. Anschließend gelang ihm ein 6:4-Sieg über John Higgins, bevor er im Viertelfinale an Ken Doherty scheiterte. Bei den International Open und Thailand Open erreichte er anschließend das Achtelfinale, bevor er bei den British Open mit einem 9:2-Finalsieg über Stephen Hendry sein drittes Ranglistenturnier gewann. Durch seinen 16. Weltranglistenplatz war er auch berechtigt, an der Endrunde der Snookerweltmeisterschaft 1997 teilzunehmen, wo er nach einem 10:9-Sieg über Terry Griffiths an Stephen Hendry scheiterte. Zum Saisonabschluss nahm er erneut am Pontins Professional teil, wo er direkt Neal Foulds unterlag. Durch seine beiden Ranglistenturniersiege verbesserte sich Williams auf der Weltrangliste auf Platz vier.
Etablierung in der Weltspitze und erster Weltmeisterschaftstitel Die erste Hälfte der Saison 1997/98 verlief sehr durchwachsen, nur beim Grand Prix und beim UK Championship gewann er ein bzw. zwei Spiele. Auch nach dem Jahreswechsel lief es anfangs nicht besser: Mit nur zwei Unentschieden aus sechs Spielen schied er in der Gruppenphase der Premier League Snooker aus und bei den Welsh Open verlor er seine Auftaktpartie. Die Wende kam dann beim Masters, als er mit Siegen über Alan McManus, Anthony Hamilton und Steve Davis ins Finale vorrückte, wo er auf Stephen Hendry traf. Hendry ging zwar mit 5:2 und 9:6 in Führung, doch Williams rettete sich in den Entscheidungsframe, den er mit 63:56 gewann, womit er sein erstes Triple-Crown-Turnier gewann. Nach zwei weiteren Auftaktniederlagen erreichte er dann das Viertelfinale beim Thailand Masters, wo aber diesmal Stephen Hendry siegreich war. Bei den British Open gelangen ihm Siege über Gary Wilkinson und Ronnie O’Sullivan, bevor er im Halbfinale an John Higgins scheiterte. Bei der Snookerweltmeisterschaft besiegte er Quinten Hann im Decider und außerdem Steve Davis und Peter Ebdon, bevor er im Halbfinale Ken Doherty unterlag. Zum Abschluss der Saison zog er mit Siegen über Neal Foulds und Ken Doherty ins Finale des Pontins Professionals ein, wo er den Engländer Martin Clark mit 9:6 besiegen konnte. Auf der Weltrangliste verschlechterte er sich um einen Platz auf Rang 5.
Zum Start der nächsten Saison erreichte Williams das Viertelfinale des Einladungsturnier Scottish Masters sowie die Runde der letzten 32 beim Grand Prix, bevor er beim UK Championship im Achtelfinale an Dave Harold scheiterte. Daraufhin folgten im Turnierkalender wieder zwei Einladungsturniere: Beim Malta Grand Prix verlor er im Halbfinale, beim German Masters erreichte er dagegen durch Siege über Alan McManus und Tony Drago das Finale, wo er aber John Parrott mit 4:6 unterlag. Direkt beim nächsten Turnier – dem Ranglistenturnier Irish Open – erreichte er erneut das Finale, was er diesmal mit 9:4 gegen Alan McManus gewann. Nach einer Halbfinalniederlage bei der Premier League Snooker erreichte er mit zwei Whitewashs das Finale der Welsh Open, wo er in einem knappen Spiel Stephen Hendry mit 9:8 besiegte. Zuvor hatte er zusammen mit Matthew Stevens, Dominic Dale und Darren Morgan den Nations Cup gegen das schottische Team mit Stephen Hendry, John Higgins, Alan McManus und Chris Small gewonnen. Nach zwei Viertelfinalniederlagen beim Masters und bei den Scottish Open sowie einer Auftaktniederlage bei der Charity Challenge gegen Marco Fu gelang ihm beim Thailand Masters sein vierter Finaleinzug innerhalb der Saison. Erneut traf er auf Alan McManus, den er erneut – diesmal mit 9:7 – besiegte. Nach zwei frühen Niederlagen erreichte er bei den British Open wieder ein Achtelfinale. Es folgte die Snookerweltmeisterschaft, bei der er durch Siege über Ian McCulloch, Nick Walker, Ken Doherty und Titelverteidiger John Higgins in sein erstes WM-Finale stürmte, wo er auf Stephen Hendry traf. Hendry gewann das Endspiel mit 11:18, wobei er damit mit sieben WM-Titeln einen neuen Rekord für die Crucible-Ära aufstellte (der alte Rekord lag bei sechs WM-Titeln von Steve Davis). Zum Saisonabschluss verlor er im Halbfinale beim Pontins Professional gegen Jimmy White. Auf der Weltrangliste erreichte mit dem dritten Platz hinter John Higgins und Stephen Hendry einen neuen persönlichen Rekord.