mini|Historistische Darstellung des NamensgebersRaimondo Montecuccoli
Das Regiment war ein Kavallerieverband, der im 17. Jahrhundert für die kaiserlich-habsburgische Armee errichtet wurde. Aus diesem entwickelte sich im Laufe der Zeit bis hin zur Gemeinsamen Armee das k.u.k. Dragonerregiment „Graf Montecuccoli“ Nr. 8, das diesen Namen seit 1888 „auf immerwährende Zeit“ zu führen hatte.Von 1798 bis 1801 führte das spätere Dragonerregiment Nr. 11, bis 1860 das später aufgelöste Dragonerregiment Erbgroßherzog von Toscana die Bezeichnung Dragonerregiment Nr. 8.
1769 wurde das Regiment als Cavallerie-Regiment Nr. 4 in die Kavallerie-Rangliste eingestellt und 1798 zum Cürassier-Regiment Nr. 8 umgewandelt.
Zur Systematik wurden nachträglich auch folgende Nummerierungen eingeführt: 1683/1 (nach Tessin)Tessin 1986 Bd. 1: 40., Kürassierregiment K 2 (nach Bleckwenn).Bleckwenn.
Bis zum Jahre 1798 wurden die Regimenter nach ihren jeweiligen Inhabern (die nicht auch die Kommandanten sein mussten) genannt. Eine verbindliche Regelung der Schreibweise existierte nicht (z. B. Regiment Graf Serbelloni – oder Regiment Serbelloni). Mit jedem Inhaberwechsel änderte das betroffene Regiment seinen Namen. Nach 1798 galt vorrangig die nummerierte Bezeichnung, die unter Umständen mit dem Namen des Inhabers verbunden werden konnte. Bedingt durch diese ständige Umbenennung sind die Regimentsgeschichten der österreichisch-ungarischen Kavallerie nur sehr schwer zu verfolgen. Hinzu kommt die ständige und dem Anschein nach willkürliche, zu Teil mehrfache Umklassifizierung der Verbände (zum Beispiel: Böhmisches Dragonerregiment „Fürst zu Windisch-Graetz“ Nr. 14).
Im Jahre 1915 wurden alle Ehrennamen und Zusatzbezeichnungen ersatzlos gestrichen, das Regiment heiß von da an nur noch k.u.k. Dragonerregiment Nr. 8. (Dies ließ sich in der Praxis jedoch nicht durchsetzen, einerseits weil sich niemand daran hielt, andererseits weil die sehr sparsame k.u.k. Militärverwaltung angeordnet hatte, zunächst alle noch vorhandenen Formulare und Stempel aufzubrauchen!)gem. „Verlautbarung der Quartiermeisterabteilung“ des Heeresgruppenkommando FM. Erzherzog Eugen / Q.Op. Nr. 665/15. Ausgegeben vom Feldpostamt 512. Geschichte Das Regiment gilt als das älteste reguläre Reiterregiment der k. k. und k.u.k. Kavallerie. Nach Traditionserlass des 19. Jahrhunderts bestand es insgesamt 299 Jahre. Andere Geschichtsschreibungen lassen die Regimentsgeschichte wegen der im Jahre 1679 zunächst erfolgten Auflösung mit der Wiedererrichtung 1683 beginnen.
Im Jahre 1619 versuchten die niederösterreichischen protestantischen Stände mit der so genannten Sturmpetition von Kaiser Ferdinand II. in der Wiener Hofburg Zugeständnisse zu erreichen. Noch während dieses Vorgangs brachen drei Fähnlein des in Krems stationierten Arquebusier-Regiments Dampierre sowie ein Fähnlein des „Regiments Dampierre-Kürassiere“ (auch „Dampierre’schen Reiterregiment“ genannt) unter dem Arsenal-Kommandanten Obrist Gilbert de Saint-Hilaire nach Wien auf. Auf Donau-Tschaiken eingeschifft, kamen sie am 5. Juni 1619 in der Stadt an, drangen durch das Fischertor in die Residenz ein und schüchterten die Protestanten dermaßen ein, dass diese ihr Vorhaben aufgaben. Dafür wurden den beiden Regimentern von Kaiser Ferdinand II. jeweils die nachstehenden Privilegien verliehen, die noch von Kaiser Franz I. bei der Säkularfeier im Jahre 1810 bestätigt wurden: Das Regiment darf in Dienstfällen unter Trompetenschall und mit fliegenden Estandarten durch die k. k. Hofburg und in die Reichshaupt- und Residenzstadt Wien marschieren, auch auf dem kaiserlichen Hofburgplatze (Franzensplatze) sich aufstellen und durch drei Tage allda für die freie Werbung den Werbetisch aufschlagen. Von dem Regimente wird dann vor der dem Regiments Kommandanten in der Hofburg pro-forma einzuräumenden Wohnung, wohin die Regiments Estandarten zu bringen sind, die Wache bezogen und dem jeweiligen Regiments Kommandanten ist bei solcher Gelegenheit gestattet, unangemeldet in voller Rüstung vor Sr. Majestät dem Kaiser zu erscheinen. Das Regiment hat auch die Versicherung, niemals reduciert oder aufgelöset zu werden, so lange es fortfahren wird, den bisherigen Ruhm zu behaupten, und endlich die Auszeichnung, dass kein Mann des Regimentes wegen Verbrechen, worauf die Todesstrafe gesetzt ist, in demselben hingerichtet, sondern in solchen Fällen der Schuldige zur Vollziehung solcher Strafe jederzeit zu einem anderen Regimente abgegeben werde.
1619 mit kaiserlicher Bestallung vom 16. März wurden durch den toskanischen Großherzog Cosimo II. de’ Medici 500 Mann auf eigene Kosten angeworben (300 Mann als Arkebusiere in den Niederlanden, 200 Mann als Kürassiere in den kaiserlichen Erblanden). Dieses Regiment trat unter dem Namen „Florentinische Reiter“ 1621 in kaiserliche Dienst. Generalfeldwachtmeister Dampierre, welcher bereits seit 1616 Inhaber und Kommandant eines Arkebusier-Regimentes war, wurde zum Inhaber über dieses neue Regiment bestellt.
1683 wurden fünf Kompanien des Regiments Mercy als Stamm zur Bildung eines neuen Regiments für Obrist Dupigny abgegeben. Dieses kam durch Neuwerbung auf 10 Kompanien und führte die Tradition des Regiments Bournenville bzw. der alten Dampierr’schen Reiter fort 1721 wurde Kompanie des aufgelösten Dragoner-Regiments Battée übernommen 1731 Teile der 1727 aufgestellten Auctions-Kompanien an die Regimenter Pignatelli und Kokorowa (beide 1734 aufgelöst) abgegeben 1768 Die Karabinier Kompanie wurde an das neu aufgestellte 1. Carabinier-Regiment (später Dragoner Nr. 3) abgegeben, dagegen eine Eskadron des aufgelösten Kürassier-Regiment Modena eingegliedert. 1769 erhielt das Regiment die Kavallerie-Ranglistennummer 4. 1775 wurde die Oberst-Division, dann die Oberstlieutenants 1. Eskadron des aufgelösten Kürassier-Regiments Jacquemin eingegliedert 1798 Namensänderung in Kürassier-Regiment Nr. 8 1802 wurde die Oberstlieutenants-Division des aufgelösten Regiments Czartoryski Nr. 4 übernommen. 1867 Umwandlung in Dragonerregiment Nr. 8
mini|Kavalleriekaserne in Jaroslau
Werbung und Ergänzungsbezirke ab 1781 Böhmen 1853 Aus den Ergänzungsbezirken des Infanterieregiments Nr. 35 (Pilsen) 1857–1860 aus Bezirken der Infanterie-Regimenter Nr. 14, 28, 42 (Neuhaus, Prag, Theresienstadt) 1860–1868 aus den Bezirken der Infanterieregimenter Nr. 11, 28, 35 (Písek, Prag, Pilsen) 1868–1877 aus den Bezirken der Infanterieregimenter Nr. 28 und 75 (Prag, Neuhaus) 1877–1883 aus den Bezirken der Infanterieregimenter Nr. 28 und 42 (Prag, Theresienstadt) 1883–1889 aus den Bezirken der Infanterieregimenter Nr. 42, 92 und 94 (Theresienstadt, Komotau, Turnau). 1889 war es dem Bereich des IX. Korps (Militär-Territorial-Bezirk Josephstadt) zugewiesen. 1914 Ergänzungsbezirk Leitmeritz
Friedensgarnisonen I. II. III. 1649 Linz 1650 Innerösterreich 1651–1657 Steiermark 1660 Niederösterreich 1661 Oberungarn 1663/64 Ungarn, dann Schlesien 1665 Innerösterreich 1670 Csakathurn 1671/72 Oberungarn 1679 Worms 1698–1701 Ober- und Niederösterreich (Stab Enns) 1714 Mähren und Schlesien 1715/16 Böhmen 1720 Neutraer Komitat 1731 Oberungarn (5 Kompanien im Mailändischen detachiert) 1733/34 Böhmen (Pilsner Lager) 1736/37 Banat 1739 Kaschau
1740/41 Mähren 1746/47 Neutraer Komitat 1748 Szered 1752–1756 Chrudim 1763 Ungarisch-Skalitz 1766 Szered 1767 Brezowa 1768 Szered 1770 Sohler und Trentschiner Komitat 1775–1778 Ungarisch Skalitz 1779 Güns 1787 Steinamanger, dann Wien 1788–1792 Saaz 1798/99 Wittingau 1801 Grosswardein 1802–1805 abwechselnd Nagy-Károly und Szatmár 1806 Nagy-Károly 1807 Szikszó 1808/09 Kittsee
1810 Báth (Frauenmarkt) 1811 Wien 1812/13 Gaya 1814/15 Wien 1815 Brandeis 1819 Wien 1820 Klattau 1836–1848 Podiebrad 1849 Wien 1851 Nagy Tapolcsán, dann Neuhäusel 1852 Güns 1854 Mikulince, dann Przeworsk 1855–1859 Prossnitz 1859–1866 Czegléd 1866 Raab 1870 St. Georgen (Pressburg) 1879 Stockerau 1880 Wien 1885 Pardubitz 1903 Przemyśl 1911–1914 Stab/I.Division/6.Esk. Jaroslau – II.DivKdo/4.Esk./5.Esk. Radymno
Regimentsinhaber 1619 Obrist Heinrich Duval Graf Dampiere, Obristwachtmeister über alles Kriegsvolk zu Ross (Dampierr’schen Arkebusier Regiment), gefallen bei Preßburg 1620 Jacob Graf von Dampierre, Freiherr von MondrovilleNicht bei Thürheim 1621 General der Kavallerie Gebhard Baron St.Hilaire 1646 General der Kavallerie Johann von Werth 1674 Feldmarschall Herzog Alexander von Bournonville (ging 1680 in spanische Dienste) 1680 Oberst Leopold Joseph zu Lothringen (übernahm 1688 ein Infanterie-Regiment) mini|Als Kürassier-Regiment „Erzherzog Maximilian“ 1761–1780 1683 Obrist Bernhard Freiherr von Coneberg et Dupigny (Kürassier-Regiment Coneberg), gefallen bei der Verteidigung von Wien 1683 Obrist Johann Franz Freiherr von Chauviray (Kürassier-Regiment Chauviray) 1685 Feldmarschallleutnant Adam Bernhard Freiherr von Saint-Croix (Kürassier-Regiment Saint-Croix) 1698 Obrist Joseph Innozenz Herzog von Lothringen und Bar (Kürassier-Regiment Lothringen und Bar), Gefallen bei Cassano 1705 Obrist Ferdinand Graf Breuner (Kürassier-Regiment Graf Breuner), Gefallen bei Rumersheim 1710 Obrist Thomas Emanuel Prinz Savoyen (Kürassier-Regiment) 1730 Obrist Prinz Johannes Franz Eugen von Savoyen (Kürassier-Regiment „Jung-Savoyen“) 1735 Feldmarschall-Lieutenant Franz Rudolf Graf Hohenems (Hohenembs) (Kürassier-Regiment Graf Hohenems) 1756 Obrist Erzherzog Ferdinand (Kürassier-Regiment Erzherzog Ferdinand) 1761 Oberst Erzherzog Maxmilian (Kürassier-Regiment Erzherzog Maximilian) 1780 Generalmajor Friedrich Anton Fürst Hohenzollern-Hechingen (Kürassier-Regiment Hohenzollern-Hechingen) 1798 Änderung der Namensgebung in Kürassier-Regiment Nr. 8 1813 Constantin Cesarewitsch, Großfürst von Russland 1831 Feldmarschalleutnant Ignaz Graf Hardegg 1848 Feldmarschalleutnant Carl Graf Auersperg 1848 Carl Prinz von Preußen 1883–1899 General der Kavallerie Leopold von Sternberg mini|Schlacht am Weißen Berg 1620 Zweite Inhaber 1767 FML Johann Baron Lassgallner MTOR zu Oedenburg 1775 1775 GM Heinrich Baron Rothschütz MTOR zu Pressburg 1777 1777 GM Friedrich Anton Prinz zu Hohenzollern-Hechingen (ab 1780 Oberst-Inhaber) 1813 FML Ignaz Graf Hardegg (ab 1831 Oberst-Inhaber) 1848 FML Karl Graf Auersperg († 1859) 1859 GdK Leopold Graf Sternberg (ab 1883 Oberst-Inhaber)
Regiments-Kommandanten 1903 Oberst Ottokar Pizzighelli 1906 Oberst Ludwig Vetter von Bruckthal 1908 Oberst Ludwig Vetter von Bruckthal 1910 Oberst Viktor Bauer von Bauernthal 1914 Oberstleutnant Eugen Adler
Gefechtskalender mini|Gedenktafel in der Kapuzinerkirche in Wien Friauler Krieg 1616 Kämpfe gegen Venedig – Gefechte bei Luciuse, Gradisca und Rubis Dreißigjähriger Krieg 1618 Kämpfe in Böhmen 1619 Die in den Erblanden geworbenen zwei Kompanien lagen im Juni in Niederösterreich. Eine nahm an dem von dem Obrist Gilbert von St. Hilaire (Arsenal-Hauptmann) geführten Zug der 500 Dampierr’schen Reiter zur Befreiung des Kaisers nach Wien teil. Das später vereinigte Regiment (die in den Niederlanden geworbenen Kompanien waren inzwischen beim Korps Dampierre eingerückt) kämpften im Gefecht bei Wisternitz und bei der Einnahme von Lundenburg 1620 In Mähren und Niederösterreich. Im November kämpfte der Verband in der Schlacht am Weißen Berg bei Prag 1621 Scharmützel bei Neuhäusel in Ungarn 1622 Garnison in Niederösterreich – Streifzüge in Mähren 1624 Geringe Gefechtstätigkeit im Reich 1625 Kämpfe in den Niederlanden. Belagerung von Breda 1626 Kämpfe an der Dessauer Brücke, später Verlegung nach Mähren 1627 Feldzug unter Waldstein nach Holstein und Jütland 1628 In Mecklenburg 1629/30 Patrouillen- und Streifendienst im Herzogtum Jülich Keine Gefechtstätigkeit 1631 Belagerung von Magdeburg, Schlacht bei Breitenfeld 1632 In Böhmen bei der Belagerung von Eger, dann vor Nürnberg, später unter Gallas in Sachsen, Schlacht bei Lützen