mini|Eddie Henderson Edward Jackson „Eddie“ Henderson (* 26. Oktober 1940 in New York City) ist ein amerikanischer Trompeter (auch Flügelhorn) des Modern Jazz, der auch als Arzt und Psychiater tätig war.
Leben und Wirken Henderson, dessen Mutter in der Cotton-Club-Revue die Tanzpartnerin von Bill „Bojangles“ Robinson war, und dessen Vater eine Band leitete, wuchs in einem Haushalt auf, in dem Musiker wie Louis Armstrong, Duke Ellington, Fats Waller oder Miles Davis verkehrten. Als Neunjähriger lernte er Trompete, zunächst bei Armstrong, und vertiefte auf dem Konservatorium von 1954 bis 1957 weiter dieses Instrument und Musiktheorie. Nach einigen Jahren in der Armee studierte er zunächst von 1961 bis 1964 Zoologie an der University of California, dann bis 1968 Medizin an der Howard University, anschließend spielte er bei John Handy und bei Philly Joe Jones.
Von 1970 bis 1973 war Henderson Mitglied des Sextetts von Herbie Hancock, mit dem er Fusion-Alben wie Mwandishi oder Sextant aufnahm; daneben spielte er mit Miroslav Vitouš (Infinite Search), Joe Henderson (Inside Out), Pharoah Sanders, Mike Nock und Charles Earland. 1973 wurde er für sechs Monate Mitglied der Jazz Messengers von Art Blakey. Er spielte dann bei Julian Priester, Elvin Jones, Billy Harper, Kenny Barron, Mulgrew Miller und immer wieder bei Hancock, war aber zeitweilig (ungefähr zwischen 1975 und 1985 in San Francisco) auch als Allgemeinmediziner und als Psychiater tätig. Seit Mitte der 1990er leitete er wieder eigene Gruppen, mit denen er regelmäßig eigene Platten vorlegte. Daneben spielte er auch mit Richard Davis, McCoy Tyner, Bertha Hope, Gary Bartz oder der Mingus Big Band. Seit 2007 arbeitet er mit der All-Star-Formation The Cookers. Zu hören ist er auch auf Gerald Cannons Album Live at Dizzy’s Club: The Music of Elvin & McCoy (2024).
Diskografie 1973: Realization (mit Bennie Maupin, Herbie Hancock, Patrick Gleeson, Buster Williams, Billy Hart, Lenny White) 1974: Inside Out 1975: Sunburst 1976: Heritage 1977: Comin’ Through 1978: Mahal 1979: Running to Your Love 1994: Phantoms 1994: Inspiration 1994: Flight of Mind 1994: Think on Me 1995: Dark Shadows 1998: Dreams of Gershwin. 1999: Reemergence 2001: Oasis 2003: So What 2004: Time and Spaces 2005: Manhattan in Blue 2006: Precious Moment 2007: Association 2012: Eddie Henderson & Friends Play the Music of Amit Golan 2015: Collective Portrait 2018: Be Cool 2023: Witness to History (mit Donald Harrison, George Cables, Gerald Cannon, Lenny White)
Lexigraphische Einträge Wolf Kampmann (Hrsg.), unter Mitarbeit von Ekkehard Jost: Reclams Jazzlexikon. Reclam, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-010528-5. Martin Kunzler: Jazz-Lexikon. Band 1: A–L. (= rororo-Sachbuch. Band 16512). 2. Auflage. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 3-499-16512-0.
Weblinks
allabout.com (engl.) Verve über Henderson (engl.) The Doctor Is In: Eddie Henderson On Life As 'The Funk Surgeon' (Porträt 2015) Hörbeispiel
Einzelnachweise
Kategorie:Jazz-Trompeter Kategorie:Fusion-Musiker Kategorie:Musiker (Vereinigte Staaten) Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1940 Kategorie:Mann